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Der Israelit · 1897-10-08 · Heft 80-81 (8.10.1897) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 80-81 (8.10.1897)
Date
1897-10-08
Page
– (sequence 12)
Language
German
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1554 fallen. Die auf dem Seminar erworbenen Kenntnisse müssen hinreichen, um den philosophischen Doktorgrad zu erlangen — mehr wird ja an äußeren Bildungsnachweisen von Staat und Gemeinde nicht verlangt. Was aber die innere wissenschaftliche Gediegenheit, Universalität Und Harmonie der Bildung anlangt, so kann es ein nach den hier entwickelten Grundsätzen und dazu jüdisch-wissenschaftlich gebildeter junger Mann doch zweifellos reichlich mit den Herren auf nehmen, die unter den jetzigen Verhältnissen z. B. als Hauptftudium in wahnsinniger Zeit- und Kraftverschwendung etwa neure Philologie erwählen, fleißig Französisch und Italienisch ftudiren, vielleicht noch einige publica hören, gleichzeitig das Rabbiner Seminar besuchen und auf diese Art den größten Theil ihrer Studienjahre in durchaus unzweckmäßiger, zielloser Weise zu vergeuden gezwungen find. Abgesehen von den beiden im vorstehenden näher skizzirten Disciplinen, von Venen die eine sich stofflich noch sehr eng an die jüdischen Lehrgegenstände anschließt, wird nun nach unteren Vorschlägen die ganze Zeit des Studirenden vom18.—24. Jahre für das Thoraftudium frei, und zwar könnte vielleicht am zweckmäßigsten das erste Jahr ausschließlich den jüdischen Fächern, damit ein volles Einleben stattfindet, gewidmet sein, während erst vom zweiten Jahre an Geschichte der Philosophie und Apologetik hinzutritt. Es kann hier nicht unsere Aufgabe sein, den Studienplan für Tnach, Talmud, Midrasch und rabbinische Literatur in umfassendstem Sinne ausfübrlich zu entwickeln; es ist Sache der Fachmänner hier zu untersuchen, wo im einzelnen Reformen nöthig sind. Daß namentlich eine größere Vertrautheit mit unseren jüdischen Tnach-Kommentatoren sehr wünschenswerth sei, ist schon oft ausgesprochen worden. Unzweifelhaft dürfte es fein, daß unter allen Umständen ein Weg gefunden werden muß, auf dem unsre Rabbinatsjünger ihrem eigentlichen Lebensberufe wiederum jene ungetheilte Hingebung widmen können, die zu einem „Gelingen im Lernen" nun einmal nothwendig ist. Mehr Zeit und mehr G e m ü t h S r u h e sind die beiden Forderungen, die sich da erheben, und denen diese unmaßgeblichen Vorschläge ebenfalls Rechnung tragen wollen. Erst wenn für die Auseinandersetzung mit dem Zweifel und der Kritik besondere Disciplinen geschaffen sind, erst dann wird sich die Möglichkeit bieten, die jüdischen Fächer nun auch wirklich in jüdischem Sinne zu betreiben und ohne Kokettiren mit den Formen der offiziell abgestempelten Wissenschaftlichkeit wieder echte, erleuchtete vn-n < cheramubilden, bereit alles sich assinrMLM SrveMftelL"di<chKhWa:D Md MStzkrn'Snflcher tastiiidenaber' treu gemeinten Anregungen die Beachtung aller Derer finden, denen die schwere Verantwortung für die Zukunft unserer Gemeinden und Schulen zugefallen ist. Ist ja der Gegenstand wichtig genug, um nicht nur flüchtig ins Auge gefaßt, sondern ernsthaft erwogen zu werden. Zeitungsnachrichten und Correfpoudenzen Deutschland. Berlin. In diesen Tagen versendet das Bureau des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes an fämmtliche Vorstände jüdischer Gemeinden Frageblätter für die 18. Auflage des im April künftigen Jahres erscheinenden „Statistischen Jahrbuchs für 18118." Auf Wunsch bewährter Mitarbeiter haben folgende Fragen zum ersten Male Aufnahme gefunden: Welche Gemeindebeamten sind definitiv angestellt? Wie hoch beläuft sich Ihr Gemeindeetat in Einnahme und Ausgabe? Welcher Betrag kommt jährlich im Durchschnitt durch indirekte Gemeindesteuer ein? Wenn auf diese Fragen eine ausreichende Zahl von Antworten eingehen, so ist zu erwarten, daß die Neuauflage ein interessantes Bilo von der Lage des Gemeindewesens und seiner Beamten bieten wird, das auch praktisch von großem Nutzen fein wird. Es ist darum lebhaft zu wünschen, daß die geschätzten Vorstände beziehungsweise die Gemeindebureaus im eigenen Interesse der Anstrengungen des D.-I G.-B. durch sorgfältige und baldige Beantwortung der Frageblätter belohnen mögen. Briefkasten der Redaetio«. Herrn A. B in A. - Für d e Aufnahme eines Artikels in den redaktionell »n Thell unseres Blattes haben wir niemals Bezahlung genommen und werden wir dieses auch nie tbun. Wir haben auch noch nie gehört, daß sich in diesem Punkte die Verleumdung an uns heranwagte L. B. in B: Beim Aufrufen zur Thora nennt man beide Namen, und zwar zuerst den neuen Ramm. . . r in I r Wir danken Ihnen sehr für Ihre freundliche Mittbeilung und haben uns sofort mit betreffender Firma in Verbindung gesetzt. Herr I. G. in E.: Die Fortsetzung von „Sprüche der Väter" erfolgt s. G. w. nach Peßach. 8 Meter soliden Winterstoff zum Kleid für M. 180 Pfg. 8 Mtr. Tokio Wlnterstoff , . . . zum Kleid für M. 2.70 Pfg.. 8 ,, Valerie . ... „ .... 2.30 „ 8 ,, Damentuch in 15 Farben „ „ „ „ 3.80 „ 6 .. Veloutlne Flanell solider Qualität „ „ „ „ 4 5o 6 Tuch und Alpaka guter Qualität „ „ ,, „ 4.80 „ versenden in einzelnen Metern, franco in’« Haus. Grösste Auswahl modernster Herbst- und Winterstoffe. 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