Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 61 (2.8.1897)
- Date
- 1897-08-02
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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1192 vom 24. b. Mts. sofort eingestellten Untersuchung hat nicht ermittelt werden können, durch wen die von Ihnen cingesandte Karte in den Gepäck-Aufbewahrungsraum gelangt ist. Es wurde auch kein Anhalt dafür gefunden, daß einer der nicht in unserm, sondern im Dienste eines Privatunternehmers stehenden Gepäckaufbewahrer, oder das übrige Personal an der Verbreitung jener anstößigen Karte mitgewirkt habe. Es haben sich nur Anhaltspunkte für den Verdacht ergeben, daß die Karten durch einen Beauftragten des Frankfurter Gasthauses im Bahnhof vertheilt und ausgestreut morden sind, ohne daß dies durch unsere Angestellten bemerkt wurde und hätte verhindert werden können. Auf alle Fälle hat sich der Gepäckaufbewahrer einer groben Ungehörigkeit schuldig gemacht, daß er die Karte, sobald er auf dieselbe aufmerksam gemacht war, nicht sofort entfernte und sich überdies gegen den Herrn, der ihn auf die Karte aufmerksam machte, der von Ihnen geschilderten bedauerlichen Ungehörigkeiten schuldig machte. Der Schuldige wurde ermittelt und entsprechend bestraft. Wir haben Anordnungen getroffen, daß die beklagten Ungehörigkeiten sich nicht wiederholen." Art» Baden, im Juli. Der „Landesverein zur Erziehung israelitischer Waisen im Großherzogthun, Baden", erstattet seinen neunten Jahresbericht, welcher abermals ein erfreuliches Bild gedeihlicher Thätigkeit und kräftige» Wachsthums bietet. Von den 91 Kindern, die zu Beginn des vorigen Jahres sich m der Fürsorge des Vereins befanden, wurden im Laufe desselben 12 entlassen; neu ausgenommen wurden 18 Kinder. Von den insgesammt 97 jetzt in Fürsorge Befindlichen (48 Knaben und 49 Mädchen) sind 25 in Pflege bei geeigneten Familien untergebracht, 71 befinden sich gegen Zahlung von Erziehungs-Beiträgen bezw. Zuschüssen bei Verwandten oder ihren Lehrherren. Die ausgebreitete Thätigkeit, welche der Verein in allen Theilen Badens entfaltet, fand, abgesehen von den regeln,äßigeu Beitraaen der Mitglieder, welche die stattliche Summe von 8627,50 Mk. erreichten, auch durch zahlreiche größere und kleinere Spenden bei freudigen Veranlassungen in Gesammthöhe von 12 098,28 Mk. insbesondere aber durch drei neue letzwillige Vermächtnisse und zwei Stiftungen zun, Andenken an Verstorbene gerechte Aneikennung. Ein Vermächtniß, welches der am 8 Juli 1895 in Weinheim verstorbene Herr Aron Kaufmann zum Andenken an seinen Vater hinterlassen hat, ist noch nicht rechtskräftig geworden. Der am 16. März d I. in Lahr verstorbene Herr Salomon Schnurmann l at in seinem Testamente den Verein mit 20 000 Mk. bedacht Die Ausgaben im letzten Jahre betrugen 15 57t»,91 Mk.; das Vermögen hat die Höhe von 123 199,40 Mk. erreicht. Der Vorstand besteht aus den Herren: Rabbiner Dr. I. Eschelbacher, Vorsitzender, Moritz Marx, Stellvertreter, Louis Marx, Schriftführer, Nathan Katz, Rechner, Ludwig Groß, Alexander D-eifuß. Dr. I. Kusel, Rabbiner Dr. M Appel —Karlsruhe. Vorsteher B. Harburget—Gailingen, Vorsteher B. Herzberger—Breiten, Rabbbiner Dr. A. Lewin—Freiburg, Rabbiner Dr. L. Löwenstein—Mosbach, Rabbiner Dr. B. Mayer—Bühl, Bezirksältester I. Nordmann—Lörrach, Rabbiner Dr. M. Rawicz—Offenburg, Rabbiner Dr. H. Sondheimer—Heidelberg. Altona, 29. Juli In voriger Woche wurden unter bedürftigen, streng - religiös lebenden Angehörigen der hiesigen Israeliten - Gemeinde die halbjährl Hnpotbek - Zinsen 3500 Mk. eines Kapitals von dem im vorigen Jahre verstorbenen Rentner Salomon Hertz in verschiedenen Portionen vertheilt. Dieses Kapital wird später zu der noch nicht in's Leben getretenen Hertz-Stiftung (Freiwohnungen betr.) verwendet London. Unter dem Vorsitz von Lord Rothschild fand am 12. Juli die Vertheilung der Preise in der jüdischen Freischule statt. Bei dieser Gelegenheit hielt Lord Rothschild eine Ansprache, der wir entnehmen, daß dieses große Institut, in dem ca. 3000 Kinder Unterricht empfangen ohne Schulgeld zu bezahlen, einen Kostenaufwand von 240,000 M. erfordert. Algier Nach der letzten Zählung von 1896 hat Algier 53 116 Juden aus 4 364126 Einwohner. Die jüdische Bevölkerung hat sich vergrößert von 32 774 im Fahie 1866 auf 47 459 im Jahre 1891 und jetzt abermals um ca. 6000 Dieser Zuwachs beruht nicht auf der natürlichen Vermehrung, sondern auf der starken Eimvandcrmig aus Marocco. New'Aork. In dem Testament von Mayer Lehman sind eine große Anzahl woblthätiger Anstalten mit reichlichen Legaten bedacht worden Darunter sind die namhaftesten: „Mount Sinai Hospital" 63 000 Mk.. „Hebrew Benevolent and Orplan Asylurn Society" 32 000 Mk., „Montiliore Home for ('hronic Invalids" 2 i 000 Mk., „Hospital kor Hebrews in New-Orleans" 13 000 Mk., „Orphans and Widoms Home in New-Orleans" 13 000 Mk.. „Leba1 ou Hospital" 13 000 Mk, Educational Alliance" 10 500 Mk. und das „Hebrew Technical Institute" 10 500 Mk. „Home for Aged and Intimi Hebrews" 8000 Mk. und „8t. Marks Hospital" 8000 Mk., „New-York Orthopädie Pispensary and Hospital" 4000 Mk., das „German Hospital" 4000 Mk. und das „Hebrew Injaut Asylum" 4000 Ml. Briefkasten der Redaetia«. Z. in E. lieber Angefragtes können Ihnen keine Auskunft geben, da uns ein solches Geschäft nicht bekannt ist. Herrn M. in G.: Einem Drw, welcher nicht p£>n legt, darf man weder Vertrauen schenken, noch darf man von feiner nü’ntP essen. Briefkasten der Expedition. Wir bekamen am 26. d. Mts. per Postanweisung 2 Mk. zugeschickt mit dem Poststempel Kruschlvitz; der Absender vergaß jedoch seinen Namen und den Zweck des Betrages anzugeben. Um gesl. Auskunft ivird gebeten. Herrn M. B. in K.: Betrag von Mk. 4.- dankend empfangen. Denkerl Ke sich aus einem Pfund Mondamin zu 60 Pfg. lassen sich 10 Flammeris für 4 bis 6 Personen Herstellen. 'Möchte der Preis auch etwas hoch ei scheinen, so ist doch wiederum der Artikel dermaßen ergiebig, daß sehr wenig zu einem Pudding gehört; außer> dem ist der durch Mondamin erlangte reine und köstliche Geschmack unvergleichlich für diese Zwecke. 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