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Der Israelit · 1897-10-25 · Heft 84 (25.10.1897) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 84 (25.10.1897)
Date
1897-10-25
Page
– (sequence 11)
Language
German
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1605 meindegericht verurtheilt. In Jeliffawetgrad saßen am 11. September die 14 Hauptanstifter und Rädelsführer auf der Anklagebank. Antzrr tomw wevc'm. sie alle Bauern aus Kantakusowka — meist junge Leute, manche erst 18 Jahre alt. Wassili Jakowlew wurde zur Einreihung in die Arrestantenkompagnie auf die Dauer von zwei Jahren verurtheilt, die übrigen 13 zu einjähriger Gefängnißstrafe. Allen Verurtheilten wurden außerdem sämmtliche Rechte aberkannt. in Kalifornien kolonisiren wollte, erscheint freilich vollkommen gescheitert, wie Kundige von vornherein vor- <xvLa>e.so.o>t. haben. — Die russisch-jüdische Kolonie in Philadelphia veranstaltet eine panstawistische Ausstellung zum Besten eines Vereins. Es erscheint mindestens merkwürdig; daß russische Juden, die im freien Amerika ansässig sind, eine solche Demonstration zu veranstalten für nöthig befinden. Ob es sehr taktvoll ist, wenn Juden in Amerika panslaviftisch demonstriren, bleibt eine offene Frage. England. ** London. Wie man der „Times" schreibt, hat ein aus einfiußreichen Juden in Transvaal bestehendes Comite ein Schreiben an die Regierung verfaßt, in welchem auf die Ungerechtigkeiten hingewiefen wird, unter denen die Inden in Transvaal noch zu leiden haben. Nach den bestehenden Gesetzen können Juden und Römisch-Katholische auf bloßen Verdacht hin, ohne gerichtlichen Haftbefehl verhaftet werden; sie dürfen keine Staatsämter, auch die untersten nicht, bekleiden und haben keinen Theil an der Staatsunterstützung für Schulen. Eine Deputation wird in Kürze wegen der Angelegenheit der Executive Vorstellungen machen. Man glaubt, daß die betreffende Petition der Kommission, die sich augenblicklich mit der Revision der Verfaffung, des Grondwet befaßt, zugewiesen wird. Amerika. New-Nork. Auch im freien Amerika regt sich der Antisemitismus. Freilich haben wir noch keine antisemitische Partei, dafür aber um so viel mehr gesellschaftlichen Rischus. In den Badeorten im Gebirge sowohl wie an der See nehmen die Hotel ersten Ranges keine Juden mehr auf, und die sämmtlichen Privatschulen ersten Ranges in Newyork folgen diesem Beispiel. Höchstens nehmen diese Schulen 1 oder 2 jüdische Kinder aus den reichsten Familien, als besondere Gunst auf, weil es eine Ausnahme ist. Der Vorsteher einer solchen Schule erklärte kürzlich dem Prof. Gottheit, als ihn dieser zur Rede stellte, daß er selbst kein Judenfeind sei, daß aber die Eltern der Schüler sich der Aufnahme jüdischer Kinder widersetzten, selbst wenn es sich um Ausnahmefälle handelte. Unter diesen Umständen kann es nicht befremden, daß die Juden Newyorks daran gehen, sich eigene jüdische Privatschulen zu gründen.? NeW-Uork. Aus Veranlaffung des Rabbiners Krauskopf wird eine Zählung der jüdischen Bauern in den Vereinigten Staaten veranstaltet, sowohl der Kolonien, wie der einzeln lebenden Farmer unseres Glaubens. Krauskopf erwartet, daß die Zählung viel höhere Ziffern ergeben wird, als man gemeinhin annimmt. Das Unternehmen von Ephraim Deinard, der bekanntlich einige hundert russische Juden Afrika.? Südafrika. (Verschiedenes.) In Port Elizabeth ist der neue Geistliche, Rev. Philipps, früher Rabbiner in Sunderland in England, mit großen Ehren ausgenommen worden. Er findet dort ein großes Feld für seine Thätigkeit vor. — In Johannisburg sollte das jüdische Hosspital geschloffen werden, weil sich in einer Versammlung am 12. September anscheinend ein sehr großes Defizit zeigte. Es fanden sich aber thatkräftige Männer, welche in die Bresche sprangen, und schon am 19. September konnten dieselben in einer Versammlung in der Fox Street Synagoge, unter Vorsitz von Mr. M. I. Jndelson konstatiren, daß die nothwendigen Fonds zur Weiterführung des Hospitals vorhanden sind. — Ein niedlicher Zwischenfall ereignete sich in unserer Stadt kürzlich vor Gericht. Ein Jude hatte einen anderen wegen Beleidigung verklagt und gerade am Neujahrsfest war Termin angesetzt worden. Da erschien vor diesem Tage der Kläger vor Gericht und gab die Erklärung zu Protokoll, daß er wegen der jüdischen Feiertage seinem Beleidiger verzeihe, damit Gott auch ihm am Versöhnungstage verzeihe. Die feierliche Erklärung machte großen Eindruck auf die christlichen Richter. — Oberst Harris von Kimberley ist ohne Widerspruch in das Abgeordnetenhaus der Kapkolonie gewählt worden. Vermischtes. Berlin. Der Betsaal des Neligionsvereins jüdischer Glaubensgenossen zu Steglitz wurde vor Kurzem unter Betheiligung von etwa 120 Personen eingeweiht. Das kleine Bauwerk liegt aus dem Grundstück des Herrn Wolfenstein. Düppelstraße 41, und ist vom Maurermeister Sinnig ausgeführt. Der Feier wohnte auch Bürgermeister Zimmermann bei. Die Weihe vollzog Rabbinatskandidat Braun. London- Die hiesige spanische portngi fische Gemeinde hat dem Iews College aus dem Fonds des Judith Montefiorc College in Ramsgate die Summe von tausend Pfund bewilligt und sich dadurch das Recht erworben, in den Vorstand des Iews College zehn Mitglieder zu entsenden. Als solche wurden gewählt: Sir Joseph Sebag Montefiore, Mr. Abraham Mocatta, Sir Edward Sassoon, Manuel Castello, F. B. Halsord, I. D. Israel, Joshua M. Leon, Arthur Lindo, Eustacc A. Lindo und E L. Mocatta.

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