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Der Israelit · 1911-03-30 · Heft 13 (30.3.1911) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
52 (1911)
Issue
Heft 13 (30.3.1911)
Date
1911-03-30
Page
– (sequence 9)
Language
German
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•ujv ,-jj. z 1911 Jugendhmittaaschlich mit Abends :anstaltet, ührt und : Turnerblatt bell 93 et; orthocrbe d im intltche auf den nte Len ,e: „Das icnwart", r tm Morl, denen legt, zur en Fest«-, c um die Idealen mg, den das Berrlteferten »ir cx Dr. lsche Tä^ r Zwe ge e für die und vere Schul- > tldes- « unserer Verbände im, wie chtvollen, I bleiben genwart, n nahezu tcre Betman zu Johannst gerne ui Platze s Tages luck zu n festlich inen und nehmern mustkamannigeht zu ung der >es Fest Jahresr e i n &“ im Versalien ten re Ver-! größte 1,50 Fr. tgskosten : Zinsen Verpflc- »eiträgen lital hat rwerben im 1000 Ebenso a m e nr Dienst t Arzte, Oberin rdienten ihrltcher ille von tnehmen wurden. Verein l Tätigi Leben Qualirtchtung l unverfat der eröffnet, \u jeder es' am lmenzu- 7112« rrhaUen Abends )e vertit vollule, in Thora se Boren Bc ffungen it den machen. 30 Mürz i*il *tx MraeU» fit 13 Bette 9 Die letzte Veranstaltung dieser Art war eine Gedächtnisfeier cm 7. Adgr, bei welcher Herr Rabb. Hoff mann aus Koste! als Festredner fungierte. An diese Gedächtnisfeier, welche von einer großen Anzahl jüdisch gesinnter Männer besucht war, schloß sich eine Chewra-Sude an, die einen überaus animierten Verlauf nahnr. Bonyhad, 19. März. Seit der Gründung der hiesigen „Machsike Hadaß-Berein" wurde die Einrichtung getroffen, daß an jedem Sonntag nachmittag für die Jugend Vorträge aus 1DH2 V217I und jüdischer Geschichte gehalten werden, die auch zahlreiche hiesige Gemetndemttglieder besuchen. Vergangenen Sonntag benutzie man die Gelegenheit, den hier als Gast weilenden Rabbiner M. Deutsch aus Lcmes mit einem Bortrag zu betrauen, welchem Verlangen er Folge leistete. Der Redner fand den ungeteilten Beisall der großen Versammlung. Personalien. Rabbi Jmanuel Adler Kitzinsen, 23. März. Eine Trauerbotschaft durcheilte am Sonntag, den 19. März, unser sonst so ruhiges Städtchen. Unser tnnigstgeltebter, allverehrter Distriktsrabbiner, Herr Jmanuel Adler, ist nicht mehr. Geboren am 29. März 1840 in Esstngen (Pfalz), wurde bereits in seinen jungen Jahren von seinem Vater, dem späteren Distriktsrabbinrr I. G. Adler in Burgpreppach, der Grund zu seinem reichen Thorawtffen gelegt, welches er später zu Füßen der hochgelehrten und weitbekannten Herren Rabbtnen Rabbi Adler- Aschaffenburg und Rabbi Seligrrann 8N Bamberger y'jft in Wurzburg bereicherte und dervollkommnete? von letzterem erhielt er auch seine 71*0171 7117)71- Nachdem er vier Jahre als Elementarlehrer und Prediger in Schembeck und Stegburg (Rheinpreußen) sawie zwei Jahre als Jnstttutslehrer in Miltenberg und Mainstockhetm tätig gewesen, führte er die fromme.und gottesfürchtige Tochter seines Lehrers Rabbi S. B. Bamberger y'jjT als seine Gattin heim, mit welcher er 45 Jahre in denkbar glücklichster Ehe lebte. Im Somm.r 1868 zum Rabbiner in Mainbernheim als Nachfolger des sel. Rabbi Loeb Thalhetmer gewählt, trat er diese Stelle am 1. September 18v8 an und verlegte, als die isr. Gemeinde Mainbernheim kleiner wurde, während die neugegründete KultuSgemetnde Sitzingen mehr nnd mehr sich vergrößerte, am 1. August 1871 seinen Wohnsitz mir Genehmigung der Hoden Kgl. Negierung nach letzterer Stadt. Hier eröffnete fich nun für rhn ein Feld reicher Tätigkeit. Die Gemeinde Kitzingen bildete fich unter seiner Führung zu kiner Großgemeinde heran, die heute etwa 150 Mitglieder zählt. Bereits 1883 machte sich das Bedürfnis geltend, eine neue Synagoge zu bauen, die sich als Prachtbau repräsentiert. Rabbi Jmanuel Adler verstand eS, den Wohltätigkettsfinn seiner Gemeinbemttglteder stets aufs neue zu wecken. Das Lehrerseminar Würzburg, sowie die drei bayerischen Präparandcnschulen in Höchberg, Burgpreppach und Schwabach fanden durch ihn reichste Unterstützung? aber auch die außerbahertschen und ausländischen Stätten der Thora erhielten turch seine Vermittlung regelmäßig größere Zuschüsse. Wie er selbst ein reiches und tiefes Thorawtffen besaß, welches ihm einen Ruf bis wett über die Grenzen unseres engeren und weiteren Vaterlandes sicherte, so war er auch stets bestrebt, durch reichliche Zuwendungen andere Thorabrfltffrne weitgehendst zu unterstützen. Besondere Freude machte es ihm, für die Armen des heiligen Landes Spenden zu sammeln, die alljährlich mehrere tausend Mark erreichten, wie überhaupt sein Wohltätigkettsfinn keine Grenzen kannte. Kein Ausruf für Notleidende, mochte er aus der Nähe ober wetten Ferne kommen, blieb unberücksichtigt? jeden Armen hörte er bereitwilligst an und unterstützte ihn aus eigenen Mitteln oder veranlaßte andere zu seiner Unterstützung. Allerdings hatte er das Glück, was auch von vielen Rednern bei seiner Beerdigung hervorgehoben wurde, eine Gattin zu besitzen, die in weitgehendster Weise ihm bet seinen Wvhltäligkettsbestrebungen zur Sette stand, sowie einer Gemeinde vorzustehen, deren Mitglieder jederzeit bereit waren, ihrem geliebtem Rabbiner bet allen Gelegenheiten größere Beträge für wohltätige Zwecke zur Verfügung zu stellen. Rabbi Jmanuel Adler erfreute fich unter der selten sorgsamen Pflege seiner geliebten uns liebenden Gattin einer stets ungetrübten Gesundheit, bis sich auch bet ihm seit etwa 3—4 Monaten die Spuren des Alters bemerkbar machten. Am Sonntag, 12. März, leitete er noch den Festgottesdienst und hielt noch die Festpredtgt anläßlich des Geburtstags Sr. Kgl. Hoheit des Prinzregenten Luitpold, welche Feier seine letzte amtliche Tätigkeit gewesen. Noch am Abend dessrlb.n Tages überfiel ihn eine heftige Krankheit, ven welcher er fich nach dem unerfvrschlichen Ratschluß deS Lenkers aller Geschicke nicht mehr erholen sollte? genau 8 Tage nach obiger patriotischer Feier, am Sonntag, den 19. März, vormittags V» 11 Uhr, segnete er das Zeitliche. Die Beerdigung fand am Dienstag statt, und eilten Verwandte, Auttsgcnvffm, Freunde und Bekannte aus Wetter Ferne berbri, um dem Freunde, Kollegen, und Führer die letzte Ehre zu erweisen. Unter Borantritt des Bähe ischen Kampfgenossenveretns, dessen Ehrenmitglied der Be, blichen e gewes.n und "unter Beteiligung der Geistlichen der übrigen beiden Konfessionen, der städtischen Kollegien unter Führung des Herrn Bürgermeisters, der Rektoren des ProgymnastnmS und der Realschule, an welchen Anhalten er den Religionsunterricht seit deren Bestehen erteilte, staatlichen und städtischen Beamten, bewegte sich der schier unabsebare Trauerzug nach der Synagoge, wo an der Sätte seines hauptsächlichsten Wirkens und seiner beruflichen Tätigkeit die Trauerfeter stattfand. Die geräumige Synagoge konnte die endlose Zahl der Leidtragenden fast nicht fassen. Der von der Gemeinde offiziell berufene Trauerredner, Herr Distriktsrabbiner Dr. Stein, Schweinfurl, knüpfte seine Ausführungen an eine Midraschstelle an, die Moses als 7)1212 211 7112128 V'8, als dem Mann der Trcue und des Segens, bezeichnet. Auch der Verblichene habe durch seine Treue, Gewtffenhaftigkeit und Selbständigkeit eine Fülle des Segens in seinem Distrikt, in seiner Hauvtgemeinde, in feiner Familie, tm Kreide der Berufsgenoffen verbreitet, besonders auch in seiner Tätigkeit tm Seminar zu Würzburg, als Förderer der Interessen aller Armen und Bedrückten, insbesondere deS heiligen Landes. Die tiefempfundenen Worte des verehrten Redners verfehlten ihren Eindruck nicht auf die Anwesende«. Hierauf sprach Herr Distriktsrabbiner Dr. B a m - berger aus Bad Ktsstngen als Neffe des Verstorbenen im Namen der Familie. Sodann bestiegen den Rednerpult der protestantische Pfarrer, Herr Miles, und der katholische Prediger, Herr Lampert, um im Namen ihrer Konfessionen warme Worte des Nachrufes dem teuren Toten zu weihen. Ferner sprachen im Namen der politischen Gemeinde Herr Bürgermeister Grass, im Namen der beiden Mittelschulen die Herren Kgl. Studtenrat Schröder und Kgl. Rektor Kern, sowie im Namen der Israel Gemeinde Herr Kultus Vorsteher Benj. Stern und endlich im Namen der Lehrer des Bezirks und der beiden Wohltättqkettsvereine, deren Mitbegründer Verstorbene gewesen, Herr Lehrer und Kantor Bamberger, welcher auch durch einen erhebenden Gesang des D'271171 28-GebeteS und eines die Trauerfeier etnlritete und beschloß. Auf letztwilligen Wunsch des Verblichenen wurde seine Leiche nach dem 7P2 in Höchberg überführt, woselbst auch seine Schwiegereltern und sein vor mehreren Jahren verstorbener einziger Sohn ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. Eine große Anzahl Verwandter, Freunde und Gemetndemitglteder begleiteten dte Leiche nach Höchberg, nachdem fich auch in Würzburg eine weitere Reihe Leidtragender dem Trauerzuge anschloß. Auf dem n*772 wtometen noch warmempsundene Nachrufe der Schwager deS Verstorbenen, Herr Dtstrtktsrabbmer Bamberger -Würzburg, dte Herren Seminarlehrer Dr. T a ch a u e r und S t o l l » Loürzburg, Gymnasiast Julius M a i e r - Kttzingen als ehemaliger Schüler und Stadtverord. Josef F r o m m - Frankfurt. Möge die allseittge große Teilnahme ein Trost für die Hinterbliebene, schwer geprüfte Gattin sein und '"VN sie stärken, das ihr zugestoßene herbe Leid zu ertragen? mögen die KultuSgemetnde und der Distrikt Kitzingen bemüht sein, tm Sinne deS Verblichenen weiter sich in Wohltätigkeit und ftommen Uebungen zu betätigen, auf baß das Andenken des Frommen zum Segen gereiche. ,1212*3 pnx 127 Bingen a. Rh., den 13. März. Ein überzeugungstreuer Jude, ein Jude aus altem Schrot und Korn ist in der Person des Herrn Josef Woog, der im Alter von 76 Jahren in Frankfurt a. M., wo er zu Besuch bei seiner Tochter weilte, durch einen sanften Tod verschieden ist, von dieser Welt gegangen. Als vor etwa 39 Jahren die Reform sich hier zu regen begann und mutwillig Altes auszumerzen und Neues einzuführen versuchte, gehörte er zu der kleinen Schar jener wahrhaft gottesfürchtigen Männer, die mit.unerschrockenem Mut und schonungsloser Energie gegen die immer mehr nnd mehr Boden gewinnende, agitatorische Tätigkeit der Neuerungssüchtig-n austraten und unter Aufwand großer pekuniärer Opfer den Grundstein zur Gründung der noch heute in Bingen bestehenden, zum Heile des gesetzestreuen Judentums wirkenden Gemeinde, der „Isr. Religionsgesellschaft" legten. Bis an sein Lebensende hat er nicht aufgehört, dieser Gemeinde aufrichtigste Treue zu bewahren; er war eines ihrer besten nnd opferfreudigsten Mitglieder. Der Verlust, den sie durch seinen Fortgang erleidet, ist groß. Mehr als 40 Jahre lang übte er das Amt eines 2,112 in der uneigennützigsten Weise aus. Wenn er gerufen ward, diese 7N2L2 zu vollziehen, ließ er sich durch nichts zurückhalten; immer und überall sprach er: '33,1 „hier bin ich?" ich bin bereit. Als Mitglied und jahrelang auch als Vorsteher der KV'lp 711271 war es ihm in hohem Maße vergönnt, n"22 auch 12122 zu betätigen. Die Achtung und Wertschätzung, die ihm allseitig zuteil wurde, zeigte sich denn auch an der starken Beteiligung bei seiner ''i1? in Frankfurt a. M. 77"22t277- Frankfurt a. M., 28. März. Dem Architekten Haller, hier, ist unter 250 Bewerbern der erste Preis bei dem von der Eigenhetm-G« sellschaft erlassenen Preisausschreiben zuteil geworden. Frankfnrt a. M., 29. März. Herr Louis Grebenau wird am 4. April aus eine 25jährige ununterbrochene Tätigkeit bei der Firma Beer, Sondheimer 6c Co. zurücksehen. Hamburg, 21. März. Herr Dr. Joseph Unna, Oberlehrer gn der Talmud-Thora-Realschule und Hilfslehrer beim staatlichen Gewerbeschulwesen in Hamburg, ist zum Oberlehrer für neuere Sprachen an der städtischen höheren Mädchenschule und dem höheren Lehrerinnenseminar zu Kattowitz (Tberschlesieni gewählt worden. Goldbach (Unterfranken), 28. März. Nach längerem mit Gedulo ertragenen! Leiden verschied hier die allgemein beliebte Frau Bonnette Grüne da um im Alter von 76 Jahren. Sie folgte ihren« vor 4 Jahren dahingcgangenen Gatten, der 48 Jahre in unserer Gemeinde als Lehrer und Kantor wirkte, und dem sie helfend nnd beratend treu zur Leite gestanden. 7I"22C271- Arnstein i. Unterfr., 28 Marz. Am Sonntag IlK ‘12 haben wir eine Frau zur letzten Ruhe getragen, die es als eine wahre ^71 7WA verdient, daß ihr in diesem Blatte Worte des Nachrufes gewidmet werben. Frau Lehrer Oppenheimer n"2? gehörte zu jenen 711'2^12L D1M# deren Ideal die Erfüllung von N12t2c deren ganzes Leben an der Seite ihres vor etwa zwei Jahren verstorbenen Gatten, des Herrn Lehrer E. Oppenheimer V eine Verkörperung von Frömmigkeit und Gottesfurcht war. Deshalb ist auch der Verlust, den wir durch ihr Scheiden erlitten, ein kaum zu ersetzender. Für dte Beliebtheit dieser seltenen Frau legte die Beteiligung an der 7H12j? etn ehrendes Zeugnis ab. Nicht nur aus dem Orte ihres Wirkens, auch aus den Nachbargemeinden war man herbeigeetlt, ihr die letzte Ehre zu erweisen. Der Pflegesohn der Verstorbenen 71 p, H rr Kantor St einem auS Landau, sprach im Sterbebause rührende Worte des Abschiedes während Herr Rabb. Dr. Stein aus Schweinfurt auf dem a"n in Schwanfeld in ergreifenden Morten ihr Leben schilderte und ihre herrlichen jüdischen Tugenden hervorhob. , .1"2L27>. Papa, 17. März. Unter imposanter Teilnahme der hiestgen Stadtbevölkerung wurde vorigen Montag die Frau unseres hochgeachteten langjährigen Gemeindepräses des Herrn Adolf Löwen st ein zu Grabe getragen. Die Verblichene war im vollsten Sinne des Wortes eine 7>,11L und eine Mutter der Armen. Im Trauerhause sprachen Herr Rabbinatsaffeffor Moses Lind und Herr Hermann Eckstein. Beide Redner schilderten mit ergreifenden Worten die Eigenschaften dieser 7D1V1 7NVK, deren Lob einen großen Verlust für unsere rrtflp bedeutet. Im Friedhofe halten noch HerrBeretnsrabbiner Ehrengruber und Schuldirektor Hermann S ch r 0 Trauerreden. 7l"22t27) Labbat - Anfang u. Ausgang Alp'1 7,2V ST: Anfang iDatm» Ausgang Uhr ISN«. 19111 5671 Ubthftin. 1. 3. »ranklnrtn.«. 6 25 April Nissan 7 40 Berlin .... — — 7 20 RimDen . . . — — 7 25 SltrnDtnrg . 6 30 7 40 Stuttgart. . . 6 15 7 40 Bolen .... — — 7 11 Rlirnberg . . 6 30 7 26 — — 7 41 Für de« StetlMttettteil ist die Redaktion nicht verantwortlich; i«Sdefo»dere ist eS ausschließlich Sache der Leser, die st» Reklameteil enthaltene» Empfehümae» ritueller Ware» oder so»stiae Auaabe» religionSaesetz liche» «varakters ans ihre 8»verljisstskeit r» prüfe«. vttenbacder Druckluft ■ Anlage Telefon 123. Offenbaoh. a. M. Telefon 123. Unübertroffene bewährteste TepplehreiBlgaiBg. 4 Landeshttter t Leinen- und Gebild-Weberei F.V. Orünfeld Königl., Qrossherzogl. o. Fürstlicher Hoflieferant Berlin UMnM!I-L Gröufi AiswaU allirWSscheartikel ffir In Haasktdarl üMiii inztr flisstattmu. Frtlsllst» alt ibUlümon mwi* lestnimklip xi DUistn. omö)

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