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Der Israelit · 1897-12-06 · Heft 96 (6.12.1897) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 96 (6.12.1897)
Date
1897-12-06
Page
– (sequence 1)
Language
German
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IXITin. Jahrgang. Jfä AA. Ein Ier Israelit Gentrak-Hrgan für das orlhodore Iudentt-mn. Begründet von Dr. le^tuRitn in Mtrsirrz Montag, den 6. Dezember S658 (1897). Leitender Artikel. Eine Muiflislyr MiWvsschrist?) Mainz, 3. Dezember. Es wurde schon sehr oft betont, daß die Juden bis auf unsere Tage hinab wenig religiösen Pflichten mit der gleichen Treue nachzukommen suchten, wie derjenigen, mit welcher sie Alle das Prophetenwort wnm 'rsi *r;n n'bv ns „und ihr sollt das Wohlergehen der Stadt sörden, wohin ich Euch vertrieben habe", zu erfüllen suchten. Selbst der judenfeindlichfte Geschichtsforscher wird keine Thatsache aufspüren können, die Zeugniß ablegt gegen die Liebe der Juden zu den Ländern, die ihnen eine Heimath geworden. Der heldenmüthige Kamps der Juden Neapels gegen die Söldner Belisars, die verhängntßvolle Liebe zum grausamen Vaterlande, welche viele spanische Juden die Qualen und Gefahren der Marannen aus sich nehmen ließ, der Antheil der Juden an der Vertheidigung des von den Schweden belagerten Prag, bis zu den Heldenthaten unserer Glaubensgenossen in den meisten Feldzügen unseres Jahrhunderts, all' das legt lautes Zeugniß dafür ab, daß unsere politischen Bestrebungen keine anderen sind, als diejenigen der Völker, unter welchen wir wohnen, und mit welchen wir in politischer Beziehung uns eins fühlen Wir sehnen uns nach der uns von Gott verheißenen Zurückführung nach Palästina, wissen aber, daß wir dieses mit Machtmitteln nicht herbeisühren können, und nicht herbeiführen dürfen. Wir haben deßhalb, wenn wir unsere Kräfte zu Kampf und Vertheidigung regen, ebenso wie dann, wenn wir die Künste des *) Das Erwachen der jüdischen Nation. Der Weg zur endgültigen Lösung der Judenfrage von F. Hemann, Bafel 1897, P. Kober, C. Spittels Nachfolger. Friedens üben, keine anderen Gefühle für das Vaterland, wie unsere Mitbürger, die demselben ihre Liebe und ihre Arbeit weihen. Erst die Verzweiflung über den allenthalben wieder auflebenden Judenhaß hat unbesonnenen, ungestümen und ehrgeizigen Männern die gefährliche Waffe des Zionismus in die Hand gedrückt, mit welcher sie den politischen Selbstmord verübten, das Judenthum aus einer Religion zum Träger unklarer Nationalitätsbestrebungen zu machen. Einen großen Theil des vergifteten Rüstzeugs, mit welchem unsere Feinde sich bemühten, uns aus der Mitte der Nation herauSzudrängen, griffen sie auf, um damit wild um sich hauend in der Wuth der Verzweistung ihren eigenen Stammesgenossen die schwersten Wunden zu schlagen. Die Antisemiten sahen das sinnlose Treiben und freuten sich darob. Gar mancher Missionär, der nachdenklich diese Selbftzerfleischung des Judenthums mitansah, wurde darauf aufmerksam, daß die nationalen Juden seinen Bestrebungen wohl weniger Widerstand entgegenstellen würden, als die religiösen. Da fand sich denn in Basel, der^Stadt des Zionistenkongresses, wo der Eindruck dieses Treibens am lebhaftesten war, ein gescheiter Mann, der zugleich dem Antisemitismus und der Judenmission huldigte und schrieb ein Buch, worin er unter leichter Hülle seine beiden Herzenswünsche zu fördern suchte. Der Verfasser heißt Hemann und seinem Buch giebt er den Titel: „Das Erwachen der jüdischen Nation." Und der Theil der jüdischen Nation, dem er das schmeichelhafte Lob gab, daß er erwacht sei, hatte noch soviel Schlaf in den Allgen, daß er sich von der durchsichtigen Hülle täuschen ließ und dem Verfasser Beifall zollte. Das „Welt"blatt des Zionismus registrirt stolz das Merkchen unter seinen Erfolgen. Bis jetzt vermieden es die Missionäre in ihren Traktätchen, irgendwelchen Antisemitismus zu zeigen. Der Zionismus hat es einem dieser Herren /

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