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Der Israelit · 1897-11-18 · Heft 91 (18.11.1897) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 91 (18.11.1897)
Date
1897-11-18
Page
– (sequence 1)
Language
German
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!liplpp MMWWWWW XXXnn. Jahrgang. x^rp JK*<M Der Israelit. Ein Aentrat-Hrgan für das orthodoxe Iudenlhum. Begründet von Dr Seemann in Mtstrrz Donnerstag, den 18. November 5658 (1897). 8°r Eine Mlrrvk abonnirt man bei allen Postanstalten für den Monat W Dezember W auf den „Israelit". Dieser Preis tritt aber nur ein bei Abonnements, welche rechtzeitig am Post-Zeitungsschalter deS Wohnortes des Bestellers oder bei dem betreffenden Landbrieftrager aufgegeben werden. Air Erpcüitilln -es „Israelit". Leitender Artikel. Kietze» MsmGIMkurrrnslsrs in psgland aaföct KStze der CiiilisiN»»?*) In einem so ausgedehnten Reiche wie das russische, wo infolge der Verschiedenheit der Sitten und Gewohnheiten, die unter den Volksstämmen herrschen, auch die zerstreut lebenden Inden bedeutende Umerscheidungsmerkmale unter einander aufweisen, bildet das reichentwickelte religiöse Leben, das ausgesprochene jüdischnationale Bewußtsein den einzigen Punkt, in dem sich alle die zerstreuten Elemente vereinigen. Es ist leicht, an der Hand dieser, wenn auch einseitigen, *) Auszug aus dem sechsten Kapitel der Broschüre „Die jüdische Tragödie der Irrungen. Ein ernstes Mahnwort zur ernsten Zeit. Von einem Juden. Berlin W. 30, Fr. Wesemanns Verlag." Trotz mannigfacher Mängel, die dieser Schrift anhaften, ist dieselbe in erster Linie wegen der ungewohnten, aber sehr berechtigten Energie zu loben, mit welcher sie für das Wiederaufleben des Talmudstudiums in Deutschland eintritt. Beachtenswerth ist auch die Kritik unserer Abwehrbcstrebungen gegen den Antisemitismus und die Zeichnung und Verurtheilung der Resormrabbiner in Deutschland. Der Verfasser weiß sich bei allen seinen Urtheilen vor Uebertreibung und oft auch ungerechten Vorwürfen nicht zu bewahren, seine Ausführungen enthalten jedoch so viel Wahres, daß man die Fehler wegen der Vorzüge vergessen darf. Redaction des Israelit. aber desto wirksameren Centralisation Erfahrungen darüber zu sammeln, wie die Gegenden, wo diese vereinigende und bindende religiöse Idee in der strengen Ausführung und Beobachtung biblischtalmudischer Gesetze Ausdruck findet, sich in sittlicher Hinsicht vortheilhast unterscheiden von den Distrikten, deren jüdische Bewohner mehr modernisirenden Neigungen huldigen und der religiösen Seite des Lebens weniger Aufmerksamkeit zuwenden. Wo noch die Lehrhäuser widerhallen von den Stimmen eifrig Studirender, die die Pflege der Thora zu ihrer Lebensaufgabe gemacht, wo die Jugend sich nur das Ziel gesteckt, immer tiefer einzudringen in den Schacht talmudischen Wissens, um daraus Sittlichkeit und Tugend, diese kostbaren Schätze für Geist und Herz, zu heben; wo sich nach des Tages Sorge und Mühe viele Leute zusammenfinden, die, entsprechend dem Grade ihres Wissens, sich entweder mit dem Talmud oder den demselben entnommenen, auch für den ungeschulten Geist des niederen Volkes angepaßten Auszügen in eigens dazu gegründeten Vereinen beschäftigen, Vereine, welche sich mit der schönen Aufgabe befassen, religiöses Wissen zu verbreiten; wo Handwerker, Kaufleute und gewöhnliche Arbeiter den Abend im Gegensätze zu vielen ihrer Brüder in Deutschland, welche in heiteren Kränzchen, in verdächtigen Restaurants oder in noch schlimmeren Orten diesen Theil des Tages verbringen, mit der Lektüre und dem Studium erziehlicher und anregender Werke ausfüllen; wo, sageich, solche Zeichen reger religiöser Thätigkert bemerkbar sind, da kann man sicher sein, daß alle die alten Eigenschaften und Vorzüge, die unsere Voreltern in so hohem Grade besaßen, »noch jetzt vorhanden sind. Dort ist noch wahrer 'Familiensinn zu Hause, der die Eltern nicht an das eigene Wohl, sondern nur an das der Kinder denken läßt, der manches Familienhaupt die schwersten pekuniären Opfer mit Leichtigkeit tragen läßt, wenn nur dadurch

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