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Der Israelit · 1911-01-12 · Heft 2 (12.1.1911) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
52 (1911)
Issue
Heft 2 (12.1.1911)
Date
1911-01-12
Page
– (sequence 9)
Language
German
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12. Januar 1911 1 öiS I V, Stunden darauf verwandt, um in gründlicher Weise die rWft mit den dazu gehörenden Kommentaren von pTYükHS und v"' niBDin unter Heranziehung von Belegstellen aus der gesamten jüdischen Literatur zu beleuchten. Und wieder einmal find die d'^D NVV in unermüdlichem dreizehnjährigen Studium bewältigt worden, ein Ereignis, das trotz der nun bereits 180 Jahre währenden Dauer dieses r,Jtt7ttsScl|tur8 nicht allzu häufig vorgekommen sein dürfte. Der xzi'v wurde im Hause deS Herrn LoutS Koppel, emeS Vorstandsmitgliedes der Klaus, unter zahlreicher Beteiligung der Mitglieder deS KlauStnstttuteS und sonstiger geladener Gäste gefeiert. Unter den Ehrengästen find außer den drei Klausrabbtnern E. Duckeß, Dr. Spiegel und Jakob Cohn vor allen hervorzuheben Oberrabbtner Dr. Lern er-Altona und Oberrabbiner Dr. Spitzer- Hamburg. Nachdem die Herren Rabbiner Dr. Spiegel und Duckeß die letzte NZVH2 von QVJCplJ? beendet und.Herr Rabbiner Cohn die erste N)Vv von JTD'"D begonnen hatten, hielt der Borfitzende deS KlauStnstiturs, Herr Wolf Möller, die Festrede, in der er besonders der Klausrabbiner R. Josef Cohn R. Eltjohn Munk und R. S. Ktß ^7 gedachte, die den jetzt beendeten Zvllus begonnen, resp. weitergeführt, aber sein Ende nicht mehr erlebt haben. Nachdem dann noch Herr Rabbiner I. Cohn geredet hatte, sprachen die Herren Oberrabbiner Dr. Lern er und Oberrabbtner Dr. Spitzer in fornvollendeter, begeisternder Weise, indem fie versicherten, beide in e nmütiger Weise für das Wohl ihrer Gemeinden und für das Wohl von ganz wirken zu wollen. Hieran schloffen fich dann die weiteren geistigen und kulinarischen Genüsse an. Es sprachen noch die Herren Rabbiner Dr. Spiegel, Dr. L. F r a n ck, Ph. G o l d s ch m t d t, L. Koppel, A. Ptntscher, I. Strauß und Jos. Auerbach. Besonders erfreute die Versammlung unser Oberkantor Nathanson mit einem wundervollen Gesang. Um daS Gelingen des Festes, das eine echte miiCQ rn*U?D war und Zeugnis ablegte von dem wahrhaft jüdischen Geist unserer Gemeinde, hatten sich die Herren Hermann Cohn, ein Mitglied deS KlauSvorstandes, mit einem selbstverfaßten hebräischen Lied, Frl. Betty Koppel, die Tochter des bereits genannten Vorstehers, mit einem deutschen Liede, und Herr Perez Cohn, ebenfalls ein Klausvorstandsmitglied, mit einem launigen Gedicht, das von seinem Sohn, Herrn Referendar Karl Cohn, vorgetragen wurde, sehr verdient gemacht. Möge eS dem Klausinstttut als Bollwerk gegen zersetzende Einflüsse innerhalb der Judenheit auch fernerhin gelingen, zu bewirken, daß die Gemeinde Altona, wie Herr Auerbach in seiner Rede es wünschte, eine (281 TI? bleibe. C. C. Hteslan, 3. Jan. Die Jugendgruppe des Vereins „Machstke Thora" beging am 1. Januar in den Räumen des jüdischen Kinderhortes, die dieser sreundlichst zur Verfügung gestellt hatte, ihr Chanukahfest. ES war erfreulich zu sehen, wie zahlreich die Jugend erschienen warein beredtes Zeugnis von dem Wirken des Vereins. Nach der Festrede, die Herr stud. für. Hirschb e r a hielt, wechselten Borträge humoristischer Art und GedichtrezUationen mit einander ab. Mit der Erstaufführung eines Theaterstückes von Siegfried Jonas, betitelt: „Der russische Jude", daS sowohl dem Verfasser als auch den Darstellern großen Beifall etnbrachte, schloß die schöne Feier Basel, 2. Jan. Wenn jemand vor einer Reihe von Jahren von einer iTnn in der „freien" Schweiz gesprochen hätte, deren Mttglteoer die Aufgaben, die fie sich gestellt und freiw llig Übe> nommen haben, tatsächlich und mit hingehendem Eifer rrfüllten, man hätte es für unmöglich gehalten. 2N<V1^N "Dl ’Ü- Wo sollten fich in der Schweiz so zahlreiche nTD ^2 finden, daß fie eS ermöglichten, alle JT)fl2DÖ von 2"V unter fich zu verteilen? Urd doch: das Unglaubliche ist zum schönen und frohen Ereignis geworden. Herrn Kantor A. Müller von Winterthur, der den Wert deS TborastudiumS als die Quelle unserer geistigen und rrltgitsen Kraft zu [Lätzen weiß, ist die Gründung der rH3n zuzuhretben, die ein Tochterderetn des „VeletnS zur Förerung deS gesetzestreuen Judentums in der Schweiz" ist. Es gelang, rnifl ^2 zu finden, welche alle Teile von 2"V, — manche Abschnitte sogar doppelt — lernten. Auf den 7. Tag des N312N-FesteS (1. Januar 1911) war der 2"VN 2VD festgesetzt. Um 11 Uhr versammelten fich im Beth-Hrmidrasch in Basel ca. 40 Freunde der Thora, und wir begrüßten manchen, der seine Liebe zur Thora auss neue dadurch bewiesen, daß er die Mühen einer Reise in der Frühe des Wintermorgens nicht gescheut. Die innere Wärme hatte über die äußere Kälte gefiegt. Am zahlreichsten war Zürich vertreten, aber auch aus Baben, Bern, Endingen, Luzern, NeuchLrel, Winterthur waren Mitglieder deS Vereins erschienen, ja sogar aus der fernen Ostschwetz, aus St. Gallen, dem Orte, der früher in religiöser Beziehung so übel beleumundet war, und wo jetzt die OHIiT irn Begriffe find, alle jüdischen Jnsttiuttonen neu zu begründen, waren Freunde gekommen. Der Präsident der c eröffnete die Versammlung Erklärungen, indem er seiner Freude über daS Erreichte mb seiner Hoffnung für die Zukunft Ausdruck gab. Dann hielt Herr Rabblrnr Dr. Cohn von Basel einen ha- ^aihischea Vortrag über nb pipT nrD3- Er entwickelt^ in der Hand der «123t der und einiger "V man» Herr A. Müller, mit einigen schönen Thora- »rr MtaAtt. EWriN die wichtigsten 2T*1 von 1211N und hatte die Freude, zu bemerken, daß die Zuhörer seinen Ausführungen, die I V, Stunde bauerten, mit Aufmerksamkeit und, wie die etngestreutey Bemerkungen bewiesen, mit Verständnis folgten. Um V,2 Uhr begann das Festmahl, dessen Leitung Herr S. T e p l i tz - Zürich in dankenswerter Weise übernommen hatte und bei dem, wie es fich für eine solche lYIXD bw nnött gebührt, aufrichtige Freude und herzliche Fröhlichkeit herrschten. Herr Rabbiner Dr. Cohn trank auf das Wohl des Begründers der ©"{p «112N, der in bewegten Worten dankte. Herr M. Mannes -Zürich bankte für den klaren und leicht faßlichen halachischen Bortrag, der gewiß manchen zum Talmudstudium angeregt habe. Herr Josef Brandets -Zürich trank auf die Zukunst desBereM«. Im Namen der Tachhemont (Bereinigung gesetzesireuer Studenten) in Bern hielt Herr cand. Phil. M. Seidel eine äußerst gehaltvolle und gediegene Ansprache, im Namen der „Bereinigung jüdischer Akademiker in Straßburg" sprach Herr stud. phl. Heinrich Cohn, im Namen des „Schomre-Thora-Männervereins", dessen Borstand in corpore erschienen war, Herr Charles Nordmanns im Namen deS „Schomre-Thora-JünglingSvereinS" Herr Emil Hey mann. Herr B. Meißner hatte ein schönes hebräisches Festlieb verfaßt, daS mit prächtiger Stimme von Herrn Oberkantor Drtj an vorgetraam wurde, der die Gesellschaft auch mit einem humoristischen Kiddusch erstellte. Herr Guggenheim-Zürtch gedachte in Wehmut der Vorläufer der JTDfi/ oer Gelehrten von Endingen und Lengnau. Herr cand. Phil. S. Adler und stud. jur. Hans A p e l b a u m sprachen im Namen der Jugend usw. usw. Zuletzt sprach Herr Rabbiner B. M. K r a u s z von Baden schöne fHifi ^121, die allgemeinen Beifall fanden. Erst die Pflicht deS AnzändenS der CKanukalichter beendete das Festmahl. Heftigen Widerspruch rief Herr Rabbiner Dr. Cohn hervor, als er mit Rückficht auf die großen IlFODtt' deren gründliches Studium längere Zeit erfordere, den Wunsch aussprach, der ©VD solle nur alle 2 Jahre statt finden, und einer der jüngeren Herren meinte unter allgemeinem Beifall, nicht nur einmal im Jahre, sondern noch öfter solle ein solches Fest, welches die Freunde der Thora aus dem ganzen Lande zusammeniühre, abgehalten werden. Die höchste Befriedigung gewährte bet der schönen Feier, die durch keinen Mißküng gettüvt wurde, daß nicht nur ältere Männer daran tetlnahmen, sondern auch jüngere, darunter Studenten der verschiedenen Fakultäten ron Zürich, Bern und Basel, welche die Thora niemals als Spaten gebrauchen werden, um damit zu graben, und wrlche dte Thora um ihrer selbst willen lieben. Unwillkürlich sprachen wir die Anfangsworte des Gesanges, nach dessen Melodie das Festlied gesungen wurde, "pp ljniiWl 8*1/ noch bestehtund blüht unsre Hoffnung. Personalien. Rabbiner Tr. Heinrich Ehrentreu vj. München, 8. Januar. Am V"VU endeten fünfundzwanzig Jahre, seitdem Dr. Ehrentreu die geistige Führung der Religionsgemeinschaft Ohel Jakob zu München übernommen hatte. Und fünfundzwanzig Jahre hatte er es in seiner beispiellosen jnjp fertig gebracht, jegliche äußere Ehrung von seiten der ihn innig verehrenden Kreise Münchens von fich fernzuhalten. Bet feinem gelehrten Bater y'atf und viele Jahre beim NLD Dfin hat er gelernt, akademische Bildung fich in Deutschland erworben, vis er nach München berufen wurde, um da dte min zu lehren, die von seinem Munde Hunderte von Schülern suchten. AuS allen Jahrgängen fchart er fie um fich, unterweist die kleinen Knaben so steude- und Hingebung'voll und selbstlos in Chumesch, wte die Zöglinge, Männer und Greise auf den anderen Gebieten deS lebenspendenden jüdischen Wissensvon früh Morgens vor dem Gottesdienst bis spät am Abend, während der ganzen Woche reiht fich fast “jWtptm werden inzwischen die Minuten eingeteilt, um andere zahllose amtlichen wte selbst gewählten Mizwaus, Taten gewidmet zu werden, und es wird keinen geben, der den teuren Mann jemals einen Augenblick müßig gesehen hätte, sei eS an Wochentagen, sei es am roV, ja am 712V am wenigsten: die Intimen seines Hauses, dieses wunderschönen HauseS, wissen, daß er fich am 712V-Mtttag die Nahrung karg nnd genau zumißt, weil er nach beendetem Mahl gleich drei, vier Schiurim hintereinander gibt und fich dte Lehrfrtsche nicht durch ein reichltchrs Mahl beeinträchtigen lassen mag. Zur Nachtzeit erst werden die vielen beantwortet, die schriftlich von überall her an ihn gestellt werden und in deren Erledigung der gewissenhafte Gelehrte so pünttlich ist, wie er besorgt und mit bangem Eifer fich der Herzensangelegenheiten der Bedrückten und Notleidenden annimmt, dte er voll unermüdlicher Geduld und zartestem Entgegmkommen stets persönlich empshngtfür fie hat er immer freie Zeit, er, der nie frete Zeit hat. Es ist die Person geworbene Menschenliebe, die aus feinem Munde spricht, aus seinen Augen strahlt, in seinem Händedruck fich fühlbar macht, in seinem Herzen zittert, tn seiner Tätigkeit lebt und schafft. Ko. 9 Gttte 9 Was Wunders, baß keiner zurückblteb, als jetzt zum ersten Mal ein solcher Mann 1ITD blD gefeiert werden sollte- und was Wunders, daß er, der Bescheidenste seiner Gemeinde, solchem elementaren Verlangen gegenüber auch daS Opfcr (für ihn wirklich ein Opfer) deS Stch-Feiern- Lassens brachte. Für Freitag abend „in Schul" war eine herrliche Feier vorbereitet. Dte Synagoge im Pflanzenschmuck und'hellem Lichterglanz, sein Putt und sein S.ssel geschmackvoll von frischen Blumen geziert, eine Fülle festlich gekleideter Besucher empfingen den Rabbiner, dm zwei Vertreter des Vorstandes abgeholt hatten und etnsührten. Als erster stand der Borfitzende der Vorstandschaft von Ohel Jakob, Herr Siegmund Fränk el, nebm der Kanzel, um unter Bezugnahme auf den ersten Bortrag, den D^. Ehrentreu vor mehr alS25Jahrm bet gelegentlicher Anwesenheit in München an einem fl) 7,2V gehalten hatte, dem lichtspendenden Edelstein an der Deckenkrone deS Ohel Jakob, dem ©>2fl p'IZt, üer die aus drei Stockwerken, Lehre, Gottesdienst und Menschenliebe gezimmerte Arche leitet, dem Lehrer dreier Geschlechter, der dte Arche von dm Grundsätzm des überuefertm Judentums, trotz stürmischer Wogm draußen, nichts avmarkten und abtragen, nichts fortschwemmm und sortentwickeln ließ, in einer wundersam packmdm Rede zu danken. Herrn Fränkel folgte Herr Dr. Werner, der Rabbiner der Kultusaemetnde Münchm, um unter Hinweis auf Stdra und Hastora dm Meister jüdtfchm Forschen«, den treu und stark am goitaegebmm, altüberlieferten Gesltz Festhaltenden und dm Priester hingehender Menschenliebe und Milde zu grüßen, ihm zu dankm für sein gesegnet Wirken m der Gemeinde und ihm zu wünschen, baß dem Baum die Früchte gleichendem Meister immerbar die Jünger entsprechen möchtm. Und bann betrat Dr. Ehrentreu selber dte Kanzel. Ergrtffm und ergreifend dankte er seinem Gott für der Liebe ganze FÜIe, die Er chm zuwendetemit Für de» Refloamiteif ist die Redaktion «icht verantwortlich r insbesondere ist eS ansschliestlich Sache der Sefer. die i« Reklametetl entyattenr» Enipfehbmaen ritueller Ware« oder sonstige Nnaade» rrttaion-Uesetz ltchen «HarakterS anf ihre ZnverlafstOkett zn strüstk». Kaiser frieörick Quelle mos. Alleiniger Vertreter kör Frankfurt a. M. Friedrich Stahl, Stallbnrgstr. 9. — Teleph. 259 u. 714 Offenbarer Druckluft - Anlage Telefon 12a Offenbaeb a. M. Telefon 123. Unübertroffene bewährteste Teppiohrelnlguag. cJuöend Verleiht e»n jart, reines Gesicht, rosiges,fügend frisch.Aussehen» weihe, fanrnretweich. haut «.ein blendendschön. Leint. Alles dies er-eugt die echte Steckenpferd - Cillemnilcb - Seife ».Bergmann «0o„ Radcbtnl. Lsttsopfg. äber.?.hab. hervorragende* von allen Kenten empfohlenes Hellu. Tafelwasser. 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