Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1911-10-05 · Heft 40 (5.10.1911) · page 13

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
52 (1911)
Issue
Heft 40 (5.10.1911)
Date
1911-10-05
Page
– (sequence 13)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2446951-2448803-2448844--66965-2495153
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

cwandten! ohne« in He Räuünderten nen und ll es aus chm den getötet rn fand Mandant vlkerung tun in mte den M, daß ntmen mit den ,zer Zeit dlvicrtel j dttett zu j i statisll 041570 183 439 che lesen änderten lnalphaluß, daß ist nicht :n, unter üdischen eß aller Seite 13. No. 40. Der Israelit. selbst K"ilöJ*8enten der Mitglieder). 2. Der Fuxennterricht unterwies die jüngeren Mitglieder in den sichtigsten fragen der jüdischen Weltanschauung, derm Stellung zu den Angriffen von seiten der modernen aturwtflenschaften und behandelte deS öfteren Zettereig- . iffe. 3. Die gehaltenen Bortröge find: „Die Festgebete!(Pijutim) und ihre Verfasser", Herr Rabb. Dr. Ehren« [tteu; „Die verschiedenen Anschauungen auf dem Gebiete der Speise- und Reinheitsgesctze", cand. med. O. D z ial o w S k t; „Geschichtlicher Abriß altjüdischer sozialer Fürsorge", cand. med. S. Adler) „Religion und Kultur drS jüdischen Volkes im Spiegel der heutigen Zeit"', lstud. jur. M. Koppe) „Der jüdische Staat der vrrgangmheit und der jüdische Staat der Zukunft", sind, jur. S. Goldschmtdt) „Die Apokryphen", cand. jur. I. Meyer) „Die mündliche Ueberlieferuag", stud. math. S. I e i d e l. 4. Fast jede Woche fanden Ausflüge in die nähere und weitere Umgebung statt. Gemütliche Abende förderten die Geselliglei BeretnSadresse: S. Levi, Lehramtskandidat, Mün chen, Münzstr. 8. fierronalien. »lgenöen ipenverenschasttn den g J ü- I. A.), Streuen Marken ommerlfiit der ung am u Bereu. Es rseid tldesan den l \x „Ge- Statjn | )r. phil. liminaU ertativn 5". Für nunterj erteilt rts ent* swerter edenfo Sebieten -truppen j eleireter , die Grabenden Vereins j wählten j >arach jur. M. rurschjaffe 4), bische! ersendet Anstalt Macht, ] crichten. Dntmen; nd noch Beschluß gen sich S Heim m Zahl st aber, jnteresse ern zu 'eit der! miker ter eine Dozent Frau Rabbiner Jenny Munk V^T- Bon Dr. I. Wohlgemuth in Be.lin Die einzige Schioester Rabbi Esriel Hildesheimers y'¥7 ist dahingegangen. Das ist für die jüdische äiemeinschaft ein bedeutungsvolles Ereignis. Um des großen Bruders willen wäre eine Beleuchtung des Charakters und des Lebens dieser Frauengestalt, die ihm wesensgleich war, von historischem Interesse. Was Esriel Hildesheimer vom Elternhaus an Ursprünglichem mitgebracht, was ans ihm die Kämpfe des Lebens und seilte geschichtliche Aufgabe geschaffen, das \u scheiden, böte die Tarstellung des Bildes »einer Schwester, die ihrer Stellung gemäß weniger in die Stürme des Lebens hineingezogen ward, den geeigneten Anhalt. Doch zu einer solch tiefgehenden Eharakteristik ist nicht die Feit, nachdem sich eben erst der Grabhügel über der.Tahingeschiedenen gewölbt. In einer knrzeil Schilderung wollen wir der Pflicht gerecht werden, die diese Stunde gebieterisch von uns heischt. Es soll keine Trauerrede sein. Sie verbietet die srvinltre Sitte in diesen Tagen der Freude. Auch hätten wir zur Trauer nur ein geringes Recht. Tie Kinder sollen in dem durch unser wunderbares jüdisches Gesetz Tag für Tag neu erweckten Gedenken ein ganzes Fahr hindurch den Tank abstatteu für das, was ihnen die Mutter gewesen und um den Tag klagen, der ihnen das Teuerste geraubt. De/m es ist mir e i n c Mutter. Für uns, die wir aus größerer Ferne dies Leben überschauen, weicht die Wehmut dem Gefühl der freudigen Befriedigung über eilt so glückliches, ein so reichgesegnetes Leben. Gewiß, auch ihr blieb das allgemeine Menschenlvs, das Leid, nicht erspart. Aber der Schatten verschwindet vor der Fülle des Lichts, mit der die Sonne des Glücks ihr Dasein überstrahlt. Sie sieht den geliebten Bruder immer höher steigen, nimmt in freudigem Stolz Anteil an seiner iveltbrivegenden Wirksamkeit. Sie kann, ihrer Neigung gelten, einem Manne als Gattin folgen, der einer oienerntion bedeutender Talntudgelehrter entsprossen, als Rabbiner jüdische Lehre und jüdisches Leben mit gollgcscgnetem Erfolge in zahllose Seelen pflanzt, sie R>iib die Mutter einer stattlichen Kiuderschnar^, die alle dein jüdischen Ideale der Eltern die unentmegte Juut' halten, und von denen eine Reihe als geistige Führer der Stolz der jüdischen Gemeinschaft werden. Nein, loir wollet! nicht trauern, auch nicht angesichts des Endes dieses Lebens. Und ein noch froheres Einpfinden dürfen wir hegen, tonnt wir darauf verweisen können, daß dies Glück ein wohlverdientes gewesen, wenn die bange Frage nach dem „Warum", die uns bei manchem Menschenschirksal so quälend überfällt und uns zu der resignierendert Feststellung zwingt. XüSl? 'XN2 .1122 “DE? ,-ttUlt Erden bleibt der gute Lohn ans", w-nn diese Frage hier oerstuntint und der altdere talmndische Satz seine Bestätigung findet p’*T2t ib 2121 p*H2t dem vollendet Frommen lacht auch hinteden ein freudig Los. Sie war Gott ein Wohlgefallen. Tenn sie hat das Leben bejaht, wie das Judentum es feine Befeuuer lehrt. Tie Faktoren aber der jüdischen Lebensbejahung sind: Ein Durchdrungenscin von dem über alles erhabenen Ernst der Lebensaufgabe, der stete Aufblick nach oben in der unerschütterlichett Uebeczeuguug der ununterbrochenen Fürsorge Gottes und aus der Vereinigung dieser beiden die unwandelbare, nie zu trübende Heiterkeit des Geinüts, entsprossen dent frohen Bewußtsein der erfüllten Pflicht und dem freudigen Tankgefühl gegen den alliebenden Vater im Himniel. In diesem Geiste hat atlch die Tnhingegangene das Leben bejaht. Wer die Rührigkeit und Tüchtigkeit gesehen, mit der sie die schwere Aufgabe gelöst, unter den gegebenen 'Verhältnissen nicht nur dent Gatten uitb den Kindern ihr Recht zu geben, sondern auch das Hans rinch außen würdig zu repräsentieren, der weiß, daß diese außergewöhnliche Kraftentfaltnitg nur aus einein ebenso ungewöhnlichen Pflichtgefühl sich erkläret» läßt. Hirt* neben diesem eherneu Pslichtbetoußtsein, aus dem der an den Bruder erinnernde Fleiß entsprang, dies schlichte, innige, alles überwindende Gotlvertrauen, das altjndische pfiv2, wie es in der heutigetc Genefation so selten zu finden ist. Und dieser jüdische Optint smus war wiederunt die Quelle einer nawen geradezu kittdlichett Fröhlichkeit, eines sonnigen heiteren Gemüts, das jedem der ihr nahte, in ihren Bann zog. Was war das für ein Leben utld Weben in den Jahren ihrer Kraft, wie lvarcn die engen Räunre jener nach nuferen heutigen Ansprüchell so beschränkten Amtswohnung durchflutet von einer lichten Atmosphäre des Frohsinns, wie wurde jeder trübe Gedanke verscheucht vor detn Bild dieser ans Arbeit und Gottvertrauen gewonnenen Lebensfreude. Und sie war dett Menschen ein Wohlgefallen. Ihre Frohnatur war die Quelle der Freundlichkeit, mit der sie einen Jeden etnpfittg. Sie war eines Jeden Freund, und darum waren Alle ihr freundlich gesinnt. Sie tvar eines Jeden Freund, und atts diesem Herzcnsverhältnis zu den Menscheit ihrer Umgebung crgab sich ihre reiche mib mannigfaltige Betätigung im Tienste der Institutionen jüdischer Menschenliebe. „ I ü d i s eh e r Menschenliebe" sagen wir. Es gibt ein besottdcres Merkmal dieser Liebe. Daß sie geübt wird nicht nur mit des Üeibcnbcn, Unterdrückten und Armen, sondern um der eigenen Person willen, die das Recht auf Dasein und Glück erst erwirkt, wenn sie tnöglichst vielen mindern ihr Dasein erleichtert und verschönt hat, daß sie nicht als Wohltätigkeit, sondern als Gerechtigkeit empfunden wird, nicht gibt sondern empfängt. Einen treffenden Ausdruck von dieser ihrer Auffassung jüdischer Liebesbetätigung bietet uns ein Zug der von ihr berichtet wird. Sie ließ die vielen Armen, die sie unter ihre schützende Obhut gcnotnmen nie zu sich kommett. Sie brachte selbst ihnen Speisen und Gaben ins Haus, nnSE? JT‘7VJ wie das Herr Oberrabbiner Lcrner am Grabe so schön gedeutet. Herzensbedürfnis war ihr das Wohltun und zugleich die Erfüllung eines göttlichen Gebots, darum war ihre Betätigung ohne Fehl, erntete sie Liebe in überreichem Matze, ward sie Gott ein Wohlgefallen und den Menschen. tttid sie ward es vor allem, weil sie, zum dritten, die Krone der Tugenden geschmückt: die Bescheidenheit. Die echte Bescheidenheit, die so selten ist und nur auserwählten Personen eigen. Es gibt eine Bescheidenheit, fte erstirbt iit Sannt vor Gott, aber sie ist voller Hochmut gegen den Nebenmenschen. Es gibt eine attdere Bescheidenheit, der Erkenntnis der eigenen Schwäche entsprungen, sie macht aus der Not eine Tugend. Und es ist noch eine Bescheidenheit, sie wird wie ein Mantel getragen, der Träger ist sich seiner Größe bewußt, aber er erhofft aus der zur Schau getragenen Selbstverleugnung eine Steigerung der Wertschätzung. Tie echte Bescheidenheit ist in ihrem Keime eine Gabe Gottes, die denen, die sie zu nutzen Verstehen, zur zweiten Natur wird, zu einer Tugend, di: sie so unbefangen üben, als hätten sie nie mit ihrem Selbstgefühl gerungen. Diese Bescheidenheit kann man in Einzelzügeit nicht beschreiben, denn nur der persönliche Eindrilck in längerem Verkehr gibt da fein unverfälschtes Bild. Wer sie gekannt, der hat es an ihr erfahren, und wein Esriel Hildesheimers Gestalt vorangeleuchtet, der darf in diesetn Zuge noch mehr als in anderen von dent Urbild auf das Abbild rührend schließen. Und doch möchten wir eine Kundgebung di Zer Bescheidenheit anführen, ergreifend eben durch ihre schlichte Einfachheit. Ein Bekannter war vor Jomkippur gestorben. Es war daher nicht 7T£2E? abge gehalten worden, die ,"H12p m engen Kreise gewesen 5. Oktober 1911. und all das Biele unterbleben, was die Heiligkeit der Zeit verbietet. So möchte auch ich, meinte sie, einmal dahingehen, still und ohne jedwede Last und Störutkg für die Hinterbliebenen. Ihr ziemte es, so zu denken, uns aber anders zu handeln. Tie Schwester unseres großen Lehrers sollte auch um ihrer selbst willen nicht ungeteitct von dannen gehen. Ihrer Bescheidettheit ward der höchste Lohn. Ihr Wunsch ward erfüllt, aber nicht, daß sie in der St i t l: sondern daß sie itt der höchsten Heiligkeit cmporsteigcn. Am NTlEk fDE? ist sie gestorben und am I"? 2^9 wurde sie zu Grate getragen, eilt crgrci sendes Zeichen von oben, daß ihr Leben dieses . Sterbens wert befunden. Stuttgart, 23. Septbr. Durch den Wegzug des Herrn Pani M. Aron von hier nach Frankfurt a. M. hat die hiefige Israelitische ReligtonSgesellschaft eines ihrer besten und eifrigsten Mitglieder, und das gesetzestreue Judentum in Württemberg seinen tapfersten Kämpfer verloren. WaS Herr Aron während seines kaum siebenjährigen AufenhalteS für baS Judentum in Württemberg geleistet, laßt sich in diesen kurzen Sätzen nicht sagen. Wir fühlen uns jedoch verpflichtet, an einige der hervorragendsten Leistungen diesetatkräftigen Mannes in diesem Augenblick zu erinnern. Noch in aller Gedächtnis ist der Sieg, den Herr Aron gegen eine ihre Macht mißbrauchende Ktrchenbehörde errungen hat, und der es heute jedem gesetzestreuen Juden ermöglicht, durch einfache Erklärung aus einer Reformgemetnoe auszutreten. Der hohe Wert dieser AuStrtttSmögltchkeit hat sich ja anderwärts bereits erprobt und wirb auch bet unS feine Früchte zeitigen. Die Organisation der Sabbatfreunde in Württemberg ist zum großen Teil ein Werk Arons, und auch sein Wirken im Landesverband für die Interessen des gesetzeStreuen Judentums ist hier schon oft gerühmt worden. Ganz besonoers aber widmete er seine Kraft der Israel. Religivnsgesellschast Stuttgart, für deren Festigung und Ansehen nach innen und außen er Unschätzbares geleistet hat. Möge es chm vergönnt sein, in seiner alten Heimat auch weiterhin für das Judentum wirken zu können, wir rufen chm ein herzliches 22-n rbx zu. Lüneburg, IS. September. Herr Lehrer Theodor Philipp, der am 3. September tn Harburg verschied, wurde hier unter großen Ehrenbezeugungen zur ewigen Ruhe bestattet. Die überaus große Betelligung — Herr Landrabbiner Dr. Gronemann -Hannover, mehrere Nachbarkollegen, sowie viele auswärttge Freunde und Schüler des Verewigten waren erschienen — legte beredtes Zeugnis ab von der Verehrung und Liebe, die er sich währenseiner segensreichen 44jährtgen Tätigkeit errungen hatte. Die Bahre wurde in unsere Synagoge überführt, wo eine ergreifende Feier stattfand. In eindrucksvollen Reden fchil denen Herr Landrabbiner Dr. Gronemann und Herr Lehrer Wolff.Lüneburg die hervorragenden Charaktereigenschaften des Verklärten, seine außerordentliche Pflichttreue und sein segensreiches Wirken innerhalb der Gemeinde. Am Grabe sprach Herr Lehrer Bachenheimer -Harburg für den „Beretn jüdischer Lehrer der Provinz Hannover" und Herr Borsteher M. Jacobsohn brachte namens der Gemeinde nochmals die herzlichsten DankeSgefühle zum Ausdruck. Gotya, 18. Sept. Im Greisenalter von 84 Jahren wurde uns unser Lehrer Jakob Freudenberger enntffen und unauSfüllbar ist die Lücke, die fein Fortgang tn unserer Mitte hinterlaffen. WaS wir an ihm verloren haben, daS empfanden wir mit ttefem Schmerze bet seiner Beerdigung am Frettag, bet der stch nech linmal alle seine Freunde und Verehrer zuscunmensanden, ihm die letzte Ehre zu erweisen. Die Herren Rabbiner Nalhan Bamberger und Lehrer Goldstein ließen es stch nicht nehmen, dem teuren Freunde innige Worte des Gedenkens zu widmen und den Kindern Trost an seiner Bahre zu spenden. War doch der Verstorbene ein für p"yifl begeisterter Jude und ein hervorragender J"T&^», geliebt und verehrt von allen, die ihn kannten, uno ein liebevolles Gedenken wttd ihm tean auch tn den Kreisen seiner Mitbürger bewahrt bleiben. Herleshause«, 1. Okt. Tor ausgefunden tn seinem Bette wurde am Morgen des zweiten Tages von n""i Herr Lehrer Simon Schön dahier, nachdem er am Abend vorher noch völlig gesund und kräftig vorgebetet hatte. Am Dienstag wurde der im 54. Lebensjahre Verstorbene unter außergewöhnlich großer Beteiligung zu Grabe geleitet. Herr Kreisrabbiner Dr. Cohn-Eschwege schilderte in bewegten Worten dessen Berufstteue, Ansehm und Wirken in Schule und Gemeinde. Als Bertteter drs Hör. Lehrerkonferenz Hrffens widmete Herr Lehrer Rosen st ein dem verblichenen Amrsbrudrr und -Nachfolger Worte der Verehrung. Herr Lehrer Wittich dahier, der Vorsitzende des BezirkSverems, hielt ihm glctchfolls einen warmen Nachruf. t Brrrgkrmdstadt, 10. Sept. In feierlicher Weife fand heme die Uebrrgabe des Luitpoldkreuzes an den Haupttehrer Herrn Jenas Lüden st ein durch den Kgl. Bezrrksamtmann Herrn Dr. Roth von Lichtenfels tn der Rathauskanzlet dahier statt. Breslau, 2. Sept. Dem Rabbiner Dr. Guttm a n n tnBreSlau ist der Professorentitel verliehen wordrn.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.