Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 76-77 (23.9.1897)
- Date
- 1897-09-23
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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1492 tochter jene« Großen in Israel zu sein. Mit Stolz und Befriedigung war sie erfüllt, als ihrem Gatten die Ehre zutheil ward, in da« Consistorium einzutreten, nicht etwa wegen der in der Wahl enthaltenen Ehrung, sondern weil sie hoffte, daß es ihrem Gatten gelingen werde, an der nothwendigen Befferung der vielfach zerrütteten religiösen Verhälmiffe im Elsaß mitzuarbeiten. — Eines fehlte lange Jahre zu ihrem Glücke; da erfüllte Gottes Gnade ihr heißes Sehnen und ließ sie nach fast zehnjähriger Ehe eines Sohnes sich erfreuen. Vergangene Woche gab sie auch einem Töchlerchen das Leben, aber, ach, schon nach wenigen Tagen hat das liebende Mutterherz zu schlagen aufgehört. — In tieferschütternden Worten gaben im Trauerhause der greise Bischheimer Rabbiner, Herr Bloch und ein Schwager der Heimgegangenen, Herr Rabbiner Schüler aus Bollweiler, den allgemeinen Gefühlen der Trauer Ausdruck, schilderte den Lebensgang und die Lebensführung der Verklärten und spendete den Leidtragenden herrliche Worte des Trostes. Auf dem Friedhofe sprach Herr Oberrabbiner Weil von hier im Namen des israelitischen Konsistoriums dem trauernden Kollegen innigste Antheilnahme weitester Kreise und, nachdem ein Neffe der Verblichenen, Distrikts-Rabbiner Dr. B am derg er aus Burgpreppach, der geliebten Verwandten einige Worte des Abschieds zugerufen hatte, wurde, was sterblich war an Delphine Klein, zur Ruhe gebeitet. Ihr Andenken aber wird ewig zum Segen in unserer Mitte, ihr Beispiel wird den in Leid Zurückgebliebenen Sporn sein zu edler Pflichterfüllung. Möge irrn dem schwergeprüften Gatten Seines Trostes Segen spenden und es ihm gelingen laffen, seine srühverwaisten Kinder zu wn mn zu erziehen; möge Er trösten die trauernden Brüder, und von allen sch.nerzgebeugten Verwandten wie von tone» bs Leid und Ungemach fernhalten in Seiner Gnade, bnri nwWpi n;s? nten rm-nn n:e\ Oesterr.-Ungar. Monarchie. Holleschau, 8. Sept. Der erste September verdient in den Annalen unserer Gemeinde ^mit goldenen Lettern verzeichnet zu werden. Auf .der Reise zu den diesjährigen Manövern in Mähren nahm unser Kaiser auf dem Bahnhofe zu Holleschau kurzen Aufenthalt, und nebst den Vertretern der Stadtgemeinde wurde auch eine Deputation der Cultusgemeinde huldreich empfangen. An der Spitze der Deputation fungirte als Sprecher Se. Ehrwürden der hochverehrte Herr Rabbiner Dr. F r e i m a n n, k. und k. Feldprediger, welcher vom Statthalter von Mähren dem Kaiser vorgeftellt wurde. Es war ein wahrer Ehrentag für die Israeliten unserer Gegend, als der gütige Monarch in Gegenwart aller Honorationen des ganzen Bezirkes sich über die Verhältniffe unserer altehrwürdigen Gemeinde eingehend Bericht erstatten ließ, unter anderem über die Ausdehnung unserer Gemeinde, welche drei Gerichtsbezrrke umfaßt, über die Anzahl deren Mitglieder (2000 Seelen), sowie über das Alter und die Beschaffenheit unserer Gemeinde rc. Dieser gnädige Empfang war für uns eine besondere Genugthuung, da die politische Bezirksbehörde — sonst allezeit wohlwollend und gerecht — diesmal ängstlich bemüht war, uns von unserem Vorhaben, eine Huldigungsdeputation zu entsenden unter Hinweis auf den zunächst militärischen Zweck der Reise des Kaisers, abzubringen. Gestützt aber auf die Huld unseres allergnädigsten Monarchen wagte es die Gemeinde, ihre Bitte der Kabmetskanzlei in Wien zu unterbreiten, woraus Herr Rabbiner Dr. Freimann direct durch den General-Adjutanten des Kaisers von der Allerhöchsten Genehmigung telegraphisch verständigt wurde. Wereinsnachrtchten. Prag. (Verein zur Unterstützung armer israet. Kinder „Chanuka".) Ellern oder Vormünder, die für ihre Kinder, bezw. Mündel von der Unterstützung durch diesen Verein Gebrauch machen wollen, haben ihre mit dem letzten Semeftralzeugnisse derselben und dem Couscriptionsbogen, oder, wenn nicht in Prag bomicUireub, mit dem Heimathschein belegten Gesuche an den Vorstand des genannten Vereines zu richten, bei dem Vereinspräses Herrn Jicob B. Brandeis, Zeltnergaffe 33 neu, von dem die Gesuch, forrnulare unentgeltlich verabfolgt werden, spätestens bis 8. Oct. 1897 einzuceichen. Es wird hiebei bemerkt, daß nur solche arme Kinder (im Alter von 7—14 Jahren) berücksichtigt werden, welche in Prag eine Volks-- und Bürgerschule oder eine der drei untersten Elasten einer Mittelschule besuchen und die vom Vereine entweder niemals oder zum mindesten seil zwei Jahren nicht betheilt wurden. ** Prag. (Hilfsv erein der isral. Cultusgemeinde.für Armen- und Krankenpflege.) Die Vollversammlung behufs Conftituirung des Ausschusses anfangs dieses Monats war zahlreich von Danren und Herrn besucht. In den Vorstand wurden gewählt die Herren.' JUDr. Hugo Skall zum Obmann, Leopold Jerusalem zu besten Stellvertreter, Marcus Scheller zum Cassier, Saul Adler zu besten Stellvertreter, Dr. Alfred Hamburger, Ignatz Bayer, Berthold Eisner, Otto Goldschmidt, Herrmann, MUDr. Alois Pollak zu Ausschuß-Mitgliedern, Carl Blaß, Leopold Köppl, Max Langer, Adolph Oplatka und Alois Töpfer zu Ersatzmännern. Noch während des Verlaufes der Versammlung erklärten die anwesenden Herren MNDr. Alois Pobak in Wein-