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Der Israelit · 1911-02-23 · Heft 8 (23.2.1911) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
52 (1911)
Issue
Heft 8 (23.2.1911)
Date
1911-02-23
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Der JSraeM. Sette 12. No. 8. 2\ Februar 1911. 0"n rc.) auseinander. Denn wenn auch der talmudische Bericht des Tannaimstreites (Nasir 43 a) auf diskursiver Lesart beruht und hierdurch das spätere Auseinandergehen der Entscheide veranlaßte, so bemerkt doch der n"a (Tur I. D. 370) mit Recht: nutDvaa mn pds n)m 'ko *?an Mlp'? piDS^ Qlpo pK, und es besteht unter den D'pDte in der Tat kein prinzipieller Streit darüber, daß, wenn auch, wie 'Bin ropoo Nasir a. a. O. ergibt, n'trsi xpsp ny "wo py% so doch bviiVK ttn Pinna pyS daß, obwohl ein vvv nicht xooo ist, ein pa doch das für ihn geltende twv' dH-Verbot überträte, wenn er die Nähe des DDia nicht miede. Es ist klar, daß diese für den pa geltende Ausnahmsbestimmung nicht einen Abbruch des dem DOIZ innewohnenden Persönlichkeitswertes bedeutet, sondern nur eine Konsequenz der Ausnahmsstellung ist, die der pa in der nxvio- und ninO-Gesetzgebung überhaupt einnimmt. „Der Gott, dessen Name dem Priester im jüdischen Volke seine Stelle anweist, ist ein Gott des Lebens, die freimachende, belebenderen Menschen zum freien Wollen und zum ewigen Sein Mporrichtende Macht des Lebens, nicht die Kraft und Leben brechende Gewalt des Todes, ist seine erhabenste Manifestation. Nicht wie man sterbe, sondern wie man zu leben habe und lebend schon den Tod, den Tod des Lebens, die Unfreiheit, die Physische Gebundenheit und sinn liche Schwäche siegreich zu überwinden, jeden Augenblick des sittlich freien, denkenden, wollenden, schaffenden und vollbringenden und auch genießenden hieniedigen Lebens als einen Moment des eigenen ewigen und ewig Gott dienenden Lebens zu verleben habe, das ist die Lehre, als deren Stätte Gott sein Heiligtum geweiht und für derett Dienst er die D'ina, die Pfleger der „Lebensbasis und -Richtung" (pa=pa) im Volke geheiligt. Wenn der -Tod dte Volksgenossen zur Liebestätigkeit an der Leibeshülle einer von Gott heimgerufenen &£: versammelt, haben die p *>ina fern zu bleiben und durch ihr Fernbleiben die Standarte des Lebens neben der Leicbe aufrecht zu halten und in ihren Volksgenossen die Gedanken des Lebens, d. i. die Gedanken von der sittlichen Freiheit und von dem den physischen, alles sittlich Freie tötenden Gewalten nicht untertänigen eigentlichen göttlichen Menschenwesen, nicht durch die Gedanken des Todes überwuchern zu lassen. Nur wo die Lebenspfltcht selbst den Priester aufruft, seine letzte Gatten-,Sohnes-,Vater-, Bruderpflicht an der Hülle einer Heimgegangenen VS2 zu erfüllen, oder die Verlassenheit einer Leiche ihn zum Vater und Bruder des Verlassenen stempelt, da tritd der Priesterberuf vor dem Familien- und Menschenberuf zurück, und die Beteiligung wird nicht nur gestattet, sondern Pflicht. Sonst haben sie der Leiche fern zu bleiben." (Comm. Lev. 21,5.) Während also das Gesetz beim Volke die von einer Leiche ausgehende Trübung der Energie des sittlichen Bewußtseins zu paralysieren sucht, läßt es beim pa es nicht einmal zur Gefahr einer solchen Trübung kommen, indem es ihn im Hinblick auf seine besondere Aufgabe aus der Nähe der Leiche fernhält. Wenn es aber beim pa zu einer Trübung her sittlichen Bewußtseinsenergie nicht einmal kommen darf, so leuchtet es ein, wenn Nascht zu Nasir a. a. O. erläutert: yuvDi pöbn p--n bbn' *6a '«p ddiiq iVek lSnnSo nrb i'v'i) b'"'pr bbn nrnb isid ddu ,'ia«, bbn^ rH-, -wxpi nn'D1? pooia an (na Dem pa gegenüber, diesem „Pfleger der Lebensbasis und -Richtung" steht der OMI nicht, insofern in ihm der euige Persönlichkeitswert der unsterblichen VS2 vorwaltet, da, sondern das Erlöschen des durch lebendige Tatkraft bedingten, im wirklichen Leben sich bewährenden Wertes oben in anderem Zusammenhang betonten, nicht nur ewige, sondern auch im wirklichen Leben sich tatkräftig bewährende Persönlichkeiten voraus. Für den pa ist darum ein ddu bereits verschieden. Umso weniger ist aber der. ewige Wert unvergänglichen Persönlichseins ihm entschwunden. Was ihm das hieniedige Leben gereicht, um sich damit zu einer abgeschiiffenen Individualität zu formen, vermag er wohl nicht mehr zu behaupten. Denn bitterer, als ein vollkräftig Lebender es je vermöchte, „erkämpft" der DDU, in tragisch genauem Wortsinn, einen höheren Lebensstand. Alle Organe sind im Erlöschen, die das Leben empfinden und genießen.. Und vermöchte der ODtt zu reden, die Erhöhung aller Dinge wäre das Thema feiner Predigt. Im DDU küßt sich das intellektuelle Moment mit dem affektiven: Die nb'Di ist ein affektiver Zustand, der über sich selbst hinaus zu einem intelligiblen Dasein von ewiger Weite und Wahrheit strebt und versöhnt mit der kleinlichen Enge, in der das Schicksal zu leben verurteilt, dem Gesetz der Sache, als einem göttlichen, sich unterwirft. Sücderrcbau. tritt dem pna gegenüber umso schärfer hervor, je weniger der pa es mit der Sphäre des ewigen Seins und je mehr er es mit der des hieniedigen Lebens zu tun hat. Als Vertreter des Gesetzesheiligtums sicht dcr jüdische Priester da. Die Lösung derHeiligtumcavfgabe setzt aber, wie wir Liturgische Uebungen. Heft I. Herausgegeben von der Kantorenkommission des Verbandes der Mischen Lehrervereine im D. R. Im Kantorenkreise Deutschlands beginnt es sich zu reg n. Der Geist emsiger, zielbewußter Arbeit ist erwacht. Bon den Beamten der kleinen und mittleren Gemeinden ging die Anregung naturgemäß aus; die der Großgemeint en haben die Förderung sich zu eigen gemacht und gingen alsbald zur praktischen Arbeit über. Die Kantorenkommission hat sich nun zur vornehmen Ausgabe gemacht: 1. durch Schaffung eines e nheitltchen Lehrplanes für alle jüdisch n Seminare- 2. Herbeiführung einer einheitlichen Prüfungsordnung für alle jüdischen Kantoren im D. R.- 3. Herausgabe eines Lehrbuches für den Chanesusunter richt eine beffere Vornnd Fortbildung des jüdischen Lehrers im Kantorrat zu bewirken. Letzterer Auftrag ist der bewährten Hand des Oberkantors Birnbaum in Königsberg anvertraut worden Aber nicht bloß für die angehenden" Kantoren und deren Vor bildung, sond rn auch für die Fort bildung dcr bereits im Amte Befind lichen ist dadurch Sorge getragen, daß genannte Kommission Viertel- oder Halbjahrsheftre herausgibt, die zur Bereicherung des Repertoirs, Veredelung des Geschmackes und Hebung des ästhetischen Kunstsinns das ihrige beitragen müssen. Das uns vorliegende Heft zerfällt zu gleichen Teilen in tt-ttfiktheoretischen und liturgischen Auseinandersetzuttgen, wie in praktischen beispielgebenden Musikpiecen bedeutender Fachmänner. Bon rezitativtraditioneller Fornr erwähnen wir H^'l v. Berggrün, ny v. Rubin, beide leichtsaßlich und gefällig. In harmonischer Beziehung zeichnet sich von Klrschner ganz besonders aus. Wie zwei diametrale Gegensätze, Knechtung und Erlösung, Schmerz und Jubel, dumpfe Verzweiflung und frohe Hoffnung wirken dte zwei letzten Piecen. n2tn v. A. Fried - mann ist seinem elegischen 8. woli-Grundton nid) der subjektive Empfindungsausdruck jenes psychischen Wehes, welches ein Erbstück des Ghctiolebens der Juden slavisch r Länder bleibt, während das EHrn nana in seinen! Dreiklang (v. Birnbaum) deni Texte entsprechend die Erlösung verkündet. Interessant und lehrreich ist, was B. im Anschluß an dte Melodie über die Materie des IPPp bringt. Nur hätte er die Lösung des unverständlichen Woriräts ls nSjya ntPX angeben müssen. Diese Worte sind der Anfatlg einer in alphabetischer Reihenfolge abgefaßten nanadie auch bei 'nn typp gesprochen wurde. Ausg schloffen scheint uns die Vermutung, daß nach genann er nana. /J33nn tPPp gesprochen n urde. Sdpbd DO/ a"' na^.n v"'' pns und D"aon ttnnpn HD13 n^snn- Im übrigen sei das Heft Kantoren bestens enrp sohlen. Bi Lehrbuch der /"am ätschen Sprache des baby lonishen Talmuds. Grammatik, Chrestomathie und Wörterbuch. Bon Dr. Max L. M a r g o l i s, Professor am Dropsie College, Philadelphia, Pa. München, G. H. Beck, 1910. 19 Bogen. Preis geb. 10 Mk. Als dritter Teil der von Professor Strack herausgegebencn Clavis linguarum Semiticarum ist mit dem anzuzeigenden Buche aus der Feder eines tüchtigen Gelehrten die erste Grammatik des babylonischen Talmuds erschienen, die mit Recht den Anspruch erheben darf, als wissenschaftliche bezeichnet zu werden und die sowohl in bezug auf das benutzte handschriftliche und gedruckte Quellenmaterial als auch in bezug auf ihre zweckmäßige Anordnung und Durcharbeitung des Stoffes alle älteren Arbeiten überlrifft. Den größten Teil der Grammatik füllt die Formenlehre aus (S. 8—61)- doch ist auch die Syntax eingehend behandelt (S. 62—97). Das Lesebuch enthält, wie dasjenige in Stracks hebräischer Grammatik, zunächst nach den Paragraphen der Grammatik geordnete einzelne Formen und Sätze, denen dann 50 Seiten zusammenhängender talmudischer, und zwar aggadischer und halachischer Texte folgen. Ein Wörterbuch, das wegen des gleichzeitigen Erscheinens einer deutschen und einer englischen Ausgabe die Uebersetzungen in diesen beiden Sprachen enchälr, bildet den Beschluß. Es ist selbstverständlich, daß bei dem bekannten Charakter der handschriftlichen und gedruckten Quellen manche Unsicherheit in bezug auf die Feststellung einzelner Fvrnien und somit auch einzelner Gesetze der Formenlehre, mancherlei Unklarheit auch noch auf dem Gebiete der Syutax vorhanden sein muß. I" solchen Einzelheiten wird man als anderer Meinung sein können wie der Verfasser und wird fernere Forschung manches abweichende Resultat bringen. Immerhin darf die Arbeit als Ganzes lollauf anerkannt und muß ihr weiteste Verbreitung gewünscht »verden. Einige Details sollen als Beweis uns-res Interesses an dem Werke noch hier mitgete.lt werden. S. 78 § 57d nn1? JOplX (Zitat aus Berachoth 30») ist, wie der Zusammenhang ergibt, nicht richtig übersetzt uird muß heiß n: . laß auch mich stehen" (d. h. halt machen, im Gegensatz zu: wcitergehei'.) -- Daß das sübstantinische Fragepronomen, auch adjektivisch gebraucht werdcn könne scheint mir aus dem S. 72 § 51 d angeführten Beispiel nicht erwiesen, wie besonders die Variante #nai JKö n^y (oder THDO Xpn) TnDÜl «1 zeigt - Die im § 57o S. 78 angeführte Fornr des Zitats aus Berachoth 35 b: .. . '#Dp Tnn X^P scheint weniger richtig als die Wiedergabe des gleichen Satzes im § 66c S. 90. — Die Konstruktion pl 15V H03 13^ fl’X» die der Verfasser im § 62c S. 8/ anführt, scheint mir nicht richtig aufgefaßt m sein: cs scheint sich nicht um ein prononünales Objekt zu handeln, sondern um l incu Satzbau, bei den» n'X mit folgendem b dem deutschen „haben" rntspricht. Zum Schluß noch zwei Kleinigkeiten: Man hört so manchmal über alte Traditionen lächeln, die rhne Kenntnis ihrer Gründe mit besonderer Gewissenhaftigkeit > ehütet werden. Dahin gehört z. B. die Orthographie der Worte p^Ditn und pnnn (mit je drei Jod) in dem Text der Scheidebriefe, und so mancher hält sich für berechtigt, an eine Schrulle der alten, angeblich Philologisch so ungebildeten Rabbinen zu glauben. Margolis sichrt die Formen richt g an und läßt uns erkennen, daß zwei Jod den Konsonannten „j" bezeichnen und das dritte als m >ter iectionis den darauffolgenden Vokal anzeigt. Stünden nur zwei Jod, so würde das Wort als 2. oder 3. f. pb. erschernen, wie die Dezisoren bereits bemerken. — Die neuen Tolmudisten tun sich bisweilen viel auf ihr korrekteres Lesen zu gute, durch das sie sich von den altmodischen Lamdonim unterscheiden. Die alte Formel pan 12N, so meinen sie z. B. und so druckt Baer jLeket Zebi S. 250 und sonst), sei die Jahrhunderte hindurch falsch gelesen worden und dürfe nicht: Tonu R a b b 0 n 0 n, sondern nn'isse Tnau Rabbonon heißen. Ein Blick in unsere Grammatik (§ 31 Tab. XIII Anm. a sowie § 58c S. 79) beweist die Richtigkeit derli herkömmlichen Bokalisierung Wäre der Gegenstand nicht so verhältnismäßig unbedeutend, man tväre versucht, auch hier das Bibclwort n3N ^X "qDX nJp? m der vom Ende des Traktats Berachoth bekannt n Deutung anzuwertden. — Jedem, der die sprachliche Seite "des Talmuds erforschen will, sei das Buch bestens emp'ohlen. >3"0V n^yaiyixn ntynx ppv n 'in nno nx' mn d ♦p'^bypn typxa pox^xj p"p n"ax Es ist ein stattliches Werk von gediegenen! agadischen Inhalt, das uns der als hervorragender Kanzelredner und Gelehrter rühmlichst bekannte Oberrabbiner Rosenselb- Galgocz bietet. Die Erfahrung eines reichen Leberis wird hier agadisch verwertet. Die Probleme sind aus dem Leben gegriffen und sie sind uns allen vertraut, und wir freuen uns um so mehr, einen fach- und sachkundigen Führer bei der Lösung dieser Probleme in dem Werke zu erhalten. Die Sprache des Werk s ist einfach, ohne jedoch trivi l zu w rd n. Die Belesenheit des Berfaffers in der Midrasch- und Agadahllleratur erregt unsere Bewunderung. Alles in allem ein Werk, das allen treunden der Agadah wärmstens empfohlen werden kann, u beziehen ist das Werk durch den Verfasser. Brasso. Dr. K.

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