Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 52 (1911)
- Issue
- Heft 10 (9.3.1911)
- Date
- 1911-03-09
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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zur Ruhe bestattet: Carl Guggenhetm den Siebenundachtzigsährtgen, brr fett Jahrzehnten schon inmitten unserer Gemeinde als Greis voll jugendlicher Frische verehrt wurde und ter nun doch dln Tribut den Irdischen entrichten mußte. Wir werden auf L esen und Lekensgang des Tiefbekiagten zurückkommen. N22t2?i Rabbi Scholem Mordechai Lemberg, 1. März. Eine Traue, Nachricht, die clle jüdischen Herzen erschüttern macht, kommt aus B e r i - schon: einer der beder tendsten unserer Zeit, der dortige Rabbiner Rabbi Scholem Mordechat ist nicht mehr. Der Brezanyer Raw wurde vor 77 Jahren in S l o c z o w (bei Lemberg) geboren, als Sohn einfacher frowmec Leute genoß er feine ganze Erziehung in chaffidischen Kreisen. Bereits als Kind berechtigte er zu großen Hoffnungen. Als junger Mann gehörte er zu den Chasfidim des alten Belzer Rabbi y^. 24 Jahre alt, übernahm er das Rabbinat von Potock, welches er nachher mit dem vrn Jaslvwitz und der Stelle eines YiS in Buczacz vertauschte. Der Stadt Brezany stand der Verschiedene 39 Jahre lang als Y'2X vor. Bereits als junger Rabbiner ließ ec sein Werk ,“HV1 J"llH auf Y'V erscheinen, das damals Aufsehen in Rabbtnerkretsen erregte. Allein während diesem von der jüdischen Welt vorzugsweise nur theoretischer Wert zugebilllgt wurde, ist sein anderes Werk EBtPtt auf ö"n für die Praxis bestimmt, denn darin werden völlig reue Rechtfälle zur Behandlung gebracht. Bon den Tausenden Responsen des Verstorbenen find die meisten in den jnsn gesammelt und in einigen Teilen tm Druck erschienen. In seinem Nachlcffe befindet sich unter den vielen "2ri3 ein von ihm verfaßter Kommentar auf 2'YVN bellte t Zn all diesen Werken ist bas an den Tag tretende rflK,p2/ die Vertrautheit auf allen Gebieten der jüdischen Literatur eine geradezu staunenswerte. Besonders während seiner letzten Lek entfahre erfreute sich dieser große Rcbbiner ter allgemeinen Ai erkennung. An der Bahre dieses minn "1V steht das ganze thorolernende Judertum trauernd, aber zugleich hoffend, daß der alte Geist des Thorastubiums fich im Knise seiner SchLler erhalten und der jetzigen urd kcmmrndcn Generation gleich große Männer er stehen last, n wird. rT25£3n Strafthnrg i« Elf., 5. Mürz. Fern von oer Heimat, auf der Rückreise von dem sonnigen Süden, wo er Heilung seiner angegrrffenen Gesundheit suchte, starb unerwartet einer der beliebtesten und angesehensten Männer der htefigen jüdischen Bevölkerung, Herr Heinrich Weil im Alter von 69 Jahren. Die Schtcksalsschlöge der letzten Jahre — tur Tod einer blühendln erwachsenen Tcchllr und deS vor zehn Wochen einer tückischen Krankheit erlegenen, im besten Mannesalter stehenden und allerseits überaus geachteten einzigen Sohnes — hatten die Kraft des früher so rüstigen Mannes vollständig gebrochen, so daß auch der Aufentstalt in Mentone während des letzten 2->onais nicht die erhoffte Besserung im Bl finden des Kranken brachte. Auf der Heimreise kurz ncch der Fahrt durch den St. Gotthard-Tunnel trat am frühen Morgen des DcnnerStag, 2. Adar, in der Bahn der Tod ein. Dank den Bemühungen von guten Friunben in Luzern konnte die Leiche noch an dlmselaen Abend in Straßburg eintrrffen, wo am Freitag nachmittag unter sehr großer Beteiligung die Beerdigung auf dem Friedhof der ReUgionsgesellschast erfolgte. Heinrich Weil entstammte einer echt jüdischen Familie in einem kleinen S ädichen Südhabens und hat getreu seiner Erziehung 711LVN1 miM zur Richtschnur leines Lebens genommen. In diesem Sinne hat er oft unter den größten Entbehrungen sein Geschäft versehen als auch sein Haus geführt, und mancher Akademiker in Amt und Würden wird fich von seiner Straßburger Smdienzeit her noch gern der Gastfreundschaft erinnern, die er in dem Wetlschen Hause genossen hat. Durch Bande der Freundschaft zwar eng n it Angehörigen ter Hauptgemeinde verbunden, war er nach Gründung der Reltgtonsgesellschast dieser V221 2*? $22 zugetan und hat als Mitglied des Vorstandes, in den er durch ta8 Vertrauen der Gemeinde vor 6 Jahren gewählt wu de, alle "TQ3C '2">2, gelegentlich auch die Funktionen eines ^2 und K*np bp2 mit der größten Gewiffenhafttgkeit besorgt. Es wird ihm unvlrgrsfin bleiben, daß er die Intern ss.n drr Reltgionkgesellschaft, wo es nur tn semer Macht lag, — sowohl aus finanziellem Gebiete wie durch oft gebotene energische Verteidigung anderen Anschauungen gegenüber — gesörbrrt hat, und euch in dieser Htnfick t wird sein Verlust schwer empfunden werden. <. Mögen die schwer geprüfte Gattin und Tochter ihren Trrst darin erblicken, baß die zahlreichen Freunde des Verstorbenen in aufrichtiger Treuer an ihrem Schmerze teilnehmcn, und daß feine Berdienste um die Allgemeinheit lange Zeit tn Erinnerung bleiben werden. Es sei roch erwähnt, daß Herr Rabbiner Buttenwieser an dlr Bahre und Herr Sigmund Fränkel aus München — ein Verwandter der Familie — in der Wohnung des Verstorbenen während der Traüerwochedte hervorragenden Eigenschaften des Entschlafenen in rührenden und ergreifenden Morton unter Anlehnung an die rpHD schilderten. ■ Der Israelit. London, 4. Mär-. Der älteste Bruder des Chief Rabbi, Herr Marcus R. Adler, ist noch kurzer Krankheit im Alter von 74 Jahren am letzten Samstog gestorben. MarcuS Adler war in Hannover geboren und kam mit seinem Vater, als dieser zum Chief-Rabbi ernannt wurde, nach England. Sr widmete stch nach Abschluß seiner Univerfitäts-Ctudten der Verficht ungs- Laufbahn und beschäftigte fich viel mit Mathematik und Siattsttk. Im öffentlichen Leben erstrockte fich seine Bttällgung vor allem auf die Jntereffen des heiligen Lande«, und er hat zweimal persönlich Palästina besucht. Im Londoner Gl metndeleben widmete er seine Fürsorge hauvtsächltch der von ihm gegründeten Stepney-Schu'.e, die sich unter seiner Verwaltung außerordentlich gut entwickelte. Im JewS-College hielt er Vorlesungen, die fich zum größten Teile auf Palästina und verwandte Gebiete erstrrcken. MarcuS Adler war eine durch Thorawiffen und treue jüdische Pfltchtorfüllung ausgezeichnete Persönlichkeit, wie sie hier nicht allzu zahlreich find. Für don Chief-Rabbi Dr. Adler ist der Heimgang dieses hn besonders nahestehenden älteren Bruders ein besonders schwerer Schlag, brr ihn nach dem kürzlichen Hinfcheiden seines Sohm 8 und inmi ten der jetzt besonders schwierig« n gemetndcpoittischen Situation überaus hart trifft. Niederworrn, 7. März. Einen herben Verlust erlitt unsere Gemeinde durch den Tod ihres langlälrigen Vorstandes Herrn Jacob Teilhaber. Der Verstorbene, der das hohe Alter von k-2 Jahren ei reicht hatte, zeichnete fich durch große F ömmigkett sowie auch durch Redlichkeit im Hand< l und Wand' l aus, Eigenschaften, die fich auch auf seine Kinder übertrugen. Er war allezeit ein tapferer und muttger Vertreter der jüdi chen Sache in- und außerhalb der Gimcinde und die starke Bcttiligung bei der zeigte, welch hohe Wertschätzung er in allen Kreisen der htefigen Bevölkern' g genoß. Mit Rücks chr auf mußte jede laute Arußerung des Schmerzes an der Bohre im Si-ne des Verstorbenen, drm die peinlichste Beobachtung der Reltgiorsgefitze Llbcn grm dsatz war, unllrbleiben. ,Y22Hri Ungdar, 1. März. Rabbi Baruch R e i ch s f e l d lY'tf, einer der hervorragendsten Talmudgelehrten ist gestorben. Bis vor zwei Jahren hat er tn i nsererer Gemeinde als Vereinsrabbiner viel zur Hebung der Thora und Jrch im weitesten Kreise beigetragen und eine Anzahl junger Lerte zu großen Talmtde Chachamtm herangebiltet, die jetzt in seinem Geiste als Rabbirec wirken. Seine Beerdigung gestaltete fich zu einer Den onstration der Kwc u) £ atauro und war ein Beweis für die grenzenlose Sympathie, die man der Seele jenes frühnerschtedenen Zaddtk entgegenbrachte, der so harmonisch pK TVT Dtf JTin vereinigte. T armstakt, 7. März. Dem israelitischen Religtonsichrer Leopold Grünbaum zu Eberstadt (KretS Darmstadl), wurden die Rechte eines endgültig angestellt n Bolksschullehrers verliehen. Briefkasten. S. S. iu M. und W. M. in K. Eine Bibelübersetzung, die ganz unserem Ideal entspricht, läßt leider noch auf sich warten. Auf jeden fkall ist Zunz vorder anderen von Ihnen genannten Uebersrtzung vorzuziehen. Avon. in Hamburg. Darüber gibt Ihnen Herr Kantor B l u h m tn Wiesbaden Auskunft. (Jereinskalender. Verein Mekor Chajim. lBereinslokal Langestraße 18.) Freitag, den 10. März, abends 87« Uhr im Bereinslokal: Zwanglose Zusammenkunft. Samstag, den 11. März, nachmittags 37« Uhr im Hörsaale der Synagoge Friebberger Anlage: Mikro- Vortrag deS Herrn Lehrer Goldschmidt. Jüdische Krauen Vereinigung e. B. Mitt* woch, 15. März, nachmittags 4 Uhr, im Kursaal „Milani", Friedberger Anlage: Gemütliche Zusammenkunft. (Letzte in dtesrm Semester). TanHliennackrkMen. Geburten: Einen Sohn: MarcuS Flörsheim Frankfurt a. M, Uhlandstr. VermNblte: Hugo S alvendi» Helene geb. Cohn, Frankfurt a. M. — Gedaljah Winter» Cassel, Bella geb. Grünebaum. Regensburg. Barmltswobfeiem: Ha n-, Sohn des Louis Bär, Ostendstr. 14, in der Synagoge der JSr. Religionsgesellschaft — Kurt, Sohn de- Moritz Reichenbach, Halberstadt. — Saum, Sohn deS Leopold Grüns seid, Preßburg. Z-repd Ißarkiu, Bnr8$ttinfmt. QPettf. Mazzothfabrik mit Dampfbetrieb und neuesten Maschinen. Beste Bezugsauelle für WiederverlSufer. 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SrgUkfnrtM.M 5 55 März Adar 7 1(1 iverlin .... — - 6 421 München . . . — — 8 5Bl Gtrnfthnrg . 6 — 7 05| •ntCTftftft. . . 5 45 7 -I Voien .... 5 30 6 881 Nürnfterg . . 6 — 6 531 Paabttüt . . — 7 021 Für de» Rektarueuteil ist die Redaktion nicht verauti wörtlich r insbesondere ist eS ausschließlich Sache des Leser, die im Sieklametett enthaltenen Gmpfehlungkt ritueller «aren oder sonstige Angaben religionsgeseh ltche« Charakters ans ihre Znverläffigkett zn prüfe«. Mir« inweissweine streng nDB bp 1tS>2 prima Qualität offerieren freibleibend 8 Tage per Liter im Faß.von M. 1— an per 3/4 Literflasche.von M. 1.10 an Probesendungen von 15 Fl. an. Referenzen orthodoxer Rabbiner. Wer Geld sparen will, decke sofort seinen Bedarf] r Blmnsntlisl NiiiMng fmkhrt». M Sandwef 89« (156371 Kaiser Friedrich Quelle Alleiniger Vertreter für Frankfurt a. M.: Friedrich] Stahl, Stallburgstrasse 9. — Telephon No.259u.714i Omnbacber Druckluft -lnlagej Telefon 123. Offenbaeh a. M. 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