Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 97 (9.12.1897)
- Date
- 1897-12-09
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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1844 Amerika.? Baltimore. Bei den letzten Wahlen wurde Mr. Adolf Sauber zum Stadtverordneten unserer Eity gewählt. Dieser Herr, ein großer Bankier, hielt bisher sein Geschäft am Sabbat offen, aber seitdem er durch Juden erwählt wurde, betrachtet er sich als Vertreter derselben und hat seitdem sein Geschäft am Samstag geschloffen. Diese Thatsache hat zur Wirkung, daß er von Juden und Christen als würdiger Vertreter des Iudenthums betrachtet wird Der hiesige Synagogenv.'rein Kar Sinai Temple veranstaltet zum Besten seiner Kaffe eine große Ausstellung, eine sehr beliebte Methode, die mit Bazar verbunden, ein sehr gutes Resultat, d. h. großen Ueberfchuß geliefert hat. Indien.? Nomday. Bei dem Wiedererscheinen der Pest in unserer Provinz ist die jüdische Gemeinde in Poona, die beim ersten Auftreten der Seuche von derselben fast ganz verschont wurde, leider sehr heftig mitgenommen worden. So starben in einer Familie fünf, in einer anderen vier Personen und da« Elend in dem ganzen Distrikt ist groß. Auch in den Dörfern der Provinz Calabar, wo viele Bne Israel wohnen, herrscht die Seuche in gleich schrecklicher Weife. Personalien. Aus Naher«. (Unlieb oerfpatet.i Am W. o. M. wurde in Münchenfein frommer und braver Mann zu Grabe getragen, der es verdient, daß seiner auch in diesen vielgelesenen Blättern gedacht wird. Herr Leopold Späth, Rentier, starb nach längerem mit Geduld ertragenem Leihen im 76, Lebensjahre. Er war ’Tirv in des Wortes vollster Bedeutung, bescheiden, freundlich und liebevoll gegen Jedermann. Den Armen und Bedrängten war er zu jeder Zeit Helfer und Wohlthäter. Der Entschlafene besaß eine ungeheuchelte Frömmigkeit und ein warmes Herz für alles Edle. Die religiösen Institute der Gemeinde suchte er nach Kräften zu fördern und gründete vor vielen Jahren eine Nebensynagoge, in der noch nach alter herkömmlicher Weise die Gebete verrichtet werden Dieses Gotteshaus besuchte er, so lange er konnte und es seine Gesundheit zuließ, täglich. Seine Kinder erzog der Verstorbene acht jüdisch und wurden die Sabbate und Festtage streng und vorschriftsmäßig gefeiert und geehrt, wobei ihm seine, ihm schon vor vier Jahren durch den Tod entrissene, fromme Lebensgefährtin, die eine >n FWN war, zur Seite stand und ihn unterstützte. Ge boren war der Verlebte in Ottensoos in Mittelfranken. Als schlichter Handwerker kam er nach München, um sich in seinem Fache auszubilden. Dieses gelang ihm auch durch großen Fleiß und nach wenigen Jahren war er einer der tüchtigsten und berühmtesten Lchncider, der sich in allen Kreisen der Bevölkerung großes Ansehen und Beliebtheit erfreuen durfte. Ueber 5 Jahrzehnte lebte der Verstorbene in München und Gott segnete sein Händewerk. Als er später sein Geschäft aufgab, konnte er sich sorglos zur Ruhe setzen und war eS ihm auch gegönnt, diese noch eine Reihe von Jahren ungestört g nießen zu köirnen. Viele Bekannte und i Freunde gaben dem Heimgegangenen daS Geleite zur letzten Ruhestätte, die für ihn neben seiner geliebten Gattin reservirt ward Herr Rabbiner Dr. We ner schillerte in formvollendeter und tiefergreifender Rede die vielen Charaktereigenschaften des Verklärten und spendete d n trauernden Kindern herrliche Worte des Trostes, indem derselbe seiner Ansprache den 3. Vers des 23. Kapitels in G-nesis: Dfn 1DD ’JB t>3;o eston zu Grunde legte. rrasan Langenselbold, 7. Kisten,. Noch unter dem Eindrücke einer rn? und eines lson, wie solche hierorts noch nie gesehen wurden, sende ich diese Zeilen. Am vergangenen Dienstag durcheilte die Trauerkunde unseren Ort, daß die Frau des Herrn Jsak Glauberg, Karo ine, geb. Blumenthal, welche zur Erholung bei ihrer Tochter in Homburg v. d H weilte, entschlummert sei. Ein tiefschmerzliches Gefühl erfaßte alle, denn nicht nur die große Familie der Verewigten, sondern noch viele andere DimDl zinpo erlitten durch daS Hinscheiden dieser Edlen einen schwer zu ersetzenden Verlust. Frau Karoline Glauberg war das Urbild einer braven, echtjüdischrn Frau, einer mNDn, die in ihrem Wirken die höchste Befriedigung genoß, ihre neun Kinder zu begeisterten Jehudim erzogen zu haben, die das Glück hatte, acht Familien ihrer Kinder gegründet zu sehen, in deren Häusern warmes, jüdisches Leben pulsirt. Im Hause sprach der Bruder eines Schwiegersohnes, Herr Jsak Goldschmidt rou schilderte die Heimgegangene als rDittfn nttw, die ein echtes N'I in Israel errichtet. die in ZMhriger Ehe Leid und Freud mit dem geliebten Gatten getheilt, und die in seltener Liebe an ihrer Familie hing und deren Haus eine Linderungsstätte der Roth gewesen sei. Herr Lehrer Katz sprach am Portale des Oü'ijj H’3 über die Tugenden der Entseelten und über den Schmerz der Gemeinde und endlich am Grabe ergriff der 16jährige Enkel der Entschlafenen, Ludwig Moritz aus Gelnhausen, das Wort und ries der geliebten Großmutter herzergreifende Worte des Abschiedes zu. Meisterhaft schildernd, entrollte er ihr.en Lebenslauf. ziehe in Frieden, so lautete sein MschiedSwort und auch wir rufen der Teuren zu 'V?t£0 ziehe in Frieden. n"3yjn MtlltzelluMu aus dr» i8d. junmromint» untt für dieselben. <SLmmkliche jüd. Wanderbettelvereine und Kaffen für Durchcetsende sind gebeten, uns Mittheilungen über Erfahrungen, die sie auf dem Gebiete ihrer Thötigkeit machen, zusammen zu taffen ) Windsheim. Die verehrtichen Vorstände der Unterstützungskaffen werden hiermit vor einem gewiffen Kahn, angeblich aus Kriegshaber, gewarnt. Derselbe ist ca. 60—70 Jahre alt, trägt langen weißen Bart, versteht kein hebräisches Wort und kann nicht hebräisch lesen.S. Strauß. Vermischtes Köln. Die Rettungsmedaille hat der Kaiser dem hiesigen Referendar Bernstein verliehen. Herr Bernstein kam vor einiger Zeit auf seinem Fahrrad am Holzmarkt entlang, sprang auf das Hilferufen eines Knaben erhitzt in den Rheinauhafcn und rettete den Jungen mit eigener Lebensgefahr vom Tode de- Ertrinkens. Bochum- Am 29. September erfolgte in Bochum in