Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 79 (5.10.1897)
- Date
- 1897-10-05
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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•••5f-crpr<v' 1532 Jnowrazlaw der dortigen Knaben-Mittelschule aus Anlaß de« Sedantages überwiesen. Ueber die Art der Verwendung dieser Stiftung werden noch nähere Bestimnkunaen mit dein Magistrat vereinbart werden, doch steht so viel fest, daß die Zinsen für jährliche Schülerprämien und zur Unterstützung der Schüler, welche die Mittelschule mit gutem Erfolge besucht haben und dann gewerbliche Fachschulen besuchen wollen, Verwendung finden sollen. Der Gedanke, der den Wohlthäler zu dieser Stiftung veranlaßte, war die Hebung und Kräftigung des Mittelstandes, die gute Schulbildung zur Voraussetzung hat. — H. Wolfs. ** Hannsvsr, 20. Sept. Durch Bemühen des Herrn Landrabbiner Dr. Gronen.ann ist es den jüdischen Lehrern dieser Provinz, welche in diesem Jahre behufs einer zehnwöchentlichen Uebung zum Militärdienst einberufen werden, gestattet, nicht wie ihre christlichen Kollegen am 5., sondern des Jom Kippur wegen am 7. Oktober einzurücken. Die diesbezügliche Verfügung des Generalkommandos vom 6. September lautet:7.,Die Lehrer jüdischer Religion werden in diesem Jahre, unbeschadet der Verpflichtung, ihrer Dienstpflicht bezw. Uebung in vollem Umfange zu genügen, erst zum 7. October d. I. einberufen werden." Es dürfte für die Lehrer anderer Provinzen von Jnteresie sein, hiervon Notiz zu nehmen, damit sie sich eventuell unter Bezugnahme auf diese Verfügung auch an das betreffende Generalkommando wenden können. Oesterr.-Ungar. Monarchie. ** Wien, 30. Sept. Der Stadtrath hat gegen die Entscheidung der Baudeputation betreffend die Bewilligung zur Erbauung einer Synagoge in der Neudergaffe, Bezirk Josephftadt, den R.cur» an das Ministerium überreicht. Der Stadtrath müßte sich seiner so viel^ angefeindeten Existenz schämen, wenn er zusähe, wie unter seinen Augen neue Sy- ’ nagogen entstehen. " Die s Vermehrung^ der Gotteshäuser im Verhältnisse zu dem angeblich gestiegenen religiösen Bedürfniffe des Volkes bildet zwar den ersten und wichtigsten Punkt ernes gewissen, in feierlichster Weise proklamirten Bürgermeister-Programms. Allein, dieses religiöse Bedürfniß scheint nur bei Katholiken vorausgesetzt zu werden, denn während die Coinmune Unsummen für die Erbauung von katholischen Kirchen bereitwillig gewährt, sucht sie den Bau einer Synagoge um jeden Preis zu verhindern, zu deren Herstellung sie um keinen rothen Heller angegangen wurde. ** Jnnsdrulk, 30 Sept. In Bozen fand vor einigen Tagen der Verbandstag des Tyroler RadfahrverbandesK statt. Wohl über 300 tyroler Radfahrer kamen inZder aus schiefem Anlaffe festlich beflaggten Talferstadt zusammen. Aus den Verbandsverhandlungen ist ein Antrag de« antisemitischen Radfahrervereins „Urda" in Innsbruck zu erwähnen, der dahin ging, in den Verband „nur Radfahrer arischer Abkunft" aufzunehmen. Trotz sehr energischen Widerspruches seitens mehrerer Redner wurde der Antrag nach erregter Debatte mit 26 gegen 25 Stimmen angenommen. Bei der Bestimmung des nächstjährigen Verbandstages lehnten infolgedeffen die Vertreter von Meran den Vorschlag, Meran hierfür zu wählen, ab, weil Meran nicht einen antisemitischen Verband in seinen Mauern beherbergen könne. Der Vorschlag, in Innsbruck den Verbandstag abzuhalten, wurde von Vertretern aus der Landeshauptstadt ebenfalls abgelehnt. Motivirt haben diese die Ablehnung damit, daß die Innsbrucker den Radfahrern überhaupt keine Sympathien entgegenbringen. Personalien. Fürth, 17. Sept. In tiefe Trauer wurde die hiesige Gemeinde durch das am 4. Elul erfolgte plötzliche Ableben des Herrn Hirsch Zimmer, Sohn des über die Grenzen seiner Heimathgemeinde hinaus weit bekannt gewesenen Rabbi Menki Z i m m er b'w, versetzt. Der Frühvollendete hat im Alter von 42 Jahren sein der Frömmigkeit und dem Thorastudium geweihtes Leben beschloffen. Sein Leben und Wirken, seine Güte und Bescheidenheit, seine Freundlichkeit und Zuvorkommenheit gegen Jedermann gaben ein weithin leuchtendes Beispiel von der Wundermacht, mit der die Thora ihre Träger ausstattet. Es war das eifrigste Bemühen des Verstorbenen, seinem dahingeschiedenen großen und berühmten Vater nach jeder Richtung hin würdig zu sein. Darum fanden die Jntereffen des altüberlieferten Judenthums in ihm einen stets bereiten Annehmer und Fürsprecher, darum jagte er buchstäblich der Erfüllung von Mizwoth nach und übte gleich seinem verstorbenen Vater in opserungsvoller Weise das Amt eines Mohel aus. Keine Beschwerniffe einer weiten Reise, kein wichtiges Geschäft-Unternehmen konnten ihn davon abhalten, einem Rufe, diese theure Mizwah zu erfüllen, nicht Folge zu leisten. Und er übte diese Mizwah mit einer Würde und Feierlichkeit, die auch indifferente Anwesende hinriß und, für den Augenblick wenigstens, ihnen einen Hauch seiner ihn erfüllenden Glaubenswärme mittheilte, kump wfc »rac „Wehe! Daß uns diese herrliche Perle so frühzeitig entriffen worden ist!" so rufen wir mit einem der Trauerredner aus. Möge der Tod des Edlen eine Sühne fein für die von ihm oft beklagten Verirrungen der Zeit, und rwn alsbald die Lücke ausfüllen, die das frühzeitige Scheiden dieses Frommen in hiesiger Gemeinde geriffen hat, K*?*ra. —h.