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Der Israelit · 1897-12-23 · Heft 101 (23.12.1897) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 101 (23.12.1897)
Date
1897-12-23
Page
– (sequence 12)
Language
German
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1930 dem einer der hervorragendsten deutschen Kritiker sagte, „er hat mehr für die deutsche Sprache geleistet als sein ganzes Jahrhundert." „Ich darf Sie nur an die Zeit erinnern," sagte u. A. der Minister, „um die Mitte des vorigen Jahunderts, als Lessing in Verbindung mit Moser Mendelssohn und Nikolai hier von Berlin aus einen breiten und tiefen Strom höchster geistiger Bildung hinausflulhen ließ in die deutschen Lande." Diese aus berufenstem Munde stammende Anerkennung Mendelssohns entschädigt wohl für den Hohn und Spott, welchen der literarische Pöbel Deutschlands für die Geistesheroen jüdischer Abstammung hat. Berichtigung. Zn dem Artikel Hamburg, auf der zweiten Seite der elften Beilage in Nr. 99, achtzehnte Zeile von unten, heiße eS: „wahrscheinlich absichtlich", während es „Unabsichtlich ' heißen soll._ Briefkasten der Expedition Herrn W G. in A.. Betrag von Mk. 10 dankend empfangen. Ct in Salzwedel r Es wird nicht gesagt._ Letzte Nachrichten. Prag, 20. Dez. Der Verband der czechischen Juden Böhmens hielt gestern eine sehr zahlreich besuchte Versammlung zur Besprechung der Prager Exceffe ab. Weder ein jüdisch-czechischer Landtagsabgeordneter, noch ein jüdischczechischeS Mitglied deS Prager Siadtverordneten-Collegiums wohnten der Versammlung bei, obgleich dieselben dem Vereint angrhörrn. Die Versammlung beschloß folgenden Aufruf: „DaS czrchische Volk, das stets mit Stolz verkündet hat, daß es eines jener Kulturvölker sei. bei dem die ekelhaften Grundsätze de» Antisemitismus keine Wurzel gefaßt haben; daS mit Stolz darauf hinwieS, daß eS religiöse Unverträglichkeit nicht kenne, daß cS zuerst auf dem Schlachrfelde für GrwistenSfreiheit geblutet habe; das selbst einen schweren Kampf für die Zuerkennung der Gleichberechtigung und der bürgerlichen Freiheiten führt, und das von sich selbst be Hauptei, daß eS jede Freiheit zu schützen weiß: hat zugelassrn, daß einige seiner aufgrhetztrn Schichten in unsere Wohnungen etngedrungen sind, unsere Gesundheit und unser Leben bedroht haben, unser Vermögen geplündert und geraubt und Niemanden geschont haben. Und wodurch, fragen wir, haben wir diesen Hatz und Neid auf uns heraufbeschworen? Decennien lang hat sich daS czrchische Volk beklagt, daß unsere GlaubenSgenoffen kein Verständnitz für seine Kämpfe und Bestrebungen haben und in diesem Kümpfe in den Reihen seiner Feinde stehen. Wir haben diese berechtigten Beschwerden anerkannt und unS in eine Phalanx der Kämpfer für da- Recht der czechischen Volkes gestellt, bis er unS gelungen ist, eine zahlreiche Armee zu bilden, die bereits manchen Sieg errungen hat. Die Austastung zahlreicher deutscher konfessioneller Schulen, das Beschicken czechischer Schulen durch jüdische Kinder, die Einführung des czechischen Gottesdienste» und der czechischen Amtirung in jüdischen KultuSgemeinden, dir Siege der Czrchrn in vielen wichtigen Corporationen, in.den MndelSMnr^rrz -vhN Pxagi Pilses <>nd BudweiS, die EroberstNK der .uW hMrn. Kammern d^rbundeuen ReichS^rathS. und. HanbchrgSrnandate,.,bie Zuführung der NeichSrathS- und LandtagSmandateder Prager Josephstad t an die Czechen und viele andere Erfolge der Czechen sind die bemerkenSwertheften Ergebnisse unserer Thätigkett. Und sonderbar! Statt einer Unterstützung dieser Arbeit kehrt sich der Haß der aufgehetzten Masten auch gegen jene unsere GlaubenSgenoffen, die treu und ehrlich zu uns gehalten haben. Man kann sich den Zusammenhang dieser unerklärlichen Vorfälle nicht anders deuten, als daß Einzelne, welche Haß gegen uns hegen, die berechtigte Aufregung, welche durch den Sturz deS Grafen Badeni, durch die an den czechischen Minoritäten verübten Gewaltthaten und durch die Provokationen der Prager deutschen Studenten erzeugt wurde, benützt haben, um gegen uns zu Hetzen und unS an unserem Leben und Gut zu bedrohen. Es ist dies eine bedauernswerthe Erscheinung, die geeignet ist. unsere langjährigen Bestrebungen zu vernichten und zu lähmen. Diese Erscheinung wird unsere Thätigkeit nicht untergraben. Das Ziel, welches wir uns gesteckt haben, ist gerecht und edel. Wir werden unsere patriotische Sendung weiter erfüllen, so oft uns das Interesse des czechischen Volkes in den Kampf rufen wird, ob nun die Ungunst der Zeit dort, wo wir Liebe und Frieden anstreben, Haß und Streit schmiede. Der Fortschritt der Moral und der wahren Nächstenliebe wird in kurzer Zeit die Hindernisse beseitigen, und dann wollen wir rein, mit dem vollen Bewußtsein dastehen, daß wir stets die Erziehung zur brüderlichen Einigung angestrebt haben, die das endliche Ziel unserer Bestrebungen ist. Seid ruhig, fest und unermüdlich in Eurem ehrlichen Streben! Denn hierin erblicken wir die Garantien einer besseren Zukunft." Diesen Aufruf begründete Advokat Dr. Reiner, welcher sagte: „Wir wollen dem czechischen Volke zeigen, daß wir nicht vergelten wollen, was uns angethan wurde. Nicht das ganze czechische Volk und nicht die herrschende Partei war es, die uns die Unbilden zufügte. (Rufe: Es waren doch Abgeordneie selbst, welche die Plünderer angeführt haben!) Es waren nur Einzeln-, die uns haßten, die dies thaten. Die czechische Journalistik hat kein Wort der Verdammung gegen diese Gewaltthaten gehabt. (Pfui- und Handa-Ruse) Die Abgeordneten können nichts für diese Gewaltthaten, sondern nur die czechische Journalistik trägt dafür die Verantwortung. „Unsere czechische Gesinnung hat uns nicht geschützt, nicht einmal vie slavische Tricolore. Erblickte man einen Juden mit der czechischen Tricolore, wurde ihm zugerufen: „Der hat Furcht, wartet, wir werden ihm geben." Hatte aber ein Jude keine Tricolore, wurde er gleichfalls mißhandelt. Die jetzt herrschende czechische Partei ist uns nicht günstig gesinnt und ich weiß nicht, ob wir weiter mit ihr gehen sollen. Sicher ist, daß wir nur Undank von ihr ernten." Es sprachen noch mehrere Redner, worauf der Aufruf mit folgendem Zusatze angenommen wurde: Die czechischen Juden erwarten, daß Jene, welche die Exzesse veranlaßt haben, sich reinwaschen werden. Wik lügt liltj eine WMmlkenüe geformte Speise aus Milch bereiten? Sehr leicht und schnell durch einfaches Kochen derselben mit Mondamin, dann in eine Form gestürzt und erkaltet, mit Fruchtsast oder Comvoi, auch mit gekochten Früchten, Aepfel rc. beigegebcn. Der Vorzug einer solchen Speise liegt in dem großen Nährwerth, wie auch in der leichten Verdaulichkeit und ist außerdem besonders gern willkommen unseren lieben Kleinen, wie auch den Großen. Zufntz von (5ikwne,-- Vanille, Mandeln rc. erhöht je nach Wunsch den Geschmack'. Für die gute Qualität des Mondämin bürgt cim besten das mehr denn 50jährige Bestehen der weltbekannten.'Firma. Es ist überall in Packeten & 60, 80 und 15 Pfennig zu-haben.

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