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Der Israelit · 1897-08-19 · Heft 66 (19.8.1897) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 66 (19.8.1897)
Date
1897-08-19
Page
– (sequence 17)
Language
German
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W^UWWMWWMil^M>VMWW X3LXTDI Jahrgang. Zweite Beilage ja M 66 -es Jtowtlü“. Literarisches. Sch’Iosch essre middos für vierstimmig gemischten Chor, Cantor .'c. von Hermann Zivi Im Verlag der Kunst- und Mnsikalien-Handlung "von W. Wörmbke in Düsseldorf erschien soeben Obengenannte Composition des Cantors der Düsseldorfer Synagogen-Gemeinde. Man kann von diesem Merkchen in der Thal sagen: „In der Beschränkung zeigt sich der Meister." Die Chorstimmen sowohl, wie die Parthie des Cantors sind so einfach gehalten, daß sie selbst in den kleinsten Verhältnissen wirkungsvoll ailssiihrbar sind. Der Eindruck der Composition ist ein sehr würdevoller und ergreifender, voll und ganz den Inhalt des Textes interpretirend. — Herr Zivi, der uns schon manche Probe seiner musikalischen Befähigung gegeben hat, scheint besonders aus dem Gebiete der synagogalen Musik talentirt zu sein und es wäre deshalb wünschenswerth, wenn er einen Gottesdienst für das ganze Jahr schaffen würde; unsere synagogale Liturgie durste dadurch eine werthvolle Bereicherung erfahren. Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen. Deutschland. Altona. Als Fortsetzung meines in Nr. 65 eingesandten Berichts muß ich die folgende — ebenfalls der „Neuen Hambg. Ztg." entnommene Skizze bringen — sie zeigt deutlich mit welch' bodenloser Frechheit und Bornirtheit diese Antisemitenführer ihr Handwerk ausüben. Die Handlungsweise dieses Herrn Raab giebt in der Bevölkerung Hamburg-Altona's zu allgemeiner Heiterkeit Anlaß: Das Bürgersckaftsmitglied Herr F. Naab hat heute Mittag folgendes Schreiben überreicht: An die verehrt. Redaction der „'Neuen Hamburger Zeitung" Hamburg, Bleichenbrücke 25. Unter Bezugnahme aus die Bestimmungen des Gesetzes über die Presse beanspruche ich die Aufnahme der nachstehenden Berichtigung in die nächste Nummer Ihres Blattes: Es ist unwahr, daß ich in einen Zusammenstoß verwickelt war, wie es in der Mittheilnng der „Neuen Hamburger Zeituug" Nr. 372 geschildert worden ist. Ich bin überhaupt seit Monaten nicht mehr in St. Pauli gewesen, und irgend ein Vorgang, der Veranlassung zu der genannten Notiz gegeben haben könnte, ist mir durchaus unbekannt. Natürlich fallen mit der Thatsache selbst auch alle Einzelheiten und Schlußfolgerungen, die dem Artikel angehängt waren, in sich zusammen. T. Raab. 5m Gegensatz zu den Bebauptungen des Herrn Naab halten wir die in unserer gestrigen Abcndnummer gebrachten thatsäcklichen Angaben in vollem Umfange ausrecht. Wir fügen ergänzend hinzu, daß sich die bewußte ^cene um 5. d. 371. im Restaurant Bristol in St. Pauli abgespielt hat. Herr Naab befand sich in Gesellschaft einiger freunde und pöbelte mehrere an einem Nebentische sttzende Herren, unter denen sich nur ein Jude befand, an. Als Herr Raab dem letzteren den Vorwurf der Feigheit machte, sprang dieser auf und versetzte dem Beleidiger die errvähnten beiden Faustschläae ins Gesicht. Darauf stellte er sich dem Gezüchtigten als Restaurateur Theodor Blogg, dleaev Steinweg 82, II. vor, damit Herr Raab, falls er wieder einmal einer derartigen heilsamen Sektion bedürftig sei. wisse, an wen er sich zil wenden habe. Wir sind weit davon entfernt, die Wahrheitsliebe des antisemitischen Bürgerschaftsvertreters anzurweiseln. Wir glauben vielmehr, daß Herr Raab sich der ileinen Murre nickst mehr entsinnt. Hossentlich wird sein Gedächtnis' druck' diese unsere näheren Angaben nun aber insorveit eine Auffrischung erfahren, daß er in seinem von uns stets gerne gelesenen stcibblättchen eine authentische Darstellung des „Talles" min besten giebt. (Die Redaetion der „N. H. Z ") Eines weiteren Kommentars bedarf es nicht. O e sterr. - U nga r. Monarchie. $ Triest, •>. August. Zugleich mit ben iibriqen Schulen unserer Stadt hat auch unsere Talmud- Thora dieser Tage ihre Pforten geschloffen und zwar, um aus die Schüler mehr Eindruck zu machen, in recht feierlicher Weise, liebst unserem verehrten Oberrabbiner Melli hatte sich auch der im Interesse seiner Genreinde und seiner Glaubensgenossen nie ermüdende Präses unseres Cultusvorstandes, Herr Heinrich Salem und der Präses unserer Schulkommission Professor Vittvria Casiglioni zu dieser Schulfeier eingefunden. Letzterer hielt auch am Schluffe der Prüfungen eine weihevolle Rede, in der er der eifrigen Wirksamkeit der Lehrer dieser Anstalt lobend gedachte. Dann überreichte er den zwei Borzugsschülcrn Alberto I t a l i a und Bende L e v i, die ihnen zugesprochenen Prämien. Auch Oberrabbiner Melli hielt eine Ansprache an die Zöglinge, in der er ne ermahnte, die hier in der Anstalt empfangenen religiösen Lehren auch draußen im Leben zu bethätigen. Die Talmud-Thora war Heuer von 317 Schülern besucht, von denen 211 nur den religiösen Unterricht genossen. Rumänien.? Bukarest. Es ist bekannt, wie heftige Kämpfe die rumänischen Juden um die Zulassung ihrer Kinder zu den Schulen geführt haben und wie große Opfer sie für die Errichtung eigener Schulen schließlich bringen mußten. Nun hat das Ministerium des

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