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Der Israelit · 1897-12-13 · Heft 98 (13.12.1897) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 98 (13.12.1897)
Date
1897-12-13
Page
– (sequence 11)
Language
German
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1873 meinden, ohne die Mitarbeit derjenigen Männer, denen die Leitung der jüdischen Gemeindeangelegenheiten anvertraut ist. Darum ist es ihr dringender Wunsch, die Gemeindeverlreter mit den Bestrebungen und Zielen ihrer Vereinigung genauer bekannt zu machen und ihnen die Ueberzeugung zu schaffen, daß die Gemeinden keine treueren Helfer, die jüdischen Schulen keine gewiffenhafteren Hüter, das Judenthum keine sicheren Stützen hat, als ihre Lehrer. Zu solchem Zwecke werden die Vorstände der Synagogengemeinden gebeten eines seiner Mitglieder zu der auf den 3. Januar k. I. in Königsberg angesetzten Hauptversammlung unserer Lehrer-Conferenz zu dtlegiren. Bescheid z. H. des Herrn Waisenhaus- Jnspekror P e r i tz—Königsberg. Der Verband der Synagogen-Gemeinden Ostpreußens ersucht im Anschluß an obige Einladung des Vereins jüd. Religionslehrer Ostpreußens die Gemeindevorstände der Verbandsgemeinden, ihren Beamten durch Gewährung von Urlaub und Reisekosten den Besuch der Conferenz zu ermöglichen. Die vorläufige Tagesordnung der Conferenz umfaßt folgende Punkte: Sonntag den 2. Januar, Abends 7 Uhr, General-Versammlung, (im Saale des Hotel Maste, Vord. Vorstadt 1.) 1. Jahresbericht über die Thätigkeit des Vereins, erstattet vom Vorsitzenden Stur mann—Osterode. 2. Kassenbericht, erstattet vom Kasstrer Birnbaum— Königsberg. 3. Antrag der Kommission betreffend die Neuregelung der Anstellung«-, Bildungs- und Versorgungsverhältniffe der jüd. Religionslehrer und Kultusbeamten Ostpreußens. Ref. Peritz—Königsberg. 4. Neuwahl des Vorstandes. 5. Freie Besprechung von Vereinssragen aus Anregung aus der Versammlung. 6. Definitive Feststellung der Tagesordnung für die Versammlung am folgenden Tage. Montag, den 3. Januar, Vormittags Wjo Uhr. Lehrer-Conferenz, (im Saale des Artushofes, Großer Domplatz 3.) 1. Begrüßung. 2. Vortrag: „Das , Jenseits int Lichte jüdischer Auffassung." Ref. Rabb. Dr. Olitzky—Allenstein; 3. Vortrag: „Der Religionsunterricht an höheren Lehranstalten." Ref. Rabb. Dr. Vogelstein—Königsberg. 4. Referat: „Wie ist der hebräische Leseunterricht interessant zu gestalten? Ref. Kanter—Königsberg. 5. Referat: „Der grammatische Unterricht in der Religionsschule." Res. Weißrock—Lötzen. 6. Lehrprobe dazu von demselben. 7. Lehrprobe aus der biblischen Geschichte, gehalten von R ose n t h a l—Königsberg. Abends große Festverfammlung und gemeinschaftliches Abendessen im Verein für jüd. Geschichte und Literatur. Oesterr.- Ungar. Monarchie. § Waag-Neuftadtl, 3. Dez. bot m ppu ntn w im Große Trauer ist in unsere Gemeinde eingekehrt. Heute Vormittags ist nämlich hier unser verehrter Oberrabbiner und zugleich Bezirksrabbiner Josef Weisse im Alter von 86 Jahren gestorben. Derselbe ward 1812 in Eibenschitz (Mähren) geboren, wo sein Vater Beamter der dortigen CultuSgemeinde war. Noch als Knabe zeichnete er sich als vorzüglicher Kenner der heiligen Schrift und der hebräischen Sprache ans. Er kam dann nach Prag, um dort nebst dem Studium des Talmud auch dem der profanen Wissenschaften obzuliegen. Noch als junger Mann wurde Weisse Rabbiner in Garza (Mähren), worauf er J855 zum hiesigen Oberrabbiner ernannt wurde. Er hat somit bei 44 Jahren in unserer Gemeinde segensreich gewirkt. Auch die hiesige Schule verdankt ihm viel und erhielt er deßhalb mehrere Anerkennungsschreiben von der ungarischen Regierung. Das Leichenbegängniß findet übermorgen, Sonntag, Mittags statt. Rumänien. Bukarest, 9. Dez. (Die Excesse in Bukarest.) Die Darstellung, welche die gouvernementale „Bonita nationala" über die traurigen Vorgänge vom letzten Sonntag geliefert hat, noch mehr aber die vom Minister Pherekyde in der Deputiertenkammer diesbezüglich abgegebenen Erklärungen haben auf alle objektiv urtheilenden Kreise einen geradezu verblüffenden Eindruck hervorgebracht. Denn geht auch der Minister nicht so weit, wie das erwähnte ofsicielle Blatt der Regierungspartei, die Juden als die eigentlichen Revolutionäre und Gewaltmenschen hinzustellen, so nimmt er doch Studenten und Polizei den Juden gegenüber in Schutz, die «ach feiner Ansicht in Rumänien nur geduldet sind, und deren Versuche, sich und ihre Bestrebungen im öffentlichen Leben zur Geltung zu bringen, mit allem Nachdruck zurückgewiesen werden müßten! Angesichts dieser im Munde des Vertreters einer ihrer Verantwortlichkeit bewußten Regierung höchst sonderbaren Auffassungsweise hat gestern der durch seine europäische Denkart, seine persönliche Unantastbarkeit und seine hohe politische Intelligenz allseits bekannte Junimistenchef P. Carp im Senate zu einer in Inhalt und Form gleich ausgezeichneten Jnterpellationsrede das Wort ergriffen. Redner verwahrte sich zunächst gegen die nach den Ausführungen Pherekydes mögliche Annahme, als ob die Studenten einen politischen Faktor mit besonderen Vorrechten bilden würden, von welchem die übrige Bevölkerung die Direktive für ihr Verhallen zu empfangen habe. Carp gesteht zu, daß die Proteste der Israeliten gegen die projektirte Lex Berendey eine Reaktion hervorgebracht hätten. Aber er findet diese Proteste gegen ein Gesetz, welches den Israeliten mit dem persönlichen Militärdienst die letzte Hoffnung auf eine allmälige Annäherung an das rumänische Volksthum

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