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Der Israelit · 1897-09-23 · Heft 76-77 (23.9.1897) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 76-77 (23.9.1897)
Date
1897-09-23
Page
– (sequence 11)
Language
German
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1 ■ wf*w.^fK > [■ ■j*aw^1 ^;?>^y. r*--"T7iT?/ -»-^ "xm^m: 1485 Mitgliedern Gleichgiltigkeit gegen unsere heiligen Gesetze zu erwecken. Aber alle diese Zurückkehrenden und Bundesbrüder, sie fühlten sich doch wenigstens als Juden, nicht bloß Juden dem Namen nach, auch Juden im Glauben. Die neu entstehenden weit verzweigten Vereinigungen nannten sich ma »ja, Bundesbrüder, und ihre Satzungen machten einige Gesetze der Thora namhaft, deren Verletzung von der Mitgliedschaft ausfchlotz. Es lebte überall, selbst bei den Verächtern heiligster Gesetze, der Gedanke, daß man sich ohne jüdische Religion nicht Jude nennen dürfe. Sie hatten von unserer heiligen Religion wohl vielfach irrige, sündhafte, verderbliche Ansichten, die Erziehung und Verkehr ihnen eingeimpft hatte; sie retteten sich aber wenigstens einige Wahrheiten nuferer heiligen Glaubens, und das Wenige, was fü’ sich bewahrt hatten, wurde ihre Stütze uno ihr Stolz. Die Wortführer des Zionisnrus jedoch sind Männer, die jeden Glauben abgefchüttelt haben und jeden Glauben verhöhnen; die Fahne des Judenthums ist ihrer Hand entsunken und kernen Fetzen des Fahnentuchs, kein Hölzchen der Stange haben sie sich gerettet. Der Judenhaß trifft diese ganz Haltlosen bis ins Herz hinein. Zuin Judenthume zurückkehren können und wollen sie nicht; da gehen sie nun wieder zu ihren Brüdern hin und erzählen ihnen, was sie draußen gesehen, daß heutzutage alte Nationalitäten zu neuem Glanze gekommen sind, daß Judenthum nicht bloß Religion, sondern auch Nationalität sei, die jüdische Nation müsse wieder zu Ehre und Achtung bei den Menschen durch politische Macht kommen. Und die trügerische, verderblichste Lehre ist fertig, daß man ohne ein Fünkchen Religion auch noch Jude sein könne. Diese Lehre vonr religionslosen Nationaljudenthum, welche die Broschüre Herzls in gleicher Weise wie der Baseler Kongreß predigt, ist schlimmer als alle vergiftenden Versuche einer Abänderung unserer heiligen Religion, welche wir im Laufe dieses Jahrhunderts emporwuchern sahen. Alle Reformhelden und die ihnen folgenden bethörten Schaaren, hatten die letzte Brücke hinter sich noch nicht abgeschlagen, es war immer noch eine Möglichkeit, eine schwache Hoffnung der Rückkehr vorhanden. Das Gefährliche dieser Bewegungen lag darin, daß blöde Augen sich oft tauschen ließen und Schein- und Halbreligion gegen das wahre, unverletzliche und unveränderliche Judenthum eiutauschtcn. Vollkommen Abgesallene waren in Bezug auf zu beobachtende Verführung der Gottessürchtigen weniger eine drohende.Mit demZionißmnß erwächst uns von Setten der ganz Abgefallenen eine furchtbare Gefahr. Sie rufen ein Gefühl an, das in den Herz n eines jeden wahren Juden lodert, die Sehnsucht nach der Erlösung, nach dem Neubau des Tempels. Wie leicht läßt sich da die große Maffe der Unheilslosen täuschen. Wie schnell ist die Meinung da, daß Männer, die ein warmes Herz für Zion haben, wenn auch verbunden mit neuen ungewohnten Bestrebungen, daß diese Männer trotz ihrer sonstigen unjüdischen Ansichten doch als Juden anzuerkennen seien und daß man ihnen folgen dürfe. Wir wollen nicht weiter schildern, wir erinnern nur daran, daß viele Anhänger Sabbatei Zebi's ihrem Meister folgend, zum Islam übertraten. Was will es dieser Gefahr gegenüber bedeuten, wenn inan uns erzählt, daß vereinzelte zionistische Jünglinge durch ihre Schwärmerei dazu kamen, die eine oder die andere rrj« wieder zu erfüllen. Wir können den Verdacht nicht los werden, daß sie dabei nicht mehr und anders dachten, als der Ungar, der zu seiner Nationaltracht zurückkehrt und feinen altnotwnalen Gebräuchen wieder huldigt. Und auch zugegeben, daß Einzelne auf dem gefährlichen Irrwege zum richtigen Ort gelangen; was will das bedeuten, den Gefahren gegenüber, mit welchen diese Irrungen die großen Masten bedrohen! Wir gehen einem neuen Jahr entgegen, mit heißer Andacht werden wir sprechen uana ua^o «»a» rro»-. rfriu neea „Unser Vater, unser König schreibe uns ein in das Buch der Erlösung und der Rettung." Beherzigen wir bei diesem Gebete, daß nur die Vaterhand des allmächtigen Gottes es ist, die uns in das Land unserer Sehnsucht zmücksühren wird. Möge daß kommende Jahr ein nbw nv ein Jahr der Erlösung sein. v*a». (Schluß folgt). Zeitungsnachrichten und Corresponderrzer»: Deutschland. Aus Norddeutschland. Kennst Du das Land, wo die Citronen blüh'n, — Im dunklen Laub die Gold-Orangen glüh'n, — Ein sanfter Wind vom blauen Himmel weht, — Die Myrte still und hoch der Lorbeer steht? — Kennst Du es wohl? Dahin! Dahin 2C. 2C. — Wie manchen unserer Glaubensgenossen zieht es in den Wintermonaten dahin, um dem nordischen Klima zu entfliehen und Linderung seiner Leiden und Kräftigung seines Organismus zu finden. — 2hid) viele Vergnügungsreifende und Zerstreuung Suchende nehmen den Weg nach dem Süden. Es gibt aber nicht viele Plätze an der von der Natur verschwenderisch ausgeftaiteten Riviera, an denen ein gesetzestreuer Jude sich aufhalten könnte, da in nur einen oder zwei Plätzen zuverlässige Restaurationen vorhanden. — Unsere Leser werden es uns daher danken, wenn wir die Mittheilung bringen, daß vom 15. October d. I. an der berühmteste und frequenteste Badeplatz der Riviera, das herrlich gelegene Nizza eine streng *nw Restauration erhält. Herr H. Ho ff mann, Besitzer des weltbekann-

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