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Der Israelit · 1897-08-05 · Heft 62 (5.8.1897) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 62 (5.8.1897)
Date
1897-08-05
Page
– (sequence 9)
Language
German
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\ XXX VIII. Jahrgang Eche Seiillge M M 02 ües „Israelit“. Leitender Artikel Ledern vom tibancn von D. Abrahams, Amsterdam- An einem herrlichen Frühlingstage war cs, da ein besonderer Umstand meine Schritte unserem schönen botanischen Garten zulenkte. Vielleicht muß ich mich schämen, es zu gestehen.- es war das erste Mal, daß ich Amsterdams weltberühmten „liortus botanicus“ aussuchtc. Obwohl ich eine volle Stunde dort verweilte — mehr Zeit hatte ich nicht übrig — konnte ich doch nur einen sehr geringen Theil der dort angehäuften Schätze bewundern. Besonders das herrliche Palmenhaus mit seinen vielen, außerordentlich seltenen, exotischen Pflanzen und Bäumen, nahm den größten Theil der Zeit in Anspruch. Was sich dort dem Auge bietet, ist aber auch der Mühe eines Besuches reichlich werth. Und doch — das war es nicht, was mir diesen Besuch im ,.liortus“ zu einem unvergeßlichen machen sollte, was seit dieser Zeit meine Blicke so häufig nach jenem wundervollen Garten zieht, au welchem ich vordem täglich einige Male gleichgiltig vorüberging. Was war es denn, das diese plötzliche Wandlung hervorrief '< Da erhebt sich in jenem Garten, stolz über seine Umgebung hinausragend, ein Baum, auch vor dem stärksten Winde sich nicht beugend, — — eine Leder vom Libanon! — — — — — Eine Leder vom Libanon — — —. Klingen diese Worte nicht wie sanfte, weihevolle Musik, wie eine zu Herzen gehende Trauerweise i Ledern vom Libanon.-Ergreifende Lieder ohne Worte! Diese Riesen, einst in ihrem Heimathlande so unermeßlich an Zahl, sie werden weniger, immer weniger, uc sterben einen langsamen Tod.-- „Die Stimme des Ewigen zerschmettert Ledern und es zerschmettert der Ewige die Ledern des Libanon " Sie, die als Bild dienten, um dem kleinen Menschen einen Begriff zu geben von der alles beherrschenden Kraft des Allerhöchsten, sie werden niedergefällt, sie schwinden dahin, wie so manches, das einstmals die größte Ehrfurcht, die höchste Bewunderung abzwang. * „Ledern vom Libanon, Mächtige in der Thora" waren es, die vor nun 24 Jahren den Plan faßten, in der heiligen Stadt ein großes jüdisches Krankenhaus bauen zu lassen. Das Bedürfniß zu einem solchen machte sich dringend fühlbar. Zustände die beinahe unglaublich scheinen — sie sind von anderer Seite wiederholt gezeichnet — machten es zu einer theuren Pflicht zu Hülse zu eilen unseren kranken Brüdern im heiligen Lande, die flehend ihre Hände ausstreckten nach den wohlhabenderen Glaubensgenossen in anderen Ländern, flehend um Hülfe, nicht allein für den siechen Körper, noch dringender inniger Hülfe suchend für die Seele, Rettung aus den Klauen derer, die wir hier nicht näher zu bezeichnen brauchen. — — — — Und ein Jubelton erhob sich in Zion, als die frohe Märe erklang, daß man endlich Hand ans Werk legte, ein Jubelton, der zu innigen endlosen Dankliedern wurde, als man vernahm, welche Männer es waren, die sich dieser heiligen Sache angenommen hatten. S. B. Bamberger, Samson Raphael Hirsch, Akiba Lehren, A. Stern, Dr. M. Lehmann! -ia, diese große Freude war völlig begründet. Wo solche Männer sich an die Spitze einer solchen Sache stellten, da durfte man für den vollkonnnenen Erfolg die beste Hoffnung hegen, da würden die nöthigen Summen — und wären sie auch noch so bedeutend — ohne Zweifel schon Zusammenkommen. Und wirklich, die anfänglichen Bemühungen waren vom best n Resultat begleitet. Eine verhältnißmäßig ansehnliche Summe kam rasch ein und die ersten ernsthaften Vorbereitungen konnten begonnen werden. Doch siehe, unerwartete Schwierigkeiten stellten sich ein, Schwierigkeiten, ganz unabhängig von dem Willen der großen Begründer des Planes, die doch immer weiter einen unermüdlichen Eifer für ihr großes Werk zeigten. Leider, Jahre auf Jahre verrannen, ohne daß man zur Errichtung des Krankenhauses schreiten konnte. Da endlich, endlich dämmert ein Lichtschein auf im Osten-alle Hindernisse sind niedergeworfen! Rur die Geldmittel müssen noch verstärkt werden! Doch, darum nicht gesorgt! Die edlen Begründer, denen gleich im Anfang das Geld so reichlich zuströmte, sie werden jetzt, da alle Beschwerden überwunden sind, da man den Bau schon begonnen hat, rasch genug das fehlende zusanimenbringen. — — — Die edlen Begründer-, ach -„Die Stimme des Ewigen zerschmettert Ledern und es zerschmettert der Ewige die Ledern des Libanon."-— Die großen, hochragenden Ledern, diese Bilder von Kraft und Majestät, deren Ruf gedrungen war bis in die weiteste Ferne — sie sind alle, alle niedergefällt!- Und Zions Herz ergreift bitteres Weh; die heilige Stadt hüllt sich in Sack und Asche und weint, weint um ihre Erschlagenen.-

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