Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 52 (1911)
- Issue
- Heft 43 (26.10.1911)
- Date
- 1911-10-26
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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26 Oktober 1911, )ber. :ge", sein und ung, hat eine ege" von ums ösen nun «eute vereine eten :e in tun, lten abbi reite Dr. 'sche doch :sem der an ng: >gen men luScüßand iber :ren Be- Ort von sie Zu des kark lNk!on- IUM lten and in lten iche zeinen 186 Hede nifl iser )ofals ten, set ard >asiUN He, vor md lem Urrrnarrten. NntisemNWer erpreliungsverluck. A«»arest, 12. Oktober. Der Postbeamte Gregorwttsch auS Czernowitz wandte sich dieser Tage an das Rabbinat in Bukarest mit einem schreiben in welchem der Postbeamte folgendes bekannt gibt: „Unter den Büchern, die ich von meinem Großvater geerbt habe, befindet sich ein Buch unter dem Titel: „Eduth be Israel" (Zeugenschaft über Israel) welches die jüdischen Gesetze und Gebräuche auseinandersetzt. Dieses Buch wurde imLahre 1803 in Jassy auf Kosten des damaligen Metropoliten der Moldau gedruckt. Der Verfasser ist ein getaufter Jude, der früher einmal Rabbiner war. Wie es heißt, haben die Juden damals die ganze Auflage dieses BucheS aufgekauft und vernichtet, weit dessen Inhalt für sie gefährlich war. Nun hat sich hier in h^ernowitz eine Bereinigung gebildet, die das Buch dessen einziges Exemplar sich in meinem Besitze befindet, neu auflegen und in tausenden Exemplaren, in alle Sprachen übersetzt, verbreiten will. Da ich glaube, daß dies nicht im Interesse Ihrer Glaubensgenossen liegt, namentlich nicht derjenigen Rumäniens, wo die Bevölkerung durch den Inhalt dieses Buches noch mehr gegen die Juden aufgebracht wurde, biete ich Ihnen das einzige Exemplar an, bevor an dessen Vervielfältigung geschritten wird. Natürlich ist dafür die gebührende Summe an mich zu entrichten. Wollen Sie mich also daher verständigen, ob Sie das Buch kaufen wollen." Der Erpreffungsversuch des wackeren Postbeamten ist vollständig mißlungen. Das in Rede tehende Buch, in welchem die alte Lüge aufgetellt wird, daß die Juden Ehrtstenblut zu rituellen Zwecken brauchten, wurde von einem gewissen „Noah meschumed" verfaßt. Er war niemals Rabbiner, andern ein Gehilfe eines Lehrers. Als kr wegen sittlicher Vergehen seines kleinen Amtes enthoben wurde, ließ er sich taufen und schrieb aus Rache daS erwähnte Buch, das von iewußten Unwahrheiten strotzt. Übrigens ist >iesesBuch gar nicht so selten, wie uns aus Bukarest gemeldet wird, in den Antiquar-Buchandlungen Rumäniens um eine Kleinigkeit zu aben, und wurde von den Rumänen wiederholt iei ihren Schmähungen gegen die Juden als Quelle benützt. Türkei. Cine BllfsaKfion für die jüdifrfien Flüchtlinge in Tripolis. Kortflarrtluopet, 20. Ott. Hier eir gelaufene Meldungen aus Malta, Gades und Djerba schildern die große Notlage mehrerer tausend Juden, die aus Tripolis in die genannten Orte geflüchtet sind. Die Rabbiner dieser Städte bitten dringendst um Geldsendungen, damit die Flüchtlinge, die zum Verlassen von Tripolis gezwungen waren, mit Nahrung versehen werden können. Unter den Flüchtlingen befinden sich ebenso reiche Kaufleute, die gezwungen waren, all ihre Habe zurückzulaffen, wie einige tausend arme Juden, die auch in Tripolis von der Wohltätigkeit ihrer reicheren Glaubensbrüder abhängig waren. Nachdem diese Juden Tripolis verließen, haben Araber die jüdischen Kaufläden geplündert, sodaß die jüdischen Flüchtlinge, die zumeist italienische Untertanen sind, selbst wenn ihnen die Rückkehr ermöglicht wird, ihre Häuser ausgeraubt und geplündert vorfinden werden. Die Judengemeinde von Tripolis bat in der letzten Zeit überhaupt mehrere Krisen durchzumachrn gehabt, indem sie einerseits an den Folgen der Mißernten der letzten fünf Jahre zu laborieren hatte, andererseits auch die Cholera, die in den letzten Monaten in Tripolis wütete, im Judenviertel viele Opfer forderte. Ein in London gebildetes Komitee hat bereits eine Hilfsaktion zu Gunsten dieser armen tripolitanischen Juden eingekitet. An der Spitze derselben steht der Chacham der portugiesische,» Gemeinde in London Dr. Gast er. * * * Auch bet der Beschießung von Be ng hast und anderen Hafenstädten der Cyrenaika gab es zahlreiche jüdische Opfer. In ersterer Stadt sollen bei den während des Gefechtes ausgebrochenen Unruhen etwa 20Juden durch Araber ermordet worden sein. vemlrcdter. Berlin, 7. Ott. Die jüdische Gemeinde in Berlin hat gestern im Norden von Berlin auf dem Grundstück Schulstraße, Ecke Exerzier straße, den Grundstein gelegt für ein neues jüdisches Krankenhaus. Stabtv. Louis Sachs, der Borfitzende der vertreterschaft und deS KrankenhauSvorstandrS machte Mitteilungen über den Neubau, der von den Königs. Bauräten Reimer und Körte errichtet wird? Geplant find für daS neue Haus 250 Betten, doch ist im Bau vorgesehen, daß bet Bedarf btS 50 Betten noch hinzuäefügt werden können. Der Kostenanschlag schließt mit 600000 M. ab. Hamburg, 15. Oktbr. Dem soeben erschienenen Berichte zum 25jährigen Bestehen deS Altenhauses der Deutsch-JSraelittfchen Gemeinde in Hamburg enwchmen wir folgende interessante Angaben: DaS AUrnhlM» trügt zum Zeichen dessen, baß eS grundgesetziich für alle Zeiten Eigentum der Deulsch- JSraelittschen Gemeinde dlctben soll, an seiner Vorderseite die Inschrift „AltenhauS der Deutsch- JSraelittfchen Gemeinde" ö’Jp? 2V1D «nb zur dauernden Erinnerung an die ersten Stifter an je etmm der Seitenflügel die Inschrift „Jsaac Hartvig- Sttftung vom Jahre 1839" und„E.Edwards- Stiftung feiner Gattin zum Andenken." Dte Zahl der im AltenhauS versorgten Pfleglinge betrug im Jahre 1886 dreizehn; für eine wettere Erhöhung der Zahl der Insassen deS HauskS wurden ln der Folge dte Mittel durch manche hochherzige Zuwendung beschafft. Insbesondere erfolgte eine Reihe von Zimmerstiftangen, deren Zahl jetzt eis beträgt. Im Verlaufe der 25 Jahre haben im Atteuhause Aufnahme gefunden: 105 Pfleglinge (darunter 11 Ehepaare), und zwar 54 männliche und 51 weibliche- 55 Pfleglinge find verstorben, 6 auf eigenen Wunsch entlassen, sodaß der Bestand Ende 1910 44 Pfleglinge, und z-var 18 männliche und 26 weibliche beträgt, unter welchen ein weiblicher Pflegling im Alter von 88 Jahren fite Bestehen deS Hauses darin ansässtg ist. Bon den verstorbenen Pfleglingen erreichten 32 männliche ein Durchschnittsalter von nahezu 81 Jahren, 23 weibliche ein Durchschnittsalter von nahezu 82 Jahren, Jetzt, wo alle Pfleglingszimmer besetzt find, leben im Altenhaus 46 Pfleglinge. Hamburg, 1. Ott. DaS Delegiertenrollegtuan deS Deutsch-JSraelittfchen ShnagogenverbandeS hatte in einer feiner letzten Sitzungen beschlossen, dem Wunsche vieler Mitglieder des Synagogenverbandes entsprechend die Oeffentltch» keit seiner Sitzungen etnzuführen und einen diesbezüglichen Antrag beim Borstand gestellt. Wie wir höre», har der Vorstand es jedoch aogelehnt, die Oeffentllchkeit der Sitzungen deS DelegiertenlollegtumS einzuführen und gegen den Beschluß deS 5kollegtum« von stimm Betorecht Gebrauch gemacht. Mönche«, 6. Ott. Eine hohe Ehrung wurde dem tm Februar dieses Jahres eröffneten „M ü n ch e n e r Krankenhetm" rsr. Pridatkltntk e. B zu teil. Am 1. Mittwoch deS Septembers fuhr Se. Kgl. Hoheit Prinz Tr. Ludwig Ferdinand von Bayern, der bekannte Arzt uno Operateur, an der Anstalt Hermann Schmidtstrabe vor, um sie zu befichttgen. Dte Oberin der Anstalt, dte auch Oberin der tm gleichen Hause wohnenden israelitischen Krankenschwestern ist, übernahm die Führung des fürstlichen GasteS. Heber dretviertel Stunden währte dte Besichtigung, die der Prinz als Fachmann besonders eingehend vornahm. Der Prinz bezetchnete nach dem Rundgang die Anstalt als eine der schönsten Prtv atkltntken, dte er gesehen. Sein ledhastes Interesse bewies der hohe Gast dadurch, daß er in der folgenden Woche eine Patientin der Anstalt überwies und dortselbst mit dollem Erfolg operierte. Bei einem seiner Krankenbesuche begleitete ihn seine Gattin. Ihre Kgl. Hoheit Prinzessin Maria della Paz. und besichtigte gleichfalls eingehend dte Anstalt, die »hren ungeteilten Beifall fand. Brest««, 6. Ott. Das endgiltige Ergebnis der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 stellt sich für dte Stadt BreSlau (etnschl. Grübschen) tm Vergleich mtt dem Ergebnis von 1905 wie folgt: Die Gesmmbevölkerung war von 473 460 Seelen auf 514979 gewachsen, Hane also um 41519 zugenommen. Dem Religionsbekenntnis nach halten sowohl Protestanten als Katholiken eine Zunahme erfahren. Allein dte Juden haben abgenommen, von 20 357 auf 20 215, ol;o um 142 — 0,14 Prozent; eine Erscheinung, welche wir zwar tm ganzen Reiche beobachten, aber nicht in den Großstädten. Für Breslau kommt alS Erllärung dieser auffillltgen Erscheinung wohl die Tatsache in Betracht, daß dir andauernden No. 43» Sette Sa Ausweisungen der Ausländer auS der Gemeinde die Geelenzahl stark vermindert habe». Insbesondere soll darunttr auch die „Industrieschule" gelitten haben, welche ihren stackm Rückgang auf derartige Verluste zu« Teile zurückführt. Schwert«, 10. Ott. Die Einwohnerzahl von Schwerin a. W. beträgt nach dem endgüittgea Hauptergebnis der letzten Volkszählung 6713. DerRliMon nach find 3761 evangelisch, 2837 katholisch, 115 s ü b t s ch. Danach ist dte Einwohnerzahl Schwerins wiederum zurückgegangen. Bödigheim, 16. Ott. Im Laufe des Sommers wurde unsere Synagoge einer gründlichen Renovierung unterzogen und zählt jetzt zu dm fchiwstm Gsttrshüusnn deS Momvacher RabbtnatSbeztrkS. Seither hatten wir noch dte alte Einrichtung mtt den alte» einzelnen Ständen, die jetzt durch schön moderne Bänke ersetzt find. Zu den konnten wir wieder Gottesdienst tu der Synagoge abhalten, welcher während der Arbeiten tm Schulfaale stattfand. In nächster Zett dekommm wir auch elekirisches Licht, dann wird unsere Synagoge auch mtt solchem versehen. Dte sehr bedeutenden Renovierungsrosten wurden durch LiebeSgake.r aufgebracht. Um fas Zusammenkommen der Gelder hat sich ganz besonders unser Lehrer, Herr Fletschmann, verdient gemacht, und set ihm und allen, die sich an dem schön« Werke beteiligt haben, auch an dieser Stelle öffentlich Dank ausgesprochen. Budapest, 3. Ott. Aus Alsokuhi» wird gemeldet: Bet dem H"21^ Gottesdienst i» der hiesigen Synagoge wurde eme Frau infolge der großen Hitze unwohl. Der Andächitgen bemächtigte stch eine Panik, di« sich aber bald legte, als fie über de» Borsall näher qrtenttert und beschwtchtigt wurden, so daß der Gottesdienst weiter fortgesetzt werden konnte. — In Szlatina ist am ln der Synagoge während des GotieSbirnsteS eine Kerze umgestürzt, dte das Kleid einer Fra« in Flammen setzte. Unter den Anwesenden entstand eine Soße Panik, mehrere Personen fielen vor Schreck in hnmacht. Dte Frau erlitt schwere Brandwunden. UereiMiwmn. äfcanffuci a. M.» 82. Oktbr. Der „Verein selbständiger israelitischer Handwerker" dahier hielt SamStag Abend in den Räumen der FrankfurtLoge sein 2. Stiftungsfest ab. In seiner kurzen Begrüßungsrede wies der Vorsitzende des Vereins, Herr L. Schloß, t« schlichten Worte« darauf hin, wie hoch daS Handwerk in Israel allezeit geschätzt war und appellierte an die jüdischen Arbettgeber, durch Berücksichtigung der jüdischen Handwerker, die heute t» ihren Kenntnissen und Letsttmgen ihren anderen BerusSgenvffrn m nichts nachftehen, auch heute noch daS Handwerk unter den Juden zu Ehren zu bringen. Ein von Gchretnermetster R o f e n 10 a l verfaßter und von Fräulein Ella Kahn hübsch vorgetragener Prolog, der den Handwerkern steteS Gottvertrauen und frohen Dmt empfahl und den göttlichen Segen für ihre Arbett herabflehte, leitete das reiche Programm em, welches, auS Rezitationen, Ltedervorträgen und auf daS Handwerkerleben bezüglichen lebenden Bildern (entworfen von Herrn Wetßbtndrrmeister Joseph Meter) bestarb. Die vergnügte Stimmung hielt bank der vorzüglichen Darbietung« der Damen Rosa Kahn und Wllyelmtne Rosenhaupt, sowie deS Herrn KoazertsängerS Roland und Herrn Hugo Michel, bis zum Schluffe an. Hamburg, »0. Ott. Der Verein ist mtt Beginn des neuen Jahres in daS 50. Jahr feines Bestehens etngetreren. Im verflossenen Jahre haben stch unsere D'"! W wiederum eines guten Besuches zu erfreum gehavr. Der "iip'V stand unter Leitung deS hochverehrten Oderrabbiner«, Herrn Dr. Samuel Spitzer. Gleich nach d.n B'aiB hat der Verein mtt einem an jedem Mittwoch, avends von 9 bi» 10 Uhr, stattfindenden DTTOK p& DP D"N ITVÄ* "llp'V begonnen. Zur Leitung desselben hat stch in dankenswerter Weife Herr Oderrabbtner Dr. Samuel Spitzer derett erttärr. Der Bereinövorstavd appelliert in seinem dem Lehrplan für das Wintersemester angefügttn Bericht an die Mitglieder, mit allen Kräften und Mitteln mtt dafür zu arbeiten, daß tn den Kreisen der jüdischen Jugend dte Kenntnis unserer franpn «1*11/1 verbreitit werde. Kempen i. P., 23. Ott. Aus dem Jahresbericht deS Verein» zur Förderung der idealen Interessen jüdischer junger Leute „Malbim" piv 1910-1911 ist solgendeS zu entnehmen: Dte Lesehalle war am SamStag Bor- und Nachmittag je einige Stunden geöffnettm Wtmer auch am Frettag abend. Dre Besucherzahl ist wiederum ca. 550 gewesen. ES lagen ea. 30 jüdische und allgemeine Zeitungen bezw. Zeitschriften auf. Dte Bibliothek zählt 56Nummern dezw. 71 Bänder auch der Literaturverrin stellte dte Benutzang seiner Bibliothek unseren Mitgitebe.n frei. Folgende Borträge wurdengehatten: G. Freund über „Betrachtung zur bevorfteherden Genera.Versammlung", Zahnarzt Josef Freund über „Allgemeine jüdische Organisationen", Fritz Happ über „HaussS Lichtenstetn", Emil BreSlauer über „Michael Sach», feine Machsorübersetzung und Dichtungen", stud. med. Oskar DzialowSki über „Kämpfe um die bürgerliche Gleichstellung der Juden", Simon Freund über „Der Kaufmann als Reichsbürger", Georg Jacobt über