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Der Israelit · 1897-11-18 · Heft 91 (18.11.1897) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 91 (18.11.1897)
Date
1897-11-18
Page
– (sequence 11)
Language
German
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1733 Das wäre eine Beruhigung gewesen, wenn der Herr Bürgermeister an der Spitze erklärt hätte, er sei mit seinen Gesinnungsgenossen aus dem Anti- Juden-Turnverein ausgetreten. Die Schädigung des Curorles kann und wird nicht ausbleiben. Aber wir erklären jetzt schon unseren Bürgermeister und das Collegium für die Folgen verantwortlich und wir werden, sobald diese Folgen eingetreten sein werden, diese Verantwortung dem Herrn Bürgermeister und der „Fortschrittspartei" immer wieder vor Augen halten. Denn an ihnen war es gelegen, diese Bewegung im Keime zu unterdrücken. Budapest, 11. Nov. DaL Unterrichtsministerium hat beschlossen, an unserer Universität einen neuen Lehrstuhl sür die Sanscritsprache und Literatur zu errichten und denselben durch einen Landsmann, Dr. Aurel Stein, zu besetzen. Dr. Stein entstammt einer in Ungarn ansässigen Familie, lebt aber schon seit Jahren in Indien, wo er an der Universität von Lahore Arabisch und Persisch docirt. Bekannt ist sein Buch „Das Leben Mohamed's", das fast in alle europäischen Sprachen übertragen wurde. Trotz seiner langjährigen Abwesenheit von Ungarn ist Dr. Stein doch seinem Vaterlande und auch seinem Glauben treu geblieben. — Am Mittwoch ist in Erlau das Mitglied der dortigen Cultusgemeinde, Salomon Rittermann, im Atter von 104 Jahren gestorben. Derselbe hat auch an dem Freiheitskriege von 1646 theitgenommen. Palästina. Jerusalem, 31. Oktober. Es ist bekannt, daß die englische Missionsgesellschast in der h. Stadt alle nur möglichen Mittel auswendet, um arme Judenseelen zu fischen. Zu diesem Zwecke unterhält sie unter andern Institutionen auch ein Hospital, in welchem sie armen kranken Juden freie Station gewährt. Um dieser Seelenfängerei der englischen Missionsgesellschaft zu steuern, haben die Rabbinen einen "vb'k dahingehend erlassen, daß Juden, die deren Hospital aufsuchen und dort sterben, auf dem jüdischen Begräbnißplatze nicht begraben werden dürfen. Dieselbe Maßregel war bereits vor 50 Jahren der damalige Chacham-Baschi, Oberrabbiner Agan aus gleichem Grunde zu verordnen gezwungen. Eine aus Griechenland eingewanderte kranke Jüdin ging nun, trotzdem man sie ausdrücklich vor den Folgen gewarnt hatte, in das Missionsspital und starb auch daselbst am 1. Tag w2v. Dreißig Stunden lang gab sich die Missionsgesellschast alle Mühe zu ermöglichen, daß die Verstorbene auf dem jüdischen Friedhofe begraben werde. Die Mitglieder der seit einem Jahre bestehenden Gesellschaft „Bne Israel," welche sich die Aufgabe gestellt hat, darüber zu wachen, daß das Verbot der Rabbiner aufrecht erhalten werde, bewachten das Hospital der Missionäre und den jüdischen Friedhof, um dies zu verhindern. Auf Veranlassung der Missionsgesellschaft wandte sich der englische Consul an den Pascha, welcher einen mündlichen Befehl zum Begräbniß ergehen ließ. Darüber entstand in der jüdischen Gemeinde die größte Aufregung. Nach den hier geltenden Gesetzen hat die Behörde nicht dar Recht, ein religiöse» Verbot der Rabbinen aufzuheben. Es kam zu Zusammenrottungen, da das Gerücht verbreitet wurde, da» Begräbniß werde unter polizeilicher und militärischer Assistenz stattfinden, und man beschloß einmüthig nur der Gewalt zu weichen. Man verlangte einen schriftlichen Befehl vom Pascha, wohl wissend, daß dieser nach dem Gesetze nicht gegeben werden konnte. Die Verstorbene wurde schließlich von Mohamedanern auf einem Platze hinter dem jüdischen Friedhofe auf dem Oelberge beerdigt, auf einem Grundstücke, welches die englische Mission vor 50 Jahren angekauft hatte, zur Zeit als der oben genannte Oderrabbiner das gleiche Verbot erlassen hatte. Bei den Zusammenrottungen kam es zu einem kurzen Zusammenstoß mit der Polizei, ohne daß jedoch ernste Ausschreitungen vorkamen. Die unterlegene Missionsgesellschaft suchte weiter aus den Pascha einzuwirken, welcher elf Juden verhaften ließ, sie aber am folgenden Tage wieder freigab. In dem MisstonShoSpital befindet sich zur Zeit nur noch ein alter Jude. Zu erwähnen ist, daß die tapfere Vertheidigung der jüdischen Bevölkerung gegenüber der unberechtigten Handlung der englischen Missionäre nicht allein die Sympathie ihrer mohamedanischen Mitbürger sich ermorden hat, sondern auch aller Christen, die nicht gerade Interesse an dem Treiben der Mission haben. Aermischtes. Graz, 16. Nov. Zu dem von den farbetragenden Verbindungen der technischen Hochschule veranstalteten Rectorsinaugurations-Commers wurden die Professoren Forchheimer, Reimtzer und Löw als „Judenstämmlinge" nicht eingeladen. Infolgedessen blieben der Rector und sammtliche Professoren dem heutigen Commerse fern. Waverley (Jova Amerika). Mr. Abraham Slimmer hat dem Heim für altersschwache Juden in Chicago 50.000 Dollar? und demßjüdischen Waisenhaus 25.000 Dollars geschenkt. Für den folgenden Theil ist die Redaction nicht verantwortlich. Alb. Abraham lg? warst- und (Inh..- Herrn. Ht»r»i»»i») Llcischwaaren - Fabrik. CSl«, Referenz: Ehrw. Herr Rabb. Pertenphuhl 19. Dr. Plato, Cöln. Ge»*. 1857. (6357) Dampfbetri-d.

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