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Der Israelit · 1897-08-19 · Heft 66 (19.8.1897) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 66 (19.8.1897)
Date
1897-08-19
Page
– (sequence 18)
Language
German
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1292 Unterrichts abermals mit einem Federstrich alle Erfolge in Frage gestellt. — Es hat die Bestimmung getroffen, daß alle Schüler, welche in die Sekundärschulen ausgenommen werden wollen, ein Zeugniß der staatlichen Schulinspektoren haben müssen, dieses Zeugniß aber ist an die Taxe von 20 Francs geknüpft, eine Summe, die die armen Juden nur Ln den seltensten Fällen erschwingen können. Ausnahmen dürfen nur bei Rumänen, in keinem Falle aber bei Juden v. h. Fremden gemacht werden. Diese neue Erschwerung hemmt 30,000 jüdische Kinder eine auch nur einigermaßen genügende Bildung sich zu erwerben. Griechenland, if Storfu, 7. August. Da der griechisch-türkische Krieg nun beendet ist, so dürfte es an der Zeit sein, auch einen Rückblick auf die Haltung der Juden Griechenlands in diesem für ihr Vaterland so traurigen Ereignisse zu werfen. Wie viele jüdische Soldaten während dieser Zeit an der Seite ihrer christlichen Mitbürger für ihr Vaterland kämpften, läßt sich nicht bestimmen; doch geht man gewiß nicht fehl, wenn man dieselben auf 250 schätzt, da in Griechenland doch .7000 Israeliten leben. Im Kampfe bei Vcleftina haben sich die israelitischen Soldaten besonders ausgezeichnet, denn das Athener Blatt „Avaeti" meldet, daß in diesem Kampfe, bei dem General Smolenski den Oberbefehl hatte, von den fünfzig Soldaten, die auf Vorposten standen, fünfunddreißig Israeliten waren. Das Blatt erzählt auch, daß in diesem Kampfe der jüdische Soldat Mordechai Belleli zwei scheu gewordene türkische Pferde, die großes Unheil hätten anrichten können, fest gehalten hat. In der Schlacht von Velestina fiel auch ein Kind unserer Gemeinde, G i u s e p p e B e l l e l i, dessen Vater Moses Belleli 1891 bei dem Aufstande gegen die Juden hier getödet wurde. So starb der Vater für seinen Glauben und der Sohn für seinen König und sein Vaterland. vermischtes. Budapest. Folgende hübsche Geschichte erzählt der ungarische Schriftsteller Agai in einem Feuilleton: Einmal mar er in Ostende mit einem ungarischen Bischof beisammen. Der Kirchensürst hatte unter seinem tangcn Rock Stiefel an. Langer Rock und Stiefel sind aber die Merkmale, woran die Ostender Gassenjugend die polnischen Juden erkennt. So liefen denn die Buben hinter^ dem Bischof drein, hänselten ihn und bewarfen ihit mit Steinen, wie sie es den nach Ostende verirrten polnischeit Juden zu thun pflegen. Der geistliche Heer gcricth völlig außer sich und trachtete nur. einen Wachmann zu finden, der ihn vor dem unerklärlichen Muthwillcn der Buben schützen sollte. Den Wachmann fragte er, was denn die Jungen hätten. Der lächelte gutmüthig : „L>o machen sic cs nun einmal mit den Juden " — „Was. Jude? Ick, bin ein Bischof!" Und er schlug den Rock zurück, daß der verblüffte Polizist das große goldene kreuz erblickte. 'Als aber der Bischof noch ganz erregt von dem Abenteuer mit seinem Landsmann Agai zusammcntras und es ihm erzählte, sagte dieser: „Seben Sie nun, bischöilichc Gnaden, wie dac> schmeckt: ein Jude zu sein. Sie haben cs nur eine Bicrtelstnndc gekostet — nur machen das seit achtzelmhundert Jahren durch. . . ." Anzeigen. Für den folgenden Theil ist die Red action nicht verantwortlich. /Seliette Gelegenheit btetet sich einem streng-religiösen jung. Mann in ein gutes Hopsengeschäft einzu heirathen; es wird mehr auf branchekundige Kraft für die Reise, als auf Kapital reflectirt. Offerten erbitte M. 8. 12 postlagernd, Frankfurt a. M._(4663 C\d> suche für Neujahr und (%J VerjöhnungStag, sowie für sonstige Feiertage eine Stelle als Vorbeter. L.Kuttner, Bellersheim, Post Hungen. (4635 /Lin junges Mädchen, das ^2, in der Küche recht tüchtig ist, sucht bei feiner, nicht zu großer Familie bald, paffende Stelle. Offerten unter J. F. 4629 an die Geschäftsstelle dieser Blattes. ‘TT* Hannover mnSSTs> Pensionat Md höhere Töchterschule. Gründliche wiffenschastliche und häusliche Ausbildung. Beste Referenzen. Prospekte durch die Vorsteherin (6738! Fräulein Jenny Lehmann.! -)ED Wiesbaden. SlltrenommirteS Israel. Hotel n. Restaurant Badischer Hof. Besitz.: H. HirscliToexgrex, 7 Rerostratze 7. (nos In nächster Nähe des Kochbmnnens. — Grosse Table d’höte um 1 Uhr. — Möblirte Zimmer mit voltständiger Pension. Referenzen Er. Ehrw. Herr Rabbiner Dr. «ahn. Gegründet 1869. Gegründet 1869. Detailreisender f. ein Manufaktnrwaarenu. Herren-Kleider-Maßgeschilit pr. l. Cctober dfs. I. gesucht Samstag u. Feiertage streng geschlossen. Offerten sub N. 4648 an die Geschästsstelle d. Bl. NLin religiöser junger Mann IE von guter Familie, welcher 4 Jahre in einem Metallgeschän in Lager und Comptoir thätig war u. sein Militärjahr absolvirt Hatz sucht gestützt auf gute Zeugnisse, zum Octbr. paffende Stelle. Off. un:. 4611 an die Geschäftsstelle d. Blattes erbeten. /Erfahrener Metzgergeselle gesucht. (4593 Joseph Samuel, Cöln a. Rh, Peterstr. 26.

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