Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 52 (1911)
- Issue
- Heft 40 (5.10.1911)
- Date
- 1911-10-05
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Ein Centralorgan tflr das orthodoxe Judentun SegrSodet dob Dr. Lehmann in lüainz 92. laiiroang. sa SranMurt a. M.. Sen 5. Oktober 1911. 13. Tischri 5672. M 40 «taraewetit pro «ierteljahrr Gewöhnliche Ausgabe Ml. i.eo. SeftauSgabe (Kunstdruck) Ml. 8.—. Auslandspreise: Gewöhnliche «uSgabe; Yefierrrich-Ungarn 2 Kr., Rußland 1 «uv, England 2 ih., Amerika SO et».. Niederlande 1.20 fl., Frankreich Pn, MO. Abonnements bei allen Postanstalten, Buchhandlungen, sowie direkt hei dem Verlag. HeftauSgabe nur direkt. Der JSraelit erscheint jeden Doaaerstag. Juserate r so Pfennig für die sech-gespaltene Lolonel-Zeiler Rabatt nach Tarif. J»serate»a*»ah«e nur durch Haas enstein u. Bögler A.-G. Frcuttfurt a. R.. und derm Filialen. Aahlomgeo können außer direkt an de« Verlag erfolgen per Loato bet der Jl» $» Poftfparkaffe Bin 9t». 79Mfi. «ent» bei dem ft. Psstfparkaffe«a«t vodapeft 9t*.18494- «*ot* dei de» Riniet «SMmerzdank io 8i|* und deren Filialen. to nadiüru* Ser HriUiel unB CorrefponOenien Oes „Israelit" Ifl nur unter oenuuer Quellenanoabe, unO, lomett es fldi um grOSere DuKflfee hanSelf, nur nsdi uorfieriaer Oenehmlguns geRaffet Dir nächste Unmmrr (eine Kleine Ausgabe) erscheint infolge desKnKKothfestes vienttsg, s»n vinsdtt U». 43 erscheint Donnerstag, :: IS. Oktober. de« Krrhallsüver stchr. 1. Leitartikel: Zum Ja hrrswrchfrl. --- 2.W och enrund sch au: Die akademische Jugend im Deichen des Thorastudtums- — Tripolis. — 3. Aufsätze: Referendar Dr. Isaak Breuer, Frankfurt a. M.: Somvart und dir Juden. — Ans der Kelt des Schönen. — Sri den Ctzafsidim. s-- 4. Homiletik: A. Mannheimer- Dettelbach: Der Sukkogrdaukr. —5. Kleines Feuilleton: Eine Sijumfeirr im Amsterdamer Midrasch M Jerusalem. — Gin historischer Koman aus biblischer Zeit.— riöns vor Gericht. — Die Juden in Russisch Polen. - 6. Korrespondenzen und Nachrichten: Frankurt a. M. — Frankfurt a. M. — Talmudischrs Srniaar ja Heidelderg. Heidelberg. — Lemberg (Eine Katastrophe beim „Taschlich".) — Zur Lage. Petersburg. - Warschau (Jca.) — London (Testament des verstorbenen Baron David Günzburg.)— London (Straßenschlägereien in Manchester.) -r- Madrid (Naturalisierung marokkanischer Inden.) — Im Art^szustande. Konstantinopel. — Jaffas - Aus -er Stadt der Grzoater. Hebron. — 7. Vermischtes: Berlin. — Hamburg. — Dresden. — Köln. — Pirmasens. — Dornheim. — Delsberg. — Amsterdam. — Budapest. — Wilna. — Wilna. —- Lodz. - Konstantinopel. — Jerusalem. — New-Iork. — 8. Berlin s w e s e n:- Berlin. — Berlin. — München. ---- 9. Personalien: Frau ftoltir. Jenny Munk yjj». — tuttgart. — Lüneburg. — Gotha. — Herleshausen. — Vurgkundstadt. — Breslau. — Kelsterbach. — Geldersserm. — Paris. 10. Briefkasten. — Bereinskalender. — tzamiliennächrichten. 11. Beilagen: Literarische Warte: Rabb. Dr. Schweizer, Weikersheim: Das milBlest tu der Kstrgerlichen Gesetzgebung. — Rabb. Dr. ^oenigsberger, . Pieschen: TT1 '^71- — Rabb. Dr Friednann, LubliMtz 7 Kaddis kaiserliche Freunde. — Bücherchau.— Feuilleton-Beilage: Sarah Gugenhetmer: Liah. - Aus Welt und Leben: Von Sch.: Das Wiedersehen ttit drraltrn . Kehillah. — Die Jude« i« Tripolis. (Mit i Bildem.) — Das Allgeuttikr jüdische Kraukeutzaus .Schaare Zadek" iu Jerüsalem. (Mit 3 Bildern.) — sie Juden in Typrr». — I. Lebermann-Darmstadt : Dass Sedan.". — Kinderecke: Mbo. Zum Jabreswtcbsd. in. Wenig zu sagen ist über die Lage und die innerüdischen Verhältnisse in Frankreich, wenn man den jetzt in Paris zum Siege geführten Alltancekampf nicht als eine französische, sondern, wie wir es getan, als eine jüdische Weltangelegenheit betrachten will, bei deren Austrag die bedeutendste, wenn auch nicht dankbarste Rolle den Deutschen zufiel Noch viel weniger ist aus Italien 511 berichten, wo es der Judenheil, im Vollbesitze der bürgerlichen Freiheit, Vorbehalten blieb, einen Rabbiner hervorzubringen, dessen letzter Wunsch es war, gegen jüdische Pietät und Sitte ein Flammengrab zu erhalten. Anerkannt sollen bei dieser Gelegenheit die Versuche des Oberrabbiners Dr. M argulies in Florenz werden, auch auf diesen steinigen Boden jüdische Saaten zu streuen und, in der Hoffnung auf ihre Keimkraft, sie trotz mannigfacher Enttäuschung unverdrossen weiter liebevoll zu pflegen. Mächtig regt es sich auch in der kleinen Schweiz, wo die von Basel aus geleitete Vereinigung zur Förderung des Gesetzestreuen Judentums die ihre Mitglieder nach vielen Hunderten zählt, auf ein Jahr reicher, kraftvoller Tätigkeit zurückblickt. Auch in Holland hörte man im Laufe dieses Jahres des öfteren von erfolgreichen Versuchen der Thoratreuen zur geschloffenen Gemeinarbeit im Dienste der jüdischen Sache und besonders zur Wahrung des Sabbats in Gemeinde und Familie. Hervorgehoben zu werden verdient auch das einmütige Zusammengehen der holländischen Alliancemitglieder mit ihren deutschen Freunden im Kampfe gegen die unjüdische Pariser Leitung. Weit trauriger sieht es in den N 0 r d - stauten aus. Der Oberrabbinerkonflikt in Kopenhagen, der nun zu Gunsten der Gemeinderepräsentanz seine Erledigung gefunden hat, gewährt dach einen tiefen Einblick in den gähnenden Abgrund, an dessen Rand die Assimilation, die in Dänemark— aber nicht minder auch in den wenigen Gemeinden von Schweden und Norwegen — noch rascher als anderswo in Mischehe und Taufe mündet, bereits geführt hat. 4 In besonders hohem Grabe lenken Not und im Osten begegnet sind, unser Augenmerk nach den sogen. Einwanderungsländern, als welche in erster Reihe England und Amerika in Betracht kommen. Doch werfen wir zunächst einen flüchtigen Blick auf den derzeitigen Stand der Emigrationsfrage überhaupt. Ein Emigration skongreß, wie er seit Jahren geplant ist, konnte sich nicht die Sympathien der großen Organisationen erwerben und daher an dem festgesetzten Termin, am 12. September, auch nicht stattfinden, was man, wie die Dinge heute liegen, gewiß nicht als Unglück betrachten kann. Andererseits dürfte man sich überall in der jüdischen Welt darüber einig sein, daß angesichts der tausend Nöten, denen die wandernden jüdischen Massen wahrend ihrer Leidesfahrt, sowie bei und nach der Landung schutzlos ausgesetzt find, etwas zur Regelung der jüdischen Emigration geschehen müsse. Leider läßt der allgemein gewünschte Zusammenschluß der Organisationen zu diesem Zwecke immer noch auf fich warten. Die Jca, deren zwanzigjähriges Kolonisationswerk, wie wir neulich an Hand ihres Berichtes nachgewiesen, ein Fiasko gebracht hat, ist naturgemäß zur Zeit außer Stande, dem Auswandererstrom irgend ein neues gesundes Bett zu schaffen und mutzte ihre Emigrationstätigkeit auf Unterhaltung einiger Information s-Bureaus im Rayone beschränken, die es noch nicht einmal fertiggebracht haben, das Urbel aller Nebel, das Agentenunwesen, abzustellen. Die kleinen Gruppen von Handwerkern und Landarbeitern, die auch dieses Jahr die Jto in verschiedenen Zeitabständen über G a l v e st 0 n nach dem W e st e n Amerikas sandte, haben, so sehr sie uns Achtung abnötigen, mit einer umfassenden Aktion zur Bekämpfung des Emigrantenelends nichts zu tun. Während so das Emigrationsproblem ungelöst auf das neue Jahr übergeht, wird die Absperrungsmauer vor den Flüchtlingen auch um die bislang so gastlichen Häfen Englands und Amerikas immer enger gezogen. In Eng? land, diesem Lande der klassischen Toleranz, haben die Anhänger der feit einigen Jahren dort bestehenden Alien Bill im abgelaufenen Jahre wiederum tüchtig gearbeitet, wiewohl die jüdische Einwanderung in England, wie zahlenmäßig nächgewiesen ist, in den letzten Jahren stetig äb-