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Der Israelit · 1897-08-12 · Heft 64 (12.8.1897) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 64 (12.8.1897)
Date
1897-08-12
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXXTIII. Jahrgang. Jfe Ein Der Israelit Genirak-Organ für das orthodore Iudenthmn. Begründet von l)r rcJ;iii£inn in Msinz Donnerstag, den 12. August 5657 (1897). Leitender Artikel. Sprüche der Wäter. Sechstes Buch. XXIV. Mainz, U. August. open nx amu. Der den Allgegenwärtigen liebt. Der inhaltsreiche Wocheuabschnitt, welchen wir am natr, dem Trostessabbat, lesen, bringt unserem Geiste eine ganze Reihe von Vorstellungen und Gedanken nahe, die uns emporheben aus der Rächt der Trauer zur heiteren Sonnenhöhe der Beruhigung und des Trostes. Während in a'nan -nc uns nochmals eingeschärft wird, daß unsere Väter in der Wüste wegen ihres llnglaubetts das verheißene Land nicht betreten durften und daß der Versuch dieser Ungläubigen, gegen den Willen Gottes voreilig sich das Land zu erringen, blutig abgeschlagen wurde, Lehre und Erzählung, die uns kurz vor dem nennten Ab doppelt schmerzlich berührt; so sind die Bilder, welche beim Lesen des fjmxi *na an uns vorüberziehen, dazu angethan, uns die Leiter emporklimmen zu lassen, die von schmerzlicher Erinnerung zu freudiger Zuversicht hinaufführt. Genossen im Unglück zu haben, mildert das Mißgeschick. Der Anfang unserer x-hd zeigt uns unseren großen Lehrer Moscheh in heißem Flehen zum Allmächtigen, daß er den Jordan überschreiten dürfe, unr das gute Land und den guten Berg zu sehen. Dieselbe Sehnsucht, die uns erfüllt, sie beherrscht den größten der Propheten und der Allgütige in seiner unerforschlichen Weisheit gewährt ihm die Bitte nicht. Nach langer, beschwerlicher Wanderung wird dem verdienstvollen Führer der Uebergang über einen schmalen Fluß nicht gestattet, um das Ziel seiner Sehnsucht zu erreichen. Moscheh fügt sich dem Willen Gottes und wir mit dem Bewußsein unserer Schuld sollten ungeduldig werden und verzweifeln! Dann leuchtet uns das ermunternde Schriftwort entgegen: dtiki w opa-n „Und ihr, die anhanget dem Ewigen, Eurem Gott, lebet alle heute noch". Wir denken dabei an die Verfolgungen und Bedrohungen, die unser Volk zu allen Zeiten zu bestehen hatte und überstanden hat. Sichtbar wird uns der gewaltige Arm des Allmächtigen, der uns stets schützt und rettet; und alle die unsäglichen Leiden und Gefahren, die uns der Trauertag lebhaft ins Gedächtnis zurückrief, sie werden uns im Lichte dieses Verses zu ebensovielen Zeugnissen und Beweisen der Uuvergänglichkeit und Unzerstörbarkeit unseres Volksthums. Wir lesen dann die Warnung vor der Sünde und die Androhung der furchtbaren Strafe, die genau so wie sie viele Jahrhunderte vorher angekündigt wurde, eingetroffen ist, und wie Musik klingt dann in unser Ohr die Anffordernug zur Rückkehr und die Zusicherung des Erbarmens und der Gnade. Stolz und beglückt stehen wir mit unseren Vätern am Slnai uns gewinnen aufs Neue die Ueberzeugung, daß wir nur der dort offenbarten Thora die wunderbare Erhaltung Israels zu verdanken haben und erkennen, daß wir als Hüter dieser Thora furchtlos der Zukunft entgegen gehen können und das Ziel unserer heißesten Sehnsucht sicher erreichen müffen. Dann tönt uns Sch'ma Jisroel, jener gewaltige Ruf entgegen, oer uns die Worte leiht um unserer heiligsten Ueberzeugung, de,,» erhabensten Gedanken der in UNS lebt, Ausdruck geben können, Worte, mit welchen Israels Helsen unter Martern uno Qualen aussprachen, daß keine irdische M'cht ne um das hohe Glück bringen können, die Besitzer, Hüter und Kämpfer der einzigen uno ewigen Wahrheit zu sein. Auf vuv folgt

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