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Der Israelit · 1911-04-12 · Heft 15 (12.4.1911) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
52 (1911)
Issue
Heft 15 (12.4.1911)
Date
1911-04-12
Page
– (sequence 14)
Language
German
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«eite 14. Nr. 15. Der JSraeltt. 12. April 1911. Man kann wirklich sagen, an wahre Aristokraten, an Leute von Jiechus, an würdige, edle Menschen, die ferne stehende Menschen in ihren wirklichen Verhältnissen nicht abschätzen konnte, hat er sein Bestes getan. Es gibt unzählige Arme, die unter dem Schein der Wohlhabenheit leben, leben müssen um selber existiren zu können und um ihrer Familie die Existenz zu sichern. Solche Scheinwohlhabende ertragen die Armut am härtesten und werden am schnellsten von ihr erdrückt. Das hat mein Onkel Jtesche mit seinen gütigen, klugen Augen bald rausgehabt. Und darin hat sein größtes S'chuß bestanden. Viel war nicht mehr da, als er starb und das Letzte hat die Sorte noch fortgetragen. Sie haben beide keine Stiftung hinterlaffen und wenn auch mal in fünfzig oder hundert Jahren ihre Mazewes so zugerichtet sind, wie die von Erfurters, so haben sie doch zu ihrer Lebzeit so viele Denkmäler in dankbaren Menschen errichtet, daß ihr S'chuß größer bleibt, als durch ein Dowertof, das erst in Kraft tritt, wenn man tot ist und keine Freude mehr daran hat." Die drei Männer waren wieder in der Stadt angelangt. Da sagte der Amerikaner, der bisher schweigend zugehört hatte: „Die beiden Leichensteine Erfurters haben mir gute Lehren erteilt. Aus einem gesunkenen und gebrochenen Stein, bin ich klüger gemacht worden, als aus zehn Büchern gelernt werden kann. Ich will kein solcher fool (Narr) sein, wie Erfurter war Ich habe mir ein schönes fortune erworben. Ich will's auch genießen und andere mitgenießen lassen. Life is short,1) man muß es gut benutzen. Ich will nicht billige Zigarren rauchen und billig essen und trinken und auf eine Hand voll Dollars für gute, arme Leute soll mir's nicht *) Das Leben ist kurz. ankommen; So help me God!" Und wie zu einer eidlichen Bekräftigung streckte Mosche Mendel seinen Begleitern die Hand entgegen. Er schüttelte sie mehr als kräftig, blickte seinem Jugendfreund treuherzig in die Augen und beteuerte nochmals: „Leben will ich und leben lassen; so help me God!" Größtenteils hat der Amerikaner Wort gehalten. Seitdem sind wieder zehn Jahre vergangen. An Daniel Erfurter und seine Frau denkt kaum jemand mehr, und niemand kennt mehr ihre Grabstätte, von denen die Steine völlig verschwunden und versunken sind. Die Erfurter aber leben noch * allenthalben und werden auch weiterhin niemals aufhören. Die meisten Menschen sind unbelehrbar. Trotzdem die Steine, die Grabdenkmäler eine so beredte Sprache reden. Denkt darüber nach. flr doitkssratsntsll ist die Redaktion nicht rerantwortlleh; Insbesondere Ist es aissehliessllch Sache der Leser, dleUnlnseratentei enthaltenen Empfehlungen rltnellorWaren oder sonstige Angaben rellglonsgesetzllehen Charakters auf Ihre Zuverlässigkeit zn prüfen - yeuerflffnnny am 15. Hai. ■■ .! TJfaiale a» Hapz (Solbad) Pension Goldschmldt, Poststr. Ho. 15. In nächster Nähe der Bahnhöfe» deS Kurhauses und BodrtalS. Einziges unter Aufsicht Sr. Ehrwürden des rr Herrn Rabbiners De. Auerbach, Halberstadt rr siebende- Tpeisehaus der UntervarzeS. Vorzügliche Berpflegnug. —Mäßige Preise. Svnagogk am Platze. In der Hochsaison tägl. Borstellung des Bergcheater-Ensembles. ErsteKräftr deutsch, Großstadtbühnrn. ^15791) Hotel-Weil Wildbad V L. Eröffnung Hüte Hai. —s-J Restaurant Deutsch, Wiesbaden Vau nass tv. 40. :: Telefon 4300. Referenzen: Sr. Ebrw, Herrn Rabb. vr. C a h n, Wiesbaden und Sr. Ehrw. Herrn Rabbiner vr. S. Breuer. Frankfurt a. M. Prima WienerKüche. 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