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Der Israelit · 1897-09-30 · Heft 78 (30.9.1897) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 78 (30.9.1897)
Date
1897-09-30
Page
– (sequence 11)
Language
German
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1513 gen bisher hervorgetreten, von denen die eine, durch Staatsrath Poljakoff in Petersburg vertreten, dahin ging, die Auswanderung nach Argentinien in der bisherigen Weise zu fördern, während die andere, von Herrn L. Brodsky in Kiew vertreten, verlangte, die Auswanderung zu sistiren und vielmehr statt dessen Handwerker- und Ackerbauschulen in Rußland selbst zu errichten. Wie es weiter heißt, soll es nun Herrn Brodsky bei feiner testen Anwesenheit in Paris gelungen sein, Frau Baronin Hirsch von der Nothwendigkeit der Durchführung seines Projekts zu überzeugen, und cs sollen schon in nächster Zeit nach dem Vorbild der von der Gesellschaft Trud in Odessa begründeten niehrcre jüdische Handwerker- und Ackcrbauschulen in verschiedenen russischen Städten errichtet werden. Wir registriren diese Mittheilungcn, ohne eine Gewähr für deren Richtigkeit zu übernehmen. Wir hoffen aber, daß von zuständiger Seite bald eine authentische und sachgemäße Aufklärung über diese wichtige Angelegenheit erfolgen wird. Persien. § Tävris. (Judenverfolgungen in Persien.) Der persische Gesandte in London erhielt von seiner Regierung in Teheran die Mittheilung, daß auf die eindringlichen Vorstellungen Englands und Frankreichs hin der Schah jede weitere Verfolgung der Juden in strengster Form verboten habe. Der bezügliche Erlaß ist an die Gouverneure gerichtet und bedroht jeden Beamten mit Amtsentsetzung, der die Juden zwingen würde, eine besondere Kleidung zu tragen, oder ihres Glaubens wegen eine höhere Steuer auferlegen würde. — Dieser Erlaß des Schahs leidet jedoch an dem Fehler, daß er an die falsche Adresse gerichtet ist. Die betreffenden Ausnahmebestimmungen gegen die Juden waren von dem persischen Scheck ul Islam, dem Oberhaupt der persischen Mohamedaner erlassen worden, und ihre Hauptforderung ist die Zwangsbekehrung zum Islam. Die mohamedanifche Geistlichkeit in Persien aber ist von den Gouverneuren gänzlich unabhängig, fodaß der Schah wohl erst den judenfeindlichen Erlaß des Öberpriesters in aller Form aufheben müßte, ehe an eine wirkliche Einstellung der Judenverfolgungen geglaubt werden kann. Ob aber bei der jetzigen panislamitischen Bewegung, welche seit dem Siege des Sultans über die Griechen die gesummte mohamedanische WIt Asiens ergriffen hat, der Schah einen solchen Schritt gegen das kirchliche Oberhaupt seines Landes wagen wird, erscheint mehr als zweifelhaft. — Während im benachbarten türkischen Reiche mehrere Ehacham-Baschis (behördlich anerkannte Oberrabbimr) angestellt sind, die die religiösen Interessen ihrer Heerden den Statthaltern und sonstigen Paschas gegenüber zu vertreten haben, kennt man hier in Persien diese wohlthätige religiöse Institution gar nicht. Zwar besitzt jede jüdische Gemeinde Persiens ihren Mukhtar, der sie bei den Behörden zu vertreten hat, dies aber nur in Steuerangelegcnheiten, da er die ausgeschriebenen Abgaben einhebt und an die staatlichen Finanz-Organe abliefert. Neuerdings ist bei uns im nördlichen Persien die Idee aufgetaucht, es mögen auch in unserem Lande einige Chacham-BaschiS ernannt werden, damit sie nicht nur den Behörden, sondern ihren eigenen Glaubensgenossen gegenüber mit der nöthigen Autorität austreten könnten. Diese Idee findet allgemeinen Anklang und dürfte daher, falls der kaiserliche Hof in Teheran sie gut heißt, auch baldigst realisirt werden. > Vermischtes * AuS Baden. Dem Bez -Rabbiner Dr. Mayer in Bühl ging auf die von ihm unterm 9 September d I. an das Großh. Geh. Kabinet gerichtete Gedächtnißrede für Kaiser Wilhelm I. nachstehendes Schreiben zu: Großh. Geh. Kabinet. Schloß Mainau, 16. Sept. 1897. Cr tu. Hochwürden beehrt sich das Großh. Geh. Kabinet auf die gefl Zuschrift v. 9. d. M. zu crwiedcrn, daß die zwei Abdrücke der von Ihnen aus Anlaß der Jahrhundertfeier Seiner Majestät des hochfel. Kaisers Wilhelm I. gehaltenen Gedächtnißrede Ihren Königl. Hoheiten dem Großherzog und der Großherzogin unterbreitet wurden. Die Höchsten Herrschaften haben uns gnädigst beauf-. tragt, Ew Hochwürden für diese Einsendung Höchst ihren freundlichen Dank auszusprechen. gez. v. B a b o. Werfonaüen. *4* Nürnberg, den 29. September. Im seltenen Alter von 90 Jahren hauchte am Samstag, den 25. September Frau Sophie Hcchinger gcb. Mayer ruhig und Gottergeben ihre fronime Seele aus. Eine Frau, die alle menschlichen Tugenden im höchsten Maße zierte, ist in der Entschlafenen heimgegangcn. Ihr edler, treuer Charakter und ihr wahr hast menschenfreundlicher, allezeit wohtthätiger Sinn werden der lheuren Verklärten ein unauslöschliches Andenken sichern. Möge der Allgütige die um sie aufrichtig trauernden Kinder, Enkel und Urenkel trösten._ Briefkasten »ft Redaktion ES ist uns auch in diesem Jahre nicht möglich, allen liebe» Freunden und Bekannten» dir uns mit Wünschen zum neue» Jahre erfreuten, dieselben einzeln zu erwiedern und wünschen wir daher nur auf diesem Wege •nmtt novin iöj ttednction de« „Israelit1'. 8 Melsr soliden W&terstoff rum Kleid für M. 180 Pfg. 6 Mtr. Tokio Winterstoff , . . . zum Kleid für M. 2.70 Pfg. 6 „ Valerie „ „ „ „ 3.30 „ 6 ,, Damentuch in 15 Farben ,, ,, „ „ 3.80 „ 6 Veloutlne Flanell solider Qualität „ „ „ „ 4 6o „ 6 „ Tuch und Alpaka guter Qualität „ „ „ „ 4.60 „ versenden in einzelnen Metern franco in's Haus. Grösste Auswahl modernster Herbst« und Winterstoffe. Muster auf Verlangen franco, — .)iodebilder gratis. Versandthans: Oettinger &, i?o„ Frankfurta.31. Separat-Abtheilung für Herrenstoffe: Stoff zum ganzen Anzug für Hk. 3.76 Pfg. Cheviot „ „ 8 65 „

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