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Der Israelit · 1897-09-02 · Heft 70 (2.9.1897) · page 21

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 70 (2.9.1897)
Date
1897-09-02
Page
– (sequence 21)
Language
German
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1371 anzunehmen und sich nicht nur auf den Gottesdienst in der Synagoge zu beschränken. Der Rev. Bender von Kapstadt, der schon seit langem als das geistige Haupt der südafrikanischen Juden gilt, hat eine Reise nach Port Elisabeth gemacht und ist dabei ausgezeichnet ausgenommen worden. Man hat ihm dabei nahe gelegt seine Reise dazu zu benutzen, um diese Vereinigung der südafrikanischen Gemeinden herbeizuführen. Der Empfang Bender's war ein außerordentlich feierlicher, und auf einem ihm zu Ehren gegebenen Bankett sprachen der Bürgermeister, ein katholischer Priester und mehrere protestantische Geistlichen. Alle nahmen Gelegenheit das ausgezeichnete Verhältniß zwischen Juden und Nichtjuden zu betonen. — Mr. Saleer, der Präsident der jüdischen Gemeinde in Bulawojo, ist zum Vorsitzenden des Spitalkomitees dieser Stadt gewählt worden. Es ist dies ein Zeichen der Anerkennung. _ Gerichtszeituuq Düsseldorf, 26. August. (Störung des össent - l i ch e n Gottesdienste s. I Der bereits vorbestrafte Joseph E. aus Hülchrath war angeklagt, den öffentlichen Gottesdienst gestört zu haben. An einem Samstage trieb der Angeklagte in der Lynagoge Unfug, warf die anderen Leute mit Papierkügclchcn und als ihm dies von einem älteren Israeliten untersagt wurde, sing er laut an zu schimpfen so daß der Gottesdienst gestört wurde. Der Bursche soll nicht ganz zurechnungsfähig sein: wie ein Zeuge sagt, treibt er allerlei Nichtsnutzigkeiten. Der (Lnchyerständigc hält ihn für zurechnungsfähig; die Strafkammer erkannte deshalb auf eine Woche Gesängniß._ Sprechsaal. Dt ü n chen, 27. August. Sehr geehrter Herr! In der jüngsten Nummer Ihres geschätzten Blattes fragt ein Korrespondent an, was mit dem Eolonisations-Geld, das Hirsch Kalischcr gesammelt, geschehen solle. Ich bin ganz erstaunt darüber, daß dasselbe nicht sofort die aI! eierst e jüdische (Kolonie im heiligen Lande erhalten hat. Da aber ich auch einige Quittungen besitze, von meinem fei. Vater und von mir, (je 2 & 2 Thaler — 21 Markt so verlange ich hiermit, daß dieses mein Geld sofort die 0‘olottic „Mis chmar Hajarde n" erhalten soll unter meinem Flamen. Hochachtend L. S. S k u t s ch. Literarische Notiz. Die Buchhandlung Jacob B. Brandcis in Prag hat die ganze neueste Auslage des Romans „Gabriel", die bei Casar Schmidt in Zürich erschien, käuflich an sich gebracht und gleichzeitig vom Verfasser S. K o h n das Verlagsrecht des Romans erworben. Vermischtes. «Sr London (B i t> e l p r e i > e,) Aus der Ashburnham- Bibliothek gelangte hier eine Anzahl berühmter Bibeln zum Verkauf: vor Allein die sogenannte Mazarin- oder Gillenberg-Bibel. Sie ist auf Pergament in zwei Colonnen gedruckt und ist der erste in den Jahren 1450—1455 von Gutenberg und Fust mit Metalltypen ausgeführte Bibeldruck. Diese Bibel enthält 123 prachtvoll ansgeführte Initialen, eine große Anzahl von Randillustrationcn an Ornamenten, Vögeln. Früchten, Affen und grotesken Darstellungen im besten Renaissancestil und von seltener Vollcndung. Die beiden Bände, in welche die Bibel ursprünglich gcthcilt war. sind in eichene Te.feln und in Schweinsleder gebunden. Aus dem Einband sind zivanzig ornamentale Beschläge und acht Schlußspangen angebracht. Die Bibel wurde von Lord Asburnham für t OSnO Mark gekauft Ans Papier gedruckte Exemplare brachten in den letzten Jahren 70 800 Mark, 40 920 Mark und 40 000 Mark. Das erste Angebot aus die Mazarin-Bibel betrug 20 000 Mark, das nächste 40 000 Mark. Bon da ab stieg der Preis immer um 2<>0<> Mark Als die Summe von 60 200 Mark erreicht war. erfolgten die Gebote vorsichtiger, bis dieses für die Geschichte der Buchdruckerkunst so m>rthvolle Dokument für den Preis von 80 000 Mark dem bekannten Antiquar O.uaritsch zngeichlagcn wurde. Das nächste Loos war die cr.te lateinische, aus Pergament gedruckte „Biblia Latina" mit dem Datum: 1462. Das Buch besteht aus zwei Bänden, deren >rster mit den Psalmen abschließt. Die erste Seite jedes Bandes enthält sehr schone Randdekorationcn von Blumen und Vögeln. Die Initialen jedes Buches sind sehr schön gemalt, die Titel sind in Roth und die Capitelnummern in Blau und Roth gehalten. Das Exemplar brachte 30 000 Mark. Das Thorold - Exemplar wurde für 20 000 Mk., das Sunderland-Exemplar für 32 000 Mark und dasjenige Lorv Crawford's für 20 500 Mark verkauft. Die „B'blia Pauperum", ein Original-Block-Buch in vierzig reich dekorir en Blättern und von großer Seltenheit. erstand wiederum Herr Onaritsch für die Summe von 21 000 Mark. Das Exemplar war früher für 5140 Mark und selbst für 736 Mark verkauft worden. „Die deutsche Bibel", 1483, die neunte deutsche Bibelausgabe, aber die erste in Nürnberg gedruckte, die dadurch besonders bcmerkenswerth, das; sic dieselben Holzschnitte enthält, welche sich in der ersten nicdcrsächsischcn tlcbcrsctzung befinden, und daß die Versuchung Joseph nicht Potiphars, sondern Pharaos Weib darin zugeschrieben wird, ging für den Preis von 1180 Mark weg. Die erste von Mnlcs Eoverdale ins Englische übersetzte Bibelausgabe brachte 16 400 Ma k. Die darin enthaltenen Holzschnitte rühren meist von Hans Scbold Beham her. Der Gcsammterlös des Lagers betrug 196 000 Mark. Für eine Bücberauttion nicht übel. Lebensversicherungs-Gesellschaft zu Leipzig, auf Gegenseitigkeit gegr. l830 (alte Leipziger >. Es sind vom 1. Januar bis Ende Juli (897 3704 Versicherungen über 29 541 200 9)1 f. beantragt nun den, I 108 350 Mk. mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Als gestorben wurden in derselben Zeit angcmeldet 491 Mitglieder, die mit 3 563 050 Mk. versichert waren. Der Vcrsichernngsbestand stellte sich Ende Juli 1897 auf 68 100 Personen mit 499 Millionen Mk. Versicherungssumme, das Vermögen auf 153 Millionen Mk. Für fällig gewordene Versicherungssummen sind bis jetzt ausgezablt 104 Millionen Mk., a!s Dividenden an die Versichcitcn gewährt 51 Millionen Mk; Dividcndenreserven in Höhe von 24 Millionen Mk. liegen zur weiteren Vertheilung an die Versicherten bereit. Bei der alten Leipziger Gesellschaft, die eine reine Gegenscitiqkeitsanstalt ist, fließen alle Ucberschüsse den Versicherten wieder zu. Die Dividende der letzteren beträgt für die länger als 5 Jahre bestehenden Versicherungen im laufenden Jahre 42°/g der ordentlichen Jahresprämie und bei abgekürzten Versicherungen außerdem 1*/,% der Summe der gezahlten Zusatzprämien.

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