Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 91 (18.11.1897)
- Date
- 1897-11-18
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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1740 bigen Bevölkerungsklassen Englands eine Unzahl vsn Hinterlassenschaften aus, die die ganze Stufenleiter von 5000—10,000 Pfund Sterlings ausfüllcn. Daaus ergibt sich von selbst der Schluß, daß, während das englische Volk als solches febr reich ist, die jüdische Bevölkerung Englands nicht reich ist, sondern blos eine kleine Anzalst reicher Juden zählt, die im Verhältnisse zu den Andersgläubigen eine quantitö und. In der obigen Liste der im letzten Tecennium in England verstorbenen jüdischen Millionäre befinden sich ihrer BOckamgung nach, Banguicrs: Baron Herrnann de 3:etu, Üioud Louis (Sohen, Samuel Jiaae, David Benjamin und Henry Louis Eohen; Mitglieder der Stock-Erchange: Philipp Lncas Leon, Charles K.yfer, George Samuel, Meyer Salaman und Edwin Leon; Mitglieder dr r Lloyd-BörseHenry Solomon, Henry Nathan und Samuel Solomon; Großgrundbesitzer: Sir Julwu (stoldsmid und Arthur Seb>>g Montefioce; Fabrikanten: Morris Joseph, Julius Behrens (BstNlchcstcrwaaren); Sir Benjamin, SlUNU'.'l Philipps, der Bat.r des jungen Lord-Mayors von London (Galarrteriewaarenhändler); David dePaß, Samson Wertbeimer (Kunsthändlei); Mrss. Joshua, Samuel Hyam tTuchhändler) uua Simeon Warburg (Dabakhändler); Joseph Moses Levy, Gründer und Eigenlhümer des „Daily Telegraph"; Sir Albert David Sassoon, indischer Großhändler; Hermann Ludwig Eckstein und Barnelt Jsaaes Barnato, südafrikanische (ssoldminenbesitzer; Jonas Lrvy, Eisenbahn- Direktor; endlich die zwei weiblichen Millionäre: Baronen Betty de Rothschild (377,000 Pfund Sterling) und Baronen Hannah de Rothschild, Tochter des Baron Mcyer de Rothschild und an Lord Noseben» verheirathet, die im Alter von 39 Jahren starb und die enorme Summe von 719.875 Pfund Sterling hinterlassen hatte. Die Baron Maurice de Hrrfch'sche Verlassenschast von 1,372.163 Pfund Sterling bezieht sich blos auf sein in England registrirtes Vermögen und Gleiches gilt von den Testaments-Ausweisen des Sir Albert David Safsoon und Barneri Jsaacs Barnato, die in Indien respective in Südafrika große Reichthümer zurückgelaffen haben. Interessant zu erwähnen ist es, daß die Mehrzahl der genannten jüdischen Millionäre in England in dem verhältnißmäßig jugendlichen Alter von 35 bis 45 Jahren gestorben sind. („Ludwig Schönberger's Börsen- und Handelsbericht.") Afrika.? Algier. Die Ankunft des neuen General- Gouverneurs veranlaßte den Vorstand unserer Gemeinde denselben aufzusuchen und seine Glückwünsche darzubringen. Der Vorsitzende des jüdischen Konsistoriums, Monsieur Honet, hielt bei dieser Gelegenheit die folgende Anrede an den Generalgouverneur Lupine : „Wir freuen uns mit Euer Excellenz Ernennung zu dem Vertrannngspoften, aus beit Sie die Regierung der Republik gestellt hat. Wir hoffen, nachdem die Vorfälle, welche in der Hauptstadt so lebhaften Widerhall gesunden haben, vorüber sind, daß wir aus Euer Eveellenz rechnen können, damit die Excesse vermieden werden, die die drei Provinzen Algier, Oran und Eanstantine beunruhigt haben. Zum Dank für bett Schuy, um welchen wir bitten und aus den wir Anspruch haben, versichern wir Sie, unserer tiefsten Anhänglichkeit und kein Opfer wird uns zu groß sein unsere Liebe zu unserem Vaterlande zu bezeugen." Monsieur ^pine antwortete daraus in wenigen Worten, indem er gleiche Gerechtigkeit für Jedermann versprach und versicherte, daß er jeder Zeit die Religion achten werde. Zwei wichtige Versetzungen haben bereits stattgesunden, der Generalschul-Jnspektor von Oran, Monsieur Eidenschcnk und der Unterpräfekt von Moftagenem sind ans untergeordnete Stellungen versetzt worden. Bet der Munizipalwahl in Relizane siegte zwar noch die antisemitische Partei aber nur noch mit zehn Stimmen der Majorität und in Mascara vermochte sie bei der Neuwahl von drei Stadtverordneten nur einen durchzubringen. Beides sind Symptome für einen kleinen Rückgang der Jndenhetze. A u ft r a l i e u.? Sydney. Aus der am 19. September abgebutlenen General - Beisammlung der Melbourne Hebrew-Eongreg.ttiov kam eine interessante Angelegenheit zur Sprache. Ein Mitglied der Gemeinde beantragte emen Beschluß, wonach dem Rabbiner untersagt sein solle, ferner Profelyten in die jüdische Religion auszunehlnen, ohne daß die Gemeinde ihre Zustimmung dazu gebe. Mit Recht verwahrte sich der Rabbiner Dr. Abrahams gegen solche Beschränkung seiner Autorität, schließlich wurde doch eine Kommission eingesetzt, der er selbst uno vier Gemeindernitglieder angehören. Es fchünk darnach, als wenn die Zahl der Profelyten, die in das Juden- Ihum eintreten wollen, in Melbourne recht erheblich ist, um eine derartige aufsehenerregende Diskussion hecvorufen zu können. Vermischtes. Wie«. Seine Majestät der Kaiser geruhte zu ernenne» zu Oberstlieutenanten: die Majore Emil K ol i s cher und Karl P o r g e S, General-Direktor in Brixen. Briefkasten der Expedition. Herrn L. in L.: Betrag von M. 20.— erhalten und weiterbcfördert. I. H. in B.: Betrag von M. 12.— dankend empfangen. M. in Z.: Betrag dankend empfangen.