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Der Israelit · 1911-04-06 · Heft 14 (6.4.1911) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
52 (1911)
Issue
Heft 14 (6.4.1911)
Date
1911-04-06
Page
– (sequence 9)
Language
German
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6 April 1911 M|am ttlflMMfU MUI gilBHIl. Gebiete des jüdischen Wissens. Die Bibliothek wurde um eine goße Anzahl Werke vermehrt, insbesondere hatte man «s fich in diesem Jahre angelegen sein lassen, den Bestand an jüdisch-belletristischen Werken zu erköben. Die Geselligkeit wurde durch eine größere Zahl Ausflüge in die Umgegend Berlins und festliche Beronstaltungen im Winterhalbjahre in anregender Weise gefördert. Der neue Vorstand setzt fich zusammen aus den wiedergewählten Herren Jacov Levy, 1. Borfitzender, LouiS Lew y, 2. Vorsitzender, Aron Htrschfeld, Schriftführer, M. I o e l s o n, Kassierer, Dr. R. M v s e S, Beisitzer, sowre au* den Herrin Gustav Hildesheimer, Bibliothekar und Rüben Spanier, Besitzer, die an Stele der eine Wiederwahl ablehnenden Herren Kempe und Schmulowitz neu htnzmraten. München, 30. Mä z. Die „Bereinigung Jüdischer Akademiker" (im B. I. A.) wirke auch im verflossenen Wintersemester sowohl durch die Pflege deS TyorastudtumS als auch durch wissenschaftliche Borträge auS den verschiedensten Gebieten des Judentums, DtSkuffionSabende und FuxenkursuS. Auch die Geselligkeit kam auf ihre Rechnung dmch regelmäßige gemütliche Bereinsabende, gemeinsame Spaziergänge und sportliche Beranstaliungen. Bon Borrräzen find m nennen: „Die des Rabbenu Gerschom", Herr Rabbiner Dr. Ehrentreu) „^aium ist die jüdische Reltgon nicht von der jüdischen Nation zu trennen?" Herr studjur. I. Meyer) „Der KtndeSglaube in der Erziehung", Herr Lehrer M. Strauß) „Das Tragverbot am DtSkusfiontabend) „Der jüdische Gruß", Herr stuv. math. S. I e t d e l. Dieser wies auch auf der wohlgelungenen Purlmfeter in feinem einleitenden Referat „PuumManken" tm Anschluß an die Lehren der Purtmbegebenhett auf die Bedeutung der B. I. A. hin, auf die Bedeutung deS Zusammenschluss.8 brr Gleichgesinnten in der Treue zum angestammten Judentum für dieses Judentum. Möge die Tendenz der B. I. A. jeden, der stch zu ihr bekennt, veranlassen, Förderer ihrer Idee zu werden. Anmeldungen erbeten (vezw. Anfragen) an S. Levi, Lehramtskand., München, Münzstr. 8. Düsseldorf, 3. April. Im Anschluß an ihre Generalversammlung am 27. Marz veranstaltete die fpQn n"bJ ein Festessen, an dem 80 Personen te»lnehmen. Die animierte St mmung bei dem Mahle ließ erkennen, wie erwünscht eine derartige Beranstalturg tm Kreise unsere- Vereines war. A> sprachen und Lieder trugen zur Hebung der Festesfreuden bei. Dieselbe fmd auch bei der Versteigerung de-- TiscbgcbeteS ihren Ausdruck, die e>ne stattliche Summe aufvrachre. Mödling, 1- April. Die am 17. v. M. tm Hotel Stabt Möottng stattgefundene P u r t m f e t e r des hiefiaen .Jüdischen BtldungsveretnS" nahm einen sehr schönen Verlauf. Die GesangSvo träge des Oberkantors, Herrn Grob, als auch die Borlesungen der terren PorgeS, Präger, Sptegler und H. ö w wurden mit lebhaftem Beifall aufgenonmen. Zum Schluß belustigte Herr Lvwenthal die Versammlung mit gelungenen humoristischen Darbietungen. Krakau, 30. März. Am SamStag, den 25. März sprach tm Vereine einer zahlreichen Versammlung Herr Isaak B auminger von hier Über »Die Bedeutung des Nissan". Der Bor trag fand lebhaften Betsall. Daran schloß fich eine Mitgliederversammlung an, in der über die laufenden Angelegenheiten des Vereins verhandelt wurde. Personalien. Frankfurt a M , 4. April. Aus Anlaß deS 25jährigen GeschäftSjablläumS des HlrrnLouis Grebenau fanden fich P.rnzipal t5t und Personal der Firma Beer,Sondhetmer u. Co., sowie Freunde des Jubilars zu einem festlichen Akte zusammen. Eine Kollegin, Fräulria Urn ste tn, begrüßte den Jubilar mit rinrm poetischen Glückwunsch, namens der Prinzipalität feierte Herr Eduard Feist in einer kernigen Ansprache die Arbeitskraft, die Herr Grebenau als Kassier der Firma betätig', im Aufträge der Angestellten übe,brachte Herr Feuchtwanger die Graiulation der Kollegen und p ieS den Jubiar alS allezeit trruen Kameraden. In bewegten W.rlen dankte Herr Grebenau in Vagerer Erwiderung für die vielen Beweise der Anhänglichkeit. Eine große Anzahl von Te egrammen nnd Briefen zeigte die g,oße Beteiligung, die der Jubeltog in weiten Kreisen fand. Petersburg, 3. April. Am 1. April wurde in Rußland das 50,Zhrige Schriftstellerjubiläum des verdienstvollen russisch jüdischen Orientalisten Dr. A. H arkavy gefeiert. Der greise Gelehrte, der seit 1877 baS Amt eines Bibliothekars an der Petersburger Kaiserlichen Bibliothek bekleidet, hat fich durch eine Reihe wissenschaftlicher Arbeiten auch in deutscher und franzvfischer Sprache wett über die Grenzen seines Vaterlandes hinaus einen geachteten Namen erworben. Seine erste Arbeit veröffentlichte H.irkaoy 1861 im Alter von 22 Jahren in der ältesten russisch jüdischen Zeitschrift „Ras,wjet". 1868 erlangte er an der PeterSburgerUntversttät" nach fünft tährtgem Studium den Grad etnrS „Magisters der Ge- »chichw" auf Grund einer Dissertation „E.zählung muS- ,im,scher Schriftsteller über Slaven und Russen". Er st dierte darauf semitische Gesch che in Berlin unter Rüdiger und Dunncken und in Parts bei Jules Oppert und wurde bann nach Erlangung deS Doktorgrades dem russischen Unterrichtsministerium attackiert. Seither entfaltete Harkavy eine außerordentlich fruchtbare Tätigkeit auf dem Gebiete der Auertumsforfchung, .wobei er stch namentlich der reichhaltigen h» brätschen und arabischen Handschristensammlung der Petersburger Kaiserlichen Bibliothek bediente. Wiederholt unternahm er im Aufträge des Ministeriums Studienreisen nach dem AuSlande. Bon grundlegender Bedeutung find besonders Harkavys Arbeiten auf dem Gebiete der älteren Geschichte beS Juden in Polen-Lita.uen und in Rußland, namentlich in Südrutzland, im Kaukasus, in der Krim, im Chasarenland und im alten Kiew. In seinem ausgezeichneten, zuerst in russischer Sp ache von der Kaiserlich Russischen Archäologtsa en Gesellschalt herausgegebenen und kann in hebräischer Sprache erschienenen Werke übrr die. Sprache der slavischen Juden führt er auf Grund sprachlicher Forschungen und Bergleiche den Nachweis, daß die Juden in Südrußland nicht, wie Grartz und andere Historiker behaupten, von Deutschland herübergekommen waren, sondern teils aus Griechenland über das Schwarzmeergebiet und die Krim, teils aus dem Ort nt dU'ch den Kaukasus fich dorthin begeben hatten. Harkavy ist M tglted mehrerer wissenschaftlicher Gesellschaften und Akademien des In- und Auslandes und ist als erster Jude und Russe von der Orientalischen Gesellschaft SullogoS in Sontantinopel nun korrespondierenden Mitglied ernannt worben. Die Jubiläumsfeier deS greisen, aber tmmer noch unermüdlich und mit ungeschwächter Kraft schaffenden Gelehrten wird von bett wärmsten Glückwünschen weiter Kreise begleitet. Waisenanstalt gestellt werden müssen. Immerhin werden konservative Elemente die Anstalt sehen und von ihr hören und stch bet den Herren vom Borstande Gehör verschaffen können. Dies alles fällt weg in einer Stadt, die nur ganz wenig Juden hat und gar, wenn die Anstalt auf einem Platze steht, der ganz entfernt und unzugänglich von der Stadt ist. Auch ist zu hoffen, d.,ß der zu einer Renaissance des Judentums führende Zug in Stuttgart fich ganz anders geltend macht als in der oben beschriebenen Kleingemeinde Eßlingen, die stch nur kümmerlich durchfristet. Was nun den größeren Betrag der Kosten betrifft, so ist darauf zu verweisen, daß für eine Anstalt in der Hauptstadt das Interesse, und zwar gerade daS gebende und spendende Interesse sowohl der Hauptstadt als auch des platten Landes, bedeutend größer ist asm einer Mittelstadt, welche von Juden fast gar nicht besucht ist. Es ist auch noch weiter zu bedenken, daß der Gottesdienst in der Anstalt — dieselbe muß statutengemäß wegen der zahlreichen Jahrzeitsstiftungen solchen täglich abhatten — auf der Höhe von Eßlingen fast nie die nötige Anzabl erwachsener Herren iMtnjan) finden wird) in Stuttgart aber, wo auch an der Peripherie Israeliten stch anfiedeln, ist es ein leichtes, sich die notwendigen Minjanleute zu beschaffen. Ja, es wird sogar das Waisenhaus fich den Dank der hauptstädtischen Israeliten erwerben, wenn eS an der Peripherie der Stadt Ge'egenhett zum Besuche tätlichen Gottesdienstes in seinem Betlokale bietet. Auch haben die Zöglinge in Stuttgart besser Gelegenheit, Juden und Judentum kennen zu lernen als in Eß Ingen. Mögen diese Erwägungen, welche ein Freund der Anstalt auSfpricht, geneigte Ohren finden. Ein Konservativer vom Laude. Bras o, 29. März. In der naheliegenden orthodoxen isr. Gemeinde MedgyeS (MediaS) wurde jüngst ein Mann im blühendsten ManneSalter zu Grabe getragen, der es verdient, daß sein Andenken gebührend gewürdigt wirb. Herr Mendel Deutsch war ein großer 03tt "PÖ^rv ebenso V'VV KT und npTC- Am Grabe sprach Herr Oberrabbiner Moses Reich und schilderte mit bewegten, eindrucksvollen Wor>en dm LebenSgang des Verstorbenen und sein musterhaftes Wtrken für “Hifi und JiTDPiY'IMMn- Sprecbsaal. Geehrte Redaktion! Neben der Frage der Kirchen- und BerfaffungSrevision der Isr. Religionsgemeinsch ist Württembergs beschäftigt derzeit noch eine andere, allerdings minder wichtige Angelegenheit die Gemüter. Das G-bäude, in welchem sich daS Israelitische Waisenhaus „Wilhelmspflege" in Eßlingen befindet, wird von der Stadtverwaltung anaekauft werden, um städttschen Zwecken zu bienen. Der Anstalt ist nun seitens der Stadt ein anderer P atz zur Erbauung eines Anstaltsgebäudes gegen gute Bezahlung angeboren worden. Es wirft sich nun bet dieser Gelegenheit die Frage auf, ob es überhaupt angebracht sei, die Anstalt in Eßlingen zu belassen oder vielleicht nach der Hauptstadt, wo doch die größte Jsraelitengemeinde fich befindet, zu verlegen. Für Eßlingen spräche der Umstand, daß die Anstalt bis daher dort stch befindet und auch prosperiert hat, ferner daß dort sowohl der Neubau als auch die Lebenshaltung billiger ist als in SMtrgart. Auf der anderen Seite erheben fich aber auch ganz gewichtige Bedenken gegen die Belassung in Eßlingen, Bedenken, welche durch Ersparnisse nicht ausgewogen werden. Zunächst ist der projektierte Platz etwas entlegen, auf der höchsten Stelle der Panoramastraße, hnter der Burg, sodaß sie ganz isoliert von allem jüdischen Berkehre bleiben wird. Denn um zu ihr vom Bahnhose und von der Stadt aus zu gelange»', muß man eine ziemlich steil ansteigende Straße hinaufgehen, was für Leute, welche nicht ganz gesunder Organe und kräfttger Füße sich erfreuen, außerordentlich schwer fallen würde. Für Besucher Stuttgarts und insbesondere für die Vorstandsmitglieder, welche sich doch von Zeit zu Zeit in den Verrieb der Anstalt einen Einblick zu verschaffen die Pflicht haben, wäre ihr Amt außerordentlich erschwert. Denn für den Gang vom Bahnhöfe bis dort hinauf hätten sie mindestens »/, Stunden zu rechnen, durch Benützung eines Fuhrwerkes würden sie in anbettacht der Steigung nt.t;t viel Zeit sparen. In Stuttgart hätte aber, wenn die Anstalt auch an die Peripherie der Stadt zu stehen käme, die Aufsicht fast gar keine Mühe. Die Straßenbahn führte ja ganz in die Nähe der Anstalt. Es könnte darum die Anstalt leichter und häufiger befichttgt und überwacht werden, insbesondere auch von Damen, die vom Borstande darum ersucht werden. Aber noch eine viel wichtigere Erwägung spricht für Stuttgart. Wir treten der Isr. Gemeinde in Eßlingen nicht zu nahe, wenn wir behaupten, daß das jüdische Leben und Regen in ihr gleich Null ist, daß von Mischern Geiste blutwenig in ihr pu sterk und daß sie, die nur eine Kleingemeinde ist, deren Glieder auS dm verschiedensten Gegenden Deutschlands und des Auslandes stammen und zum Teil noch flukluieren, kein Milieu für eine jüdische Anstalt bildet. Da ist Stuttgart doch ein ganz anderer Boden. Es pulsiert jüdisches Leben, und jüdischer Geist ist dort zu finden. Jedenfalls sind die maßgebenden Männer konservativ gerichtet und wohl unterrichtet über die Forderungen deS praktischen Judentum« und zugänglich den Ansprüchen, welche tm Namen des Judentums an das Getriebe und an die Einrichtungen einer jüdischen frailiemacftricbtett. Geburten: Eine Tochter: Adolf Bronner (Heß) Birsteia. Verlebte: Bertha Blumenthal. Albert Wolf, Birstein-Frankfurt a. M. — Meto Frank» Max Löb, Babenhausen-Reichelsheim i. Bd. Vermahlte: Paul Kornblum, Betty geb. Baß, Berlin-Frankfurt a. M. — Leopold Ca hu» Doris geb. Reinhold, Kl ineibüadt i. B. Sabbat - Anfang u. Ausgang isc-Sh:?! ros? OBI: 1 An ang Oet»w AuSgang 1 Uhr |9htt. 19111 5671 UhrlMiu. 8. 10 ffrtaffari a- M. 6 40 April Nissan 7 55 tterlia .... — — 7 33 VUbtdDoa . . . — — 7 35 ftnkkaKi . 6 45 7 50 Stuttgart. . . 6 30 7 45 Vokea .... — — 7 25 StSrakerg . . 6 40 7 38 £><ustfi*r* . . 1 — — 7 55 Für de» Kcflmuteil ist die «edaktto» »tcht der antwortlich r fRdbfrntm ist es amSfchttestttch Sach« bet Leser. Mt im ateflomctrft enthaltenen <fentpfe^butee» rituelle* Ware» ade* sonstige «»»ade» rett,to»s,esetz liche« «haratters a»f ihre Z»verlMsst«kett z» prüfe». ONenbacder Druckluft - Anlage Telefon 123. Offenbaeli a. M. Telefon 123. Unübertroffene bewährteste Teppiohrelalaupg. AIlen voran P erfekt muß man schneidern lernen, erfekt wird bei ans schneid, gelehrt erfekt nicht mit anderenUnter nehmen za verwechseln. erfekt schneidern lernt man innerhalb 2—3 Monaten. MSfiiges Honorar. 4P W Annahme v. Schülerinnen — tfiglich — Frankfurt a. Unterweg 8 bleibt ein Gesicht mit weißem, rosigem TeillK zarter» sammetweicher Haut;» sowie ohne Sommersprossen und Hautunreinigkeiten, daher gebrauche man die echte Steckenpferd Ciiiemilcb «Seife V.S«-«O««4eo^iräaeveAß.üSt.S0Pf.Sber.z.hab.

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