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Der Israelit · 1897-12-16 · Heft 99 (16.12.1897) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 99 (16.12.1897)
Date
1897-12-16
Page
– (sequence 11)
Language
German
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1889 ter solche Schulen zur Aufnahme anbettelten, um sich devot für den erhaltenen Fußtritt zu bedanken. In wohlgeordneter Rede sprach dann noch Herr Dr. Grün Wald für den Anschluß an den Verein und brachte Beispiele, die darlegten wie gute Resultate dessen Wirken aufzuweisen habe. Der Vorsitzende schloß gegen 11 Uhr die Versammlung und zahlreiche Beitrittserklärungen bedeckten die aufgelegten Liften. Das beste Schutzmittel gegen den Antisemitismus ist doch nur die Pflege jüdischen Wissens und strenge Beobachtung jüdischer Gesetze irmniD’ non -12 mo. H. B. Berlin (Die Religion in der Medizin.) In der heutigen Deutschen Medizinischen Wochenschrift veröffentlicht Herr Geheime Med.-Rath Pros. Dr. A. Eulenburg folgende Betrachtung: „Von eigentümlichen Gedanken muß man erfüllt werden, wenn man die erste Annoncenspalte einer der letzten Nummern eines unserer größten medizinischen Fachblatter übersieht. Da findet man unmittelbar hintereinander Inserate folgenden Inhalts: 1) Die Direktion der Diakoniffenanstalt in Kaiserswerth sucht einen Assistenzarzt evangelischer Konfession. 2) Gesucht ein junger christlicher Kollege, der sich bei einem vielbeschäftigten Spezialarzt für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten zum Spezialisten ausbilden möchte. 3) Dr. B. L. in Berlin sucht sofort einen Assistenten (Jude.) 4) Assistenzarzt (katholisch) gesucht für das Hospital der Schwestern vom heiligen Kreuz zu Düffeldorf.) Evangelischer Arzt gesucht zum 1. Januar 1898 für einen Ort bei Magdeburg, 2000 Seelen — hoffentlich sind unter den letzteren keine katholischen und jüdischen). L) Zuverlässiger Kollege, Christ, wird für bequeme und angenehme Landpraxis zunächst als Assistent, dann zur Vertretung gesucht. — Diese durch ein Spiel des Zufalls vereinigten sechs Annoncen, in denen alle bei uns denkbaren Spielarten vertreten — intra muros peccatnr et extra! — geben doch recht viel zu denken. Wie weit scheinen wir von jener geschmähten Zeit mittelalterlicher Intoleranz entfernt zu sein, in der Juden als ärztliche Beistände christlicher und islamitischer Fürsten, ja der Päpste sogar fungiren durften l Jetzt scheint sich auch nach dieser Richtung hin die so vielgerühmte moderne Spezialitätentheilung herrlich zu offenbaren. Wenn zu der Scheidung durch allerlei wissenschaftliche und pseudowissenschaftliche Sekten in der Medizin auch noch eine derartige konfessionelle Sektenscheidung hinzukommt, dürfen wir uns ja mit der Zeit aus recht angenehme Zustände gefaßt machen!" , Aschafferrdurg, 14. Dez. Kommenden Sonntag, morgens 9 Uhr, wird zu Ehren des seligen Herrn Districts-Rabbirier Simon Bamberger ein -wvn in der hiesigen Synagoge durch dessen Sohn, Herrn Dr. Seckel Bamberger, aus Schrimm, abgehalten werden, wozu alle Freunde des Verstorbenen Höst, eingeladen sind. In dem Nachrufe für den großen Dahingegangenen wurde einer der Theilnehmer an der Beerdigung aus Versehen nicht genannt. Es ist dies Herr Seminar-Oberlehrer Dr. G. Dachauer n aus Würzburg, der es sich ebenfalls nicht nehmen ließ, dem Heimgegangenen Lehrer in Israel die letzte Ehre zu erweisen. Oesterr.-Ungar. Monarchie. ** Wien. Der Kreuzer - Verein zur Unterstützung der Wiener Gewerbsleute, begründet im Jahre 1847 von Herrn MUDr. Joses Zwerina, veröffentlicht anläßlich seins 50jährrgen Bestandes die Geschichte seines Entstehens und seiner Wirksamkeit während eines halben Jahrhunderts Wir entnehmen derselben, daß sein Begründer Dr. Zwerina Anfangs mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte, daß es ihm jedoch gelungen ist, dieselben aus dem Wege zu räumen, so zwar, daß die Genehmigung der Statuten, laut welchen der Wiener Kreuzer-Verein es sich zur Aufgabe stellt, arbeitslose, jedoch noch arbeitsfähige, mittellose Personen, insoferne sie nach Wien zuständig find, ohne Unterschied des Geschlechtes und der Religion auf entsprechende Art zu unterstützen, am 15. Dezember 1847 herabgelangt ist. Im Jahre t850 erfuhren die Statuten insofern eine Aenderung, daß als der Verein die Unterstützung selbstständiger Wiener Gewerbsleute bei zeitweiligen Stockungen ihrer Geschäfte sich zur Aufgabe macht und die Arr der Unterstützung in Ertheilung von unverzinslichen Vorschüssen gegen sichere Bürgschaft und ratenweite Abzahlung oder in Anschaffung von Arbeilsmaterialien und Werkzeugen zu bestehen habe. Man faßte auch den Entschluß, dem Kreuzer-Vereine eine solche Einrichtung zu geben, daß auch das auf Solidarhast und Selbsthilfe basirte Schultze-Delitzsch'sche System Anwendung finden könne, nämlich in solidum d. h. Einer für Alle und Alle für Einen für die gegebenen Darlehen zu haften. — Der übersichtlichen Tabelle über den jahrweisen Mitglieder-Stand, der Beträge, Spenden, Vermächtnisse, Zuflüsse durch Zinsen u. s. w. entnehmen wir, daß der Kreuzer-Verein während der 50 Jahre an 39.073 Parteien 9.010.392 fl. Vorschüsse verabreicht hat. Die Summe der Jahresbeiträge, Vermächtnisse, Zinsen und sonstiger Zuflüsse beträgt 540.038 fl. 20 kr., gewiß eine respektable Ziffer, dagegen ist ein Sinken des Mitglieder-Standes wahrzunehmen. Im Jahre 1847 zählte der Kreuzer- Verein 8000 Mitglieder und sank schon im Jahre 1848 auf 2110 herab, bis er wieder im Jahre 1858 es auf 3549 gebracht und von da ab bis 1868 sich über 3000 erhalten hat. Dann ging die Zahl abwärts, so daß der Kreuzer-Verein im Jahre

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