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Der Israelit · 1897-09-23 · Heft 76-77 (23.9.1897) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 76-77 (23.9.1897)
Date
1897-09-23
Page
– (sequence 9)
Language
German
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?* -**T fn XXSTI1I, Jahrgang. Erste Keil. M M 7fi & 77 -es „Israelit". Leitender Artikel. Der Zionismus IV. Mainz, 22. September. IFortsetzung statt Schluss ."!" U'p^*K xb L^V'-!' fyobi ntrnx uh p'x pcS „Um Zions willen werde ich nicht schweigen und Ilm Jeruscholajims willen nicht ruhen." Mit diesen der Haphtora des kommenden Sabbats entlehnten Worten beginnen unsere Groben oft Gutachten, welche auf das Heilige Land und die Heilige Stadt Bezug haben. Auch wir wisien kaum eine bessere Eulleitung für unsere weiteren Betrachtungen, die nicht mehr die materiellen Beweggründe aufzählen sollen, welche uns gegen den Zionismus einnehmen, sondern in der wir die Frage zu beantworten suchen, welche Stellung uns unsere heilige Religion gegenüber den Lockungen der Baseler Enthusiasten anweist und in der wir m. G. H. darlegen werden, wie der jüdische Vvlksgerst ganz anders fühlte und dachte, wenn von und psr die Rede war, als die modernen Schwärmer für den modernen Judenstaat. Wir haben es schon oft mit anhören müssen, wie man es wagte, das Vorhaben der Zionisten mit den Geschehnissen zu vergleichen, welche der Erbauung des zweiten Tempels vorangingen. Wie dort alles aus natürlichem Wege zugegangen sei, so, meint man, könne man auch jetzt mit rein menschlichen Mitteln, wenn man nur wolle, die Erlösung herbeifnhren. Ohne göttliche Weisung wollte man freilich schon einnial die Erlösung oder wenigstens den Wiederaufbau des Tempels herbeiführen zur Zeit, als dem jüdischen Volke die Gnadensonne des römischen Kaisers Julian leuchtete; es ist aber nicht gelungen, sei es durch wunderbare Ereignisse, sei es durch den Zufall, der ja nie Zufall ist. Ein großer und unverständlicher Jrrthum ist es jedoch, wenn man glaubt, bei dem Rückzug der babylonischen Exulanten das sichtbare Eingreifen des Himmels leugnen zu können. Das heilige Buch, welches uns in erster Linie von diesem Rückzug und seinen nächsten Folgen erzählt, das Buch Esra, beginnt m» uns rn nt n vyrr .tct «ö n nm mblb r» fbö i?TQb bid "tos. „Und im ersten Jahre des Koresch, Königs von Persien, als die Zeit des Wortes des Ewigen durch den Mund Jirmijah's zu Ende gingen, erweckte der Ewige den Geist des Koresch, Königs von Persien u. s. w. Jirmijah hatte genau siebzig Jahre vorher den Zeitpunkt dieser Erlösung vorausgesagt, Jesaias hatte schon Jahrhunderte vorher den Namen des königlichen Befreiers genannt, drei Propheten ermahnten zum Tempelbau, ein Josua, Serubabel, Esra und Nehemia standen ihnen zur Seite; und man wagt, mit diesem lauten Gottesruf die willkürlichen, unbesonnenen Plänen Einiger unserer Zeitgenossen zu vergleichen! Auch war im Gegensatz zum geplanten Judenstaat diese Besitzergreifung des verödeten Palästina an und für sich kein gewagtes und unsicheres Unternehmen, wurde es ja durch den Befehl des persischen Großkönigs ins Leben gerufen. Diejenigen aus dem Zionistenkreise, welche die Thora nicht kennen und befolgen, mögen uns mit dem Hinweis auf die Gründungszeit des zweiten Tempels verschonen, wir könnten ihnen sonst leicht eine ähnliche Antwort geben, wie sie die Cutäer damals von Josua, Serubabel und den Aeltesten hinnehmen mußten, an 1A1 esh ab. „Nicht ziemt es sich, daß ihr und wir ein Haus unserem Gotte bauet." Gar mancher überkluge Geschichtsschreiber meint zwar diese Antwort tadeln zu müssen, weil er darin die erste Ursache aller samariianischen Anfeindungen bis zur Zerstörung Bettars hinab sieht; wir jedoch wiffen, daß unsere Gottesmänner die Gefahren voraussahen, welche sie durch die Zurückweisung der Ungläubigen heraufbeschworen, wir wisien aber auch, daß sie lieber auf Tempel und Land verzichteten, als daß sie zum Tempelbau Leute zuließen, denen der Tempel nicht die Stätte des reinen wahren Gesetzes war und welche dieselben Gedanken, welche die Zerstörung des ersten Tempels verschuldet hatten, in das neue Heiligthum hineintragen wollten. Der eine oder der andere Nationaljude wird den Grund der Zurückweisung der Kutäer darin erblicken wollen, daß sie nicht jüdischen Stammes gewesen seien, während man auf die Hülse auch der ungläubigsten Rasienjuden wohl nicht verzichtet hätte, i Wir erinnern dem gegenüber nur daran, daß fremde Heiden eher Antheil am Tempel auf Moriah hatten, als die abgefallenen Söhne des eigenen Volkes. Klar und bündig sagt unser heiliges Gesetz, daß man von Heiden wohl freiwillige Opfer annahm, nicht aber von Juden, die Götzen dienten oder den Sabbat öffentlich entweihten. (” rn rc p’nyo 'n -nn *'d d^dd Wir schmeicheln uns standhaft genug zu sein, daß wir, auch wenn die Gründung eines jüdischen Staates, wie sie die Zionisten planen, nicht widersinnig, unmöglich und gefährlich wäre, daß wir sogar in diesem Falle es über uns gewinnen würden, die Erfüllung eines unserer heißesten Wünsche nicht aus den Händen der dem wahren Judenthum ganz fern stehenden Führer des Zionismus entgegenzunehmen.

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