Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 80-81 (8.10.1897)
- Date
- 1897-10-08
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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für dasL^-- Wrthodoxe MuderrthumÄ kr a f. lRr. 8 8 Oel. 1897Z m JÜ barbancL >4hs- Eine biographische Skizze. - »«<- - _* 1 - :‘NNMTr^xi_ Der durch seine reichhaltigen Commentare und andere philosophische Schriften hochgefeierte, durch seine Frömmigkeit hervorragende und durch seine Schicksale und.sein vielbewegtes Leben bekannte Don Jsaac Abarbanel war zufolge einer Ueberlieferung, welche sich in seiner Familie erhalten hatte, ein Sprößling des David'schen Hauses, wovon eine Familie nach Portugal, nach der Zerstörung des ersten Tempels, gekommen war, wie aus dem Commentare A.'s. in Secharja Kap. 12, V. 7, „doch wird siegen lassen der Herr zuerst die Zelte Juda's, damit sie nicht erhebe der Ruhm u. s. w." hervorgeht. „Auch nach Spanien kamen", wie R. Jizchak den Geath erzählt, „nach Zerstörung des ersten Tempels zwei Familien aus dem Hause Davids, die eine war die Familie Daud, welche sich in Lucena ansässig machte, die andere die Familie Abarbanel, welche sich in Sevilla niederließ, und von derselben stammt meine Verwandtschaft ab". Deutlich bekundet es sich auch, daß es angesehene und bedeutende Familie waren, denn es ist eine bekannte Sentenz: Ehre und beständiger Reichthum sind das Zeichen eines edlen Geschlechts, und notorisch ist es, daß Reichthum und Ehre immer in seiner Familie herrschend waren, nie von ihm wichen. War nun auch seine Stammverwandtschast von Spanien aus dem Reiche Kastilien, so war doch unseres A. Geburtsort Lissabon, die Hauptstadt des Reiches Portugal, wo er im I. 5197 (1437 der gew. Zeitrechnung) geboren wurde. Erzrgßn wurde er in Gottesfurcht, gebildet in Kenntnissen und Wissenschaften, und edle Muster hatte er an seinen frommen Eltern vor sich, welchen der Herr noch reichlichen Segen gab, indem er mit bedeutendem Reichthume sie beglückte. A. wuchs heran, das Glück begleitete ihn auf allen Wegen, groß ward er in Israel, sogar zum Minister schwang er sich bei dem König von Portugal, Alphons V. empor. Seine eigenen Worte hierüber sind: „Glücklich war ich in meinem Hause, das ich von meinem Vater geerbt, ein Haus voll des göttlichen Segens, in der großen und berühmten Stadt Portugals. Der Herr beschied Reichthum in meinen Schätzen, Ehre und Freuden meiner Person, ich baute mir prächtige Häuser, versammelte Gelehrte um mich, durch welche Gotteserkenntniß und Wissenschaft verbreitet wurde. In meinem Hause, in meinen Mauern war mächtiger Schatz, Mrldthätigkeit ward geübt, Gerechtigkeit gepflogen. Macht und Ruhm bei Gelehrsamkeit und Größe. In blühender Gunst stand ich, mit Freuden wuroe ich ausgenommen in den Palästen des Königs Alphons V., des mächtigen Fürsten, dessen Herrschaft ausgebreitet war; er herrschte von Meer zu Meer, in allen seinen Unternehmungen war er glücklich, Gnade, Gerechtigkeit und Tugend übte er im Lande. Gottvertrauend, gottesfürchtig und weise beförderte er das Wohl seines Volkes, Gunst wandte er zu den Juden und Freiheiten ge-