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Der Israelit · 1897-12-16 · Heft 99 (16.12.1897) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 99 (16.12.1897)
Date
1897-12-16
Page
– (sequence 7)
Language
German
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1885 Kleinigkeiten zu, bleibt aber zurückhaltend in allen wichtigen Punkten. Die jüdischen Gemeinden beabsichtigen ihr Votum, 3—400 Stimmen, für denjenigen Präsidentschaftskandidaten in die Wage zu werfen, der den Juden Aufhebung der beschränkenden Bestimmungen verheißt. Literarisches. rPUT m, Religionsbuch für jüv. Knaben, herausgegeben von Haupttehrer N Efchwege, Vorstand der Präparandenfchule zu Höchberg. Frankfurt a. M., I. Kaufs mann, ob Pfg. Unsere an guten Schulbüchern nicht gerade überreiche jüd.-pädagogische Literatur hat durch dieses Buch sicher einen nicht zu unterschätzenden Zuwachs erhalten. Wie der bestens bekannte Verfasier im Vorworte hervorhebt, soll irrer m die jüd. Knaben in daö geläufige Lesen unvokalisirter hebräischer Texte einführen, und die Schüler mit den wichtigsten religionsgesetzlichen Vorschriften im Urtexte bekannt machen. Der Fachmann wird sofort erkennen, daß ein in der Praxis des Unterrichtens durchaus erfahrener Schulmann das Buch geschrieben hat, da die wichtigsten Lehrgrundsätze, sowie die Anforderungen der neueren Pädagogik überall und geschickt berücksichtigt sind. Nach TT-n.1» m schreitet der Schüler vom Bekannten zum Unbekannten, vom Leichten zum Schweren und vom Einfachen zum Zusammengesetzten. Der größte Vorzug des Lehrmittels besteht aber in der weisen Beschränkung des Lehrstoffes, wie auch Herr Rabbiner S. Fromm •*:—Frankfurt a. M. mit Recht in der noswi hervorhebt irawr n mosn durch Bezwingung der großen Qualität in die kleine Quantität. Mit gutem, pädagogisLen Takte hebt der Verfasier nämlich hervor, daß jüdische Schulbücher nicht mit langen und vielen Definitionen über das Wesen und die Eigenschaften Gottes zu belasten sind: auch da heißt es: von im spe nap vrviitö n>n kv v'pbnn nx; die Kinder müssen erkennen lernen, daß die Quintessenz des jüv. Religionsunterrichts in Erziehung zu n«r und mv besteht, in Anerkennung Gottes, nicht durch auswendig gelernte Sätze, sondern durch gewissenhafte Ausübung Seiner Gebote, unserer Pflichten. Der Lehrer, der nach m mirp methodisch unterrichtet, wird bald einsehen, wie rasch er dieses Ziel erreicht, dann werden Verfasser, Lehrer, Schüler und Ellern reichlich belohnt sein. — Dem Buche gehen die itcmdh der Herren Rabbiner S. Fromm ''2—Frankfurt und Seminardirektor Dr. Plato n—Köln voraus. Schöner Druck und gutes Papier sind wobl äußere Vorzüge, die aber bei einem Schulbuche sehr wesentlich sind. Daher sei rrrar m den jüdischen Lehrern bestens empfohlen. G. Die Stunde der Vergeltung. Von Paul Gatthelf. 25) lAlle Rechte Vorbehalten.) Der Professor horchte auf den Schlag des Herzens der Patientin. Dr. Reiß stand andächtig betend da. Bange Sekunden verflossen. Kein Laut wurde gehört. Da zuckte es in dem Antlitz des Professors; der Schlag des Herzens hatte sich verstärkt; es scheint, daß die Rettung gelingen wird; ja, ganz sicher, mit jedem Augenblick arbeitet das Herz mehr; schon lassen sich die einzelnen Töne unterscheiden; nun kann kein Zweifel mehr wallen — die Kranke ist gerettet, die Transfusion ist gelungen. Auch das Aussehen der Kranken hat sich gebessert; ein rosiger Schimmer färbt Gesicht und Arme, die Athembewegungen werden wieder deutlicher — kurz, das Leben scheint zurückzukehren. Rasch wird nun die kleine Wunde an den Armen der Freundinnen verbunden, und das Blut kreist wie gewöhnlich. Selma ist etwas bleicher als sonst. Der Professor giebt ihr einen Wink, sich zu entfernen; während er die Patientin weiter beobachtet, führt Dr. Jordan seine Braut hinaus. Dort umarmt und küßt er sie und sagt: „Du hast ein Leben gerettet, mein Schatz! Gott möge es Dir lohnen." Nun kamen Alicens Eltern, denen es im Gotteshause keine Ruhe gelassen. Als sie von Dr. Jordan erfuhren, was Selma für Alice gethan, da war ihr Dank grenzenlos. Worte können solch überschwängliches Gefühl nicht ausdrücken, und stumm hielten die Eltern das Mädchen eine ganze Weile umschlungen. Da öffnet sich die Thüre und Dr. Reiß tritt heraus. „Gerettet!" jubelt er, „gerettet! Dank Dir, allmächtiger Vater im Himmel, Dank Dir, Du Heldenmädchen, Du treue, geliebte Freundin." Er eilte hin zu Selma, erfaßte ihre Hände und bedeckte diese mit Küssen. Jetzt kam auch der Professor heraus und beglückwünschte Selma, Dr. Reiß und die Ellern der Patientin. Nach menschlicher Voraussicht durften sie hoffen, daß Alice genese. XVI. Zehn Jahre sind seit den zuletzt geschilderten Ereignissen verflossen; sie gingen an den Helden unserer Erzählung vorüber, ohne merkliche Spuren zu hinterlassen, denn für den Glücklichen giebt es 1 kein Zeitmaß, und glücklich waren die Menschen, von

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