Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 103 (30.12.1897)
- Date
- 1897-12-30
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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1970 Lrrakenbrück. ä mk nbv: h w evr: ht*) Ein freudiger Feierlag war der Donnerstag, 2. Dez. für die Gemeinde Quakenbrück. Arr diesem Taxe fand die Einweibnng der neuerbauten Lä-ule nebst Betsaal statt. Genau süni Monate am!>. Juni d. I.. vorher wurde der Grundstein $u der Schule gelegt und heute schon konnte sie i(mv Bestimmung übergeben werden. Nicht ohne Opfer wurde dieses Schul- und Gotteshaus erbaut' denn die Gemeinde ist klein an Zahl, hülfereichend zur Seite stand der Gemeinde Sr. Ehrw. Herr Landrabbiner Dr. L ö b in Emden, der durch sein rastloses Streben für die gute Sache es bei der Kgl. Regierung zu Wege brachte, daß diese Schule sogleich eine öffentliche Anstalt wurde. Das bedeutet für die heutige Zeit sehr viel, da die jüd. Volksschulen in Preusten meistens noch private sind. Die Firma Gebe. Simons Sühne in Quakenbrück verliehen dem Tage eine noch höhere Weihe, indem sie eine rr'r, -sr spendeten. Beim Morgen-Gottesdienst wurde die Thora ihrer Bestimmung übergeben, bei dieser Gelegenheit hielt der verehrte Herr Landrabbrner Dr. Lob "r aus Emden unter Zugrundelegung des obigen Textes, eine zündende Ansprache an die Gemeinde, die einen sichtlichen Eindruck hervorrief. Der Herr Rabbiner ging in seiner Rede auf die Bedeutung von p’r.r, für Israel ein und wies nach, daß Israel nur bestehen una standhalien kann, wenn es die Thora lehre, lerne und bethätige. Um 10 O-, Uhr begann der offizielle Th eil. Aus Einladung der Gemeinde waren erschienen der Bürgermeister, der Gymnanalvirekror, der evangelische Pastor, wäbrend der katholische Geistliche nd) in einem Glückwunschschreiben entschuldigte durch Amtsgeschichte verhindert zu sein. Bei der Ueheraabe des Schlüssels an den Bürgermeister sprach Fräulein Ella Simon einen herrlichen Prolog, in welchem Israels Sendung geschildert wurde. Der Bürgermeister hob in seiner Ansprache hervor, daß er sich freue, konstatiren zu können, daß das beste Einvernehmen unter der hiesigen Bürgerschaft zwischen den verschiedenen Eonsessionen herrsche, und daß Quakenbrück mit Stolz auf feine jüdischen Mitbürger blicken könne. Der Vorstand der Gemeinde Herr Simon begrüßte die.Gäste aufs herzlichste und verdient es, bervorgehoben zu werden, daß Herrn Moritz Simon im Verein mit Herrn Landrabbiuer Dr. Löb das Hauptverdienst zukommt, daß die Gemeinde Quakenbrück nun eine Schule und einen Betsaal hat. An der darauffolgenden Festtafel nahmen zahlreiche Gäste von nah und fern Theil und unter denselben fehlten die Spitzen der Stadt und der Gesellschaft nicht. *) Verspätet eingetroffen. O esterr. - Unga r. Monarchie. ** Wien. Die Gesellschaft für Sammlung uub Eouservirung von Kirnst- und historischen Denkmälern des Judenthums wird in dieser Wintersaison einen Evclus von Vorträgen veranstalten. Herr Oberrabbiner Dr. Moritz Güdemann, eröffnet diesen Evelus mit dem Vortrage: „Das Judenthum und die bildenden Künste" am Montag, den 3. Januar. In den Monaten Januar bis April werden sodann sprechen: Herr Universitäts-Dozent Dr. S. Ehrmann, über „Die Juden in der Raturforschung und der Medicin", Herr Architeet Max Fleischer, über „Wasserversorgung im alten Jerusalem", Herr Seriptor der k. k. Universitäts-Bibliothek Dr. S. Frankfurter, über „Alte jüdische Grabsteine aus Oesterreich", Herr Heinrich Glücksmann, über „Die Lyrik eines modernen Hiob", Herr Seriptor der Wiener Cultusbibliothek Dr. Bernhard Münz, über „Eine völkerpsychologische Betrachtung des Judenthums". -*■ Vermischtes. < London Die indische Freischule, eine der größten jüdischen Institutionen unterer Sradt, die mehr als 3000 Schüler har. erhält einen neuen Vorfteber, Mr. Amgel, der verdiente bisherige beiter, uüvb penüonirt, und an seine Stelle tritt L. B. Abrahams, der bisherige Vieedirector, edeniall--' ein tebr bewährter Lehrer. Im Jahre 1840 in Vainnnmcv in Sud Wales geboren, batre er dort seine erste Schulbildung genossen Als seine Eltern nach London zogen, fnw er in die jüdische Frei sch ule, wo er schon 1854 also mit ll Jahren eine HilislehrersteUe erhielt Nach 10 Jahren wurde er definitiv augestellt und 1884 wurde er Vieedirector. Jehl leitet er die Schule, der er »eit 43 Jahren seine Dienste widmet. Er bat sich in dieser langen Zeit die höchste Achtung seiner Vorgeseuteu und Eollcgcii erworben und auch von der Schukeounuission iviederbolte glänzende Anerkennungen seiner t'cifuiiißat cihalten. llebrigens ist Abrahams auch schriftstellerisch lhäkig gewesen und seine Schulbücher haben vielen Autlaug gesunden. Unter seiner Leitung wird die jüdische Frcischule den hohen Rang behaupten, den sie jetzt errungen har Letzte Nachrichten. Mainz, 28. Dez. In Berlin fand am 26. d. M. der Dclegirtentag des „Verbandes für jüdische Geschichte tmd Litteratnr in Deutschland" statt. Es ist uns darüber ein überaus umfangreicher Bericht zugegangen und behalten mir uns vor, die auf dieser Versammlung gefaßten Beschlüsse, sowie die daselbst zum Ausdruck gelangten Ansichten in einer späteren Nummer unseres Blattes einer eingehenden Würdigung zu unterzieherr. Briefkasten der -iedactiou. LaiS D§i«y Limitadar Wir haben über die Einweihung der Synagoge in Buenos-Avres z. Z. ausführlich berichtet.