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Der Israelit · 1911-01-05 · Heft 1 (5.1.1911) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
52 (1911)
Issue
Heft 1 (5.1.1911)
Date
1911-01-05
Page
– (sequence 17)
Language
German
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7. Jahrgang M 1 Mv«Är-oeil«se zum „l$ra<iir R<4tk«Mi Rabbiner Dr. B. IZIotf ß» KdiN. Für den StipendieHfonds des Yereins für die jüdifchen Infereffen Rheinlands (G.Y.) gingen ein: N. N.-Rees 5 Mk. N. N.-Rees 5 Mk. Mehrere Herren Lehrer des Rheinlands beim Chanukkahlicht 7 Mk. Leopold Bier-Cöln anläßlich der Beschneidung seines Sohnes 5 Mk. Lehrer Schloß-Düffeldorf 5 Mk. Willy Dannenberg-Cöln anläßlich der Beschneidung seines Sohnes 10 Mk. bericht über die ordtatlicbt Mitgiiederverrammi««g des Uereins Tür die iüd. imeresre« llbei«- >sndr (L.V.) vom s. Demei so?« ($. Januar i-i>). Eine aus allen Teilen Ser Rheinprovinz außerordentlich zahlreich besuchte Versammlung hatte sich diesmal am Vorort des Vereins, in Cöln, zusammengefunden, um über die Angelegenheiten des Vereins zu beraten. Auch der westfälische Schwesterverein war durch seinen Rabbiner/ Herrn Dr. Brader-Recklinghausen und sein Vorstandsmitglied, Herrn Oskar Loewenstein-Gemen vertreten. Der Vorsitzende des Vereins, Herr M. L. Munk-Cöln leitete die Versammlung und erösfnete die Sitzung mit folgender Ansprache: „M. H.! Ich eröffne hierdurch die ordentliche Mitgliederversammlung des Vereins für die | jüdischen Interessen Rheinlands und heiße Sie I alle herzlichst willkommen. Die Versammlung tagt dieses Mal etwas j später als sonst, da am Buß- und Bettage des letzten Jahres, unserm gewöhnlichen Versamm-, lungstage, in unserm Schwestervereine in Westfalen der neue Rabbiner Herr Dr. Brader in sein Amt eingeführt wurde und unser Herr Rabbiner sowie seitens des Vorstandes unser Rendant, Herr Hanauer, an dieser Feier teilnahmeu. — Es gereicht uns zur Freude, daß der neue Rabbiner unseres Schweste.vereins, Herr Dr. Brader mit seinem Vorstandsmitglied Herrn Loewenstein aus Gemen uns heute die Ehre gegeben haben, hier mitzuerscheinenich begrüße diese Herren namens unserer aller auf das herzlichste und wünsche und zweifle auch nicht, daß diese beiden Vereine mit den gleichgestellten Zielen und Zwecken auch weiter wie bisher Hand in Hand eintreten zum Segen der Gesamtheit. — Die Tätigkeit unseres Vereins ist im abgelaufenen Jahre dieselbe geblieben, wie bisher, nämlich seinem Namen entsprechend, überall, wo es angängig war, die jüdischen Interessen im Rheinland wahrzunehmen. — Als erfreuliches Zeichen, daß unser Verein sich immer mehr Anerkennung verschafft, kann ich Ihnen berichten, daß seit der letzten Versammlung die Gemeinden: Synagogengemeinde des Siegkreises, Khlburg und Oberhausen sich unserm Verein angeschlossen habenim ganzen sind es jetzt 36 Gemeinden bezw. Korporationen, die unserm Verein angeschloffen sind. Ist diese Zahl gegenüber der Gesamtzahl der Gemeinden des Rheinlands auch keine sehr große zu nennen, so ist -och hierbei zu berücksichtigen, daß diese Gemeinden bezw. Korporationen sämtlich von Zeit zu Zeit von unserm Rabbiner besucht werden, was wohl von keinem andern Verbände geschiehtbei diesen Besuchen, wobei meistens auch Vorträge unseres Herrn Rabbiners gehalten werden, kommen auch die Mitglieder der jeweilig umliegenden Gemeinden mit in die Synagoge resp. in diebetreffenden Lokale. — Die Gemeinden wenden sich auch in allen religiösen Angelegenheiten an unfern Herrn Rabbiner und bedarf es nur dieses Hinweises, um Ihnen den Segen unseres Vereins darzutun. — Ueber die Tätigkeit unseres Herrn Rabbiners wird dieser selbst Ihnen ja später ausführlich berichtenunser Rendant Herr Hanauer wird Ihnen auch detaillierten Kassenbericht erteilen. Sie werden aus demselben ersehen, daß wir für Subventtonen für Schechitah, Mikwoaus, Religionsunterricht, Restaurationen, sowie für Stipendien an Studenten und Lehramtskandidaten, soweit es unsere Mittel erlaubten, verhältnismäßig große Summen verwandtenebenso, betätigt sich unser Verein sowohl hier bei unserm Herrn Rabbiner wie in St. Johann für den Bezirk Trier durch Herrn Rabbiner Buttenwieser aus Straßburg (Elsaß) nach wie vor durch die Fortbildungskurse für Lehrer und spreche ich an dieser Stelle auch Herrn Rabbiner Buttenwieser für seine selbstlose Tätigkeit namens des Vorstandes sowie des gesamten Vereins meinen herzlichsten Dank aus. — Auch diese Tätigkeit erfordert Mittel, da wir den Herrn Lehrern die Reisekosten vergüten. Leider mußten wir uns manchen an uns herangetreteneu Ansprüchen gegenüber ablehnend verhalten, aus Mangel an genügenden Mitteln. — Ich möchte Sie alle daher bitten, daß jeder einzelne von ihnen sein Jntereffe für den Verein weiter betätige, durch Zuführung neuer Mitglieder, durch außergewöhnliche Spenden bei freudigen und traurigen Veranlaffungenje reichlicher uns die Mittel zufiießen, desto mehr werden wir in der Lage sein, die drei Säulen des Judentums, die ja auch die Säulen unseres Vereins sind, Thora, Awaudoh, Gmilluth Chassodim auszuüben. Nicht unerwähnt will ich laffen, daß, wie Feuilleton. Ms der Segenvart. Bon S . . - (aus dem Jeschurun 1863). (Fortsetzung). Mit herzlicher Freude empfing die Kommerzienrätin ihre Tochter. Sie konnte sich noch immer nicht daran gewöhnen, dieselbe zu entbehren, bei ihrer fortwährenden Kränklichkeit fehlte sie ihr bald hier, bald dort. Aber heute lieh Arabella den Klagen ihrer Mutter nicht die gewohnte Aufmerksamkeit. Ihre zerstreuten Antworten, verbunden mit ihrem blaffen Aussehen singen endlich an, die Kommerztenrätin zu beunruhigen. Arabella fuhr zwar fort, Kopfschmerzen vorzuschützen, aber ihre Aufregung wuchs zusehends und besorgt blickten die Eltern sie an. Die Unterhaltung wurde immer einsilbiger. „Wird es Arthur mitgeteilt werden, daß du hier bist?" frug endlich der Kommerzienrat, um nur etwas zu sprechen, denn seine Tochter hatte ihm diese Frage schon auf dem Wege beantwortet. Arabella fuhr auf. „Wozu sollten sie es ihm Mitteilen, er hat ja versprochen jedenfalls herzukommen." „Versprochen hätte er das, davon weiß ich gar nichts." „Aber ich weiß es!" — rief sie wild lachend und warf ihrer Mutter das Billet zu. Dann aber brach sie in ein lautes Weinen aus. „Liebes, gutes Kind", und die Kommerzienrätin schloß sie liebkosend in die Arme, „wie kann dich dieses nur so aufregcn, es wäre ja in der Tat zu viel verlangt, wollte man annehmen, daß Arthur schon jetzt sich gar keinen Verstoß mehr zu schulden kommen ließe." „Aber seine Schwüre, seine Versprechungen." „Er wird sie gewiß halten, davon bin ich fest überzeugt. Du mußt ihm nur Zeit laffen und nicht gleich alles auf einmal verlangen. Mit der Zeit wird er gewiß noch ein ernst-religiöser Jude werden." Laut schluchzend schüttelte Arabella das schöne Haupt. Der Kommerzienrat hatte kein Wort gesprochen, unbeweglich stand er da, fein Gesicht war erdfahl geworden. Ein lautes Klopfen an der Tür, und ohne das „Herein" abzuwarten trat Arthur unbefangen fröhlich ins Zimmer. Arabella stieß einen gellenden Schrei aus und sank ohnmächttg niederzum Tode erschrocken stürzte Arthur aus sie und trug sie aufs Sofa. Angstvoll bemühten sich ihre Eltern, sie zu wecken, Arthur aber sandte rasch zum Arzt. Sehr bald fand sich dieser auch ein, aber dem Gatten schien es eine Ewigkeit gewährt zu haben. Arabella war noch immer bewußtlos, doch nach einiger Zeit schlug sie die Augen auf. Der Doktor winkte den Herren sich zu entfernen, und bald gelang es seinen Bemühungen, die junge Frau wieder zu sich zu bringen. Als er nach einiger Zeit aus dem Zimmer trat, stürzte Arthur ihm entgegen: „Um Gotteswillen, Doktor, wie geht es meiner Frau, es ist doch nichts Bedenkliches?" Der Arzt lächelte, „beruhigen Sie sich, Herr Lilienfeld, es ist durchaus nichts Besorgniserregendes", und er lächelte nochmals bedeutungsvoll. Glühende Rote überflog Arthurs Gesicht. „Verstehe ich Sie recht, Doktor, darf ich hoffen?" „Hessen Sie getrost, aber regen Sie Ihre Frau Gemahlin nicht allzu sehr aus, sie war, wie ich glaube, von jeher etwas nervös und ihr jetziger Zustand pflegt das Nervensystem gewöhnlich noch reizbarer zu machen." Der Dottor entfernte sich, Arthur wußte sich vor Freude kaum zu faffen, er wollte zu Arabella ellen, aber seine Schwiegermutter vertrat ihm den Weg. „Darf ich nicht hinein?", flüsterte er, und sah sie glücklich an. „Gleich, gleich," entgegnete sie freundlich, aber zuvor schenken Sie mir wohl ein paar Augenblicke." „Mit Vergnügen!"

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