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Der Israelit · 1911-05-18 · Heft 20 (18.5.1911) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
52 (1911)
Issue
Heft 20 (18.5.1911)
Date
1911-05-18
Page
– (sequence 12)
Language
German
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- -■■■v ■--■■ - .-.•»■. - -~—. -s. Sette 12. Nr. 20._ sie die Selbständigkeit auch nicht verkennen läßt. Man liest diese Sachkenntnis und Beherrschung des Stoffes verratende Abhandlung mit Vergnüger und erwartet gern die Fortsetzungen, die sich woh der vorliegenden Arbeit anschließen werden. Ueber den „Posener Märtyrer R. Arje Löb" macht Dr. I. Landsberger (Breslau) intereffante biographische Mitteilungen, die das, was man über den Verfasser des jvm nisp bereits weiß, ergänzen. Diese Mitteilungen sind alten Posener Gemeindebüchern entnommen und geben über die Tätigkeit dieses Gelehrten als und in der Gemeinde Posen Auskunft. Im hebräischen Teile setzt Dr. S. Eppenstein (Briesen) die Herausgabe der Kommentare von R. Joseph Karo, Hdschr. Ktrchheim, zu D'K'aa fort. Dieses Mal legt er uns die Erklärung des großen und gründlichen Paschtan zu 'Hflütf vor, und jedem Bibelfreund muß es zur Genugtuung und Freude gereichen, daß immer mehr von den Werken Karos aus den versteckten Winkeln der Bibliotheken an das Licht gezogen und der Oeffentlichkett zugänglich gemacht wird. Als mit der Veröffentlichung des Kommentars von Karo anf Hiob in der Fränkischen Monatsschrift vor ca. 40 Jahren der Anfang der Herausgabe der Werke dieses Meisters gemacht wurde, war die Welt erstaunt und überrascht von der Fülle der Aufklärung und Belehrung, welche dieser Kommentar über eines der schwierigsten Bücher der Bibel bot, ohne den Weg einfacher und sinngemäßer Deutung zu vermffen. Je mehr uns von der Geistesarbeit Karos geboten wird, desto mehr werden wir befriedigt, und wir müssen es dem Herausgeber Dank wissen, daß er sich der Mühe der Veröffentlichung von Karos Kommentaren unterzieht. Wir hoffen, daß es ihm gelingen wird, die noch nur in Handschriften existierenden Kommentare des Altmeisters, wie die zu den Megilloth und den ü'mnK G'K'23, zu edieren. Professor A. Berliner hat sich entschlossen, auS seinem reichen Briefwechsel mit Gelehrten einiges Wertvolle herauszugeben. Als zweite Nummer des hebräischen Teils bringt das Jahrbuch. 26 Briefe Halberstamms an Berliner. Wie zu erwarten, bringen diese Briefe manche treffliche' literarische Notiz, die auf die Beachtung weiter Kreise Anspruch erheben darf. Wenn Halberstamm in Nr. 14 über die Berechnung des arabischen Kalenders unklar ist und nicht versteht, wieso Luzzato aus 461 der mohammedanischen Zeitrechnung 1069 der gewöhnlichen Zeitrechnung herausrechnet, wie auch Geiger es für Gabriol berechnet, so ist die Sache ganz klar, wenn man bedenkt, daß nicht 2y/2itr und nicht wie dort vorausgesetzt wird, sondern bezw. 3"StP das Jahr der Hegera ist. Erwähnt nun Gabriol das Jahr 461 der Hegern, so ergibt dies, indem man diese Zahl zu 621, dem Beginn der mohammed. Zeitrechnung hinznzählt, das Jahr 1082. Da aber die Jahre der Mohammedaner reine Mondjahre sind, die nicht durch Einschaltungen von Schaltmonaten mit dem Eonnenjahr ausgeglich.n werden, so hat man für jedes Jahr zwischen 10 und 11 Tage abzuziehen, das ergibt für 461 Jahre ungefähr 13 Jahre, also 1069. Kleinere Miszellen und Nachträge und Berichtigungen sind beigetragen von Kottek, Lieben, L. Lewin, Landberger, B. Lewin und dem Schreiber dieser Zeilen. Rabbfs velronomie. Unter dieser Uebcrschrift schreibt Herr Prof. Krauß in seiner jüngst herausgegebenen Schrift „Antoninus und Rabbi" wiefolgt: „Jeruschalmi Schebuoth 6,1 (36,4): R. Chuna wollte eS erlauben (nämlich im Sabbatjahre die Felder zu bebauen) in Jiblcna (rW!^2')- Er kam zu R. Mana und sprach )u ihm: Hier da (das Schriftstück), unterschreibe es! Er aber willigte nicht ein zu unterschreiben. Des anderen Tages befand sich bei ihm") ') Soll wohl heißen: der landwirtschaftliche Betrieb Ratbis. Der Ausdruck ist schlecht gewählt, obgle.ch er häufig wiederk.hrt. N. Chuna oder R. Maua? Der Israelit. (?) R. Chijja bar Madja 8) und dieser sprach zu ihm: Du hast recht getan, daß du nicht unterschriebm hast, denn dein Bater R. Jona hat erzählt: Antontnus hat es (das Besitztum Jtblona?) — zweitausend (Joch) bebautes^) Land — dem Rabbi in Pacht gegeben, und somit kann (recte: darf) nur (der Ertrags gegessen, nicht aber (das Land) bebaut werden, gerade so wie in Syrien,') aber von Zehnten (reete: Berzehnten) ist es frei, (weil es) wie Felder von Heiden (angesehen wird)." Die Stelle ist nicht genau wiedergegeben. Geradezu verblüffend aber ist das folgende: „In erblicke ich vielmehr das heutige Abellin, hart der Battof-Ebene, der großen Landschaft, die sich westlich vom Tiberiassee, unweit S phoris ausdehnt . . 3 4 * * 7 8) In Abellin, unweit Sephoris, soll es nun 2000 Joch Land gegeben haben, das voll Rabbi gepachtet war und nach R. Chuna sollte es erlaubt gewesen sein, dieses Land im äu bestellen? Lag denn nicht die Battofebene in Erez Jisroel? „Bezüglich des Erlaßjahres", lehrt die Mischnah (Schebiith 6, 1), „gibt es drei Provinzen: In dem ganzen Lande, welches die babylonischen Exulanten in Besitz nehmen, bis Gestb (Ecdtppa, heute Ez Zib, etwa zwei Stunden nördlich von Acco!), darf weder der Nachwuchs gegessen, noch das Land bestellt werden." Lag Abellin nicht südwärts von Gestb? Und von dieser Ebene soll R. Jona gesagt haben, bstä *8'niD2* -QW tib ^28? Hat es je ein 81108 gewagt, sich in einen Gegensatz zur Mischnah zu setzen? Jeruschalmi Gittin 1,2 Ende sagt: .,Städte im Grenzgebüte von Sephoris, unweit Acco, und Städte im Grenzgebiete von Acco, unweit Sephoris, wie verhält es sich mit diesen? Die einen werden wie Acco, die anderen wie Sephoris betrachtet." Wir kann man nun über Abellin nächst Sephoris je im Zweifel gewesen sein, wohin es zu zählen gewesen sei, ob zum In- oder Auslande? Allein nrs mnb nrrn a*yan tdkö Pt*. Gerade das, was Herr Prof. Krauß verwarf, das ist das Richtige. n31^2' ist nichts anderes als das alte Gebalane. Zwar hielt man NV'QILk auch im Ostjordanlande, wie schon Mischnah Schewiith 9, 2 besagt (vergl. Jeruschalmi das. 38a). Allein das Zweiemhalb-Stämmereich hatte sich südlich bloß bis zum Arnon erstreckt. Südlich von diesem Bache, heute Wadi el-Modschib genannt, der in das Tote Meer mündet, bis Esch-Schöbek war Moab. Dort lag Rabba, Kir, heute El-Kerak, und noch andere bekannte Oertlichkeiten. Und dort lag auch Gebalane, zwischen Kerak und Schöbek. Als in einem rein moabitischen Gebiet, das niemals jüdischer Besitz war, dachte nun R. Chuna, h;cr, namentlich in Gebalane, die Feldarbeit am n'17’2127 erlauben zu dürfen. R. Jona aber verneinte dies, weil er nicht elnzusehen vermochte, daß zwischen Suria und Moab ein Unterschied bestehen sollte. In Galiläa dagegen wäre gew ß keinem Menschen eingefallen, die Bestellung der Ackers, lder im Schmtttojahre zu gestatten. Für die Richtigkeit dieser Auffassung zeugt der Jeruschalmi (Md.) selbst. „R. Schimon b. Lokisch", heißt es daselbst, „fragte R. Chanina, wie ist es, wenn jemand in Amon oder in Moab Besitz erwirbt? Muß er da Schmitta halten oder nicht?') Die Frage wird hin und her ventiliert, unmittelbar daran schließ sich unsere Erzählung an. Offenbar stehen die beiden Berichte in einem Konnex miteinander, sodaß nran den einen nicht aus dem Zusammenhang herauslösen kann, ohne daß der andere Schaden erlitte. So und nicht anders ist unsere Jeruschalmi-Stelle aufzufaffen. Jerusalem. Dr. G r ü n h u t. H-cherscha«. -nma »"kg 'I^n 82' 2^ '2-ina m2i2 nc bv 8 n pmirt V'8 nnD2^8 D’iw o"rcn '-No by v"n nnrn )nnS -W101 •Kinn rro n2voi o'irnpi pp’w Die talmudkundigen Leser des „Israelit" werden nrir Dank wiffen, daß ich sie auf dleses Werk aufmerksam 3) Frankel, 8)20, 83 b (f. v.) hält K"-)Ö ür die richtige Lesearr. 4) B bautes Land verpachtet man nicht. Es kann höchstens heißen: „bebaubares" Land.?) Welchen denn? Wenn das Land nicht angebaut werden darf, wie es ausdrücklich weiter betont wird, wo kann es dann einen Ertrag gegeben haben? Soll etwa der von Rabbi gepachtete (?!) bis zu den Tagen des R. Jona hergehalten haben? Darüner gibt es zwei Erklärungen: entweder ist darunter der Nachwuchs (n'BD) zu verstehen, oder d ß das Land TiplQ bestellt wurde. Das aber hätte ebenfalls betont werden müffen. 8) Wie z. B. Mosopotamien. 7) Krauß ib d. S. 17—18. Noch ist zu bemerken daß auch schorrnPö 8'"1102 liest. 8) Vgl. V"-) Tr. qiy» 4, 3, ^"8"! das. und HtPÖ Jer. Schwiith zur Stelle. 18. Mai 1811. gemacht habe. Der Berfaffer, ein n/yn/ der bereits das biblische Alter von 70 Jahren überschritten hat, bringt die reifen Ergebnisse seines Lernens und Forsche,is hier in diesem Werke an das Licht der Oeffentlichkett. Aus Bescheidenheit nennt er sie nicht D'Ennh/ sonder,, Sb '2^20 ErivägungendesHerzens", denn i!che, so schreibt er in der Vorrede, sind jedem gestattet, auch wenn er sich nicht zu den Großen rechnen darf. Es sind zernreute Aehren, die er auf dem Felde des Talnmds nach und nach gesammelt hat, und jetzt am Abend seines Lebens in die Scheune bringen will „Ich weih wohl, so schreibt er weiterhin, daß nicht jeder Einfall und jede Erwägung, die in uns auftauchen, sich zur Aussprache eignen, geschweige denn niedergeschrieben und gedruckt zu werden verdienen, ich habe jedoch nachträglich eine genaue Auslese gehalten, wiederholt geprüft und esichtet und nur das, was mir wertvoll und der Wahreit nahekommend erschien, diesem Werke einverleibt." Eine eingehende Nachprüfung ergibt die Richtigkeit deffen, was der verehrte Verfasser in seiner liebenswürdigen Bescheidenheit behauptet. Daher mag es auch kommen, daß zu manchen Traktaten nur wenige Seiten gedruckt worden sind. Es sind zumeist schwierige Halacha- und Hagadahstellen, die er seinen Erörterungen zugrunde legt. Er bewegt sich aber nicht in den sattsam bekannten, ausgetretenen Geleisen, er sucht sich vielmehr neue Wege zu bahnen und operiert auch schon mit den Hilfsmitteln einer besonnenen Kritik. Der Berfaffer beklagt es selbst, daß ihm, der aus s iner Heimat ausgewanoert ist und jetzt in Antwerpen lebt, wenig 2'-l2V zur Verfügung stehen. In der Tat wäre an manchen Stellen ein Hinweis auf andere Werke angebrachtz. B. Th. I, 56 aus D'StP'H' 21^V im Jerusch. Erubin z. St. Nebenbei möchte ich zu der Bemerkung Teil II, 117: vten -)2i nn new ®ni 'nw woan Pv "WB8, auf Chulin 49 b verweisen, wo es heißt 8'2V Die^ beiden Teile, etwa 450 S. umfassend, sind splendid ausgestattet, wie man es bei talmudischen Werker, leider höchst selten findet. Auch der korrekte, ziemlich fehlerf-eie Druck ist zu loben. Das Verdienst hierfür gebührt, wie der Verfasser in seinen, Nachwort bemerkt, dem trefflichen, um die hebr. Literatur hochverdienten Herrn I. L a st in R a m s g a t e Es wurden nur 200 > Exemplare gedruckt, die der Verfasser, Herr I. Horowitz, Av. Jsabella, An Werpe n (Belgien), kostenlos an n"n versendet. Wir wünschen den, geehrten Herrn Verfasser fi'W? D'lö' und fügen den weiteren Wunsch hinzu im'1 12'^8 *1117 82- _ nvoDö f?2 oftinm nmerr P78n rmbsb p'n'28 )2)8-i j'bpi naa nmn ">21 oavn 'P*f82- Selbstverlag tes Verfassers (Rabbiuev S. R. Bengis in Botki, Gouvernement Grodno (Rußland). Es ist eines jener rabbinischen Werke, die uns sowohl wegen ihrer Gedankentiefe als durch die kunstvolle Art, wie sie dunkle Stellen im Talmud beleuchten und sie zum Mittelpunkt wertvoller halachischer und homiletischer Betrachtungen machen, höchste Bewunderung ab> ringen. Dem ersten Teil schließt sich dieser zweite aus 2W2-NV würdig an Kenner der talmudischen Gedankenwelt werden ihre Helle Freude an der Methode des Berfaffer.habe», überall den Weg, der 'von einem Traktate zum anderen hinüberführt, aufzudecken und gangbar zu machen. Und Talmudkundtge, die aus Anlaß von D'ttl'D usw. diese beliebte Art der Synthese Pflegen, werden in diesem Werke ungrmein wertvolle Anregungen finden. Eine schätzenswerte Bereicherung erfährt das Buch durch Anfügung! einer geistvollen talmudischen Ä Handlung vom Sohne! des Verfassers, Herrn Simon Wolf Bengis, die sic mit entsprechenden Kürzungen auch recht gut als nt!TH| mS2 “12*7 eignet. Sch. bv ]'ö':2 n8Vv nsoi pp2 p"T Selbst zahlreichen Anerkennungen n ‘'bx n8ö minn m '2 pbn m Verlag des Verfassers Rabbiner Eduard Reich Tyrnau (Ungarn). Aufgemuntert von den von autoritativer Seite läßt nun der Berfaffer den zweiten Band seines Aggadahwerkes folgen. Die Eor züge des erstrn Bandes seiner Homuten (eingehend besprochen in Nr. 4 vom 28. Januar 1909 dieses Blattes) zeichnen auch diesen 3. und 4. Teil aus. Die einzelnen Abschnitte sind mit zahlre:chen Zitaten aus der gesamten talmudischen Literatur versehen. Der Autor schöpft, wie man sagt, aus dem Botten und sric.e nnjJ8 '*>21 die eine Fülle der kostbarsten Perlen aus Talmud und Midrasch enthalten, sind im wahren Sinne d.s Wor s pwittn D'Wf D"78 bv- Die Ho mitten, öle wohl in deutscher Sprache gehalten wurden, scheinen erst nachträglich ins Hebräische ütwv tragen worden zu situ — da wäre wohl ein wenig Kürze am Platze gewesen. Für den Leserkreis, auf den das Buch reflektiert, ist dre Weitläufigkeit der Ausführung etwas störend, was aber den eigentlichen Wert des Buches keineswegs breinttächtigt. M. F-

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