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Der Israelit · 1897-12-30 · Heft 103 (30.12.1897) · page 17

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 103 (30.12.1897)
Date
1897-12-30
Page
– (sequence 17)
Language
German
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XXXtm Jahrgang. Mette KrilaM M M103 -es Jignteltt“, Leitenver Artikel. Zur GrslhWe der Fmilie Areystß?) Von Dr. Stern—Kiel. IV. Durch einen dritten Sohn des R. Hirz Treves, Namens Samuel, gelangte die Familie Treves auch nach Rußland. Während Samuel jedoch den Familiennamen Treves ablegte und nach seinem Vater Hirz sich Zebi nannte, hat der gleichfalls im Anfänge des 16. Jahrhunderts nach Polen gekommene Familienzweig den Namen Treves beibehalten: Menachem Eljakim Treves war 1557 Mitglied des Rabbinates zu Wilna. Samuels Sohn, Elieser, Rabbiner in Opatow, ist literarisch bekannt durch seinen Kommentar w*« zum Talmudtraktate Chulin. Auch eine Sammlung von Gebeten hat er 1646 herausgegeben. Seine Abhandlung von der Orthographie der Namen in Scheidebriefen ist zum großen Theile von dem Belgrader Rabbiner Simcha Kohen in deffen rratr nco ausgenommen worden. Die Pflege des Talmudstudium und der Rabbinatsberuf vererbte sich in der Familie. Eliesers Bruder Naphtali Hirz wird als angesehener Rabbiner erwähnt. Ein Sohn Eliesers, Samuel, schrieb einen Kommentar zu den Traktaten Ketubot und Kidduschm. Wie die von Frankreich nach Italien gewanderten Treves dort den Beinamen „Die Franzosen" erhielten, so wurde den von Deutschland nach Rußland gezogenen Familiengliedern der auf die deutsche Herkunft weisende Name „Aschkenasi" beigelegt. So ist ein Jakob Treves, Sohn des Märtyrers Mose Abraham Treves Aschkenasi, literarisch bekannt (1680). Nach seiner Heimath, dem lithauischen Brzecz, wurde er Jakob Briskar genannt. Zu den Nachkommen des Frankfurter N. Hirz Treves gehört auch Jehuda Treves, RabbinatSasiesior in Tikatin berühmt durch seinen so populär gewordenen Kommentar rsn zum Schulchan Aruch. Sein Vater Simon war in Frankfurt a. M. Gemeindeschreiber, sein Onkel Jsak Rabbiner in Kopyszk, sein Großvater Senior b. Joseph aus Frankfurt gleichfalls ein angesehener Rabbiner. Von Jsaks Söhnen stand Nachum Treves 1780 an der Spitze des rabbinifchen Gerichts zu Wilna, Jehuda Treves bekleidete das Rabbinat in Sadowa. Ein dritter Sohn, Chanoch Treves, (gest. 1812), rabbinisch gebildet, lebte hochangesehen in Wilna und war mit Elia Wilna befreundet. Zu den kabbalistischen Stu- *) Siehe Nr. 101 des Israelit. dien des Ahns Hirz Treves kehrte Dob Beer Treves (gest. 1803) der Sohn des Sadowaer Rabbiners Jehuda zurück. Früher Rabbiner in Szagara, wurde er als Nabbinatsaffeffor nach Wilna berufen, wo er als solcher 30 Jahre wirkte. Er ist der Verfaffer des Werkes, tti, eines Pentateuchkommentars, in welchem er durch kabbalistische Erläuterungen den Zusammenhang zwischen der schriftlichen und mündlichen Lehre zu begründen suchte. Genug der Aufzählung. Schon das Vorstehende wird genügen, um festzustelleu, daß die russischen Treves ihren Verwandten in Italien und Deutschland nicht nur ebenbürtig waren, sondern sie in der Pflege des Talmudstudiums zum Theil sogar über» trafen. Doch kehren wir nach Deutschland zurück. Dort hat die Familie Treves außer in Frankfurt sich noch am Niederrhein, in Elsaß und in Baden in den Dienst des Judenthums und seiner Wissenschaft gestellt. Als Rabbiner der Provinzen Köln und Jülich fungirte Chajim Treves (gest. 1598), Sohn der früher erwähnten Jochanan in Venedig des Kommentators des italienischen Machsor. Das Deutzer M«-- morbuch nennt Chajim „einen bescheidenen und friedliebenden Mann, der viele Schüler ausgestellt hat." Um die Mitte des 17. Jahrhunderts wirkte in Buschweiler als Rabbiner Meir b. Ahron Treves, der mit seinem Wormser Kollegen Simson Bachrach im Briefwechsel stand. Während des 18. Jahrhunderts hat Jechiel b. David Treves aus Gailingen seinen Namen dadurch der jüdischen Literaturgeschichte eingereiht, daß er den 1718 zu Offenbach erschienenen Traktat Beza mit Anmerkungen begleitete. Aus dem gegenwärtigen Jahrhundert nennt Brüll den Sulzburger Rabbiner Menachem Treves, Verfaffer einer jüdischen Pflichtenlehre. Der Name Dreyfus begegnet uns zum ersten Male bei Elsäffer Juden des vorigen Jahrhunderts. Wie Treves in Dreyfus verballhornisirt worden ist, liegt auf der Hand. Bei der Schreibung mußte Unwiffenheit die beiden Jod, die für das französische 6 stehen, als den deutschen Diphtong ei auffaffen. Die Transkription mit ei lag um so näher, als auch im Französischen der ü-Laut der Aussprache in der Schreibung mit ei wiedergegeben wird. Vgl. In reine (Die Königin). Der Wechsel in T und D im Anlaut ist im hochdeutschen Dialekt eine gewohnte Erscheinung. Die Wiedergabe 2 mit f. statt w. ist ebenfalls Eigenthümlichkeit der Juden Süddeutschlands. Der u-Vokal in der Endung überrascht vollends nicht, da ja die hebräische Schreibung auch die Form r^nts bietet. Bereits der

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