Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 73 (13.9.1897)
- Date
- 1897-09-13
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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1429 galizischen Bachur her, der am d*ti& dem Tode nahe, dringend bat, ihm einen weißen Hahn als mia umzuschlagen, da sein Nebbe ihm gesagt, daß nme hierin gleich 2'*nL2 sei, d. h. wie d'ts. Friedlünder mußte diese beiden Späffe in seiner Kinderstube einst gehört haben und hat im Ernst seines Jünglingsalters seinen dritten Spaß hinzuzufügen gewußt. Doch genug der Späffe — für uns breitet der Ernst seine dunklen Schatten aus. Nur durch die vereinten Kräfte erleuchteter, streng gesetzestreuer Männer kann Belehrung geschafft und manche Seele gerettet werden. Der Kampf für die allgemeine Anerkennung der heiligen, der göttlichen Schrift ist viel schwieriger und noch viel wichtiger als der gegen die Reform. Daher zum Schluffe ein Vorschlag. Wie wir gelesen haben, hat der vor einigen Monaten gegründete Verein der Rabbiner gesetzestreuer Richtung eine halachische und eine literarische Courmission gewählt. Zu beiden Commissionen zählen bewährte Gelehrte des Schrift- und des Talmudstudiums. Sie sollten sich vereinen, um die Führung in diesem Kampfe zu übernehmen und viele Andere werden sich ihnen anschließcn. ,nb ny „Es ist Zeit, hohe Zeit für Gott und sein heiliges Wort zu wirken"; denn Jene zerstören Deine Lehre ncn!" Zum ®lüU$$eqinn des Jahres 5657. .mcz frn Zeitungsnachrichten und Correfpondenze«. Deutschland. ** Berlin, 24. Aug. Der ehemalige Judenknabe Mortara, welcher im Jahre 1858 viel von sich reden machte — die treulose christliche Magd einer jüdischen Familie in Bologna hatte ein Kind derselben heimlich getauft, und die päpstliche Negierung hatte dann daffelbe nach Nom geschleppt — ist, nachdem er nunmehr herangewachsen und Priester geworden ist, vom Papste zum Superior des bekannten Hospizes auf dem St. Bernhard ernannt worden. Er hat auch bereits mehrfach in katholischen Vereinen in Deutschland Vorträge gehalten, bezeichnet sich selbst als „Kind der Vorsehung" unv ist begeistert für den Papst Pius IX. ** Frankfurt a. O., 6. Sept. Unsere Stadtverordneten beschäftigten sich in einer ihrer letzten Sitzungen mit einem Gesuch des Rabbiners und Cantors der hiesigen Synagogengemeinde, die petitioniert haben, daß ihnen wie bisher Kommunalsteuerfreiheit gewährt werde. Im Jahre 1875 wurden der damalige Rabbiner Dr. Loewenmeier und der Cantor Abraham, nachdem sie 10 Jahre „versehentlich" kommunalsteuerfrei gewesen waren, zur Kommunalsteuer herangezogen. Sie richteten damals eine Petition an die Stadtverordneten-Versammlung um weitere Steuerbefreiung, die ihnen auch auf Beschluß der Stadtverordneten-Versammlung gewährt wurde. Der Magistrat hält nach der jetzigen Gesetzgebung die Befreiung der betreffenden Personen von Zahlung der Kommunalsteuer für unzulässig und für eine Unbilligkeit anderen Steuerzahlern gegenüber. Nach längerer Debatte wurde die Petition dem Magistrate zur Berücksichtigung überwiesen, jedoch erscheint diese Berücksichtigung seitens des Magistrats ausgeschloffen. Oesterr.- Ungar. Monarchie. ** Wien Bei den Antisemiten aller Länder hat die Einberufung des Zionisten-Congreffes in Basel behufs Wiederaufrichtung eines jüdischen Staats in Palästina großen Anklang, ja zum Theil sogar Helle Begeisterung gefunden. Die „Deutsche Zeitung", das österreichische Antisemitenorgan, schreibt ausdrücklich mit Bezug auf den Zionistenkongreß: „Wir gestehen, daß wir den Bestrebungen des Congreffes mit Sympathie gegenüberstehen, wir würden uns freuen, wenn uns derselbe die Gründung des neuen jüdischen Reiches in Aussicht stellen wird." Die antisemitische „Libre Parole“ bemerkt: „Um die Verwirklichung dieses Planes zu erleichtern, der geeignet ist, Israel seinen alten Glanz und gleichzeitig Frankreich etwas von seinem früheren Wohlbefinden und Gedeihen zurückzugeben, ist die „Libre Parole" selbstverständlich zu den letzten Opfern bereit. Nicht nur bietet sie unentgeltlich und begeistert die Publizität ihrer Spalten, sondern sie verpflichtet sich auch, wenn wirklich die Geldfrage, was unwahrscheinlich ist, die Juden zaudern machte, eine Sammlung zu veranstalten, deren ungeheurer Erfolg nicht zweifelhaft ist." Dieser Hohn wird freilich die Anhänger des „Judenstaats" nicht hindern, weiter noch für Ideen zu wirken, die im Lager der Judenfeinde Begeisterung wecken, und für die unter anderen auch die fürtreffliche „Kreuzzeitung" jüngst mit großer Entschiedenheit eingetreten ist, indem sie den dagegen protestirenden deutschen Rabbinern in gewohnter Weise die erbärmlichsten Motive unterzuschieben wagte. Aber dem Projekt selbst stimmte sie, wie alle antisemitischen Organe, mit freudiger Begeisterung zu.