Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 80-81 (8.10.1897)
- Date
- 1897-10-08
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
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1561 Hier in Segovia in Kastilien schrieb Abarbanel im Jahre 5214 (1484) auf Ermunterung mehrerer Freunde, die bei ihm Belehrung suchten, den Commentar zu Josua, Richter und Schemuel in einem kurzen Zeitraum von weniger als vier Monaten. Und zu der Zeit, als er den Commentar zum Buch der Könige begonnen hatte, fand er Eingang und Gunst bei dem Könige Ferdinand von Spanien, war sehr angesehen bei den Rathen und Großen des Reiches und stand ihnen auch bei mit Rath und Thal acht Jahre bis 5252 (1492). In diesem Jahre, nach Vertreibung der Mauren aus Granada, erschien das bekannte königliche Edict Ferdinands, am 13. Mai 1492, wonach der Israelit, der nicht seinen Glauben verlasse und zur herrschenden Religion übertrete, nach drei Monaten aus dem Lande gejagt würde bei Strafe de- Todes und der Vermögenseinziehung. Abarbanel verfügte sich selbst zum König, legte Bitten bei demselben ein für sein Volk, aber sein dringendes Flehen fand kein Gehör, es blieb bei dem königl. Beschluß, ja, die Königin Isabelle suchte noch den König in seinem Entschlüsse zu bestärken. So wanderten 300,000 Juden aus Spanien; viel Leid und Drangsal traf ste, denn der Herr strafte sie mit strengen Strafgerichten, so daß nur wenige einem eienden Tode entgingen. Abarbanel, mitten unter den Vertriebene», schiffte mit seiner ganzen Familie nach Neapel, wo er bei dem Könige Ferdinand I. günstige Ausnahme fand. Hier empfing er wieder den Segen des Herrn; seine Vermögensverhältniffe verbefferten sich, sein Haus war ein Zufluchtsort der Weifen. Nun glaubte er in Ruhe und Behaglichkeit sein Leben zu genießen, da mußte er schon wieder vor dem König Carl VII. fliehen, der Neapel erobert hatte. Der Sohn Ferdinand's I., Alphons II., der eben an die Regierung gekommen war, entfloh nach Messina, Abarbanel zog überall mit dem Könige. Abarbanels Haus und sein Vermögen wurde aber geplündert mit all seinen Büchern; der König Alphons erkrankte nun und starb, und so stand unser Abarbanel wieder einsam und verlassen da; trostlos irrte er umher. Sein Geist trieb ihn nach der Insel Corsu, wo er den Commentar zu Jesaia schrieb, und das in Liffabon schon begonnene ruircn rane, eine Erklärung zu Deuteronomium, beendigte. In demselben Jahre verfaßte er das Merkchen na» nbns für seinen jüngsten Sohn Don Samuel. Sein ältester Sohn Don Jehudah ging nach Segovia, und später nach Neapel. Berühmtheit hatte dieser erlangt in der Hellkunst; große Gelehrsamkeit, ausgebreitetes und tiefes Wiffen besaß er in der Physik und Theologie, und seine poetischen Ergüsse, welche er in den italienisch geschriebenen dialoghi di amore niederlegte, zeugen von der Bildung seines Geistes und der Fülle seiner Gedanken. In Neapel schrieb Abarbanel die meisten Werke, p-n ,nnj« p-nt .-ML" j>wo .niw1 mss rtmc ,dns nfD' — Von hier zog er mit seinem Sohne Don Joseph Abarbanel, einem frommen, weisen und gelehrten Manne, nach Venedig, um den svamals obschwebenden Streit zwischen den Aristokraten zu Venedig und dem damaligen Könige von Portugal, in Betreff des Gewürzhandels beizulegen, und da nun die Großen und Angesehenen des Landes seinen tiefen Verstand und sein 7 große Klugheit bemerkten, so zogen ste ihn bei allen Staatsangelegenheiten zu Rathe, und folgten ihm in Allem, was er ihnen rieth. In Venedig vollendete er seinen Commentar zu Jereinia 5264 (1504). Im Jahre 5268 (1508) erbleichte die hellstrahlende Sonne, welche am Horizonte Israels so lange geschienen hatte Mit großen Ehren wurde seine sterbliche Hülle nach Padua gebracht, wo er endlich nach seinem thatenreichen und und unheilvollen Lebensgange Ruhe gefunden hatte! — Möge dieser wahrhaft große Mann, der ein so würdiges Leben geführt, der so ruhmvoll gewirkt, der einen starken, eisernen Muth bekundete in Ertragung der Leiden, der ein unbegrenztes Vertrauen auf die Vorsehung und eine unerschütterliche Festigkeit in der Ergebung zu Gott äußerte, der einen streng religiösen Lebenswandel führte, der in Gelehrsamkeit seine Zeitgenossen und Viele, die vor und nach ihm lebten, überstrahlt, möge dieser Mann uns voranleuchten, damit wir ihm würdig nachzueifern beflissen seien? DM" Sl n j e t fl 5 «. Für deu folgenden Theil ist die Redartion nicht verantwortlich. j» Wittwer mit Kind von 12 Jahren sucht auf sofort ein älteres, rel'g. Mäd» che«, welches selbstständig den Haushalt versehen muß. Offerten an (5837 H- Harff, Eigarren-Fabrik, Wickrath (Rheinland). egen Anfg. de- Ladengeschäfte- Total-Ansver kauf >n Pianino-, Biolt« neu Zithern,Mandoline« u. i. w. zu bedeutend herabgesetzte« Preisen. (637 2 August Herrmann, Frankfurt a. M., Große Bockenheimerstraße 30. □mn« Esrogim, Lulowim» Hadasfim Engros u Deiail zu den billigst. Preisen (5620 C. Ksas Uachf., Berlin, Reue Fr>edrichstrahe 69. ür mein Samstagu. Feier« tage geschloffenes Manufactur- und Gisenrvaaren - Geschäft suche bei fteier Station einen Lehrling« (5781 Philipp I. Nutzbaum, Kaltennordheim. OGGOOOOOOGGG