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Der Israelit · 1897-11-08 · Heft 88 (8.11.1897) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 88 (8.11.1897)
Date
1897-11-08
Page
– (sequence 11)
Language
German
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1681 Szent-G»l, 27. October. (T e mpel weihe.) Die hiesige israelitische Kultusgemeinde feierte gestern die Einweihung ihres neuerbauten Tempels. An der Feier nahm die ganze Bevölkerung, ohne Unterschied der Konfession, theil. Die Katholiken und Protestanten erschienen unter Führung ihrer Seelsorger. Die Einweihung wurde vom Veßprimer Oberrabbiner Dr. Arnold Klein vollzogen, der nach der (Zeremonie eine weihevolle Festrede an die Versammelten richtete. Abends veranstaltete die Gemeinde ein Bankett. England.? London. Die neue jüdische Poliklinik und Apotheke in Whitechapel ist am 4. Oktober unter Anwesenheit von einer sehr angesehenen Korona von Frederic Mocatta eröffnet werden. Bekanntlich war früher gegen diese von Hermann Landau begründete Institution wiederholter Widerspruch von Seiten der jüdischen Armenverwaltung laut geworden, doch hat sich die Letztere inzwischen von dem Bedürfniß überzeugt und ihre Leitung nahm an der Eröffnungsfeier — selbst Antheil. Auch die Vertreter der Armenverwaltung von Withechapel benutzte die Einweihungsfeier, um ihrer Freude über das neue Hilfswerk Ausdruck zu geben und gleichzeitig auszusprechen, wie hoch sie die aufopfernde Thätigkeit der Juden für ihre armen Glaubensgenossen schätzt. Rußland. ** Petersburg Seit dem 1. Oktober erscheint in Kiew ein von dem russifcheu Orientalisten Professor A. N. Gren gegründetes Blatt, das den Namen „Rossija i Asia" führt, und ans seine Fahne die Emancipation der russischen Juden geschrieben hat. In dem ersten, der Judenfrage in Rußland gewidmeten Artikel heißt es: .Rußland steht noch immer aus einer sehr niedrigen Stufe der Kultur. Um das Aufblühen Rußlands zu fördern, bedarf es im Zarenreiche der Mitwirkung aller fähigen Kräfte. Rußland besitzt einige Millionen solcher Fähigen, die Juden, welche aber von der Regierung nur bedrückt werden. Rußland vergißt dabei, daß es mit seinen Juden so vorgeht, wie Spanien und Frankreich zur Zeit Philipp's II., welche die fähigen Protestanten auswiefen und sich dadurch großen Schaden zufügten. Die Emancipation der Juden in Rußland ist eine ebenso wichtige Sache, wie seinerzeit die Bauern-Emancipation, und der aufgeklärte Theil der russischen Gesellschaft muß die Lösung dieser Frage mit allen Kräften herbeizusühren anstreben." Unter Alexander III. wäre die bloße Gründung einer solchen Zeitschrift unmöglich gewesen. ** Moskau. Gleich nach Beendigung des Aerztekongreffes hat man auf Antrag des Ehrenpräsidenten, Sr. kaiferl. Hoheit des Generalgouverneurs Großfürsten Sergi Alexandrowitsch, den Beschluß gefaßt, daß kranke Juden zur Kur nicht nach Moskau kommen dürfen ohne vorherige schriftliche Erlaubniß des Oberpolizeimeisters Trepow, die wohl nie oder fast nie gegeben werden wird. Am jüdischen Neujahrsfest verhinderte die Polizei den Gottesdienst und die Todlengebete, die hier zum Aufenthalt berechtigte Juden privatim abhaten wollten, und verjagten sie während des Gottesdienstes. Ob man dies in Petersburg weiß? Man ist doch unter der Regierung Kaiser Nikolaus II. milder in der Behandlung der Nichtorthodoxen geworden. Amerika.? Philadelphia. Jüdische Einwanderer sind im Laufe des September in unserem Hafen 259 gelandet. Am 5. Oktober kamen wieder neue Emigranten, 65 an der Zahl, und da sie gerade Erew Jom Kippur anlangten, so wünschten sie über den Feiertag in Philadelphia zu bleiben, bis auf zwei Familien, die trotz des Festes die Reise nach Chicago fortsetzten. Den Bemühungen der jüdischen Einwanderungsgesellschaft gelang es, für alle eine Verlängerung der Billetdauer zu erwirken und außerdem auch für diejenigen, welchen die Hafenbehörde nicht zu landen gestatten wollte, diese Erlaubniß zu erhalten. Transvaal.? Johannesburg. Eine sehr wichtige Versammlung der einstußreichsten unter den hiesigen Juden fand neuerdings ber Herrn S. Goldreich statt. Es handelte sich darum, die Antwort des Gouvernements auf die Eingabe zu besprechen, welche seinerzeit Namens der Juden des Transvaals gemacht worden war. Man war allgemein der Ansicht, daß diese Antwort befriedigend ausgefallen sei. und beschloß einen Brief an den Präsidenten Krüger und den Ministerrath zu richten, in dem ganz speziell die Beschwerden der Juden und die Paragraphen der Gesetze, gegen welche sich diese Beschwerden richten, aufgezählt waren. Endlich bat man um die Erlaubniß, eine Deputation zu dem Präsidenten Krüger senden zu dürfen. Dieser stimmte zu und empfing am 30. Septemper die Deputierten, bestehend aus den Herren: S. Marks, H. Solomon, S. Goldreich, F. C. Jacobson und H. Adler. Der Präsident empfing die Deputirten sehr gütig, sagte sofort zu, daß das Gesetz, wonach ein Jude ohne richterlichen Befehl verhaftet werden darf, aufgehoben werden solle und versprach sorgfältige Prüfung der anderen Beschwerdepunkte, worüber die Kommission schriftlichen Bescheid erhalten werde. Die Deputation ist mit dem Empfang sehr zufrieden und verspricht sich viel Erfolg von dieser Unterhaltung. — Herr S. Goldreich ist zum Vorsitzenden der WitwaterSrand

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