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Der Israelit · 1911-06-15 · Heft 24 (15.6.1911) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
52 (1911)
Issue
Heft 24 (15.6.1911)
Date
1911-06-15
Page
– (sequence 2)
Language
German
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S«tr S Rr. S4 «tischen Festtage eine Stande vor Beginn der Nacht -u schließen and an diesen Tagen selbst geschlossen -n halten. In die Anstellungs-Verträge der Beamten ist eine Klausel einzusiigm, wonach bei Zuwiderhandlung gegen diese Bestimmung sofortige Entlassung erfolgt." Professor Philippsohn erklärt, daß er gegen eine solche Bestimmung nichts einznwenden habe. Justizrat Mako wer-Berlin sMcht gegen den Antrag. „Es gehe zu weit, sämtliche Institutionen den Wünschen der gesetzestreuen Richtung entsprechend zN führen." Landtäasabgcvrdneter Cohn-Diessaiu: Ich stehe für meine Persvn auf demselben liberalen Standpunkte wie Herr Justizrat Makower, aber ich muß gestehen, daß ich den Antrag Loeb für durchaus gerechtfertigt halte." Der Leiter der Versammlung, Sanitätsrat Stern, macht darauf aufmerksam, daß der Antrag überhaupt nur zur Abstimmung kv mitten kann, wenn sich 3/i der Versammlung dafür erklärt. Professor Ptzilippsvhn bittet Um Zurückziehung des zweiten Absatzes des Antrags, der von den Angestellten handelt, da dieser formelle Schwierigkeiten verursache. Zur Sache selbst verspricht er, wenn ein solcher Beschluß vorliege, daß auch strikte daran festgehalten werden würde. Loeb-Frankfurt erklärt: Nachdem Herr Professor Philippsohn für sich und seine Rechtsnachfolger hier vor dieser ganzen Versammlung in feierlicher Form ein solches Versprechen öfe gegeben habe, ziehe ich im JnteressV der einstimmigen Annahme meines Antrages den zweiten Absatz zurück. Der Antrag gelangt sodann in zwei Abstimmungen gegen zwei oder drei Stimmen zur Annahme, ein Resultat, das mit lang anhaltendem,' stürmischen Bei-, fall begrüßt wird. Privatbeamten-Versichettungs - Gesetz. ' Die hochgehenden Wogen der Erregung, die noch soeben die Versammlung beherrscht hat, glätten sich, als der Vorsitzende mit diesem Punkte der Tagesordnung einsetzt. Das Referat erstattet Herr Reichstagsabgeordneter Potthvsf, der mit Sachkenntnis, aber einem allzu großen Eingehen in die Details in einstündiger Rä>e die Hauptbestimmungen des Gesetzes erörtert. Aus den vorgelegten Leitsätzen sind die folgenden hervorzuheben: Die einheitliche Einbeziehung aller Angestellten der jüdischen Gemeinden ohne Rücksicht auf die l esondere Art jot» ihrer Tätigkeit, BoMldäng ober Gehaltshöhe, ist zu empfehlen. Soweit die Beamten selbst oder durch ihre Gemeinden eine Kapitals- oder Rentenversicherung auf den Lebens¬ oder Todesfall abgeschlossen haben, empfiehlt es sich, diese rechtzeitig auf den PvSmiensatz des Brrstcherungsgesetzes zu bringen (höchstens 4°/0 vom Gehalte als Beitrag des Angestellten selbst-, damit sie zur Befreiung von der neuen Versicherung Pflicht ausreicht. Die Begründung einer besonderen Ersatzkasse für jüdische ^Gemeindebeamte dürfte weder empfehlenswert noch erreichbar fein. Geschäftsordnungs-Debatten. Während der Rede des Herrn Dr. Potthoff rst bekannt geworden, daß der Saal der Versammlung nur bis 5 Uhr zur Verfügung steht, da er von da ab zu einer Festlichkeit vermietet svi! Loeb- Frankfurt stellt dies in einer Bemerkung zur Geschäftsordnung fest und geißelt zunächst dieses Verfahren des Ausschusses, das eine unerhörte Verkürzung der Rechte dtzr Versammlung darstelle, indem ja die Möglichkeit einer ausreichenden Diskussion zum wichtigsten Punkte der Tagesordnung damit genommen sei. Um den Fehler nach Möglichkeit gut zu machen, beantragt er, die Diskussion bis nach Erledigung des Punktes 4 der Tagesordnung (Satzungsänderung) zunächst zurückzustellen.___ Nach längerer Debatte einigt man sich darauf, daß die Diskussion über das eben gehörte Referat nur eine Stunde dauern dürfe, damit dann sofort zum letzten Punkt der Tagesordnung „Satzungsänderun g" übergegangen werden könne. In der Diskussion über die Privatbeamten- Bersicherung spricht zunächst Herr Peritz- Königsberg, der in eindringlichen Worten die Gründung einer besvnderenBundeskasse für die Angestellten empfiehlt, damit die unzureichenden Leistungen der Reichsversicherung durch bessere dieser Kasse ersetzt werden. Lv eb-Frankfurt weist zunächst daraus hin, daß die in Nummer 78 der „Mitteilungen" enthaltene vergleichende Darstellung der Leistungen der geplanten Reichs-Versicherung und der Versorgung durch private Lebens-Versicherung durchaus irreführend wirke, da bei letzterer stets nur die Durchschnitts -Netto- Prämien angegeben seien, während doch von den Gemeinden ftlr die Angestellten zunächst die weit höheren Brutto- Prämren entrichtet werden müßten. Im übrigen wendet er sich gegen Leitsatz 3 des Referenten, der eine einheitliche Einbeziehung aller Angestellten der jüdischen Gemeinde in die Reichsversicherung vorsieht. Hiermit werden auch die Rabbiner der Versicherungspflicht unterworfen, während die Geistlichen der anderen Konfessionen der Versicherung als Staats- und Gemeindebeamte nicht unterliegen. Es würde das „leiderfüllt" / ein Gottes feuer brach aus und verzehrte an einem Ende des LazerS. Und weiter weinte das Bott: „Wer gäbe unS Fletsch?" Sie gedachten der Fische Mizrajtms. Tränen, die umsonst geweint waren, und Murren ohne Grund, und dann ein Ende mit Schrecken auf den mtt Wachteln erfüllten Gefilden .... Ein trübeS Bild, das zum kampsfrohen und fiegesgewissen Rufe MofiS, zum NVD und N21W, nur schlecht paßt. ' Worin besteht jedoch die vom Talmud angedeutete Katastrophelin den dem JJ1D32 ifivi vorangehenden Wenn die Lade anfbracb . . . (Zum Wochenabschmtt.) „Wenn die Lade aufbrach, da sprach MoseS: Stehe auf Gott, baß zerstieben Deine Feinde und fliehen Deine Hasser vor Deinem Angefichte! Wenn fie fich niederließ, Mach er aber: Kehre wieder ein, Gott, in die Myriaden der Tausende Israels!" Nach Talmud (Tr. Sabbat 116 d) find diese Sätze, mtt denen auch wir die Thora zum Leseputte und von dort wieder zum hriligen Schrein geleiten, hier nicht am richtigen Platze. ippflV II .TttHfi .YTTO HÖlpÖ2 2712/11- »Einst wird dieser Abschnitt wieder an die richtige Stelle gebracht werben. Borübergehend soll er aber diesen Raum etnehm, p2 p'DSinb '^2 N'w nramirt NLIVAI nvima, um eine Art Scheidewand zwischen der Katastrophe, über die im Vorsätze berichtet wird und der der folgmden Sätze zu bilden." Nichts Tröstliches berichten freilich die Sätze, die dem KD)2 \Y1 folgen. Das Bott war mißvergnügt, wie Wir lesen da die anmutige Erzählung von Jthro, der, nachdem er gekommen, gesehen und befiegt worden war, nun mtt der GotteserkeMtntS im Herzen hetmkehren will. Wir belauschen bas Zwiegespräch der beiden Männer, daS eher einer gemütlichen Unterhaltung aus trauter Familienstube gleicht, als einem Ereignis von katastrophaler Bedeutung. „Komm' mit unS!" sagt MoseS, „damit du an unserem Glücke teilnimmt, bas uns Gott verheißen." „Nein!" erwiderte der Gchwiegervaec, „es zieht mich nach meinem Lande, nach meinem Geburtsorte zurück." Darauf MoseS: „Verlasse unS nicht, ich bitte dich drum. Bist du doch des Lagerns in der Wüste kundig und kannst Ms zu „Augen" sein (Dwb rp\m) ' Jthro fügt sich und darauf zieht das Bott vom Berge GvtteS hinter der BandeSlabe her einen dreitägigen Weg, um fich Ruhe zu erspähen, wobei die Wolke GotteS am Tage über ihnen ruhte. Atmen nicht diese Worte Wandersreude und StegeSzuverficht, getragen und genährt vom Beistände des Herrn, der fich durch alle Schrecknisse der Wüstrnwanderung so finnfälltg iw Schutzdache der GotteSwolke eine Degradierung der RaWhttSk j Geistlichen hebeutm. . .; In einem kurzen SchluPvort sucht Dr. Potthofs dies als Mißverständnis hinzu stellen. Es wird beschlossen, sämtliche vorliegenden Anträge einem besonderen Ausschuß M überweisen, dessen Bildung der Leitung des D. I. G.-B. überlassen bleibt. . i Satzungsänderung. Endlich, die Uhr zeigt schon auf drei, komttit es Kur Verhandlung des Kernpunktes der Tagesordnung: zur Satz ungs ändern NU, zu dem die Delegierten auf ihren Tischen bereits eine ganze Anzahl Abänderungs-Anträge gedruckt vorfinden. Einem bisher im öffentlichen. Leben unbekannten Herren, Herrn RechtsaNWÄt S-alo mv n ist die undankbare Aufgabe zugesallen, den Aenderungs - Antrag zu verteidigen. Er führt aus: „Seit 40 Jahren haben wir die gleichen Satzungen. Damals waren es 160 Gemeinden. Heute sind es über 1000 Gemeinden. 907 unter ihnen zählen unter 300 Seelen. Wenn von Seiten der Opposition immer gefragt wird, was denn eigentlich den Anlaß zur Satzungsänderung bietet, so must man sagen, nicht der Wunsch das Preustische Zwangsorganisations-Gcsetz durchzubringen, sei die Veranlassung, sondern die turbulenten Szenen, die sich auf dem letzten Gemeindetage abspielten. Auch sonst sei das Stimmenverhältnis n.och zu ungleich: 5 kleine Gemeinden staben jetzt das gleiche Wahlrecht wie Berlin mit seinen 120 000 Seelen." Aufmarsch der Großgemernden. Justizrat L i l i e n t h a l, Syndikus der Berliner Großgemeinde, erklärt: „Die Berliner Gemeinde hat bisher keinen Einfluß auf dm D. I. G.-B. zu erlangen versucht, aber jetzt müssen wir verlangen, daß unsere Ansprüche bezüglich der Stimmenzahl, befriedigt werden. Wenn nicht, werden wir in Erwägung ziehen, ob wir ferner im D. I. G.-B. verweilen können. Ich bitte Sie, diese Erklärung in ihrer ganzen Tragweite zu erfassen und sich 'der Verantwortung, die Sie damit übernehmen, für die Erhaltung des D. I. G. B. bewußt Ku sein." Justizrat Bär-Frankfurt a. M.: „Ich nehme das Wort als Vertreter der zweitgrößten Gemeinde Deutschlands und habe Ihnen mitzuteilen, daß auch die Gemeinde Frankfurt ihr ferneres Verbleiben von einer Annahme der vorgeschlagenen Satzungs - Aenderung abhängig machen muß." Geheimrat W v l l st e i n - Breslau: Auch für Breslau liegt die Sache so, daß, wenn die Satzungsänderung abgelehnt wird, für uns ein weiteres Interesse an dem D. I. G. B. nicht mehr besteht. Sanitätsrat Apfel-Cöln stellt in Aussicht, daß auch C ö l n sich der Entschließung der anderen Großgemeinden anschließen wird. Reil dem zu s hält Ma Erk! burc zu 3 eine Libc Jus letzt bral Fal wrr Satz doch dürr turb Anli dUN! woh Woi geko an richi Kra unn nich zu. den zu > Ge es e i ti müj mei Das Ged wer er 1 den tert, in der paa sich An« lan träl Prc ma lei de sei zeigte? Wo also die erste nationale Katastrophe, /ll^^niS mitSWl' von der der Talmud spricht? Dem denkendrn Juden, der mit den Augen unser« r weltweisen Bibelforscher die heilige Urkunde liest, wird doch bei näherem Zusehen bald auch aus dem Hintergründe dieser so ruhig gehaltenen Sätze das verhaltende, grauenverkündende Dröhnen deS Unwetters vernehmbar sein. Htnauszugeraten aus dem schützenden Dache der Gotteswolke strebt das Bott in kin lichem Leichtsinn, in kindlichem Uebermute. Dort ab r, wo die Gotteswolke aushört, ziehen fich andere schwarze Wolken zusammen, gespenstisch drohend, Mheilverheitzend . . . Und das ist's, was Moses Mter Vermeidung starker grausiger Worte seinem Schwiegervater gegenüber ausspricht. Er sagt 12^> 71"N1' »Werbe uns", wie landläufig verstanden wird, „zum wegekundtgen Führer!" Bedurfte es aber der Führung seitens eines Menschen, da wo Gott selber in Wolke bet Tag und Feuersäulc bei Nacht die Führung übernommen hatte? Da daS große Ziel der Wanderschaft so klar und allen erfichttich gesteckt war? Dies legt die Vermutung nahe, daß Moses hier unter ü'Fp ganz etwas anderes verstanden hat asi- Führerschaft. „Berlaß' unS nicht, fleht MoseS, denn du kennst unser Wüstenlager, du kmnst nun die Menschen, dce zu führen, aus denen ein GotteSvolk zu bilden, mir die Aufgabe zugefallen ist. Unmut und Bertrauensfchwäche lasten es leicht die wundersamen Geschehnisse der jüngsten Bergangenheil, welche es mtt eigenen Augen geschaut, vergessen. Und dann murrt daS Bott, steht, außerstande mtt seinen großen Zwecken zu wachsen, nur die trostlose Wüste vor fich und sehnt fich kleinmütig und in Seelrubürheit — NV2' WßJ — nach den Töpfen Aegypten« zurück. Du aber, der du, bas Kind eines anderen Bottes, als Wahrhettssucher zu Ms gekommen bist Md hier den etnztgewtgen Gott Israels nt geft dah hei! der du Mv dir wie zur bttt m ges' heil Sa mu la f p Se die not vor ntö »er 2'r NU! Mi ihr stie ihr lies J. MM

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