Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 52 (1911)
- Issue
- Heft 3 (19.1.1911)
- Date
- 1911-01-19
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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19. Januar 1S11 »rc Israelit ft. 3 Seite 9 Kopenhagen, 9. Jan. Ihrem htestgen Berichterstatter wird nur wenig Gelegenheit geboten, von sich hören zu lasten, denn es geschieht in unserer Gemeinde fast garntchts. Um so erfreulicher ist eS daher, wenn sich ein kleines Zeichen jüdischen LebenS bemerkbar macht, wie es in dieser Woche der Fall war, indem man von mehreren Seiten bemüht gewesen, derselben, den Stempel einer wirklichen Chanukah-Woche zu geben sowohl durch besonderen Gottesdienst in der Synagoge, als durch verschiedene Festlichkeiten. So wurde dcn Schülern der hiesigen Gemeindeschulen nach dem Gottesdienste, dem sie beiwohnten, eine besondere Feierlichkeit bereitet. Frau Justizrat Bauer hat es sich nicht nehmen lasten, ganz allein die Kosten der Chanukahfeter zu tragen. Bet Gesang, Spiel, Vorführungen und Ansprachen vor und während der guten Bewirtung und Veschenkurg verlief der frohe Abend in schönster Weise. Auch den Mädchen wurde eine überaus schöne Ehanukahfeter zuteil, und hier war es besonders Fräulein D a v t d s e n, welches kein Opfer gescheut hatt-, um den jungen Schülerinnen allerlei Freuden zu bereiten. Aber nicht allein den Kindern, sondern auch den Erwachsenen brachte eine Vorstellung des hiesigen „Mosaischen Jugendvereins" recht heitere Stunen, die dom zahlreichen Publikum, vnter welchem sich auch Herr Rabbiner Dr. Lewen st ein befand, mit großem Beifall ausgenommen wurde. Wien, 3. Jan. Am 2. Chanuka-Abend fand im Beth-Hamtdrasch PJ? in der Schiffschul ein feierlicher „Sztjum" statt, überden Die Teilnehmer versammelten sich in dem geräumigen Lokal des Vereins „Einheit", besten großer Saal für den Festabend freundlichst zur Verfügung gestellt wurde. Als erster Redner sprach Herr Rabbiner F ü r st dem Kollegen, Herrn Josef Baumgarten, wie auch dem Vereins-Vorstände verdiente Anerkennung aus. Es sprachen ferner die Herren Rabbiner Baumgarten, Fleischmann und Schenk. Im Namen des Kultusvorstandes begrüßten Herr Dr. Spitzer und Herr Adolf Schromck die Festgäste, der freudigen Genugtuung Ausdruck gebend, daß in der Residenz noch so viel Sinn und Interesse herrsche für die Lehre des Judentums. Es srachen noch Herr Bernh. Hofbauer, Herr Wilh. Pappenheim und Herr Philipp Back, Obmann des „Ez Chajim". Während der Pausen trug Herr Oberkanivr Gutmann einige Gesangspiecen vor, die beifälltgst aufgenemmen wurden, ebenso der Letter des Vereins, Herr Müller, der auch das hebräische aisergebet wirkungsvoll sang. Das Tischgebet erzielte den hohen Betrag von 253 Kr. und wurde Herr Rabbiner Baum garten mit der Rezitation desselben beehrt. Um Mitternacht verabschiedete man sich mit dem erhebenden Bewußtsein, einen, wahren Thorafeste betgewohnt zu haben. R. Basel, 9. Jan. Gestern hielt Herr cand. phtl. Heinrich Cohn im Verein „Kadima" einen Vortrag über „Die Totenbestatturg in alter und neuer Zelt". Der Referent schilderte zunächst in ausführlicher Weise die Bestattung bei den Aeghptern, Indern, Griechen und Römern und kam dann ans die Feuerbestattung in moderner Zeit zu sprechen. Tie Kremation widerspreche nicht nur den religiösen Gesetzen und dem jüdischen Geiste, sondern ste ist auch gegen bas alte Herkommen. Starker Applaus belehnte den Redner für seine treffenden Ausführungen, denen die Zuhörer mit gespannter Aufmerksamkeit folgten. A. Personalien. Jchenhaufen, 16. Jan. Am ^'1 'S ptW? feierte in aller Stille, um allen Ehrungen zu entgehen, unser allverehrter Dtstritsrabbtner Herr Dr. Ahron Cohn in körperlicher und geistiger Frische seinen 70. Geburtstag. Der Jubilar, der seit 36 Jahren an der Spitze der htestgen Kultusgemeinde stkht, ist ein geistvoller Redner, aber auch ausgezeichnet durch hervorragende Thoragelehrsamkeit und modernes Wissen, sowie unerschöpfliche Tatkraft, Eigenschaften, die er seit Jahrzehnten ganz in den Dienst der jüdischen Gemeinde gestellt hat. Herr Dr. C hn ist seit JahrenPräsident des Bayerischen Rabbiner- Verbandes und war allezeit ein entschiedener Vertreter des gesetzestreuen Judentums. Möge es ihm vergönnt sein, noch weiter VL2N1 tn bisheriger Weise für die jüdische Sache zu wirken. Fulda, 18. $an. Der Stadtverordnete Herr Nathan Eschwege und seine Frau Fanny geb. Wertheim feiern am Montag tasFest der Goldenen Hochzeit. Das Jubelpaar erfreut sich dollkvmmener körperlicher Rüstigkeit. Brückenau, 1. Jan. Hier starb im 77. Lebensjahre Witwe Karoline Grünebaum. Ihr Wirken innerhalb ihres echt jüdischen Hauses, ihr an "DN jeder Art reiches Leben würde gewiß eine ehrende Gedenkrede gerechtfertigt haben, hätte nicht ste selbst tn ihrem bescheidenen Sinne fich jedes Wort des Nachrufs an ihrem Grabe verbet n. Daß ihr Andenken in unserem Kreise lebendig bleche, dafür hat ste durch Erziehung ihrer Söhne und Töchter zu treuen Anhängern des überlieferten Judentums wohl am besten gesorgt. Marburg, 2. Jan. In seltener körperlicher Rüstigkeit und GetsteSsrische beging heute der erste Vorsteher der htestgen Gemeinde, Herr Lederhändler Koppel Strauß, seinen 80. Geburtstag und gleichzeitig sein 30jährtges Jubiläum als Gemetndeältester. Der angesehene, überall geachtete Greis und gute 'Yrv war der Gegenstand vielfacher Ehrungen auch von seiten der Gemeindeverwaltung. Bub, 2. Jan. Am 1. Tage des ChanukahfesteS feierten die Eheleute Simon und Hanna Sulzbacher im engsten Familienkreise das Fest der goldenen Hochzeit. Beide, obzwar schon 86 bezw. 80 Jahre alt, sind sowohl körperlich als geistig noch sehr rüstig. Hnr Sulzbacher und seine Ga.ttn zeichnen fich durch außergewöh-l che Frömmigkeit und Uneigennütztgkeit aus, weshalb ste auch sowohl bei Juden als auch Christen große Verehrung und Achtung genießen. Kronath. 1. Jan. Herr Lehrer Moses Metzler in Kronach wurde von Sr. Kgl. Hoheit dem Prtnzregenten Luitpold zum Hauptlehrer ernannt. Abterode, 1. Jan. Am verflossenen Freitag fand hier die Bestattung des nur 28 Jahre alt gewordenen Lehrers Lehmann Oppenheimer aus Breitenbach unter großer Teilnahme statt. Biele Freunde und Bekannte des Verblichenen mußten des nahen Schabbos wegen die Reise hierher unterlassen. Oppenheimer war hier geboren und erzogen. Am Sonntag während der Ferien war er zum Besuch bei seinem Bruder und seiner Schwägerin hier etngetroffen. Da warf ihn die Influenza aufs Krankenlager. Aus dem durch Leiden geschwächten Körper kehrte seine reine Seele in die ewige Heimat zurück, zum großen Schmerz unserer ganzen Der Verstorbene war ein braver Jehudt im Denken und Empfinden, Leben und Streben. Das Lernen unserer rwnpn min betrieb er aufs e frigste und n*TQi? im schönsten Sinne des Wortes war ihm Herzenssache Verhältnisse und Menschen vermochten ihn in seinen frommen Vorsätzen nicht wankelmütig zu machen. Szeniez, 25. Dez. Unter außerordentlich starker Beteiligung wurde heute unser allverehrter Dajan, Rabbi Menachem Feuer der Freitag nach schwerem Leiden im Alter von 72 Jahren verschied, zu Grabe getragen. Der Verstorbene war ein 22N besaß eine umfassende talmudtsch: Gelehrsamkeit und war allgemein verehrt und geachtet. Er gehörte zu den Schülern des “TKOK /*T1!T 'T die dieser bet seinem Stellenwechsel von S^enicz nach Szerdahely mttnahm. Nachher lernte er auch einige Jahre beim 2J"I2 Vitt in der Preßburger In feinen früheren Jahren war er Rabbiner in Berbccz. Im Jahre 1885 legte er, da das Gesetz der Matrikellührung ins Leben trat und er der ungarischen Sprache nicht mächtig war, das Rabbinat nieder und seit dieser Zeit wirkte er hier als pY Ein Vierteljahrhundert wirkte er zur allgemeinen Zufriedenheit der htestgen Gemeinde. Die Teilnahme beim Leichenbegängnis war auch eine imposante Kundgebung der aufrichtigen Trauer und Verehrung. Herr Oberrabbiner Marmor st ein, hielt tn gewohnter meisterhafter Weise einen inhaltsreichen in welchem er die Verdienste und Vorzüge des Verblichenen rühmend herborhob. Die Rede machte auf die zahlreiche Versammlung einen mächtigen Eindruck. Briefkasten. A. Z. in F. Dr. Paul Nathan, Berlin, Ziethenstr. Lehrer R in W. Israelitisches Schwesternheim, Frankfurt a. M., Königswarterstr. R. R in 91. Aus Ihrem Schie ben geht nicht hervor, ob Sie ein h e h r ä i j ch e s oder ein in einer europäischen Sprache erscheinendes jüdisches Blatt meinen. D. G. in P. Sowohl die betreffende Gemeinde wie das in Frage kownienbe Seminar stehen auf streng gesrtzesireuem Standpunkte. Mit gewünschter Adresse können wir Ihnen leider nicht dienen. M. Sch. Gl. Wir haben Ihre Lösung dem Autor zugestellt. K. E. in Gl. Der Herr ist uns nicht bekannt. Am besten erhalten Ste Auskunft beim dortigen Rabbiner. B. H. in C. Es geht doch nicht an, jetzt noch über eine am 'tP stattgefundene Feier zu bertchtcn. Rabbiner S. R. in Jerusalem. In Preußen nicht, in Sücdeulschland hie und da. N. K. R. Es würde zu weit führen, im Rahmen einer Brtefkastennotiz auf die wichtige Frage einzugehen. Vielleicht findet fich bald Gelegenheit, fie zum Gegenstand eines Artikels zu machen. M. K. in E. Die fraglichen Plätze find im Hamburger Verzeichnis nicht angeführt. Wir wissen daher keine wettere Auskunft zu geben. W. in F. und viele andere. Natürlich wird jBp S"2V für fcatP t« diesim Jahre Sonntag n'""} abgehalten und nicht, wie in Ihrem irrtümlich angegeben ist, am vorhergehenden Donnerstag. Ja*ilf««acbricbtcn. Geburten: Einen Sohn: Leopold Op den heim er (Weil) hier, Barenstr. 4. — Zahnarzt Sam. Nathanfen (Engel) hier, Eschenheimer Anlage. — Bernhard Salomonowitz (Goldin) Gunzenhausen i. B. — Eine Tochter: Meier N u ß b a u m (Kahn) Fulda. Veirlobte: Rachel Ullmann, Ferdinand Lunzer, Antwerpen-London. — Ella Diamant, Salomon Bischitz. Nyitra-Sopron. — Clara Stern» Salmon Bollweiler» Stuttgart'Heilbronn. — Klara Eommerich, MoseS Balk, Aschaffenburg'Frankmrt a. M. Vermühlte: Lehrer Beni Rohrheimer, Selma geb. Levy, Biblis. — Lehrer Hermann Levv, Jeni geb. Rohrheimer, Ettlingen. Barmizwohfeier: Joseph» Sohn von Gabriel Hirsch, Halberstadt. — Siegmund, Sohn von Rabb. Dr. Petuchowski, Berlin. Labbat - Anfang u. Ausgang matt rotp eil: Anfang Betont Ausgang UhrlMin. 1911 | 5671 UhrlRin. 21. 21. greullurt e. M. 4 35 Januar Tebeth. 5 50 Berlin .... — — 5 18 M Suchen . . . — — 5 42 Straftbnrg . 5 — 5 55 Stuttgart. . . 4 45 5 45 Pete, ... — — 5 08 Nürnberg . . 4 50 5 37 eMMehwi** — 5 33 Kaiser J>ie9rich Quelle I. Ranges. Alleiniger Vertreter für Frankfurt a. M. Friedrich Stahl, Stallburgstr.9. Teleph. No. 259 u. 714. Offenbacber Druckluft - Anlage Telefon 123. OffenbaeJi *. M. Telefon 123. Unübertroffene bewährteste Teppiohrelniguag. Selma Vojes, fraakjart a. jf„ Qockslrasse 23 Maschinenstrickerei Vom 15. Januar bis 15. 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