Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 64 (12.8.1897)
- Date
- 1897-08-12
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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im Beta Barabas: Es scheint, daß der Minister hierin mit der Volkspartei übereinstimnlt. Ich kann die Berechtigung des Antisemitismus nicht anerkennen; es giebt auch im Abgeordnetenhause keine Antisemiten mehr. (Stürmische Rufe in den Bänken der Volkspartei.- „Ja, Einen, Franz Komlossy!") Wenn der Finanzminister vom Antisemitismus spricht, dann kann er nur die Abstcht haben, diesem neue Nahrung zuzuführen. (Rufe: „Er will die Juden melken!") Ich, als lieberaler Mann, will keinen Unterschied kennen zwischen dem einen und dem anderen im Ebenbilde Gottes geschaffenen Menschen." England. * London Noch immer ist die Diskussion über Herzl, den Zionismus und den Baseler Kongreß nicht zur Ruhe gekommen. Nach englischer Sitte sind die Spalten der Zeitungen gefüllt mit Zuschriften über diese Fragen fettend der Leserkreise und zwar nicht blos die jüdischen. Viel Aufsehen macht ein Artikel von Dr. Emil Reich im „Nineteenth Century" über „Zionism", eine eingehende Würdigung dieser Bewegung, welche sich freilich sehr gegen den Zionismus ausspricht, die Juden aber vor die Alternative stellt: entweder bleibt Ihr orthodoxe polnische Juden oder Ihr streift alles Jüdische in dem Maße ab, wie es Spinoza gethan hat. Herr Dr. Reich brandmarkt alle übrigen Bestrebungen als feige Halbheiten, er dürste aber mit seinem Radikalismus wenig Anhänger finden. — Die Zionisten von der offiziellen Leitung der Chawawe Zion zurückgewiesen, berufen jetzt Massenversammlungen ein, deren erste am 2. August im jüdischen Arbeiter-Klubhaus unter dem Vorsitz von Rev. Gaster stattfand und sehr besucht war. Zu Delegirten zum Baseler Kongreß wurden gewählt die Herren N. Mayer, E. Jsh-Kishor und I. de Haas. Auch in Leeds hat eine derartige Versammlung unter dem Vorsitz von Dr. Umansky stattgefunden, doch sah man ab davon, einen eigenen Delegirten zu senden und wählte Herrn Farbstein in Zürich zum Vertreter. Türkei. den Gläubigen aus dem Eindringen der Ungläubigeü und zumeist der Juden in die mohammedanische Bevölkerung erwachsen. Cs sei daher nöthig, die ersteren wieder von den Gläubigen zu trennen, weshalb er folgende Anordnungen erlaffe: Kein Jude oder Christ dürfe die Kleidung oder Haartracht der Mohammedaner^tragen und nur in den ersten Vormittagsstunden *die mohammedanischen Stadtviertel betreten. Jeder männliche Jude habe allmonatlich sein Haupthaar kurz zu scheeren und dürfe keine Kopfbedeckung oder einen der persischen Tracht ähnlichen Rock tragen. Dagegen sollten demjenigen Juden, der binnen drei Monaten zum Islam Übertritt, alle Vergünstigungen der Mohammedaner und alle Seligkeiten des Paradieses zu Theil werden, wogegen jeder Scheinübertritt oder jede Rückkehr eines Nebergetretenen zum Judenthum unnachsichllich die Todesstrafe nach sich ziehen würde. Außerdem wurde von den Gouverneuren das von den Juden zu entrichtende Kopfgeld auf den doppelten und dreifachen Betrag erhöht, und da diese Anordnungen mit äußerster Strenge durchgeführt und zumeist von Ausschreitungen des mohammedanischen Pöbels begleitet werden, so läßt sich begreifen, daß die Lage der etwa 500 000 Seelen betragenden jüdischen Bevölkerung Persiens eine ziemlich ungemüthliche geworden ist. Eine nicht minder unfreundliche Behandlung erfahren übrigens auch die Armenier, die während der letzten Jahre über die türkische Grenze nach dem nördlichen Persien flüchteten. Diese Leute, die zumeist nichts weiter als ihr nacktes Leben retteten und sich noch immer in der denkbar beklagenswertheften Lage befinden, werden nun auch von den persischen Behörden in unrnenschlicher Weise bedrückt. So hat sich gegenwärtig in Persien der leidenschaftlichste Haß gegen alle Fremden und Nichtmohammedaner entwickelt, der in einem grellen Widerspruch zu den Reformversprechungen des gegenwärtigen Schahs steht. Briefkasten der Redaetion. Herrn Joseph M. in Er.r Es ist Sache des Rabbinats den betreffenden Vorsteher zu maßregeln. Konftatttittopel. Wie von dort geschrieben wird, bestätigen eingetroffene Reisende die bisher vereinzelt eingelaufenen Meldungen über die Bedrückung der persischen Juden im vollsten Maße. Diese haben ihren Entstehungsgrund in dem Bestreben der Gouverneure, einerseits ihre Einnahmen aus der pachtweise übernommen Steuererhebung zu erhöhen und andererseits die Unzufriedenheit der mohammedanischen Bevölkerung auf einen anderen Gegenstand abzulenken. Auf Betreiben der Gouverneure hat daher der Oberpriester Schagid Ragain einen langen Hirtenbrief erlassen, worin er die großen Gefahren schildert, die Me täft fid) eine WWmltreulle geformte Speisen aus Milch bereiten? Sehr leicht und schnell durch einfaches Äocheu derselben mit Mondamin, dann in eine Form gestürzt und erkaltet, mit Fruchtsaft oder Compot, auch mit gekochten Früchten, Aepfel rc. beigegebcn. Der Vorzug einer solchen Speise liegt in dem großen Nährwerth, wie auch in der leichten Verdaulichkeit und ist außerdem besonders gern willkommen unseren lieben Kleinen, wie auch den Großen. Zusatz von Citrone, Vanille, Mandeln?c. erhöht je nach Wunsch den Geschmack. Für die gute Qualiiät des Mondamin bürgt am besten das mehr denn 50jährige Bestehen der weltbekannten Firma ES ist überall in Packeten L 6t), 3t> und 15 Pfennig zu haben.