Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 52 (1911)
- Issue
- Heft 21 (24.5.1911)
- Date
- 1911-05-24
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Der JSraeltt. Seite 12. No. 21. 24. Mai 1911. wunderbare Erlebnisse besser im Bewußtsein sich einprägen. (n"y i^in) nzno Kirnm «n?o -2 Die Kraft des Gedächtniffes nimmt bei demselben Individuum in verschiedenen Zeiten verschiedene Phasen an. In der Jugend ist die beste Zeit, und das Gedächtnis des Kindes leistet Außerordentliches. Im schönsten Zeitabschnitt des irdischen Daseins, wo der geistige Horizont noch nicht von der Atmosphäre der irdischen Sorgen, Lasten und Widerwärtigkeiten umgeben ist, gleicht die Seele, welche noch kein festes Gepräge hat, einer unbeschriebenen Tafel, auf welche der Künstler noch nicht die Umrisse seiner Bilder eingezeichnet hat. Der Geist ist frisch und elastisch, das Herz ist offen und empfänglich für alles Wahre, Gute und Schöne, die Vorstellungen stießen leicht, und die Merkkraft ist klar, fest und sicher. Im Frühling des Seins senken sich die Wurzeln der Erkenntnis tief in die Furchen des weichen Herzens, und die Eindrücke sind sg nachhaltig, daß sie mit unerlöschlichen Zügen hasten bleiben. WUn»» Kropm KDU Der Greis erinnert sich klar und deutlich an die Erlebnisse der Jugend, während das jüngst Geschehene aus seinem Gedächtnis entschwindet. Der Geist ist spröde, abgehärtet, ungefügig, und die Zugänge der geistigen Empfänglichkeit sind verschloffen. $##!$ Sünde de$ Ungehorsam;. Lehrprobe im Geschichtsunterricht der Mittelstufe (3.—5. Schuljahr). * Bon H. Reuß, Hauptlehrer a. D. „(Schluß.) Sauls Strafe der Verwerfung. Samuel verurteilt Saul. Was erwiderte Samuel auf die Entschuldigung mit den Opfern? Was sollten die Opfer bedeuten? Lehrer: Mit den Opfern drückten unsere Väter den Gedanken aus: Wir geben uns mit unserem Herzen und Willen dem Ewigen hin. Wir sind ganz und gar Gottes, seine gehorsamen Diener. Wenn wir ungehorsam waren, so haben wir unser Leben verwirkt und im Tieropser geben wir gleichsam unser Leben hin. Wann brauchen wir also keine Opfer zu bringen? Warum ist also Gehorsam besser als Opfer? Lehrer: Gott gefällt der Gehorsam besser als die Sühne für .den Ungehorsam. Was ist nach Samuels Rede das Gegenteil von Gehorsam? Wie war also Saul? Hat Saul mit seiner Wioerspenstigkeit und seinem Widerstreben dem wahren Gott gedient? Lehrer: Nein, dem wahren Gott versagte er den Dienst, er diente einem Bilde, das er sich in seinem! Sinne gemacht hatte, also einem falschen Gotte, einem Götzenbild. Was mußte die Folge sein, weil er den wahren .Gott verachtet und verworfen hat? Gott nahm ihm das Amt wieder ab, das er ihm im Vertrauen auf seinen Gehorsam gegeben hatte. Saul bekennt seine Schuld. Hat Saul noch länger seine Schuld geleugnet? Wie sprach er? Warum hat er wohl zuletzt eingestanden? Nicht aus dem Bewußtsein seiner Schuld und aus wahrer Reue, sondern aus Furcht, das Volk werde merken, daß Samuel mit-ihm gebrochen hat, und werde ihn nicht mehr als König ehren und fürchten. Saul fühlte nicht die rechte Reue. Wer erkannte das sofort? Was wollte Samuel tun? Was geschah dabei? Wie sprach Samuel? Lehrer: Samuel wollte damit sagen: das Königtum ist ein Mantel und Kleid für ein reines, frommes Herz, nicht für Hochmut, Habsucht und Menschenfurcbt. Vielleicht dachte Saul, Gott werde sich wieder anders besinnen. Was sprach deshalb Samuel? Gott läßt sich nicht durch Scheinbuße bestechen. Er sieht ins Herz. Sein Entschluß bleibt fest, sein Wort ist wahr. Scnnuel trauert um Saul. 5. Zusammenfassung. Unter Nennung der jedesmaligen Ueberschrift werden die einzelnen Teile fortlaufend erzählt, sodaß die Geschichte wieder als das Ganze der Darbietung von den Schülern reproduziert wird. IV. 6. Nutzbarmachung zur Gewinnung fester Grundsätze für eine jüdische Lebensführung uttb Lebensanschauung. 1. Ter Fels, vollkommen ist fein Werk, alle seine Wege find (Wege des) Rechts, ein Gott der Treue und ohne Gewalt, gerecht und gerade ist er. 2. Gott vereinigt in sich Liebe und Gerechtigkeit und fordert von den Menschen Liebe und dtetfyt, Wahrheit und Frieden. Völker und Menschen, die wie Amalek die Wahrheit, Gott und den Glauben an ihn bekämpfen, die Verehrer Gottes hassen, ihren Frieden stören und Gewalttat üben, verdienen den Untergang (Geschlecht der Sündflut, die Sodomiter, fharao und sein Volk). Darum will Gott den ewigen ampf gegen Amalek, die Feinde Gottes und der Menschheit. 3. Bor Gott findet kein Vergessen statt. Nichts bleibt ungestraft, aber auch nichts bleibt ««belohnt. 4. Gott verlangt vom Menschen nichts als Ehrfurcht und Gehorsam. 5. Gott haßt Lüge und Täuschung. 6. Bei Gott gibt es keine Sinneswandlung. 7. Gott straft die Menschen, womit sie sündigen. 8. Ter gehorsame Knecht Gottes kennt keine Menschenfurcht. Er spricht frei die Wahrheit aus. 9. Der Fromme kennt keinen anderen Herrn als Gott, keinen underen Weg als das Wort Gottes. 10. Liebe und Schutz dem Guten, Haß und Krieg dem Bösen, ist Forderung der jüdischen Religion. 11. Mit Ueberzeugung gegen Gottes Wort sündigen, heißt Gott verleugnen und verwerfen. 12. Es gibt keine größere Sünde, als Gottes Wege und Worte zu bemäkeln, als unsere Vernunft über Gottes Vernunft, unsere Weisheit und Liebe über Gottes Weisheit und Liebe zu stellen. Sein Wille muß uns ein heiliges Gebot sein, auch wenn wir ihn nicht verstehen. 13. Fürchte Gott und halte seine Gebote, darin liegt der ganze Mensch. 14. Gehorsam ist besser als . . .' . 15. Gott ist itt seinen Entschlüssen unveränderlich. Cr kennt die Gedanken und Handlungen der Menschen voraus. Dennoch hat jeder Mensch seinen freien Willen. 16. Gegen einen Feind Gottes und der Wahrheit sollen wir keine Nachsicht üben. Mit Gottlosen keinen Frieden! 17. Es ist Israels Aufgabe, den Glauben an Gott gegen alle Leugner Gottes zu verteidigen, Gottes Namen dadurch zu heiligen, daß wir die Gebote der Thora erfüllen, weil sie Gottes Gebote sind. 18. Es ist Gebot der Thora, alljährlich Amaleks Gewalttat zu gedenken. , eorrerpondenr. Heidelberg. Auf Anfragen aus Lehrerkreisen sehe ich mich veranlaßt, folgendes zu erküren: Die vor kurzem in Karlsruhe tagende 6. Badische LandeSshnode hat außer den im Voranschlag vorgesehenen 33 000 Mk. für Lehrer und Kleingemetnden weitere 12 000 Mark für denselben Zweck beantragt und durchgesetzt. Dte Einstellung dieser 12 000 Mk. wurde durch einen viel weiter gehenden Antrag veranlaßt, den ich mit zwei anderen Abgeordneten schon vor der Synode etngebracht hatte und der für die Lehrer allein 12000 Mark verlangte. Der Großh. Oberrat war unserem Antrag keineswegs geneigt, wie nach der von ihm contra Lehrerpetition noch in letzter Stunde vor der Synode herausgegebenen Denkschrift auch gar nicht anders zu erwarten war. Es wurde nicht einmal gern gesehen, daß Herr Dr. Pfälzer das von Ihm gesammelte statistische Material auch nur in der Kommisston zum Bortrag brachte. Schließlich mußte fich der Oberrat doch dem Votum der Synode fügen und trat der Forderung, weitere 12 000 Mk. für Lehrer und Klein gemeinden in den Voranschlag einzustellen, unter der Bedingung bet, haß. hiermit die Lehcerpetton als erledigt gelte. Dadurch kam es, daß in der Kommtsfion der wichtige Punkt der Schaffung einer GehaltSskala nicht mehr mit der nötigen Ausführlichkeit behandelt werden konnte. Der Großh. Oberrat hat nunmehr im Berordnungs» blatt Nr. 4 dieses Jahres eine Verfügung vom Jahre 1905, wonach es zur Erlaffung von Gehaltsaufbesserung der Einreichung von Gesuchen nicht bedarf, für da« laufende Jahr außer Kraft gesetzt, er hat es vielmehr den Religionslehrern und Kantoren, falls -sie Betsteuerung auS der Zentralkaffe wünschten, zur Pflicht gemacht, in einer solchen Weise über ihre Berhältniffe Aufschluß zu geben und obendrein noch dte Richtigkeit ihrer tatsächlichen Angaben bestätigen zu lassen, daß es von den Betroffenen als Kränkung empfunden wurde. Der Verein der Religonslehrer hat deshalb den Gr. Oberrat in einer Eingabe ersucht, die Lehrer von den ihnen neuerdings vorgefchrtebenen Btdingungen zu befreien.' Der Großh. Oberrat hat dieses Gesuch jedoch abschlägig beschteden, und dte Lehrer mußten ihre persönlichen Gefühle und die Interessen der Achtung und Wertschätzung ihres Standes hintan fetzen, wenn fie nicht auf dte fett Jahrzehnten gewohnten Zuschüsse aus der Zentraltasse Verzicht leisten konnten oder wollten. Ich habe nun zu erklären, daß diese bet der Verwendung der neu eingestellten 12000 Mk. zu Tage getretenen Modalitäten nicht auf die Anregung der Synode oder einzelner Synodalen zurückzuführen stnd, sondern vollkommen dec Initiative des Großh. OberratS entspringen. Welche Stellung eine künftige Synode zu dieser Maßregel einnehmen wird, wird von ihrer Zusammensetzung abhängen. Dr. JonaS Simon. flr ln Insantsntail ist dis Kudiition Ment Tamtwortlleh; insbesondere lat ea ausschliesslich Sache ler Leier, die Int Inseratenteil jgftaltmsi BBpfshlmiw ritiellsrWarea oder tsaitlis Angehen religiangeaetzlichen Charakters auf Ihre Zuverlässigkeit za prüfen. i'ft'y J'UV Freudenstndt Sommer- und WInterkuror t. Hotel und Kurkaus Ceucbelwald Telefon 168. Besitzet A. Kalb. An beherrschender Waldlose mit herrlichem Blick ins romantische (18054 rr Forbachtal rr :: Haas vornehmsten Ranges. :: Große Gesellschastsräume zur Abhaltung von Festlichkeiten, KonversatkonSräume, Schreibu. Lesezimmer» Musikzimmer, Vestibül, ApartementS, Schlafzimmer mit Privat-Bäder, Lift, ZklMalhriz., Pacuum, gr. Terraff, «0 Betten, Eig. Konditorei mit Easv. hochmoö. auSgestattrt. Hotelwagen am Bahnhof. WWWVIWVWl MWMiMWWWWWWlWWWWWWW W Telegramm-Adresse: Meso» Srankfnrtmai». Telephon: Ar. 88. W n Spezialhaus für Silberwaren iba?arus Posen Mw-. G Frankfurt a. Jl. Hoflieferant Berlin W. 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Leser, stets die Inserenten «nstres Wattes zn berücksichtige«, •wa