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Der Israelit · 1897-11-04 · Heft 87 (4.11.1897) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 87 (4.11.1897)
Date
1897-11-04
Page
– (sequence 13)
Language
German
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1661 rabbiner Dr. Ehrenfeld klar gezeichneten Programmes der Einladung gerne Folge geleistet, er hegt die Zuversicht auf eine segensreiche Wirksamkeit des Rabbiner-Verbandes unter den dargelegten principiellen Voraussetzungen. Hierauf wurde der Antrag, den Österreichischen Rabbiner-Verband ins Leben zu rufen, zum prinzipiellen Beschluß erhoben und Oberrabbiner Dr. Ehrenfeld mit den weiteren einleitenden Schritten betraut. Eine lange Discussion entwickelte sich über die Frage, ob die einzelnen Landesverbände dem Gesammtverein corporativ oder durch Delegirte beitreten sollen. Es wurde beschlossen, die Entscheidung hierüber offen zu lassen. — Sämmtliche Theilnehmer der Conferenz sind über deren Resultat äußerst zufrieden. Galgoez a. d. Waag, 26. Oct. Eine erhebende Feier beging heute der Galgoczer isr. Wohlthätigkeits-Frauenverein. Er feierte nämlich seinen 50jährigen Bestand und den damit zusammenfallenden Geburtstag seiner langjährigen verdienstvollen Präsidentin, der Frau Julie Seßler-Eisler. Die Vizepräsidentin des Vereins Frau Rosa Nagel-Schwitzer überbrachte Namens des Vereins der Jubilarin ein kunstvoll ausgestattetes Ehrendiplom über ihre Erwählung zur lebenslänglichen Ehrenprästdentin des Vereins sammt einem auf den Namen der Jubilarin ausgestellten Stiftungsbrief auf ein Kapital von 500 fl. lautend, dessen Zinsen durch die Präsidentin an Arme zur Vertheilung gelangen sollen. In einer die Zuhörer zu Thränen rührenden schwungvollen Ansprache würdigte Frau Rosa Nagel die ausgezeichneten Verdienste der Jubilarin. Die geistesfrische Jubilarin dankte tief bewegt für die Ovation. Frankreich. ** Paris 2. Nov. Der Verwaltungsrath der JewishGolonization Association hat in einer Sitzung beschlossen: 1) sich für einige Colonien in Nordamerika und für die Vergrößerung der Ackerbauschule in der Colonie Woodbine zu interessiren; 2) zur Entwickelung der Colonie „Hirsch" in Kanada Hilfe zu gewähren; 3) die zu Gunsten mehrerer Colonien in Palästina bewilligten Beträge zu erhöhen; 4) Herrn Walter L. Cohn nach der Insel Cypern zu entsenden mit dem Aufträge, daselbst eine Besitzung, in welcher mehrere jüdische Colonisten angesiedelt sind, zu untersuchen; 5) zur Errichtung einer Ackerbauschule in Galizien beizusteuern; 6) der Schulfrage in Rumänien Interesse zuzuwenden. England.? London. Sehr ungünstige Nachrichten kommen neuervings aus Korfu, wo die Juden wiederum Angriffen ausgefetzt sind, welche sie nach keiner Richtung hin provozirt haben. Die jüdische Gemeinde in Korfu erfüllt ihre Pflichten gegenüber dem griechischen Staate auf die beste Weise. Während de- Krieges mit der Türkei fochten alle waffenfähigen Leute im griechischen Heere, und die Zurückgebliebenen sammelten einen Fonds für die Kranken und Verwundeten der ganzen Armee, der in wenigen Tagen die Höhe von 24,000 M. erreicht hat. Mit Rücksicht darauf, daß die ganze Gemeinde keine reichen Leute zählt, ist der Betrag ein sehr respektabler. Trotz dieser Leistungen werden die Juden von dem griechischen Pöbel auf den Straßen fortwährend insultirt, ohne, daß die griechische Regierung bisher eingefchritten ist. Selbst in ihrem abgeschloffenem Quartier im Ghetto leben die Juden in steter Furcht vor größeren Exzessen, während kleinere Belästigungen kaum noch auffallen. Mr. M. D. Moc a t t a hat die Aufmerksamkeit der Anglo-Jewish- Affociation auf diese Vorfälle gelenkt. Afrika.? Algier. Noch immer können unsere Juden die ersehnte Ruhe nicht finden, da die antisemitischen Hetzer nach wie vor ihr unsauberes Handwerk betreiben und immer noch Gläubige finden. So ist es kürzlich wieder in St. Louis zu Exzessen gekommen, bei denen, charakteristisch für die Jnternationalität des Antisemitismus, der Haupthetzer ein Belgier war, welcher noch nicht einmal als Franzose naturalisirt war. Monsieur Pinguet versteht sogar den Behörden zu imponiren, denn als die von ihm fanatisirte Menge sich an zwei Juden vergreifen wollten und einige Gensdarmen einschritten, wußte Pinguet dieselben so einzuschüchtern, daß sie sich vom Schauplatz des Aufruhrs zurückzogen. Ein Wunder ist dies freilich nicht, wenn man erwägt, mit wie geringen Strafen die Anstifter solcher Aufruhrscenen davon kommen. Erst kürzlich waren in FedSlös Plakate angeschlagen, in dem zu einem Volksfest eingeladen wurde mit der Schlußbemerkung, für das Leben von Juden komme die Behörde nicht auf. Die Araber sahen in dieser Bemerkung einen Freibrief für Exzesse gegen die Juden und als der Staatsanwalt von Oran Anklage gegen die Verfasser dieses Plakates erhob, wurden dieselben nur zu fünf Frs. Geldstrafe verurtheilt, weil die Richter in dem Texte der Plakate keine Aufreizung zu Gewaltthätigkeiten sahen. Daß solche minimalen Strafen nicht abschreckend sein können, liegt auf der Hand. Vermischtes. Ertau. Der hiesige Lehrer Soma Weiß hat vor einiger Zeit mit eigener Lebensgefahr zwei Menschen vom sicheren Tob« gerettet. Der Juwelier VelaTarbay, der de8 Schwimmens

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