Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 78 (30.9.1897)
- Date
- 1897-09-30
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
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1523 Xobe das Kapital behalte. Peritz möchte der Kasse kein Risiko anhängen. Die Verwendung des Kapitals für Schwiegersöhne hält er unter Umständen für die beste Anlage, da bei uns Juden die Kinder ihre Eltern sonst nie verlassen. L u b l i n s k i regt an, das Kapital -um Erwerb einer Leibrente für die Wittwe zu verwenden. Es wird beschlossen, die Pension für den arbeitsunfähigen Beamten aus 500 Mk. sestzusctzcn Für die Wittwe soll gleichfalls eine laufende Pension von 3OO Mk. gezahlt werben. In welcher Weise diese mit dem für sie fällig werdenden Kapital bewi>kt werden soll, wird zmiächst offen gelassen. Die hierauf beginnende Diskussion über die von den Gemeinden und den Beamten zu erhebenden Beiträge, sowie über die Bildung der Unterstützungskasse mußte unvollendet abgebrochen werden, weil die Zeit für die den Abendzug benutzenden Commissionsmitglicder herangekommen war. Die Weiterberathung soll in einer zweiten Sitzung, möglichst noch vor der diesjährigen Lehrer-Versammlung und dem diesjährigen Gemeindctage erfolgen. Zusarnmenstellung der bisher gefaßten Beschlüsse: 1. Die von der Commission herausgegebene Statistik der jüdischen Gemeinde- und Beamtenvcrhältnisse der Provinz Ostpreußen soll durch Nachträge in Zwischenräumen von fünf zu fünf Jahren brauchbar erhalten werden. 2. Die Commission beschließt, die Aufstellung eines Normalkontraktes in ihre Aufgaben aufzunehmen. 3. Die Commission empfiehlt die Anstellung der oft preußischen Cultusbcamten zunächst auf 3, danach auf 6 und 12 Jahre. Der Beamte soll einen noch näher zu bestimmenden mit der längeren Dauer seiner Amtsthätigkeit am Orte wachsenden Theil seines Gehalts als Pension zu beanspruchen haben. 4. Die Commission erachtet als nothwendig, daß der Bcanlte der kleinen Gemeinden neben freier Wohnung ein garantiertes Einkommen (bestehend im Baargehalt und Schcchita-Nebeneinnahmen von mindestens 1200 Mk. bezieht. 5) Die Commission empfiehlt den Gemeinden die Ablösung der Schechita-Einnahmen durch feste Bezüge. 6) Die Commission beschließt, eine Versorgung der arbeitsunfähigen Kultusbcamten und deren Wittwen und Waisen in die Wege zu leiten. 7. Die Vorsorgung soll durch Versicherung des Beamten bei einer soliden Lebensversicherungs-Gesellschaft in der Art erfolgen. d^ß der Beamte vom Eintritte seiner Arbeitsunfähigkeit an bis zu seinem Tode eine Pension von 500 Mk. und die Familie nach seinem Tode ein Kapital von 5000 Mk. erhält, das zur Rentenversorgung in Höhe von 300 Mk. p. a. für dieselbe verwandt werden soll. Die Unkosten dieser Versicherung werden nach vorliegenden Tarifen für jede Person mit 200 Mk. p. a. angenommen. Schey, Vorsitzender. Peritz, Schriftführer. Aüßnsrdkullilhe (StntralBtrfantmlung Des VmlU8 jöö. Kehrer ia Rheinland und Malta za Köln im am Sonntag den 15. August 1897, Nachmittags 2 Uhr. Dieselbe war von 24 ordentlichen Mitgliedern besucht, außerdem waren viele Gäste erschienen. Der Vorsitzende, Koll. G o l d s ch m i d t, erinnerte daran, daß am Schlüsse der vorigen Versammlung unser Kaiser besonders als Hort des Friedens gefeiert worden war und wies darauf hin, daß die heutige Versammlung vornehmlich einem Friedensakte gelte, der Vereinigung der beiden größeren rheinisch-wests. jüdischen Lehrervereine, daß heute der Beschluß gefaßt werden möge, der der jüdischen Lehrerschaft der beiden Provinzen zum Segen gereiche. Hernach wurden die eingegangenen Schriftstücke zur Verlesung gebracht, u. A. das Gesuch eines alten, jüdischen Lehrers, der, früher an einer nichtöffentlichen Schule angestellt, heute durch verschiedene Lehrer-U.- K. nur soviel erhält, daß er die Miethe bestreiten kann und im Uebrigen aus wohlthätige Gaben angewiesen ist. Da der betreff. Lehrer kein Vereinsmitglied ist, glaubte der Vorstand aus eigener Ermächtigung eine Unterstützung nicht gewähren zu können und verwies die Sache an die G.-Z. Koll.Spi er -Bocholt beantragte, dem alten Mann aus der Vereinskaffe 60 M. Beihilfe zu gewähren. Hierauf erschienen als Vertreter des Vorstandes der hiesigen Synagogengemeinde die Herren Simon Simoll und Dr. med. Apfel, welch' letzterer außer den Grüßen des Vorstandes auch ein ansehnliches Geschenk überreichte mit dem Wunsche, man möchte einen Theil davon dem alten, nothleidenden Herrn zu Gute kommen lassen. Nachdem der Vorsitzende den beiden Gennindevorstchern den Dank des Vereins ausgesprochen, beschloß die Versammlung, die schon mehrmals genannte Unterstützung auf mindestens 60 M. (welche Summe durch Vorstandsbeschluß erhöht werden kann) festzusetzen. Als ersten Punkt der Tagesordnung erstattete Koll. S ulmann-Köln hieraus in ausführlicher Weise den Geschäftsbericht des Vereins, aus welchem zur Genüge hervorgeht, daß der Verein viel Gutes gewirkt hat. An diesen Punkt reihte sich keine weitere Debatte. Dann ertheilte der Vorsitzende das Wort zum Bericht über das Einigungswerk dem Schriftführer. Dieser gab einen geschichtlichen Rückblick über die Einigungsbestrebungen und -Arbeiten der beiden Vereine, schilderte hierauf die Lippstädter Verhandlungen über das Einigungswerk, deren Frucht die jetzt vorliegenden Vorschläge sind und empfahl wie früher dem Vorstande, so jetzt der Versammlung D^8C