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Der Israelit · 1911-10-26 · Heft 43 (26.10.1911) · page 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
52 (1911)
Issue
Heft 43 (26.10.1911)
Date
1911-10-26
Page
– (sequence 11)
Language
German
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mraja9< ntmtmt WyarM«. Rabbinifdie Schriften. Welche unermeßlich reiche Fülle jüdischer Geistesschätze noch in Bibliotheken und Archiven im Staube der Jahrhunderte schlummern, erfahren wir von Zeit zu Zeit durch einen glücklichen oft rein zufälligen Fund eines Gelehrten. Bolle 800 Jahre lagerte das Manuskript eines umfangreichen Kommentars auf □wzu von Rabbi Joseph Jbn Kaspi in Damaskus, von wo es dann nach England wmiderte. In Oxford fand es der bekannte Editor der Schriften Kaspis, Herr Jsak Last, der es nun nach eingehender Sichtung mit wertvollen Anmerkungen als Ergänzung der anderen von ihm herausgegebenen Kaspischen Werke unter dem Titel *pr> YW (Verlag Naroditczki, London, 48 Meile End Road) herausgab. Der bis jetzt erschienene erste Teil umfaßt D'K'32 mitten und rPJW der Rest soll, wie uns der Herausgeber verspricht, bald folgen. Die tiefgründige Art dieses Gelehrten des 12. Jahrhunderts, in das Wort und den Gedanken der Schrift etnzudringen und die Schärfe der Logik, mit derer auch den Bibelfälschern seiner Zeit — es war die Zeit der religiösen Disputationen — entgegentritt, weisen seinen Schriften, für deren Veröffentlichung man den gelehrten und opferfreudigen Herausgeber nicht genug danken kann, einen Ehrenplatz in der altrabbtnischeu exegetischen und reltgionsphtlosophtschen Literatur an. Von Prof. Hermann L. Strack liegt uns der M t schnatraktat v'NOS nach Handschriften und alten Drucken Mit NöllstSNdiM Ueverfttzuntz und zahlreichen Erläuterungen vor. Dem gelehrten Verfasser dient als eine der Hauptquellen für seine Mischnahstudien dasN eu.e T esta m en t und dementsprechend ist auch, bei sorgfältiger Edition des Textes, der kommentatorische Teil so gehalten, -aß er mehr die christlich-theologische Wissenschaft als die jüdischen Talmudforscher interessieren muß. In hoher Blüte steht die homiletische Literatur in Ungarn. Von den Erscheinungen der letzten Zeit feien hier „Zwei Reden,, vom Bezirksrabbiner Dr. Hermann Klein hervorgehoben, die er anläßlich seines Amtsantritts in E i s e n st a d t gehalten hat. Es sind zwei nach Form und Inhalt gleich schöne Vorträge, die ein vollständiges Programm für das Wirken eines Lehrers in Israel enthalten und mit einem reichen Kranze sinniger Erklärungen von Schrift- und Talmudstellen geschmückt sind. Der bekannte Verfasser und Herausgeber populärer homiletischer Schriften,HerrJ. Krauß, Bezirksrabbiner in Lokompack, ist auf die — man darf sagen — glückliche Idee gekommen, seiner seit Jahren periodisch erscheinenden hebräischen Zeitschrift für Homiletik injn "Ol eine jüdischdeutsche Ausgabe anzufügen. Die ersten Heftchen enthalten eine reiche Fülle von Erklärungen zu der yDsrn nenö und einschlägigen Talmud- und Midraschstellen, und versprechen mit ihren allgemeinen min nai und beherzigenswerte "idid *n:n ein vorzügliches Lehr- und Erbauungsmittel für die weniger thorakundigen Bevölkerungsschichten zu werden. Die n"i-Nummer des *)DV rspy'i (Halbmonatliche Zeitschrift für halachische und agadische Abhandlungen. Redaktion Jsef Schwarz,Boyifad, Ungarn) bringt an leitender Stelle eine im Rahmen einer homiletischen Abhandlung gehaltene Rückschau auf die Geschehnisse des Jahres, in der auch den Toten des Jahres (bedeutenden Rabbinern und um die Thora verdienten Männern) Worte des ehrenden Gedenkens gewidmet find. Dem folgen aktuelle auf die 2"' bezügliche Responsen aus den Nachläffen der Rabbiner Jehuda Assad und Bczalel Ransbürg Mit D’O’H und v'2N2v für die 2"' beschäftigen sich auch fast alle anderen Beiträge, die das Heft in harmonischer Reihenfolge füllen. Länder- und Völkerkunde. Einer recht schwierigen, aber nicht gerade undankbaren Aufgabe hat sich Heinrich Löwe in seinem Buche „Die Sprachen der Juden" (Jüdischer Verlag, Köln) unterzogen. Er möchte alle Sprachen, die jemals von den Juden gesprochen wurden, nach ihrer Bedeutung für die jüdische Gemeinschaft und besonders für das Geistesleben des Volkes beurteilen. Den größten Raum in diesem Buche nehmen natürlich das 'Jüdisch-Deutsche (her Jargon), die Sprache, die heute noch von der Mehrzahl der Juden gesprochen wird, ein und das Hebräische, das in Palästina zu neuem Leben erwacht ist. ES ist eine fleißige Arbeit, in der bet voller Berücksichtigung der gesamten einschlägigen Literatur auch manches Ergebnis eigener Beobachtung verwertet wird, vom Verfasser allerdings in einer Weise, die mit der unverkennbaren Marke der nationalen Tendenz nur selten überzeugt. Wenn der Verfasser zum Schluffe glaubt, daß (Seite 146) die volle Kenntnis der hebräischen Sprache schon an sich genügende Gewähr dafür sei, daß unsere Kinder Juden bleiben und ihren Kindern das Judentum weiter geben werden, so erlauben wir uns auf Grund unserer Erfahrungen und Beobachtungen doch anderer Meinung zu sein. Für uns ist die Sprache erst nur^ein Mittel zum Zwecke, zu einem Zwecke, der von der „O r g a n i s a t i o n f llr hebräische Sprache und Kultur," auf die Löwe einen begeisterten Hymnus singt, kaum erreicht werden kann. Auf Grund vielfacher Forschungen und Studien an Ort und Stelle gibt uns Davis T r i e t f ch in einem bei Heinrich Keller, Frankfurt a. M. erschienenen hübsch auSgestatteten, mit 20 Abbildungen und einer Karte versehenen handlichen Büchlein eine erschöpfende und auch in der Form sehr gefällige Darstellung der LandeSverhältniffe in CYpern. Sehr gründlich wird darin die politische und wirtschaftliche Lage des Landes beleuchtet und ein eigenes Kapitel, aus dem wir in einer der jüngsten Nummern einige Auszüge brachten, ist auch der Lage der Juden auf dieser Insel gewidmet. Das letzte Heft der von Dr. M. Grunewald, Wien herausgeaebenen„Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde" (14. Jahrgang, 3. Heft) enthält eine Fortsetzung des Artikel „Zur jüdischen Namenskunde" vom Herausgeber, ebenso den Wortlaut einer sehr interessanten Proklamation der Dreigemeinoen (Hamburg, Altona und Wandsbeck) vom Jahre 1724. Hübsche Uebertragungen aus dem alten wtai ruKX von Sal. Goldschmidt, Hamburg zeigen, wie hoch schon bei unseren Alten der Sinn für eine erzieherischen Zwecken dienende Bolksliteratur entwickelt war. Eine wichttge Aufgabe erfüllt die seit sieben Jahren vom Bureau für Statistik der Juden, Berlin herausgegebene „Zeitschrift für Demographie und Statistik der Jude n." Die letzten zwei Hefte dieser Monatsschrift enthalten wiederum eine bunte Fülle wertvollen statistischen Materials. Dr. Sara Rabbinowitsch gibt Auskunft über die jüdischen Schulen in Rußland, Horator über die jüdischen Gemeindein stttutionen in London. Einen beachtenswerten Beitrag zur Pathologie der Juden bittet Weißenberg in seiner Abhandlung über „Das Verhalten der Juden zu den ansteckenden Krankheiten." Die Rubrik „Statistisches Archiv" ist in beiden Heften reich an behördlichen Entscheidungen und amtlichen Bekanntmachungen, die interessante Streiflichter auf die Bewegungen und Verschiebungen der jüdischen Bevölkerung werfen. -•Wl '251 Rand-emerkrmge« rum Siddur von Rabb. Dr. V Koenigsberger in Pleschen. (Schluß.) Auf etwas literarisch Interessantes möchte ich zu dem Hinweisen, waS Prof. Berliner über die „kabbalistischen" |1D» '22N und bergt. XII, 36 sagt. Bei jD'1 5D-Q find wir gewöhnt, einleitend zu sagen: wir wollen benschen, worauf die Tischgesellschaft antwortet: VT* '131 ,taT, was auch der wiederholt usw. Das ist aber auch erst eine spätere HSOttV während der -D's ursprünglich (ohne das übliche m^TD) mit -p32 begann,- f. 192 Der denoeist auf D’ISI 'fl TT1?/ daß man den Nv'l mit an “P221 einleiten solle, da jeder HeiltgungSakt würdig etn- ,V* k

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