Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 103 (30.12.1897)
- Date
- 1897-12-30
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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1976 französische Oberrabbiner Mathatia Treoes schrieb ein Mal so seinen Nachnamen. Uebrigen» hat sich nicht erst das 18. Jahrhundert an Aussprache des Namens versündigt. Am 24. November 1577 richteten 53 Mitglieder der Prager Judengemeinde eine Bittschrift, an Kaiser Rudolph II. und verwiesen aus die Wahlordnung, welche 1558 von der durch Ferdinand I. bestellten Rabbinerkommission ausgearbeitet worden war. Hierbei nennen sie den betheiligten Frankfurter Rabbiner Elieser TreveS: Lazarus TrifaS. Daß nach alledem Vossius in seiner lateinischen Uebersetzuug der Zemach David (1744) von unserem Elieser TreveS als von einem Eliezar Trifus spricht, wird niemand Wunder nehmen. In der Gegenwart ist der Name Dreyfus, sei es selbstständig, sei es in Verbindung mit Bloch oder Neumann, zahlreich vertreten. Die meisten seiner Namensträger wohnen im Elsaß, in Baden und in der Schweiz, nunmehr auch wieder in Frankreich. Selbst die Vornamen haben sich treu erhalten, nur ist aus Matthatia: Matthieu, aus Abraham: Alfred geworden. Aus der Vergangenheit ist der weitverzweigten Familie ein uralter Adel des Geschlechtes und des Geistes überkommen. Ob dieseseltene Erbe überall getreu der Familientradition gepflegt wird, entzieht sich unserer Kenntniß. Das aber wissen wir, daß alle Glieder der Familie in Frankreich, wie in Rußland, in Deutschland wie in Italien, innig ihrem vom Sinai überlieferten Glauben anhängen und den Geboten dieser Religion zufolge treue Söhne des Vaterlandes sind, dem sie durch Geburt und Erziehung angehören. Zeitungsnachrichten und Correspondenzerr: Oeft err.-Ungar. Monarchie. § Triest, 24. Dez. Die vor einigen Tagen stattgefundenen Neuwahlen in den Cultusvorftand unserer Gemeinde haben uns eigentlich nicht« Neues gebracht, denn der alte Vorstand wurde wieder gewählt. Präses unseres CultusvorstandeS ist wieder Herr Leopold Bernheimer während seine zwei Beisitzer Herr Jacob Eis ne r Ritter von Eisenhof und Herr Heinrich Salem sind. Im Vorstande befinden sich noch zwei Subsistuten, die Herren zur, Dr. Riech etti und Morpu^Hs Edler v. Rilma. Außerdem gibt es noch sieber ^adzwanzig Ausschußmitglieder. Die Amtsdauer unseres Vorstandes ist immer drei Jahre und so werden die nächsten Neuwahlen erst im August 1900 stattfinden. Italien. § Venedig, 20. Dez. Seit vielen Jahren bestand hier eine jüdische Restauration, die von Herrn Cantoni geführt wurde, die aber in der letzten Zeit aus Mangel an durchreisenden Gästen schlechte Geschäfte machte. Herr Cantoni beschloß daher, die Restauration zu schließen. Nun wäre dies wirklich eine Schande gewesen für eine jüd. Gemeinde wie Venedig, die 3000 Israeliten zählt, daß sie nicht einmal eine Koscher-Restauration besitzen sollte. Auf Veranlassung des Herrn Benjamin Morpurgo, eines sehr religiösen und gottesfürchtigen Mannes, traten nun neun Mitglieder unserer Gemeinde zusammen und brachten ein Kapital von 9000 Lire zusammen, um so den Forterhalt der genannten Restauration zu ermöglichen. Da aber Herr Cantoni erklärte, daß es ihm unmöglich sei, die Restauration weiter zu führen, so wurde der Vice-Secretär unserer Cultnsgemeinde, Herr Lalimani, bewogen, diese Speiseanstalt zu übernehmen und wetterzuführen. Zugleich hat sich auch Frau Giuditta Levi-Minzi bereit erklärt, die Oberaufsicht (hpubh) über die Küche, bezüglich des Kaschrus, zu übernehmen. Palästina. § Jaffa. Wie die arabischen Blätter meloen, hat die hohe Negierung in Konstantinopel ein Projekt ausarbeiten lassen, das nach seiner Ausführung eine Quelle des Segens für unsere Stadt und die Umgebung werden wird. Die Regierung will nämlich die Wasser eines unnistt fließenden Baches durch Kanäle in unser Thal (Wadi Jaffa) leiten lassen, um dasselbe hierdurch fruchtbar zu machen. Man erwartet hier, daß die Regierung noch im Laufe dieses Winters mit den nöthigen Arbeiten beginnen wird lassen. In Palästina hat sich jetzt ein unbeliebter Gast eingesunden. Wie nämlich die erwähnten Blätter ferner melden, ist in Chaifa (am Fuße des Karmels) die Phylloxera ausgetaucht, die in den dortigen Weingärten große Verheerungen anrichiet. Dieses Ungeziefer soll durch aus Anatolien eingeführte Reben nach Palästina gekommen sein. Der Vali von Syrien hat sckon die Behörden von Cbaifa angewiesen, keine Kosten zu scheuen, um dieser Plage oer Weingärten bald Herr werden zu können. Vermischtes. DreSderr. Die „Deutsche Wacht" berichtet: Dem Gemeinnützigen Vereine haben Nachkommen deS verstorbenen Kommerzienraths Josef Bon di, eines langjährigen WohlthäterS der Ferienkolonien, zum Gedächtniß an ihren Vater 100 000 Mk. übergeben mit der Bestimmung, dafür ein „Jesef Bandi-Haus" zur Aufnahme erholungs- und genesungSbedürftiger Kinder zu errichten." — Daß Kommerzienrath Josef Bondi Vorsteher der hiesigen Israel. Religions- Gemeinde war in seine Nachkommen Juden sind, verschweißt das A. tisemitenblatt natürlich!