Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 52 (1911)
- Issue
- Heft 29 (20.7.1911)
- Date
- 1911-07-20
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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MpPfPPf WM« Begründet bob Or. la«aan in münz 52. Jatiroona. SremMurf a IR., den 20. Juli 1911. 24. Tamus 5671. MSB fe»» Bierteljahrr «ewöhnliche Ausgabe Mk.t^o, HestauSgabe (kkuustdruM Rk. 0»—. AuSlaudSt reise: Gewöhnliche Ausgabe: Oesterreich-Ungar» 8 Kr„ Rußland 1 Bub* Lngland 8Kb.. LweriW iw «fe. RtederlaudelLo L, Frankreich Fra SM. SbonnrwMtS bei dien PvstanstaltM, «ächbandlnUgen, sowie direkt bei dem Verlag. HestauSgabe nur dirett. Der Israelit erscheint jeden Dormerstsg. Inserate r W Pfennig für die sechsgefpaltme Lolonel-Leller Rabatt nach Tarif. Ans«atzeVa>»aV«- nur durch HaaseMeiU' ii 'VifaTtt A.-W. ' Frarckfnrl a. M.« und deren Filialen. La-r«»ae» Simen außer direkt avden Brttag ersolgru per «g»w bei der 5t. ». Gostsb«ek«»ste «atem 9t». 79 Mp. ***** »*1 de»^. Bsstwarbast«»«! B»batz«tz wa. LS^ck. Dir nndiOrudi Der Rrfihel iinfl £orre[ponöen?en Des „Israelit“ iS nur unter aennuer Quedenflnaabe, unD, soweit e& ÜA tun flHUflt RutfDbe hnnOelt nur nndi norfiedger Oenehmtauna gestattet. z«haU»Lb«rftcht. 1. Leitartikel: Este Zahlen (Zwanzig Jahre Jca.) --^-2.Wochenrundschau:MaroKKo.— 3. Aufsätze: Ghiefrabbi Dr. Hermann Adler ^^7. — Dr. Ascher: An den Mrrnrr» der Erkenntnis. ---- 4. Homiletik: Dir Man-erMe unserer Wandrrrügr. --- 5. KletnesFeuilleton.Dr.Arthur Kahn: Etn Mreresgrad. — Der älteste Judenfrieöhof in Deutschland. — 6. Korrespondenzen und Nachrichten: Krrlturr Hrief. — Nürnberg (Sonntagsruhe im Bankgewerbe.> — Ans der Miyrrr MUnssrmeindr. Wien. — Lemberg (Jargon als Muttersprache.) — Orirf ans Rußland. .Petersburg. — Moskau (Die Schechttah-Frage.) — An Sache» »er Sonntagsruhe. London. — Paris (Rabbinerkonferenz.) — Kabbi Jakob Meir bleibt. Saloniki. — Jerusalem. (Einbürgerung. Haifa.) — 7. Vermischtes: Köln. — Düsseldorf. — Nürnberg. — Fürch. — Hirschberg. — Budapest. — 8. Briefkasten. — Bereinskalender. —.Familiennachrichten. — S. Beilagen: Erziehung und Lehre: Zur Frage der Privatbemnlrn- Nerstchrrung. — I. Stern in Breslau:. Apperzeption und Reproduktion — Die Mische Krhrerin, rin Stiefkind der Dersars»»-, eine Anklägerin der herrschende» Verhältnisse. — Protokolt der am 5. Juni 1911 zu Frankfurt a. M.? abgehattenen . General - Versammlung des BWbH^e^^lremr jüdischer Lehrer Deutschlands. — KorrefpönbeWM-ÄNb-^— Nttülleton-Betlage: Sarah Gugenheimer: Kiah. Me Labien.- Swsnzlg Igkire »lc«-. Es gibt Zahlen, die sehr beredt find und solche, die nichts befugen. Sogar solche, die die Ausgabe haben , Gedanken un^ Tatsachen ooer noch richtiger den Mangel ap diesen zu verschleiern. Zur'letzteren Kategorie, gehören auch die Zahlen im. Brächte der 6olooisatLou Association (Jca), der, wie tu letzter Nummer mit geteilt, in der Generalversammlung dieser Organisation vom Borfitzenden, Pros. Philippson, BÄssel, erstattet wurde. Denn was will es besagen, daß die 5kolonien der Jca in Argentinien heute 500.M0 Hektar uvrsaffen, daß sie etwas mehr wie 21,000 Seelen zählen, einen Bichstand von 180,000 Stück haben, daß ferner der. Gesamtwert der Ernte im Fahre 1909 etwa 3*/, Million«* Dollar betrug, wenn man sich die Grnefis dieser Orgauisytion, Ae grandiosen Pläne ihrer Begrürcher, die «nzähligen Versuche der Sachwalter der großen Baron Hirsch-Spende in den zwanzig Jahren Kolonisaiionsarbeit der Jca in Erinnerung ruft? Am erfreulichsten ist noch die im Berichte angeführte Tatsache, daßetn gutDrittel der Kolonisten aus solchen Familien besteht, diese auf eigene Kosten gekommen sind und ohne jede Unterstützung^ sich ihren Lebensunterhalt von vorneheretn verdient haben. Diese find aber nicht ganz auf das Verdienst conto der Jca zu bringen. Es bleiben also nach Abstrahierung dieser selbständigen und am besten gedeihenden und prosperierenden Kolonien, knapp 3000 Familien, die mit Hilfe der Baron Hirfch'schen Millionen in einem Zeitraum von zwei Dezennien in Argentinien ein noch nicht ganz auf festem Grunde basierendes Heim gefunden. Da drängt sich doch einem, wenn man in der Begründungsurkunde der Organisation von 1891 und in der Literatur, die sie damals gezeitigt, ein wenig nachliest, unwillkürlich das bereits etwas sehr abgenutzte Bild auf vom kreisenden Berge, der ein Mäuslein hat. geboren...... An einem heißen Julilag des Jahres 1891 war es> als über Amerika — die „New Aorker Times" hatten es zuerst erfahren und der Welt kundgetan — die Kunde von der Mtllionenspende des Baron Hirsch „zugunsten der nach Amerika flüchtenden russischen und rumänischen Juden" nach Europa gelangte. Bald ging der Wortlaut der in Parts vollzogenen Akte durch die gesamte politische Presse wie alle jüdischen -Zeitungen. In dem ersten Paragraphen legt ddr hochherzige Spender die ihn zur Stiftung bewegenden Motive 7eS handelte sich zunächst um 2,400,000 Dollars — folgendermaßen dar: „Ich, Baron Moritz v. Hirsch, habe mit; schmerzlichster Teilnahme die Leiden der Juden wahrgenommen, welche ihren Wohr- M in Rußland und Rumänien haben, woselbst sie durch grausame Gesetze unterdrückt werden, und so habe ich denn beschlossen, zur Erleichterung des Loses derjenige meiner Stammesgenossen betzutragen, welche aus diesen^ ungastlichen Ländernnach den Bereinigten Staaten von Amerika «mögewerden." In acht Bestimmungen werden dann die Zwecke und Ziele der Stiftung festgelegt, die in der Hauptsache in der Ansiedlung zumAckerbaw geeigneter jüdischer Auswanderer auf amertkaut^ schem Boden bestehen. > > * Auf Grund derStistungsurkunde, da nach*' drücklich hervothebt, daß die Summevon Öderer Seite'vergrößert werden und somit däs Hilfsprogramm noch wesentlich erweitert und rationeller gestaltet werden könne, trat in . der Tat irtt September des gleichen Jahres eins Gesellschaft ' mit dem respektablen Kapital von 40 Millionen Mark inS Leben./Dieses Kapital war in 20,000 -Anteile geteilt, von denen dem Baron Hirsch eine feiner, ersten Stiftung entsprechende Anzahl zufiel, während den Rest Lord Rothschild, Julian Gvldschmidt, Vmst Cassel u. a. m. übernommen hatte». ' So entstand die ’ Jewish Gojonisation Association* die unter dem Namen Jca bekannte 'wohl geldmächtigste jüdische KolontsationsoHanisatton. " Das Aufsehen, das die Gximhung dieser Gesellschaft in der gesamten jüdischest-Wickt — nicht nur fm Osten machte, war ein gewaltiges. JnRnHtaend hattmr^ damals > die Jnben die Jgnatiewschen Maigesetze, für deren volle Durchführung man sich 10 Jahre Zeit gelassen hatte, ln ihrer ganzen Bitterkeit zu durchkosten und nun schien mit der Gründung der Jca die Erlösung nahe. Und in Deutschland fragte man sich sorgenvoll — so in der im Oktober 1891 behufs " Stellungnahme zum Jeaplane nach Berlin unberufenen großen Delegiertenversammlung des Deut siche» Zentralkomitees — ob es Rußland ohne weiteres zageben werde, daß; „mehrere Millionen jüdischer Steuerzahler das Land verlassen". Auch die Londoner Timebefürchtete, daß der Auszug aus Rußland sowohl , auf seitens der Zarenregierung wie -M''solche seitens des Einwanderungslandes — von Argentinien sprach man damals noch nicht mit Bestimmtheit — stoße» würde. Nunall Ae Befürchtungen find nicht etngetroffen. ES W - keine Welterschütterung gegeben und der Je-, Rettungsarbeit hat weder polnische Verwicklungen noch sonstige Umwälzungen gebracht. Sie yat nur eine Enttäuschung gebracht, die sich, wiewohl