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Der Israelit · 1911-01-05 · Heft 1 (5.1.1911) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
52 (1911)
Issue
Heft 1 (5.1.1911)
Date
1911-01-05
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
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Seite 10. Nr. 1 Der Israelit. §. Januar 1911 Reges Interesse wird dem mit Beginn des Wintersemesters ins Leben getretenen J/ob-Schiur entgegengebracht, der allsonntäglich im Vereinslokale um halb 9 Uhr abends abgehalten wird. Bei der nach Verlesung des Jahresberichtes vorgenommenen Borslandswahl legten die Herren Emil G o t t l i e b, Eugen Neuberger und Max Mainz ihre Aemter nieder. In den Vorstand wurden neugewählt die Herren Lazar Jerdel und Bernh. Molo t t o f f, während Herr Wilhelm Rosen zum ersten Vorsitzenden ernannt lvurde. Das Amt des Schriftführers wird Herr I. Sänger versehen. Bert'«, 1. Jan. In der Aula der Knabenschule der Jüdischen Gemeinde hielt am Abend des 27. Dezbr' die „Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums" ihre Generalversammlung ab. Der Vorsitzende, Herr Professor Dr. M. P h i l i p p s o n, erstattete den Jahresbericht, aus dem ersichtlich ist, daß die Zahl der Mitglieder eine wettere Vermehrung erfahren hat. Frau Marie E r r e r a» Brüsiel, Herr Generalkonsul Franz Philippson- Brüssel und Herr Baron Edmund v. Rothschild hoben der Gesellschaft insgesamt 14 000 Mk. für besondere wissenschaftliche Aufgaben zur Verfügung gesellt. Es erschienen im Berichtsjahre der 1. Band der talmudischen Archäologie von S. Krauß, die Gesammelten Aufsätze H. S t e i n t h a l s über Juden und Judentum in 2. Auflage, die Studie I. Rösels über die Reichs steuern der deutschen Judengemeinden, sowie eine Reihe weiterer von der Gesellschaft subventionierter Schriften. Im nächsten Jahre hofft der Vorstand mit den ersten Veröffentlichungen des Corpus Tannatttcum, dem 1. Bande der Germania-Judatca und dem 2. Bande des Matmonid es Werkes an die Ocffentitchkett zu treten. Nach Entgegennahme des Berichtes wählte die Versammlung durch Zuruf den bisherigen Ausschuß wieder, worauf Herr Dozent Dr. H or v v itz - Breslau einen Bortrag über „Die Stellung des Aristoteles bet den Juden des Mittelalters" hielt. Der Generalversammlung war am Vormittag eine Außschußfitzung vorangegangrn, die sich hauptsächlich mir den wissenschaftlichen Aufgaben der Gesellschaft beschäftigte und mehreren Forschern namhafte Subventionen bewilligte. Das Andenken des um die jüdische Allgemeinheit Verdienern Dr.HirschHtldeshetmerehrte der Ausschuß durch Erheben von den Sitzen. Fulda, 2. Jan. Seit einigen Monaten hat hier das schon vor einigen Iah en von hiesigen Geschäftsleuten gegründete „Fortbtldungshetm jüdischer junger Kaufleute" seine Tätigkeit wieder ausgenommen. In dem Heime soll Handlungsgehilfen und Lehrlingen Gelegenheit geboten werden, ihre frue Zeit praktisch zur Weiterbildung zu verwerten. Unter tatkräftiger Le.tung des perrn A. Friedmann ist das Programm so festgelegt, daß es Kizur Schulchan Oruch - Borträge, deutsche Literatur, Stenographie umfaßt, denen sich ein Buchfüyrungskursus noch anschließen soll. Außerdem hat sich der größte Teil der Mitglieder bereit erklärt, a i den außerhalb des Vereins stutlfindenben Schiurim tetlzunehmen. Am letzten Abend ves Chanukahfestes versammelten sich alle Mitglieder tu Saale des Restaurants Birkenr u t h, um ein offizielles Stiftung fest zu feiern. Eingeleitet wurde die Feier durch gemeinschaftliches Entzünden der Chanukahtichter, woran fich der Gesang des „Moaus Zur" schloß, das nach einer für mehrstimmigen Chor geeigneten Melodie klangvoll zum Vortrag kam. Die durch das Bild des grvgen Lichtermeers ohnehin schon sehr weihevolle Stimmung wurde gehoben, als jetzt Herr Rubvmatö-Aisistem B. Kunstadt in seiner Ansprache mir warmen, empfindungsreichen Worten schltüerte, was die Chanukahgeschtchte speziell einem Jugendoeretn bedeute und wie der Zusammenschluß für eine heilige Sache mir dem Blicke aus den „Moaus Zur" gerichtet, auch in unserer Zett noch segensreiche Fruchte tragen kann. Basel, 2. Jan. Wir besitzen in unserer Gemeinde eine Chewra Kadischa, die ihresgleichen sucht. Sie hat •»n (18) aktive Mitglieder, zu de en noch etntgepasstve und als Ehrenmitglied unser Rabbiner zähien. Die Mitg'ieder dieser Chewre, die dem Kaufmannsstande angrhöcen, sind von großem Pflichtgefühl beseelt un) aufopserungSvoll in ihrer Tätigkeit. Ob sie bet Tag oder bet Reicht gerufen werden, sie und zur Stelle, bereit bei jedem Sterbenden ud bet jedem Toren ihre heiligen Pflichten zu erfüllen? Es stirbt kein Jude in unserer Siadl, und es wird kein Toter durch Basel dem benachbarten Friedhof in Hegenheim zugeführt, dem nicht eine Abordnung der Chewra Kadischa, die jüdische Bruderpflicht erfüllend, das letzte Ehrengeleits gibt. Am Chanukahfeire feierte die Chewre Kadtscha ihr 25jährtges Stiftungsfest. Bet dieser Gelegenheit verlieh Herr Radb. Dr. Cohn, dem unermüclrchen Präsidenten des Vereins, Herrn L. Dtsenmann, der auch als gesuchtester Mohel der Schweiz für die Opfer, die er dieser großen Mizwo bringt, Anerkennung verdient, den „Chawer". Allgemeine Rührung herrs^te, als er das Diplom, welches Herr Kantor Löb künstlerisch heracsteUt hatte, vorlas und übersetzte. Alle Mitglieder der Chewra fühlten sich durch 'bie ihrem Präsidenten zuteil gewordene wohlverdiente Ehre mttgeehrt. Personalien. Köln, 27. Dez. Frau Jakob Cohen geb. Heinemann aus Fürth hauafte mit Beginn des Chanukahfestes ihre reine S.ele aus. Lange, lange hatte sie schwer gelitten und wte ein banger Alp lag e8 auf den Seelen des großen KretsrS ihrer Verwandten und Freunde. Sie war in des Wortes edelster Bedeutung eine fron, die ihre Kinder zu braven D'TH' erzogen hat. AlS erstes weihte sie den Boden des D^nn??2 der Adaß Jeschurun ein und besiegelte so die Ueberzeugungstreue und den Opfermut ihres Gatten Üv>rtl? ]2 b’IJSilb# der als der ersten einer im Jahres 1904 aus der hiesigen Shnagogengemetnde ausgetreten war und die Aufforderung zur Bildung einer Shnagogengemeinde mit unterschrieb. So ist ihm denn Gelegenheit geboten worden, sein NVL2 ^22 zu bewähren. Möge ihm und seinen Kindern in der Zukunft reicher Trost beschicken sein. Wohl gestattete N2UN ntcht, daß der Verklärten verdiente Worte des Nachrufes hätten gesprochen werden können. Ihre Bescheidenheit zeigte fich über das Grab hinaus. Und diese immer seltener werdende hohe Eigenschaft läßt ste uns alle als echte na für immer in gesegnetem Andenken bebalten. ' _ n'Piuri Weimar, 27. Dez. Samuel Lublins ti, der bekannte Literarhistoriker und Kritiker, ist in der Nacht vom Montag auf Dienstag plötzlich an einem Schlaganfall verschieden. Eine scharfgeprägte Persönlichkeit ist mit ihm dahtngkgangen, ein Mann von starker kritischer Selbständigkeit, der die Entwicklung der modernen Literatur mit dem Auge des SeztererS verfolgte. In der jüdischen Literatur ist er nur mit einigen Broschüren hervorgetreten, die aber tieferes Verständnis des jüdischen Schrifttums vermissen lassen. Auch seine anderen Bücher fanden viel Widerspruch, besonders die Schriften „Literatur und Gesellschaft", „Die Bilanz der Moderne ', „Der Ausgang d« r Moderne . Auch als Dramatiker trat Lubltnskt mit Erfolg hervor; sein Drama „Peter von Rußland" ist eine moderne Historie mit energischen Konturen, die auch starkes Bühnenleben hat. Turnaszerdahaly (Ungarn), 27. Dez. Am Vorabend des Chanukah Festes wurde hier der bisherige Bereinsrabbtner Herr Joseph Fletschmann mit Akklamation als Dajon der autonomen orthodox-israelitischen Kulrusgemeinde gewählt. Der neue Rabbiner, ein Kind unserer Stadt, war in der Jugend einer der Liebltngsschüler des “iöd 2712 und wirkte bisher segensreich als Vereint rabbiner an der hiesigen Taimud-Thora-Lehranstalt. Briefkasten. G. B., K. L. und viele andere. Wir konnten leider Ihre Chanukahbetträge infolge Anhäufung aktuellen Materials in den letzten zwei Nummern ntcht mehr unterbringen. Unverwendete Manuskripte folgen mit Dank zurück. Rabbiner I. M. in N. Auch wir haben die besagte Misstonsschrift erhalten, glauben aber den konfusen Ausführungen weiter keine Beachtung schenken zu müssen. Abonnent aus Unterfranken. Gewiß ist p gegen eine Beschenkung des ntchtjüdischen Dienstpersonals am Weihnachtsfeste nichts einzuwenden, wohl aber gegen die Veranstaltung einer Feier, in der Weise, wte es Ihrem Schreiben nach im Hruse des Reltgtonslehrers Ihrer Grmeirtte geschehen ist. Einsichtige Christen werden den WeihnachtSbaum in einem jüdischen Hause nicht erwarten und eine solche Nachahmung mit der verdienten Verachtung quittieren. Lehrer I. in Gr. Ihre beiden Fragen find zu verneinen. A. F. Die Anmerkung entspricht dem Frankfurter der natürlich für andere Plätze, wo der entgegengesetzte Brauch herrscht, nicht maßgebend ist. I. M in HambUig. Ein Bericht über diesen Gegenstand ist bei uns bereits tn letzter Nummer erschienen. Besten Dank! 5t. Br. M. in G. und viele andere. Berichte über Chanukah feiern gehen uns tn solcher Fülle zu, daß wir unmöglich alle auf einmal bringen können. Wir bitten daher um etwas Geduld. Uereinskalender. Verein Mekor Chajim. (Vereinslokal Langestraße 18.) Freitag, 6. Januar, abends nach Schluß der Synagoge im Hörsaale Friedberger Anlage: Mtkro-Borrrag des Herrn eand. med. Willy Hofmann Freitag Abend 8 7» Uhr im Bereinslokal: Zwanglose Zusammenkunft. Jüdische Frauenvereiniguug e. B. Donnerstag, den 12. Januar, abends 83/4 Uhr tm neuen Hörsaale der Israelitischen Religtonsgesrllichast Friedberger Anlage 5: „Ueber den Geist der jüdischen Gesetze." Herr Rabb. Dr. Sal. Breuer. Vereinigung zur Pflege jüdischer Lebensanschauung '22t r6P!3* Donnerstag, 12. Januar, abends 8SU Uhr im Bereinslokale Langejiratze 18: Bortrag des Herrn Zahnarzt E h r m a n n aus Werden über: „Getsttge Strömungen der Gegenwart in ihren Beziehungen zum Judentum." Diskussion. Gäste, auch Damen, herzlich willkommen. Tantilienuartrtrtte«. Geburten: Einen Sohn: Dr. Jacob Feuchtwanger (Hackenbroch) Frankfurt a. M. Verlobte: Sarah Neumann, Josua Rottenberg» Frankfurt a. M.-PariS. — Bella Nußbaum, JulmS Dalberg, Ref, HerSfeld«Cassel. — Dorcia Breslauer, MozeS ElzaS, Kempen i. P-Barculo (Holld.). — Leontine Berger, Crnö Günsberger, Körmend-Bat. — Eugenia Altschüler, Alex Rothschild, Frankfurt a. M.-Mainz. Sabbat - Anfang u. Ausgang SKT: II «nfona Datum Ausgang || Uhr iMin. 1911 | 5671 Udr jMiu. || 7. 7. SvftKtfart M.M. 4 15 Januar Tebeth. 5 30 Berlin — 4 59 München . . . — — 5 24 Strnstbnrg , 4 30 5 35 Stuttgart. . . J 4 30 5 30 Posen .... - - 4 48 Nürnberg . . || 4 30 5 19 Hamburg . . ii - 5 12 Für den Reklameuteil ist die Redaktion nicht verant» tvortUchr insbesondere ist es ausschliestttch Sache der Leser, die im Reklameteil enthaltene« Empfehlungen ritueller Ware« oder sonstiae Angabe» religionsgesetz ltche« Eharakters ans ihre Znverlüsstgkeit zu prüfe». Kaiser Friedrich Quelle vffiSÄSÄ Alleiniger Vertreter für Frankfurt a. M.: Friedrich Stahl, Stallburgstrasse 9. — Telephon No. 259 u. 714. Offenbarter Druckluft ■ Anlage Telefon 123. Offenbaeh a. M. Telefon 123. Unübertroffene bewährteste Teppichreinigung. Srlma Voges, Frankfurt a. JW„ Ijochstrasse 23 Maschinenstrickerei Vom 15. Januar bis 15. Februar 1911 10% Rabatt «< 1 Golfjacken, Sweaters u. gestrickte Handschuhe^ B .—j Landeshuter | .'B Leinen- und Gebild-Weberei F.V. Qrünfeld Königl., Qrossherzogl. u. 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