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Der Israelit · 1897-09-20 · Heft 75 (20.9.1897) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 75 (20.9.1897)
Date
1897-09-20
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Il&m Jahrgang. Beilage ju M 75 öes „Israelit". Leitender Artikel. Ui>dbi«kr-I»flllliatio!l in öer „KWM". Wien, im September. Donnerstag, den 9. dieses Monats fand der feierliche Einzug des neugewählten Rabbiners der Schiffsynagoge und des Beth - Hamidrasch „Ez-Chajim", des ehrw. Herrn Sigmund Fürst statt. Dem Einzuge ging ein rührender Abschied in Eperies voran, wo Herr Rabbiner Fürst bisher amtirte und woselbst den Schlußstein seiner dortigen segensreichen Wirksamkeit die Grundsteinlegung einer neuen Synagoge bildete. Die ganze Gemeinde, die von dem Tage seines Tortseins ihren Rabbiner mit Beweisen der Liebe und Verehrung überhäufte und auch jetzt das Möglichste aufbieten wollte, um ihn auch zu fernerem Verbleiben zu bewegen, und die in diesem Bestreben von den Rabbinern und der Judenschaft des ganzen Komitates nachdrücklichst unterstützt wurde, versammelte sich Mittwoch frühmorgens vor der Wohnung ihres geliebten Rabbiners, diesem in zahlreichen Equipagen das Ehrengeleite zum Bahnhose gebend, wo der Herr Rabbiner, nachdem er Samstag zuvor schon die Abschiedsrede gehalten hatte, mit thränenerstickter Stimme noch einige rührende Worte an die Gemeindemitglieder richtete, dieser! für ihr Vertrauen und ihre Anhänglichkeit dankend und sie zu weiterem Zusammenhalt, zur Einigkeit und Brüderlichkeit ermahnend, was umsomehr nothwendig, als die Gemeinde eben der Lösung einer brennenden Frage, der Vollendung der im Vau begriffenen Synagoge, entgegeugeht. Eine größere Anzahl Gemeindemitglieder begleitete den Rabbiner bis Abosch, wo man nochmals Abschied nahm. In Tyruau, der vormaligen Wirkungsstätte des Rabbiner Fürst, welcher Ort auf der Reise, nach Wien passirt werden mußte, fand sich die ganze dortige Gemeinde mit ihrem Rabbiner an der Svitze, zur Begrüßung am Bahnhöfe ein. — Bis Gänserndorf kam eine größere Deputation aus Wien, wo man Donnerstag um die Mittagsstunde anlangte; in dem Nordbahnhofe hatte sich zum Empfange der Gesammtvorstand und eine größere Anzahl von Leuten, einheimische und fremde, versammelt. Man fuhr in die aufs Eleganteste eingerichtete Wohnung; nach einigen Stunden der Ruhe wurde der Herr Rabbiner durch eine Deputation nach der bis auf das letzte Plätzchen dichtgefüllten und in allen Räumen festlich erleuchteten Schiffsynagoge eingeholt; über dem Eingänge war ein Triumphbogen mit der Aufschrift: „Jechi Adoneuu Morenu Yerabenu“ errichtet. — In der Synagoge sah man nächst dem von Sr. Ehrw. innegehabtcn Sitz den ehrw. Schwiegervater des neugemählten Rabbiners, den hochverehrten Oberrabbü-er Kutn a aus Eisenstadt, die Vertretung der hiesigen isr. Kultusgemeinde, Deputationen der isr. Gemeinden von Eisenstadt, Preßburg, Tyrnau, Oedenburg, Mattelsdorf u. s. w., mehrere Rabbiner, Vertretungen aller hiesigen Gemeinden. Als Sr. Ehrw. unter einem herrlichen Baldachin den Tempel betrat, begrüßte ihn Oberkantor Wittmann sammt dem Tempelchore mit einem Borucli haboli! worauf noch einige herrliche Gesangspiecen folgten. Es wurde nun das Minchagebet verrichtet, nach dessen Beendigung Herr Markus Bondi im Namen des Vorstandes eine tiefempfundene, in den Herzen aller Anwesenden lebhaften Wiederhall findende Begrüßungsansprache hielt, in Pietät auch des Rabbi S a l 0 m 0 n Spitzer >2» gedachte und Sr. Ehrw. gleich thatkrästiger vertrauensvoller Unterstützung in seinem Wirken, wie sie seinem Vorgänger b'D zutheil wurde, versicherte. Run erfolgte der erhebendste Moment der Feier: Herr Rabbiner Fürst bestieg die Kanzel und hielt seine großangelegte, tiefvurchdachte Antrittsrede. Die herrliche Einleitung wollen wir in Kürze wiedergeben. 7^x sr&n nww p ans p'vx bv snpn b'X2 c’pPx ’jb nx nxnx: »13» ’no opbx. „Wann werde ich hingekommen sein, werde angelangt sein in der Lichtsphäre heiligster Erkenntniß — L'pbx ’jb nx"ix!" — werde erleuchtet, umflossen von den Lichtstrahlen göttlicher Erkenntniß, göttlicher Liebe, göttlichen Erbarmens! — ist das ideale Ziel aller Menschen; dieser Lichtgedanke zieht als Wunsch, als Verlangen durch jeden Menschengeist; das Heilesziel möchte jeder gerne erreicht haben; aber das mühevolle, reine, gottbegeisterte Streben, das Wan- 1 deln Ti uns, das Dahingehen, das Dahinwallen auf dem Pfad von 2bn riinvi itn nox ist gar Vielen zu schwer und sie bleiben aus eigener Schuld zurück von dem sehnlich verlangten Ziel. — Der fromme König David, gehoben von diesen Betrachtungen, betet daher: '3ix'2' non 710x1 711» nbrr> sende erst dein Licht, deine Wahrheit, mögen sie mir Begleiter auf meinem Lebenspfade sein varo '3in3' non von Stufe zu Stufe, bis zu jener lichtvollen Höhe, aus dem höchsten Punkte vcr Erkenntniß und der Weihe, wo wir nicht nur empfangen, sondern auch mittheilen, geben bx 771132^0 bxi 7tsnp “n bx nxisxi cpbx rare bis ich selbst erstiegen den heiligen Berg, deme Wohnung, wo ich endlich gelange zu deinem göttlichen Altäre, dort die Früchte meiner

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